Offener Wettbewerb | 07/2025
Grün- und Freiräume Nordwestbahnhof in Wien (AT)
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Visualisierung
©BOGL
Nachrücker
Landschaftsarchitektur
Beurteilung durch das Preisgericht
Der Beitrag arbeitet sensibel mit den historischen Schichten des Ortes – von den Donauauen bis zur Industrie- und Eisenbahnnutzung – und steht im Dialog mit den angrenzenden Stadtlandschaften wie Grüne Mitte und Augarten.
Die Verwebung des Raumes, der Vegetationstypen und Nutzungen steht dabei im Zentrum. Die fließende, organische Struktur, welche lineare Elemente einwebt und sich über den gesamten Raum spannt, wird nachvollziehbar zum prägenden Gestaltungsansatz. Promenade und Parkbegleitweg behalten hingegen klare Kanten, die von der organischen Baumstruktur überlagert werden. Die Verfasser*innen setzen damit auf Kontraste, die – unterstützt durch die differenzierte Vegetation – eine interessante räumliche Spannung erzeugen. Auch die moderate topografische Gestaltung trägt wesentlich zur erlebbaren Qualität des Parks bei.
Die Einschreibung urbaner Elemente für Sondernutzungen bündelt die Aktivitäten in rhythmischer Abfolge. Parallel entstehen dadurch ungestörtere Bereiche für naturnahe Flächen unterschiedlicher Vegetationstypologien. Grundsätzlich wird dies als kluge Strategie verstanden, auch wenn die Anzahl und Positionierung dieser Elemente nicht ganz schlüssig erscheint. Die Elemente sind Teil eines Konzeptes unterschiedlicher „Schattierungen“, die auch durch variierende Pflanzdichte hergestellt werden und einen angenehmen Aufenthalt versprechen.
Hervorgehoben werden die offen gestalteten und flexibel nutzbaren Quartiersplätze, die sich unterschiedlichen Anforderungen anpassen können und ein starkes räumliches Gegenüber zu den Hallen schaffen. Vor allem die Aufwertung der parkseitigen Vorzonen und die Einbettung der Hallen in die Parktopografie lassen eine hohe Nutzungsqualität erwarten.
Die Definition der Promenade als Erschließungszone statt als Straßenraum nimmt eine Sonderstellung unter den Arbeiten ein und erweitert den Park in die Promenade. Die Promenadenkante bildet durch unterschiedliche Höhenversätze einen attraktiven und überzeugend formulierten Übergang zum Park. Die Gestaltung der Promenade sowie die Baumsetzungen werden jedoch kontrovers diskutiert, und die Fortsetzung in die Seitenstraßen kann durch die ausgedünnte Gestaltung nicht überzeugen.
Weitere Schwächen zeigen sich in der Nutzungsverteilung von Sport und Spiel. Der Ballspielplatz fehlt in Gänze. Auch die Ausgestaltung der internen Wegeerschließung und deren Alltagstauglichkeit wirft Fragen auf.
Insgesamt verspricht der Entwurf durch seinen naturnahen Ansatz und die offene Struktur mit differenzierten räumlichen Abfolgen einen großen Spielraum für die Aneignung durch die Nutzerinnen und Nutzer. Die Stärken liegen in der Flexibilität und der langfristigen Entwicklung eines veränderlichen Parks, der die Koexistenz von Mensch, Fauna und Flora ermöglicht und dadurch einen spezifischen Charakter erfährt. Eine gewisse Beliebigkeit der Erschließung und Formgebung wird damit nachrangig.
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Lageplan 1:5000
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Vertiefungsbereich 1:500
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