Offener Wettbewerb | 07/2025
Grün- und Freiräume Nordwestbahnhof in Wien (AT)
©pikka pikkane | TREIBHAUS
1. Rang
TREIBHAUS Landschaftsarchitektur Hamburg
Landschaftsarchitektur
-
Verfasser:
-
Mitarbeitende:
Klaus-Peter Lorenz, Jan van den Berge, Sudara Jayalath, Otis Schmidt
Erläuterungstext
NEUE HORIZONTE
Aus dem Juriebericht:
Das Projekt „Neue Horizonte“ schafft es, die vorliegenden räumlichen Voraussetzungen sowie den linearen Charakter des Nordwestbahnhofareals aufzunehmen und daraus eine Parklandschaft der Weite und Ferne zu entwickeln. Die zugrundeliegende Leitidee der „Suffizienz“ wird dabei ganzheitlich sowohl in der räumlichen Anordnung des Parks als auch in der Materialwahl der Ausstattungselemente umgesetzt - ohne das Thema zu überstrapazieren. Mit gezielten Maßnahmen wird ein hoher Wiedererkennungswert geschaffen und gleichzeitig ein Beitrag zur Ressourcenschonung geleistet.
Das Konzept baut auf dem bestehenden Boden des Gebiets – einer anthropogenen Aufschüttung über der ursprünglichen Au-Ebene – auf und arbeitet mit unterschiedlichen Hainkulissen, von Pionier- bis Stadthainen, denen differenzierte Bepflanzungskonzepte zugrunde liegen. Damit gelingt eine klare Gliederung des Parks. Positiv wird auch die bewusst gering gehaltene Durchwegung in Nord-Süd-Richtung bewertet: Das Projekt setzt auf die Herausbildung von Trampelpfaden („Biotoppfade“), wodurch mit minimalem Flächenverbrauch eine Verbindung zwischen den Hainen geschaffen wird.
Ein zentrales Gestaltungselement stellen die als Ruderalflächen gedachten Schotterstreifen in der Parkmitte dar, die sich über große Teile des Parks ziehen und eine starke raumbildende und strukturierende Wirkung entfalten. Da sie jedoch einen erheblichen Teil der Parkfläche einnehmen, wird ihre Wirkung auch ambivalent beurteilt. Die Planer*innen sind aufgefordert, die Ausdehnung der Schotterstreifen sowie – wo naturschutzfachlich vertretbar – eine Begrünung und Beschattung einzelner Abschnitte zu prüfen.
Besonders positiv hervorgehoben wird der gelungene Übergang zwischen Esplanade und Park mit befahrbarem Weg, Stufen und integrierten Parknutzungen. Die Esplanade weist einen hohen Baumanteil auf, wodurch qualitätsvolle Aufenthaltsräume entstehen, die über Sitzstufen in die angrenzende Parkfläche überleiten. Die Gestaltung der Stichstraßen verbleibt hingegen in einem klassischen Straßenquerschnitt und sollte im Sinne einer höheren Aufenthaltsqualität überarbeitet werden. Die Verwendung einer wassergebundenen Decke wird unter dem Aspekt der langfristigen Erhaltung diskutiert. Empfohlen wird, deren Dimension insgesamt zu reduzieren. Im öffentlichen Gut ist diese auszuschließen. Alternative Beläge sind in weiterer Folge mit der Auftraggeberin abzustimmen. Der Anteil an bepflanzten Flächen im öffentlichen Gut ist unter Berücksichtigung der strategischen Vorgaben der Stadt Wien zu erhöhen.
Die Parkzonierung wirkt insgesamt gelungen. Die Lage der CEF-Fläche sollte jedoch überdacht werden. Jedenfalls ist ein Teilbereich südwestlich der Kosmos-Halle – wie in der UVE vorgesehen – planlich auszuweisen. Die im Nordteil geplante Kombination aus Marktplatz, Gemeinschaftsgarten und Obstwiese wird als besonders stimmig beurteilt. Auch das im Süden an den »Taborplatz« angrenzende Feuchtbiotop überzeugt in Kombination mit dem Wasserspiel als attraktives Entrée in den Park. Die vorgesehenen Spiel- und Sportangebote erscheinen insgesamt durchdacht. Besonders hervorgehoben wird der „Bruchspielplatz“, der stark mit Recyclingmaterialien arbeitet. Die Stahlgerüste der „Grünen Halle“, die zahlreiche Sportangebote überranken, schließen logisch an die Bestandshalle an und schaffen eine angenehme Atmosphäre, insbesondere an heißen Sommertagen.
Starkregenereignisse und Hitzetage werden durch verschiedene, sich ergänzende Gestaltungsprinzipien berücksichtigt. So dienen etwa die zentralen Grünflächen der flächigen Versickerung von Regenwasser, unterstützt durch eine leichte Neigung von Westen nach Osten.
Insgesamt stellt der Entwurf einen präzisen, durchdachten und unaufgeregten Beitrag dar, der das Leitbild überzeugend interpretiert und einen naturnahen, ortsspezifischen und atmosphärisch geprägten Park zum Ergebnis hat.
Beurteilung durch das Preisgericht
Das Projekt „Neue Horizonte“ schafft es, die vorliegenden räumlichen Voraussetzungen sowie den linearen Charakter des Nordwestbahnhofareals aufzunehmen und daraus eine Parklandschaft der Weite und Ferne zu entwickeln. Die zugrundeliegende Leitidee der „Suffizienz“ wird dabei ganzheitlich sowohl in der räumlichen Anordnung des Parks als auch in der Materialwahl der Ausstattungselemente umgesetzt – ohne das Thema zu überstrapazieren. Mit gezielten Maßnahmen wird ein hoher Wiedererkennungswert geschaffen und gleichzeitig ein Beitrag zur Ressourcenschonung geleistet.
Das Konzept baut auf dem bestehenden Boden des Gebiets – einer anthropogenen Aufschüttung über der ursprünglichen Au-Ebene – auf und arbeitet mit unterschiedlichen Hainkulissen, von Pionier- bis Stadthainen, denen differenzierte Bepflanzungskonzepte zugrunde liegen. Damit gelingt eine klare Gliederung des Parks. Positiv wird auch die bewusst gering gehaltene Durchwegung in Nord-Süd-Richtung bewertet: Das Projekt setzt auf die Herausbildung von Trampelpfaden („Biotoppfade“), wodurch mit minimalem Flächenverbrauch eine Verbindung zwischen den Hainen geschaffen wird.
Ein zentrales Gestaltungselement stellen die als Ruderalflächen gedachten Schotterstreifen in der Parkmitte dar, die sich über große Teile des Parks ziehen und eine starke raumbildende und strukturierende Wirkung entfalten. Da sie jedoch einen erheblichen Teil der Parkfläche einnehmen, wird ihre Wirkung auch ambivalent beurteilt. Die Planer*innen sind aufgefordert, die Ausdehnung der Schotterstreifen sowie – wo naturschutzfachlich vertretbar – eine Begrünung und Beschattung einzelner Abschnitte zu prüfen.
Besonders positiv hervorgehoben wird der gelungene Übergang zwischen Esplanade und Park mit befahrbarem Weg, Stufen und integrierten Parknutzungen. Die Esplanade weist einen hohen Baumanteil auf, wodurch qualitätsvolle Aufenthaltsräume entstehen, die über Sitzstufen in die angrenzende Parkfläche überleiten. Die Gestaltung der Stichstraßen verbleibt hingegen in einem klassischen Straßenquerschnitt und sollte im Sinne einer höheren Aufenthaltsqualität überarbeitet werden.
Die Verwendung einer wassergebundenen Decke wird unter dem Aspekt der langfristigen Erhaltung diskutiert. Empfohlen wird, deren Dimension insgesamt zu reduzieren. Im öffentlichen Gut ist diese auszuschließen. Alternative Beläge sind in weiterer Folge mit der Auftraggeberin abzustimmen. Der Anteil an bepflanzten Flächen im öffentlichen Gut ist unter Berücksichtigung der strategischen Vorgaben der Stadt Wien zu erhöhen.
Die Parkzonierung wirkt insgesamt gelungen. Die Lage der CEF-Fläche sollte jedoch überdacht werden.
Jedenfalls ist ein Teilbereich südwestlich der Kosmos-Halle – wie in der UVE vorgesehen – planlich auszuweisen. Die im Nordteil geplante Kombination aus Marktplatz, Gemeinschaftsgarten und Obstwiese wird als besonders stimmig beurteilt. Auch das im Süden an den »Taborplatz« angrenzende Feuchtbiotop überzeugt in Kombination mit dem Wasserspiel als attraktives Entrée in den Park.
Die vorgesehenen Spiel- und Sportangebote erscheinen insgesamt durchdacht. Besonders hervorgehoben wird der „Bruchspielplatz“, der stark mit Recyclingmaterialien arbeitet. Die Stahlgerüste der „Grünen Halle“, die zahlreiche Sportangebote überranken, schließen logisch an die Bestandshalle an und schaffen eine angenehme Atmosphäre, insbesondere an heißen Sommertagen.
Starkregenereignisse und Hitzetage werden durch verschiedene, sich ergänzende Gestaltungsprinzipien berücksichtigt. So dienen etwa die zentralen Grünflächen der flächigen Versickerung von Regenwasser, unterstützt durch eine leichte Neigung von Westen nach Osten.
Insgesamt stellt der Entwurf einen präzisen, durchdachten und unaufgeregten Beitrag dar, der das Leitbild überzeugend interpretiert und einen naturnahen, ortsspezifischen und atmosphärisch geprägten Park zum Ergebnis hat.
©pikka pikkane | TREIBHAUS
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