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Nichtoffener Wettbewerb | 05/2018

Generalsanierung Gasteig in MĂĽnchen

Anerkennung

Preisgeld: 50.000 EUR

PETER HAIMERL . ARCHITEKTUR

Architektur

LUDES Architekten - Ingenieure GmbH

Architektur

Keller Damm Kollegen GmbH Landschaftsarchitekten Stadtplaner

Landschaftsarchitektur

sonaar - visualisierung & photographie

Visualisierung

CL MAP GmbH

sonstige Fachplanung

Uniola AG

Landschaftsarchitektur

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Verfasser ĂĽberraschen mit Ihrer Interpretation der gestellten Aufgabe und
bieten unter dem Stichwort „Die große Rochade“ einen Platztausch zwischen
Philharmonie und Stadtbibliothek an, um in abschnittsweiser Realisierung zumindest
für die Philharmonie Aufwände für eine Interimslösung zu sparen.
Diese Idee, die auch eine Würdigung des Gebäudebestands beinhaltet – so
wird vorgeschlagen, den Saal der Philharmonie mit Teilen seines Innenausbaus
zu erhalten und als Bibliothekssaal zu nutzen – wird in ihrer strategischen
Grundaussage gewĂĽrdigt.

Etliche Aussagen des Entwurfs sind aber widersprĂĽchlich und werfen Fragen
auf:

Der als „neues Wahrzeichen“ auffällig fremdartig und für die Mehrheit der Jury
unangemessen gestaltete Baukörper der neuen Philharmonie ist nicht zur Stadt
orientiert und bei der Annäherung über die Brücke nicht wahrnehmbar.

Die Fassadengestaltung der neuen Philharmonie wirkt dem gewĂĽnschten Einheitsgedanken aller Institutionen des Gasteig entgegen.

Der Rückbau von Baukörperteilen im Bereich des Forums widerspricht dem Gedanken
der Verfasser, dass der Bestandsbau – mit Ausnahme der Stadtbibliothek
– gewürdigt und in weiten Teilen nur renoviert werden soll. Die Annäherung
von der S-Bahn in der Rosenheimer StraĂźe wird zu der heutigen Situation
abgewertet.

Die gewĂĽnschte Ă–ffnung der Kulturinstitutionen zueinander wird durch die Fugen
des Baukörpers verhindert, die neue Stadtbibliothek ist in Gänze von den
anderen Institutionen getrennt, die Verbindung zur neuen Philharmonie durch
einen eingeschossigen Verbindungsbaukörper ist nicht optimal gelöst.

Am meisten enttäuscht jedoch, dass die Chance eines Neubaus für die Philharmonie
nicht so genutzt wird, dass hochwertige Säle und kommunikative Foyerbereiche
entstehen. Sowohl der neue Carl-Orff-Saal als auch die, mit fĂĽnf Balkonebenen
überladene, neue Philharmonie können nicht überzeugen. Der neue
Saal der Philharmonie erhält die klassische Form eines Rechtecksaals. Die Gestaltung
des Podiums unterstützt das gegenseitige Hören der Musiker, sowie
eine kompakte Schallabstrahlung in das Publikum. Die akustische Qualität auf
den Balkonen ist zu hinterfragen und eine Vergrößerung des Saalvolumens
könnte erforderlich sein.

Die Nutzung des alten Philharmonie-Saals als neue Stadtbibliothek lässt einen
ikonenhaften Raum entstehen, der in seiner architektonischen Inszenierung gewĂĽrdigt
wird. In seiner Wirkung und Visualisierung entspricht die Atmosphäre
aber nicht den gestellten Ansprüchen an eine zeitgenössische öffentliche Bibliothek,
die zudem auf neun Ebenen angelegt ist, was wenig nutzerorientiert und
kommunikationsfördernd ist. In der Bibliothek wird ein Lösungsansatz für die
Raumakustik vermisst, kritisiert wird die unzureichende natĂĽrliche Belichtung.

Der neu geschaffen Carl-Orff-Platz erscheint ĂĽberdimensioniert. Der Erhalt der
Bäume im Hof wird begrüßt. Der schwebende Steg wird als elegante Skulptur
wahrgenommen. Als Verbindung dient er eher der Entschleunigung.

In der dargestellten Form erscheinen Wirtschaftlichkeit und Realisierbarkeit
nicht gegeben.

In dem Denkansatz und der Strategie der „großen Rochade“ wird – bei aller Kritik
– ein die Diskussion bereichernder Wettbewerbsbeitrag gesehen.
Freianlagen

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© Peter Haimerl. Architektur / LUDES Architekten - Ingenieure GmbH / Keller Damm Kollegen

© Peter Haimerl. Architektur / LUDES Architekten - Ingenieure GmbH / Keller Damm Kollegen

Lageplan

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