Nichtoffener Wettbewerb | 09/2024
Gestaltung Wohn- und KreativQuartier Großer Hof in Braunschweig
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©KunstHerbert
2. Rundgang
Architektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekt:innen
Landschaftsarchitektur
Erläuterungstext
Konzept
Der Große Hof in Braunschweig, der aktuell eher als städtebauliche Rückseite wahrgenommen wird, soll durch ein innovatives städtebauliches Konzept zu einem lebenswerten und die Stadt Braunschweig bereichernden Areal transformiert werden. Der zentral gelegenen, aktuell charakterlose innerstädtische Ort soll damit wiederbelebt werden und eine eigene Identität erhalten. Inspiriert durch die das Areal früher prägende, historische Markthalle soll die vormalige Lebendigkeit des Ortes wiederhergestellt werden.
Die Maßstäblichkeit der vorliegenden Planung orientiert sich an der umliegenden Bestandsbebauung und der Innenstadt, wobei der Mensch im Mittelpunkt der Konzeption steht. Dieses Prinzip, das sich unter dem Titel „Back to the Future“ zusammenfassen lässt, verfolgt das Ziel, den Großen Hof von einer autogerechten zu einer fußgängerfreundlichen innerstädtischen Fläche zu transformieren. Das Konzept zur Neugestaltung sieht an der Stelle der bisherigen großen Parkplätze die Schaffung von zwei hochwertigen neuen Stadtplätzen vor, die dem Quartier ein neues Gesicht geben. Zwischen den geplanten baulichen Volumen organisieren sich einladende öffentliche Räume, die die Nachbarschaft behutsam weiterentwickeln und sich sowohl maßstäblich als auch architektonisch harmonisch in das bestehende städtebauliche Umfeld einfügen.
Ein zentrales Anliegen des Konzepts ist es, statt des motorisierten Individualverkehrs wieder die Fußgänger in den Fokus zu setzen und diesen Vorrang zu geben. Die lebendigen neuen Freiräume für Bewohner- und Besucher*innen des Quartiers werden die unterschiedlichen Programme der geplanten Gebäude ergänzt - mit drei neuen Wohnblöcken und den Sonderbausteinen einer Kita, dem Haus der Familie, dem HUB mit Gewerbe- und Parkflächen und einem Galeriegebäude. Diese Neubauten schließen bestehende Lücken und bilden zusammen mit den neu organisierten Wegen eine harmonische und lebendige Struktur für das entstehende Wohn- und Kreativareal.
Städtebau
Das städtebauliche Konzept für den Großen Hof integriert das Areal nahtlos in sein städtisches Umfeld und verbindet es mit der Braunschweiger Innenstadt, der Universität und dem Inselwallpark. Bestehende Verbindungen werden dabei aufgegriffen, intuitiver angelegt und mit übergeordneten städtebaulichen Zielen verknüpft. Neben den Hauptachsen entsteht mit der Portalgasse ein kleiner, informeller Pfad, der den Freiraum des Alten Schulhofs erschließt und zum Erkunden einlädt.
Mit dem Galeriegebäude an der Kunstplaza und dem HUB am Quartiersplatz wird die mittelalterliche Struktur Braunschweigs mit wichtigen Stadtbausteinen an urbanen Plätzen weitergeführt. Die Orte um die St. Andreas- und die St. Katharinenkirche mit ihren jeweils benachbarten Kirchplätzen werden in diesem Sinne konzeptionell einbezogen und mit dem Quartier verbunden. Die beiden mittelalterlichen Plätze werden durch zwei moderne, zeitmäßige Plätze zu einem stimmigen Ensemble ergänzt, wobei jeder Ort eigene Akzente mit einem individuellen Stadtbaustein setzt.
Bestehende Sichtbezüge zwischen den historischen Hochpunkten der Kirchen werden um das neue Highlight des Quartiers, dem Cloud Garden auf der Dachfläche des HUB ergänzt. So entsteht ein neuer Dialog zwischen dem historischen und dem zeitgenössischen Braunschweig. Die historischen Denkmäler erhalten einen angemessenen Raum, um ihre Wirkung im städtischen Kontext zu entfalten und können durch die Planung aus ganz anderen Blickwinkeln wahrgenommen werden.
Der Quartiersplatz, der sich zwischen den neuen Wohngebäuden und dem Hub aufspannt, bildet das Herzstück des nachbarschaftlichen Zentrums und stellt Verbindungen nach Osten, Westen und Süden her. Die Kunstplaza fungiert als Eingangsbereich zum Quartier an der Wendenstraße und wird durch die öffentliche Nutzung der neuen Galerie markiert. Von der Innenstadt zu den Grünflächen der Wallanlagen etabliert der neue Quartiersplatz eine qualitative neue freiräumliche Verbindung, die durch einen Pocketpark und den üppig begrünten Dachgarten auf den HUB ergänzt und bereichert wird.
©KunstHerbert
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