Offener Wettbewerb | 06/2025
Gesamtkonzept Paulskirche und Haus der Demokratie in Frankfurt am Main
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©schneider+schumacher
Preis
Preisgeld: 22.000 EUR
Architektur, Stadtplanung / Städtebau
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Erläuterungstext
Ein offenes Haus für das Wertvollste unserer Gesellschaft – eine auf Pilzstützen ruhende Schatzkiste: anziehend, Neugier weckend, zugänglich, vielschichtig. Mit dem Entwurf, der auf dem historischen Stadtgrundriss basiert, soll das in Nord-Süd-Richtung verlaufende Wege- und Platzgefüge vom Mainkai über das Fahrtor mit seinen angrenzenden Platzbereichen, den Römerberg, die Neue Kräme, den Liebfrauenberg, die Liebfrauenstraße bis hin zur Hauptwache wiederhergestellt werden.
Besonderes Augenmerk legen wir auf die zwei städtebaulichen Einschnitte des 20. Jahrhunderts in Ost-West-Richtung: die Braubachstraße (ab 1900) und die Berliner Straße (1950er Jahre). Zudem entfallen die Busparkplätze entlang der Berliner Straße. Die bestehende Baumallee östlich der Neuen Kräme wird westlich fortgesetzt – aus der Berliner Straße wird die „Berliner Allee“.
Die Paulskirche und die Kämmerei behalten neben dem Haus der Demokratie ihre bauliche Eigenständigkeit im Stadtraum, sind jedoch unterirdisch miteinander verbunden – dies schafft neue räumliche und funktionale Synergien.
Das Haus der Demokratie gliedert sich in drei Ebenen:
Besonderes Augenmerk legen wir auf die zwei städtebaulichen Einschnitte des 20. Jahrhunderts in Ost-West-Richtung: die Braubachstraße (ab 1900) und die Berliner Straße (1950er Jahre). Zudem entfallen die Busparkplätze entlang der Berliner Straße. Die bestehende Baumallee östlich der Neuen Kräme wird westlich fortgesetzt – aus der Berliner Straße wird die „Berliner Allee“.
Die Paulskirche und die Kämmerei behalten neben dem Haus der Demokratie ihre bauliche Eigenständigkeit im Stadtraum, sind jedoch unterirdisch miteinander verbunden – dies schafft neue räumliche und funktionale Synergien.
Das Haus der Demokratie gliedert sich in drei Ebenen:
- Die Foyerebene als offene, transparente Ebene mit Café. Die helle Tragstruktur und geschwungene Glasfassaden erzeugen eine einladende Geste. Großzügige, versetzt angeordnete, geschwungene Treppen führen zu den verschiedenen Nutzungsbereichen des Hauses.
- Der Forschungs- und Seminarbereich im Obergeschoss lädt als zurückgezogener, ruhiger Ort der Reflexion mit gezielten Öffnungen zum Außenraum zum Verweilen ein. Darüber befindet sich der Forums- und Diskussionsbereich unter einem lichtdurchfluteten Dach – eine Bühne für den gesellschafftlichen Diskurs: offen für die Zukunft.
- Die Ausstellungsbereiche mit Dauer- und Wechselausstellungen bilden das Fundament des Hauses. Sie ermöglichen eine direkte Anbindung an die Paulskirche und optional an die Kämmerei. Hier wird Demokratie in Geschichte, Gegenwart und Zukunft anschaulich und multimodal vermittelt.
Lufträume verbinden die Ebenen, fördern Durchlässigkeit und Sichtbeziehungen. Die Räume greifen ineinander, regen zum Perspektivwechsel und zum Dialog an.
Beurteilung durch das Preisgericht
Paulskirche und Paulsplatz erhalten eine Ergänzung: das Paulshaus. Skulptural gestaltet nimmt es selbstbewusst die südöstliche Platzecke ein in Form einer großen Geste.
Die Verfassenden der Arbeit wollen eine „Schatzkiste der Demokratie“ schaffen und bringen damit unmissverständlich zum Ausdruck: Demokratie ist uns wichtig und ist ein wertvolles Gut. Der Paulskirche wird zu diesem Zweck ein Solitär von eigener Ausdruckskraft zur Seite gestellt; die Stadtkämmerei erhält ein starkes Gegenüber. Dieses schiebt sich freilich in die Blickachse Paulskirche – Braubachstraße. Durch die städtebauliche Setzung und das Volumen entstehen eine von der Denkmalpflege als bedenklich angesehene Dominanz gegenüber den umgebenden Kulturdenkmälern, insbesondere gegenüber der Paulskirche.
An der Neuen Kräme markiert der Bau den Übergang zum Römer. Das aufgeständerte Erdgeschoss des Neubaus lenkt die Fußgänger:innen in Richtung Paulsplatz. Seine geringe Höhe überzeugt das Preisgericht nicht vollends von dieser Scharnierfunktion. Von hier aus wird ein Untergeschoss mit Ausstellungsraum erschlossen, über das die Paulskirche und die Stadtkämmerei angebunden werden.
Zugunsten ihrer starken architektonischen Setzung verzichten die Entwerfenden auf das Raumpotenzial im Bestand der Stadtkämmerei. Das ist angesichts der allseits im Architekturdiskurs auszumachenden Hinwendung zum Bestandsumbau, der dem Neubau vorgezogen werden sollte, eine kritisch anzumerkende Entscheidung.
Ohne die Architektur in dieser Phase eines Ideenwettbewerbs allzu wörtlich zu nehmen, wird doch klar: dieser Neubau will eine neue, prominente Adresse schaffen und das Innenstadtensemble zwischen Paulsplatz und Römer um einen klar auszumachenden neuen Anziehungspunkt bereichern.
Das Preisgericht diskutiert diese Arbeit intensiv in ihrem Für und Wider. Der Neubau ist groß geraten und beansprucht erhebliche Teile der begrünten, baumbestandenen Freiflächen. Die Qualität des verbleibenden nördlichen Platanenhains ist fragwürdig.
Insgesamt stellt diese Arbeit einen wertvollen Diskussionsbeitrag dar, der mit „lauter Stimme“ eine Position zu einer grundsätzlichen Überbauung des Platanenhains formuliert und in seiner Radikalität zur Auseinandersetzung einlädt.
©schneider+schumacher
Historischer Plan 1852
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Historischer Plan 1950
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Akutelle Situation
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Entwurf
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Lageplan
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Grundriss EG
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Grundriss 1.OG
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Schnitt A-A
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Schnitt B-B
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Ansicht
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