Nichtoffener Wettbewerb | 12/2025
Gestaltung eintrittspflichtige Bereiche der BUGA 2031 in Wuppertal
9
Der Brückenstieg auf der Königshöhe erhält einen angemessenen Auftaktplatz
©A24 Landschaft, Visualisierung: A. Calitz Visual
2. Preis
Preisgeld: 60.000 EUR
Landschaftsarchitektur
Erläuterungstext
BUGA WUPPERTAL 2031 – DER KREIS SCHLIESST SICH
Wuppertals Lage im engen Talkessel ist einzigartig. Zahlreiche Attraktionen profitieren von der Lagegunst: von der weltberühmten Schwebebahn im Talgrund, über den nicht minder bekannten Zoo Wuppertal am Berghang bis hin zu den Höhenlagen der Wupperpforte. Die BUGA verbindet diese über die herausfordernde Topografie zu einem erlebnisreichen Rundweg.
Mit der BUGA schließt sich der Kreis bereits jetzt schon attraktiver Orte innerhalb der Stadt Wuppertal, vom neuen Stadtquartier Lockschuppenareal, über die Tesche mit Alter Gärtnerei, den neuen Sportpark auf der Wassack-Deponie und den berühmten Bergzoo bis hin zu den Waldparks an der Wupperpforte. Die neue Hängebrücke schließt die Lücke und ermöglicht einen attraktiven Rundweg weit über die BUGA hinaus.
Zirkularität spielt eine zentrale Rolle bei der behutsamen, nachhaltigen Weiterentwicklung der einzelnen Orte. Der Entwurf stärkt ihren individuellen Charakter, präzise Eingriffe in den Bestand definieren ihn neu und setzen ihn in Wert.
TESCHE – EIN PARKBAND DAS VERBINDET
Der zentrale Bereich der BUGA Wuppertal fügt in der Tesche die bisher isolierten Bereiche Lokschuppenareal, Wassack-Deponie, Tescher Wiesen und Alte Gärtnerei zu einer attraktiven Parkfigur zusammen. Das neu entwickelte Parkband bildet dafür ein starkes Rückgrat und bindet bereits bestehende Wegeverbindungen zu einem neuen Wegenetz zusammen. Der mäanderförmige Verlauf folgt der vorhandenen Topografie und schafft immer wieder neue, verblüffende Raumeindrücke, die sich im Gesamtverlauf zu einer abwechslungsreichen Szenografie zusammensetzen. Das Parkband überwindet kontinuierlich den Höhenversprung vom Lokschuppenareal bis zur Alten Gärtnerei, eingeflochtene Rampen ermöglichen eine barrierefreie Verbindung zwischen den Parkbereichen. Gleichzeitig nimmt das Parkband am Talgrund den anfallenden Oberflächenabfluss auf und macht das Regenwassermanagement zum sichtbaren Teil des Parkerlebnisses.
Vom Bahnhof Vohwinkel über die neu geschaffene Fuß- und Radwegebrücke kommend bildet ein zentraler Platz im Lokschuppenareal den Auftakt zum Parkband. Als mit Eschen bestandener grüner Platz lädt er zum Verweilen ein, ein Kiosk sorgt auch über die BUGA hinaus für Erfrischungen. Der Quartiersplatz bildet das Herzstück des neu entstehenden Wohnquartiers und formt ein wichtiges Freiraumgelenk. Die durchgrünte nördliche Platzhälfte verlängert das Parkband, die südliche Platzhälfte wird dagegen bewusst offengehalten, als mineralische Fläche für Außengastronomie und Kiezveranstaltungen.
Der Wasserspielplatz am Talgrund wird zum wichtigen Bindeglied zwischen Quartierplatz und Parkband. Er schließt unmittelbar an die geplanten Retentionsflächen für die Siedlungsentwässerung an. Wohnungsnah gelegen wird er zur Attraktion für Kinder aus dem neuen Stadtquartier und darüber hinaus für ganz Wuppertal. Ein Pfützenrelief mit Düsenfeldern und Wolkenstelen bietet einen hohen Spielwert für Kinder unterschiedlichen Alters und lässt den Wasserspielplatz zum beliebten Anlaufpunkt für Familien werden.
Die markante Felskante führt durch den weiteren Park und leitet über zu den Motorikterrassen auf der Wassack-Deponie. Felsgärten inszenieren hier die imposante naturräumliche Besonderheit der Felskante. Diese wird durch eine gezielte und behutsame Auslichtung des vorhandenen, dichten Baumbestandes sichtbar und für den Park als eindrucksvolle Leitlinie erlebbar. Naturnahe Schottergärten am Fuß der Felskante greifen das Thema auf und schaffen mit ihrer Rauheit poetische Orte im Zusammenspiel mit der engen Schlucht und Brückenkulisse.
Die Motorikterrassen auf der ehemaligen Wassack-Deponie gliedern sich in geschickt ineinander gestaffelte, verschieden programmierte Ebenen mit ganz unterschiedlichen Nutzungsangeboten und Charakteren. Die Böschungen zwischen den Ebenen werden dabei zu interessanten Verbindungsstücken mit Sitzstufen und Kletterwänden. Den Auftakt bildet ein kleiner Platz mit Café und anschließendem Skate- und Rollparkour mit Bowl und weiteren Skateelementen. Die vorhandenen 42 Pkw-Stellplätze werden dazu aus dem zentralen Auftaktbereich an den westlichen Rand verlagert und in den grünen Saum eingebunden, wo ebenfalls 112 Fahrradstellplätze verortet werden. Eine Terrasse tiefer liegt die „Ball World“ mit Streetsoccer, Basketball und Hockey. Sie bildet das Herzstück der Motorikterrassen. Der zentrale Soccer Cage ist zusätzlich um 50 cm vertieft, so dass der Ballfangzaun weniger dominant in Erscheinung tritt. Eine weitere Terrasse, die „Challenge World“ mit Survival-Run schließt sich unmittelbar nördlich an die Ball World an, verbunden über eine 3 m hohe Kletterwand. Die angrenzende, tiefer liegende Terrasse wird als ausgedehnter Klimagarten mit naturnaher Feuchtzone ausgebildet. Sie übernimmt wichtige Funktion im übergeordneten Regenwasserkonzept. Eine weitere Terrasse, die „Workout World“ mit Parkour- und Calisthenicsanlage schließt sich unmittelbar südlich an die Ball World an. Sitzstufen im Hang vermitteln zur oberen Terrasse mit Pumptrack. Die Parkbühne nutzt den Höhenversprung für Betonsitzstufen in einer Rasenböschung und kann bei Veranstaltungen bis zu 400 Zuschauer aufnehmen. Die Bodenmodellierung respektiert das Niveau des gesicherten Deponiegeländes und fügt lediglich weitere Bodenschichten hinzu. Die neu geschaffene Topografie mit höhenversetzten, horizontal ausgerichteten Terrassen erlaubt die temporäre Einstauung von Regenwasser und trägt zu einem kaskadenartigen Regenwassermanagement bei.
Der Übergang zu den nördlich gelegenen Tescher Wiesen wird zu einem ruhigeren Verbindungsstück mit naturnaher Gestaltung. Die Wiesenerlebnisräume inszenieren den markanten Baumbestand, aus der BUGA-Nutzung resultierende Wildstaudenflächen sorgen für punktuelle Akzente, die dichten Vegetationsbestände in den Randbereichen dienen als Nisthabitate. Der Bereich Alte Gärtnerei bildet einen weiteren Schwerpunkt im nördlichen Parkabschnitt. Eine platzartige Terrasse bindet den erhaltenen Schornstein der ehemaligen Heizanlage in eine durchgehende wassergebundene Platzfläche ein. Die Kulisse mit der weithin sichtbaren Landmarke eignet sich hervorragend für einen gastronomischen Schwerpunkt mit Foodtrucks und Coffee-Bikes zur Zeit der BUGA und darüber hinaus. Die Zufahrtsstraße Flieht wird wie selbstverständlich in die Fläche eingebunden und erlaubt die Andienung der angrenzenden Bestandshäuser. Ein attraktiver Naturspielplatz mit natürlichen Materialien nutzt die Hanglage westlich des Platzes und schafft einen inspirierenden Möglichkeitsraum für alle Altersklassen, der zum freien Bespielen einlädt. Das angrenzende Grüne Klassenzimmer vervollständigt den Schwerpunkt Naturerfahrung und Wissensvermittlung. Östlich an den Platz grenzt das Parkband mit einer ökologisch wertvollen Feuchtwiese und temporär eingestauten Regengärten an. Ein breites Holzdeck definiert den baulichen Abschluss an diesem stimmungsvollen Ort. Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei entsteht ein gärtnerischer Schwerpunkt mit Urban Gardening und essbaren Gärten, ein Ort des nachbarschaftlichen Austauschs. Die noch vorhandenen Fragmente der ehemaligen Gewächshäuser werden zu pergolaartigen Strukturen ertüchtigt und durch neu hinzugefügte Ergänzungen zu einer prägnanten Kulisse reaktiviert. In die Dachsegmente werden abschnittweise Stoffbahnen integriert, die übrigen Strukturen bleiben offen und durchlässig. Der vorhandene Weg auf der ehemaligen Bahnlinie nördlich der Tescher Wiesen, ein Abzweig der Nordbahntrasse, wird zur linearen Landschaftspromenade ausgebaut, ein Balkon inszeniert den Blick in die Felder. Die Wegeachse endet in einem kleinen Platzgelenk, das den Übergang zur Nordbahntrasse vermittelt.
GRÜNER ZOO
Der erst vor kurzem aufgewertete Vorplatz an der Hubertusallee wird bis in den eintrittspflichtigen Bereich des Zoos erweitert und formuliert somit ein großzügiges Entree beidseitig des Eingangsgebäudes. Eine neu hinzugefügte Holzterrasse inszeniert den Blick auf den tiefer liegenden Teich mit den Affenpavillons und Inseln und schafft einen angemessenen Auftakt in den Zoo. Die Alleinstellungsmerkmale Berg, Wald und Wasser werden gleich beim ersten Kontakt deutlich spürbar. Das Holzdeck schiebt sich über die Böschungskante und erweitert die beengte Wegesituation zu einer großzügigen Eingangssituation, die attraktive Aufenthalts- und Wartebereiche abseits der Besucherströme ermöglicht. Die Terrasse ist barrierefrei zugänglich.
Der denkmalgeschützte Bereich rund um Rasenparterre, Zoo-Säle und Konzertmuschel bleibt in seinen vorhandenen Strukturen erhalten, lediglich die Parterrepflanzungen werden gärtnerisch aufgewertet. Weitere wegebegleitende Staudenbänder begleiten die Besucher auf ihrem Weg durch den westlichen Zooabschnitt, den oberen Abschluss der Wegeachse definiert eine weitere Holzterrasse, die den Blick in Richtung Tal inszeniert.
WUPPERPFORTE – WALDPARKS KÖNIGSHÖHE UND KAISERHÖHE
Die Fläche des heutzutage eingezäunten und unzugänglichen Wasserhochbehälters der Wuppertaler Stadtwerke wird geöffnet und zum zentralen Bereich auf der Königshöhe entwickelt. Zusammen mit dem Anschluss an die geplante Hängebrücke über die Wupperpforte, dem neuen Wahrzeichen der Stadt, und dem restaurierten Von-Der-Heydt-Turm entsteht ein prägnantes Ensemble, welches der Königshöhe ein neues Erscheinungsbild verleiht und den zukünftig zu erwartenden Besucherzahlen Rechnung trägt. Zwischen den Elementen Hängebrücke, Wasserhochbehälter und Von-Der-Heydt-Turm spannt sich eine platzartige Fläche auf. In Verlängerung des Waldes schiebt sich ein bogenförmiges Segment mit Waldgärten und kleinen Spielstationen bis auf den zentralen Platz und bildet einen gestalterischen Schwerpunkt. Im Umfeld des Turms wird ein großzügiger Picknickbereich mit flexiblem Mobiliar geschaffen, ergänzt durch Food Trucks und Coffee-Bikes. Der zur BUGA sanierte Turm wird wieder als begehbare Aussichtsplattform zugänglich gemacht und schafft einen wichtigen Anziehungspunkt im Waldpark.
Der unterirdischen Kontur des Wasserhochbehälters folgend, bildet die kreisförmige Lichtung einen markanten Ort mit einer ganz besonderen Ästhetik und Atmosphäre inmitten des Waldes. Eine radiale Sitzskulptur aus Holz im Zentrum der kreisförmigen Wiesenfläche verstärkt diesen Effekt, sie haust das bestehende Einstiegsbauwerk ein. Ein neu hinzugefügter ringförmiger Weg entlang des Böschungsfußes unterstreicht die Geometrie, die übrigen Waldwege bleiben in ihrer Struktur erhalten. Die vorhandene Böschung von bis zu 4 m Höhe eignet sich gut für eine tribünenartige Inszenierung. Lange, versetzt zueinander angeordnete, Betonsitzelemente folgen dem Kreisbogen und schaffen einen zentralen Aufenthaltsbereich, insbesondere auch für größere Gruppen und Familien, direkt gegenüber vom Brückeneinstieg.
Die Kaiserhöhe auf dem Nützenberg wird nur im südlichen Bereich überarbeitet und an den neu geplanten Brückenanschluss angepasst. In die Topografie eingepasste, lange Sitzstufen aus Beton schaffen auch hier einen attraktiven Aufenthaltsbereich direkt am Brückenkopf. Weitere Sitzelemente aus Holz verteilen sich über die zentrale Picknickwiese, deren Randbereiche mit Staudenpflanzungen aufgewertet werden. Zusammen mit den angrenzenden Spielplätzen und dem Weyerbusch Turm entsteht ein stimmungsvoller Waldpark, sowohl für die Anwohner als auch für die Besucher der BUGA und Gäste der Stadt Wuppertal.
AUSSTELLUNGSKONZEPT BUGA
Die BUGA 2031 in Wuppertal hat sich zum Ziel gesetzt, zukunftweisende Themen wie Ressourceneffizienz und Zirkularität in den Fokus zu rücken und somit eine Gartenschau am Puls der Zeit auszurichten. Hierfür werden vorhandene oder zumindest lokale Materialien verwendet und sensibel in den Bestand eingegriffen.
Markante bauliche Strukturen wie der Schornstein und die Gewächshausstrukturen der Alten Gärtnerei oder der Wasserhochbehälter und Von-Der-Heydt-Turm auf der Königshöhe werden in Stand gesetzt und zu wichtigen Landmarken mit lokaler Identität. Auch markante landschaftsräumliche Besonderheiten wie die Felskante im Lokschuppenareal werden als prägende Bestandteile des Gesamtkonzepts eingebunden und geben der BUGA ihren unverwechselbaren Charakter.
Neu hinzugefügte Elemente wie die Hängebrücke an der Wupperpforte und die Seilbahn am Wuppertaler Zoo stellen das Thema Mobilität in den Vordergrund und folgen der langen Tradition Wuppertals, innovative Lösungen für die beengten räumlichen Verhältnisse im Tal der Wupper zu entwickeln. Mit der 700 m langen Hängebrücke entsteht ein neues Wahrzeichen der Stadt.
Das Kerngelände der Gartenschau konzentriert sich auf die Tesche. Das entwickelte Parkband eignet sich ideal um den Besucher vom Bahnhof Vohwinkel kommend durch die Gartenschau vom Lokschuppenareal bis zur Alten Gärtnerei zu leiten. Hierbei werden alle wichtigen Stationen durchlaufen, die Eindrücke und Atmosphären ändern sich mit jedem Abschnitt. Am zentralen Verknüpfungspunkt mit der Nordbahntrasse werden durch ein platzartiges Gelenk die neuen Motorikterrassen auf der Wassack-Deponie eingebunden. Hier befindet sich der aktivste Teil der Gartenschau, wo viele verschiedene Trendsportarten ausprobiert werden können und auch die Hauptbühne verortet ist.
Die Blumenhalle wird gleich am Haupteingang neben dem BUGA Platz im Herzen des neuen Stadtquartiers im Lokschuppenareal verortet, zusammen mit dem Gärtnermarkt. Gleich angrenzend sorgt der Wasserspielplatz für ein erstes Highlight. Ein breites Rosenband zieht sich durch das schmale Tal und kontrastiert mit den Felsgärten.
Ein weiterer Gastronomieschwerpunkt wird auf dem Gelände der Alten Gärtnerei verortet. Angrenzende Themen wie Essbare Gärten und Urban Gardening greifen das Thema Ernährung und Gartenbau auf. Ökologische Themen wie Klima- und Regengärten, Naturspielplatz und Grünes Klassenzimmer stärken den naturnahen Charakter des Ortes. Die lineare Landschaftspromenade auf der ehemaligen Bahntrasse bildet den nördlichen Abschluss und leitet in den Agrarpark mit Themen wie nachwachsende Rohstoffe und Landwirtschaft der Zukunft über. Die anderen Standorte der Gartenschau können über den BUGA Shuttle, die S-Bahn oder die Schwebebahn erreicht werden.
Der Grüne Zoo wird als wichtiger Bestandteil der Wuppertaler Stadtlandschaft in das BUGA Konzept eingebunden, das denkmalgeschützte Areal jedoch nur punktuell überformt. Der aufgewertete Haupteingang mit der großformatigen Holzterrasse schafft eine einladende Eingangssituation und Fotomotiv.
Eine Seilbahn mit Zwischenstation im Zoo führt auf die Königshöhe. Der Waldpark Königshöhe verbindet Seilbahn und Hängebrücke. Rund um den Einstieg zur Hängebrücke entsteht ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der BUGA mit umgebautem Wasserhochbehälter und historischem Turm. Hier entsteht ein weiterer Gastronomieschwerpunkt. Der Nützenberg wird als Endpunkt der Hängebrücke eingebunden und schafft einen ruhigeren Aufenthalt im Grünen bevor es wieder zurück über die Brücke geht oder mit dem BUGA Shuttle direkt zum Haupteingang.
Wuppertals Lage im engen Talkessel ist einzigartig. Zahlreiche Attraktionen profitieren von der Lagegunst: von der weltberühmten Schwebebahn im Talgrund, über den nicht minder bekannten Zoo Wuppertal am Berghang bis hin zu den Höhenlagen der Wupperpforte. Die BUGA verbindet diese über die herausfordernde Topografie zu einem erlebnisreichen Rundweg.
Mit der BUGA schließt sich der Kreis bereits jetzt schon attraktiver Orte innerhalb der Stadt Wuppertal, vom neuen Stadtquartier Lockschuppenareal, über die Tesche mit Alter Gärtnerei, den neuen Sportpark auf der Wassack-Deponie und den berühmten Bergzoo bis hin zu den Waldparks an der Wupperpforte. Die neue Hängebrücke schließt die Lücke und ermöglicht einen attraktiven Rundweg weit über die BUGA hinaus.
Zirkularität spielt eine zentrale Rolle bei der behutsamen, nachhaltigen Weiterentwicklung der einzelnen Orte. Der Entwurf stärkt ihren individuellen Charakter, präzise Eingriffe in den Bestand definieren ihn neu und setzen ihn in Wert.
TESCHE – EIN PARKBAND DAS VERBINDET
Der zentrale Bereich der BUGA Wuppertal fügt in der Tesche die bisher isolierten Bereiche Lokschuppenareal, Wassack-Deponie, Tescher Wiesen und Alte Gärtnerei zu einer attraktiven Parkfigur zusammen. Das neu entwickelte Parkband bildet dafür ein starkes Rückgrat und bindet bereits bestehende Wegeverbindungen zu einem neuen Wegenetz zusammen. Der mäanderförmige Verlauf folgt der vorhandenen Topografie und schafft immer wieder neue, verblüffende Raumeindrücke, die sich im Gesamtverlauf zu einer abwechslungsreichen Szenografie zusammensetzen. Das Parkband überwindet kontinuierlich den Höhenversprung vom Lokschuppenareal bis zur Alten Gärtnerei, eingeflochtene Rampen ermöglichen eine barrierefreie Verbindung zwischen den Parkbereichen. Gleichzeitig nimmt das Parkband am Talgrund den anfallenden Oberflächenabfluss auf und macht das Regenwassermanagement zum sichtbaren Teil des Parkerlebnisses.
Vom Bahnhof Vohwinkel über die neu geschaffene Fuß- und Radwegebrücke kommend bildet ein zentraler Platz im Lokschuppenareal den Auftakt zum Parkband. Als mit Eschen bestandener grüner Platz lädt er zum Verweilen ein, ein Kiosk sorgt auch über die BUGA hinaus für Erfrischungen. Der Quartiersplatz bildet das Herzstück des neu entstehenden Wohnquartiers und formt ein wichtiges Freiraumgelenk. Die durchgrünte nördliche Platzhälfte verlängert das Parkband, die südliche Platzhälfte wird dagegen bewusst offengehalten, als mineralische Fläche für Außengastronomie und Kiezveranstaltungen.
Der Wasserspielplatz am Talgrund wird zum wichtigen Bindeglied zwischen Quartierplatz und Parkband. Er schließt unmittelbar an die geplanten Retentionsflächen für die Siedlungsentwässerung an. Wohnungsnah gelegen wird er zur Attraktion für Kinder aus dem neuen Stadtquartier und darüber hinaus für ganz Wuppertal. Ein Pfützenrelief mit Düsenfeldern und Wolkenstelen bietet einen hohen Spielwert für Kinder unterschiedlichen Alters und lässt den Wasserspielplatz zum beliebten Anlaufpunkt für Familien werden.
Die markante Felskante führt durch den weiteren Park und leitet über zu den Motorikterrassen auf der Wassack-Deponie. Felsgärten inszenieren hier die imposante naturräumliche Besonderheit der Felskante. Diese wird durch eine gezielte und behutsame Auslichtung des vorhandenen, dichten Baumbestandes sichtbar und für den Park als eindrucksvolle Leitlinie erlebbar. Naturnahe Schottergärten am Fuß der Felskante greifen das Thema auf und schaffen mit ihrer Rauheit poetische Orte im Zusammenspiel mit der engen Schlucht und Brückenkulisse.
Die Motorikterrassen auf der ehemaligen Wassack-Deponie gliedern sich in geschickt ineinander gestaffelte, verschieden programmierte Ebenen mit ganz unterschiedlichen Nutzungsangeboten und Charakteren. Die Böschungen zwischen den Ebenen werden dabei zu interessanten Verbindungsstücken mit Sitzstufen und Kletterwänden. Den Auftakt bildet ein kleiner Platz mit Café und anschließendem Skate- und Rollparkour mit Bowl und weiteren Skateelementen. Die vorhandenen 42 Pkw-Stellplätze werden dazu aus dem zentralen Auftaktbereich an den westlichen Rand verlagert und in den grünen Saum eingebunden, wo ebenfalls 112 Fahrradstellplätze verortet werden. Eine Terrasse tiefer liegt die „Ball World“ mit Streetsoccer, Basketball und Hockey. Sie bildet das Herzstück der Motorikterrassen. Der zentrale Soccer Cage ist zusätzlich um 50 cm vertieft, so dass der Ballfangzaun weniger dominant in Erscheinung tritt. Eine weitere Terrasse, die „Challenge World“ mit Survival-Run schließt sich unmittelbar nördlich an die Ball World an, verbunden über eine 3 m hohe Kletterwand. Die angrenzende, tiefer liegende Terrasse wird als ausgedehnter Klimagarten mit naturnaher Feuchtzone ausgebildet. Sie übernimmt wichtige Funktion im übergeordneten Regenwasserkonzept. Eine weitere Terrasse, die „Workout World“ mit Parkour- und Calisthenicsanlage schließt sich unmittelbar südlich an die Ball World an. Sitzstufen im Hang vermitteln zur oberen Terrasse mit Pumptrack. Die Parkbühne nutzt den Höhenversprung für Betonsitzstufen in einer Rasenböschung und kann bei Veranstaltungen bis zu 400 Zuschauer aufnehmen. Die Bodenmodellierung respektiert das Niveau des gesicherten Deponiegeländes und fügt lediglich weitere Bodenschichten hinzu. Die neu geschaffene Topografie mit höhenversetzten, horizontal ausgerichteten Terrassen erlaubt die temporäre Einstauung von Regenwasser und trägt zu einem kaskadenartigen Regenwassermanagement bei.
Der Übergang zu den nördlich gelegenen Tescher Wiesen wird zu einem ruhigeren Verbindungsstück mit naturnaher Gestaltung. Die Wiesenerlebnisräume inszenieren den markanten Baumbestand, aus der BUGA-Nutzung resultierende Wildstaudenflächen sorgen für punktuelle Akzente, die dichten Vegetationsbestände in den Randbereichen dienen als Nisthabitate. Der Bereich Alte Gärtnerei bildet einen weiteren Schwerpunkt im nördlichen Parkabschnitt. Eine platzartige Terrasse bindet den erhaltenen Schornstein der ehemaligen Heizanlage in eine durchgehende wassergebundene Platzfläche ein. Die Kulisse mit der weithin sichtbaren Landmarke eignet sich hervorragend für einen gastronomischen Schwerpunkt mit Foodtrucks und Coffee-Bikes zur Zeit der BUGA und darüber hinaus. Die Zufahrtsstraße Flieht wird wie selbstverständlich in die Fläche eingebunden und erlaubt die Andienung der angrenzenden Bestandshäuser. Ein attraktiver Naturspielplatz mit natürlichen Materialien nutzt die Hanglage westlich des Platzes und schafft einen inspirierenden Möglichkeitsraum für alle Altersklassen, der zum freien Bespielen einlädt. Das angrenzende Grüne Klassenzimmer vervollständigt den Schwerpunkt Naturerfahrung und Wissensvermittlung. Östlich an den Platz grenzt das Parkband mit einer ökologisch wertvollen Feuchtwiese und temporär eingestauten Regengärten an. Ein breites Holzdeck definiert den baulichen Abschluss an diesem stimmungsvollen Ort. Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei entsteht ein gärtnerischer Schwerpunkt mit Urban Gardening und essbaren Gärten, ein Ort des nachbarschaftlichen Austauschs. Die noch vorhandenen Fragmente der ehemaligen Gewächshäuser werden zu pergolaartigen Strukturen ertüchtigt und durch neu hinzugefügte Ergänzungen zu einer prägnanten Kulisse reaktiviert. In die Dachsegmente werden abschnittweise Stoffbahnen integriert, die übrigen Strukturen bleiben offen und durchlässig. Der vorhandene Weg auf der ehemaligen Bahnlinie nördlich der Tescher Wiesen, ein Abzweig der Nordbahntrasse, wird zur linearen Landschaftspromenade ausgebaut, ein Balkon inszeniert den Blick in die Felder. Die Wegeachse endet in einem kleinen Platzgelenk, das den Übergang zur Nordbahntrasse vermittelt.
GRÜNER ZOO
Der erst vor kurzem aufgewertete Vorplatz an der Hubertusallee wird bis in den eintrittspflichtigen Bereich des Zoos erweitert und formuliert somit ein großzügiges Entree beidseitig des Eingangsgebäudes. Eine neu hinzugefügte Holzterrasse inszeniert den Blick auf den tiefer liegenden Teich mit den Affenpavillons und Inseln und schafft einen angemessenen Auftakt in den Zoo. Die Alleinstellungsmerkmale Berg, Wald und Wasser werden gleich beim ersten Kontakt deutlich spürbar. Das Holzdeck schiebt sich über die Böschungskante und erweitert die beengte Wegesituation zu einer großzügigen Eingangssituation, die attraktive Aufenthalts- und Wartebereiche abseits der Besucherströme ermöglicht. Die Terrasse ist barrierefrei zugänglich.
Der denkmalgeschützte Bereich rund um Rasenparterre, Zoo-Säle und Konzertmuschel bleibt in seinen vorhandenen Strukturen erhalten, lediglich die Parterrepflanzungen werden gärtnerisch aufgewertet. Weitere wegebegleitende Staudenbänder begleiten die Besucher auf ihrem Weg durch den westlichen Zooabschnitt, den oberen Abschluss der Wegeachse definiert eine weitere Holzterrasse, die den Blick in Richtung Tal inszeniert.
WUPPERPFORTE – WALDPARKS KÖNIGSHÖHE UND KAISERHÖHE
Die Fläche des heutzutage eingezäunten und unzugänglichen Wasserhochbehälters der Wuppertaler Stadtwerke wird geöffnet und zum zentralen Bereich auf der Königshöhe entwickelt. Zusammen mit dem Anschluss an die geplante Hängebrücke über die Wupperpforte, dem neuen Wahrzeichen der Stadt, und dem restaurierten Von-Der-Heydt-Turm entsteht ein prägnantes Ensemble, welches der Königshöhe ein neues Erscheinungsbild verleiht und den zukünftig zu erwartenden Besucherzahlen Rechnung trägt. Zwischen den Elementen Hängebrücke, Wasserhochbehälter und Von-Der-Heydt-Turm spannt sich eine platzartige Fläche auf. In Verlängerung des Waldes schiebt sich ein bogenförmiges Segment mit Waldgärten und kleinen Spielstationen bis auf den zentralen Platz und bildet einen gestalterischen Schwerpunkt. Im Umfeld des Turms wird ein großzügiger Picknickbereich mit flexiblem Mobiliar geschaffen, ergänzt durch Food Trucks und Coffee-Bikes. Der zur BUGA sanierte Turm wird wieder als begehbare Aussichtsplattform zugänglich gemacht und schafft einen wichtigen Anziehungspunkt im Waldpark.
Der unterirdischen Kontur des Wasserhochbehälters folgend, bildet die kreisförmige Lichtung einen markanten Ort mit einer ganz besonderen Ästhetik und Atmosphäre inmitten des Waldes. Eine radiale Sitzskulptur aus Holz im Zentrum der kreisförmigen Wiesenfläche verstärkt diesen Effekt, sie haust das bestehende Einstiegsbauwerk ein. Ein neu hinzugefügter ringförmiger Weg entlang des Böschungsfußes unterstreicht die Geometrie, die übrigen Waldwege bleiben in ihrer Struktur erhalten. Die vorhandene Böschung von bis zu 4 m Höhe eignet sich gut für eine tribünenartige Inszenierung. Lange, versetzt zueinander angeordnete, Betonsitzelemente folgen dem Kreisbogen und schaffen einen zentralen Aufenthaltsbereich, insbesondere auch für größere Gruppen und Familien, direkt gegenüber vom Brückeneinstieg.
Die Kaiserhöhe auf dem Nützenberg wird nur im südlichen Bereich überarbeitet und an den neu geplanten Brückenanschluss angepasst. In die Topografie eingepasste, lange Sitzstufen aus Beton schaffen auch hier einen attraktiven Aufenthaltsbereich direkt am Brückenkopf. Weitere Sitzelemente aus Holz verteilen sich über die zentrale Picknickwiese, deren Randbereiche mit Staudenpflanzungen aufgewertet werden. Zusammen mit den angrenzenden Spielplätzen und dem Weyerbusch Turm entsteht ein stimmungsvoller Waldpark, sowohl für die Anwohner als auch für die Besucher der BUGA und Gäste der Stadt Wuppertal.
AUSSTELLUNGSKONZEPT BUGA
Die BUGA 2031 in Wuppertal hat sich zum Ziel gesetzt, zukunftweisende Themen wie Ressourceneffizienz und Zirkularität in den Fokus zu rücken und somit eine Gartenschau am Puls der Zeit auszurichten. Hierfür werden vorhandene oder zumindest lokale Materialien verwendet und sensibel in den Bestand eingegriffen.
Markante bauliche Strukturen wie der Schornstein und die Gewächshausstrukturen der Alten Gärtnerei oder der Wasserhochbehälter und Von-Der-Heydt-Turm auf der Königshöhe werden in Stand gesetzt und zu wichtigen Landmarken mit lokaler Identität. Auch markante landschaftsräumliche Besonderheiten wie die Felskante im Lokschuppenareal werden als prägende Bestandteile des Gesamtkonzepts eingebunden und geben der BUGA ihren unverwechselbaren Charakter.
Neu hinzugefügte Elemente wie die Hängebrücke an der Wupperpforte und die Seilbahn am Wuppertaler Zoo stellen das Thema Mobilität in den Vordergrund und folgen der langen Tradition Wuppertals, innovative Lösungen für die beengten räumlichen Verhältnisse im Tal der Wupper zu entwickeln. Mit der 700 m langen Hängebrücke entsteht ein neues Wahrzeichen der Stadt.
Das Kerngelände der Gartenschau konzentriert sich auf die Tesche. Das entwickelte Parkband eignet sich ideal um den Besucher vom Bahnhof Vohwinkel kommend durch die Gartenschau vom Lokschuppenareal bis zur Alten Gärtnerei zu leiten. Hierbei werden alle wichtigen Stationen durchlaufen, die Eindrücke und Atmosphären ändern sich mit jedem Abschnitt. Am zentralen Verknüpfungspunkt mit der Nordbahntrasse werden durch ein platzartiges Gelenk die neuen Motorikterrassen auf der Wassack-Deponie eingebunden. Hier befindet sich der aktivste Teil der Gartenschau, wo viele verschiedene Trendsportarten ausprobiert werden können und auch die Hauptbühne verortet ist.
Die Blumenhalle wird gleich am Haupteingang neben dem BUGA Platz im Herzen des neuen Stadtquartiers im Lokschuppenareal verortet, zusammen mit dem Gärtnermarkt. Gleich angrenzend sorgt der Wasserspielplatz für ein erstes Highlight. Ein breites Rosenband zieht sich durch das schmale Tal und kontrastiert mit den Felsgärten.
Ein weiterer Gastronomieschwerpunkt wird auf dem Gelände der Alten Gärtnerei verortet. Angrenzende Themen wie Essbare Gärten und Urban Gardening greifen das Thema Ernährung und Gartenbau auf. Ökologische Themen wie Klima- und Regengärten, Naturspielplatz und Grünes Klassenzimmer stärken den naturnahen Charakter des Ortes. Die lineare Landschaftspromenade auf der ehemaligen Bahntrasse bildet den nördlichen Abschluss und leitet in den Agrarpark mit Themen wie nachwachsende Rohstoffe und Landwirtschaft der Zukunft über. Die anderen Standorte der Gartenschau können über den BUGA Shuttle, die S-Bahn oder die Schwebebahn erreicht werden.
Der Grüne Zoo wird als wichtiger Bestandteil der Wuppertaler Stadtlandschaft in das BUGA Konzept eingebunden, das denkmalgeschützte Areal jedoch nur punktuell überformt. Der aufgewertete Haupteingang mit der großformatigen Holzterrasse schafft eine einladende Eingangssituation und Fotomotiv.
Eine Seilbahn mit Zwischenstation im Zoo führt auf die Königshöhe. Der Waldpark Königshöhe verbindet Seilbahn und Hängebrücke. Rund um den Einstieg zur Hängebrücke entsteht ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der BUGA mit umgebautem Wasserhochbehälter und historischem Turm. Hier entsteht ein weiterer Gastronomieschwerpunkt. Der Nützenberg wird als Endpunkt der Hängebrücke eingebunden und schafft einen ruhigeren Aufenthalt im Grünen bevor es wieder zurück über die Brücke geht oder mit dem BUGA Shuttle direkt zum Haupteingang.
Beurteilung durch das Preisgericht
Das Konzept „der Kreis schließt sich“ wird von einem Parkband getragen, das die Besucher:innen als Rückgrat durch die Ausstellung und die Daueranlage leitet und das durch vielfältige Nutzungsmöglichkeiten ergänzt wird.
Den Verfasser:innen gelingt es, die vorhandene Topographie für ein mäanderförmiges Parkband zu nutzen und damit die vorhandenen Landschaftspotenziale mit vielen attraktiven Teilräumen zu erschließen. Das Parkband folgt den Höhen und Senken, nutzt geschickt sich verengende und wieder erweiternde Gehölz- und Wiesenräume im spannenden Wechsel zur Gestaltung. Vom Bahnhof Vohwinkel kommend begleiten im Präsentationsjahr der BUGA ein großzügiger Platz am Haupteingang mit Gärtnermarkt, Blumenhalle und temporären Pflanzungen das Parkband.
Die Verfasser:innen haben den steilen grünen Hang oberhalb des geplanten Gärtnermarktes nicht mit Nutzungen belegt und schaffen dadurch im positiven Sinne ein ruhiges, grünes Rückgrat im Hauptbereich.
Die Flächen im Ausstellungsjahr lassen sich schlüssig in die Daueranlage überführen und bieten multifunktionale Entwicklungsmöglichkeiten. Der starken Nutzung im neuen Wohnquartier wird mit vielfältigen Spielangeboten für Familien Rechnung getragen. Das Parkband mit begleitenden Felsengärten betont die steile Kante der Topographie.
Die Wassack-Deponie bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten; die Besucher:innen werden von der Nordbahntrasse auf das Gelände gezogen. Die Flächengestaltung berücksichtigt angemessen den vorhandenen Baumbestand und konzentriert sich auf die vorhandene Lichtung. Das Konzept bietet überzeugende Lösungsansätze zur Wasserrückhaltung und -behandlung.
Im Weiteren wird geschickt ein Scharnier zwischen Homannstraße, Homanndamm und Fußwegen in Richtung Kortensbusch bzw. Norden ausgebildet, das die Motorik-Terrassen mit vielfältigen Sportangeboten, einer Parkbühne als Hauptveranstaltungsort und einem im Wald gelegenen Klimagarten über das Parkband mit den nördlich gelegenen Tescher Wiesen verbindet.
Eine besondere Qualität liegt in diesem südwestlichen Teil des Tescheareals: das sehr komplexe und fundiert aufgebaute Wassermanagementsystem verschmilzt mit den Wegen, den unterschiedlichen Freiraumnutzungen und Pflanzenthemen zu einer multicodierten „Landschaftsmaschine“.
Das Wegenetz zieht mit den vielfältigen, kraftvollen, begleitenden Gärten die Besucher:innen in die nördlich gelegenen offenen Landschaftsräume.
Rund um die Alte Gärtnerei mit dem Schornstein als Landmarke bieten die Verfasser:innen Gastronomie an und greifen die Gärtnereirelikte künstlerisch über die Pergolenstrukturen und verschiedene Gartenthemen auf.
Auch hier werden die topographischen Besonderheiten von Höhe zu Senke herausgearbeitet und geschickt für ein Landschaftserlebnis genutzt, das nach dem Spektakel von Gartenthemen Ruhe und Entspannung verspricht.
Die Verfasser:innen gehen behutsam mit dem vorhandenen Gehölzbestand um, schaffen somit grüne Rahmen für die einzelnen Teilbereiche und sorgen für schattenspendende Kulissen.
Das Parkband verläuft südlich der Alten Gärtnerei und schafft einen zusätzlichen Anschluss an die Nordbahntrasse.
Den dauerhaften Anforderungen der Nahmobilität wird Rechnung getragen. Das Konzept lässt sich um die geforderten temporären Querungshilfen der Nordbahntrasse ergänzen.
Das Konzept findet eine Antwort auf die geringen Gestaltungsmöglichkeiten im Zoo und wertet den Eingangsbereich mit einem Aussichtsbalkon und begleitenden Staudenbändern nach historischem Vorbild geschickt auf.
Der Wasserhochbehälter wird geschickt in Szene gesetzt und würdigt den natürlichen Waldcharakter. Sitzstufen eröffnen neue Perspektiven auf die Hängebrücke und schaffen Aufenthaltsqualität auf der Königs- und Kaiserhöhe. Der Umgang mit dem Waldbestand erfolgt behutsam und betont den besonderen Charakter des Ortes.
Die verschiedenen Ausstattungselemente sind schlüssig verortet und lassen sich im Spannungsfeld von Bauleitplanung und Nahmobilität im weiteren Planungsverlauf anpassen, ohne dass der Entwurf an Charakter verliert (bspw. Eingriffe in den Waldbestand für Fahrradabstellanlagen).
Die Wege der Wupperpforte orientieren sich angemessen am Bestand und werten diesen mit viel Sensibilität auf.
Die Stärke der Arbeit liegt in der Klarheit der Konzeption und der hieraus resultierenden Definition von eindeutigen, situationsangepassten Funktionszuordnungen in einer angemessenen Gestaltsprache. Das Konzept bietet eine sehr gute Grundlage für eine erfolgversprechende BUGA 2031, die im Ausstellungsjahr ein besonderes Besuchserleben bietet und sich sehr gut in die Daueranlage überführen lässt.
Gesamtkonzept Gartenschau Tesche
©A24 Landschaft
Gesamtkonzept Daueranlagen Tesche
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Regenwassermanagement
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Die Motorikterrassen auf der ehemaligen Wassack-Deponie schaffen eine dichte Abfolge unterschiedlicher Trendsportangebote
©A24 Landschaft, Visualisierung: A. Calitz Visual
Detailplan Wassack Sportpark
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Detailplan Königshöhe
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Schnitt Königshöhe mit Wasserhochbehälter
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Dergrüne Quartiersplatz bildet das Herzstück des neuen Stadtquartiers auf dem Lokschuppenareal
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