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Offener Wettbewerb | 10/2016

Hindenburgkaserne Ulm

Anerkennung

Preisgeld: 3.600 EUR

Architekturb├╝ro Huber

Architektur

Viktor Filimonow Architekt

Architektur

Erl├Ąuterungstext

St├Ądtebau

Die st├Ądtebauliche Struktur wird bestimmt durch die Wettbewerbsvorgabe ÔÇ×ein neues St├╝ck StadtÔÇť entstehen zu lassen. Der neu gestaltete Stadtteil soll durch seine st├Ądtebauliche Konfiguration eine eigene Identit├Ąt erhalten, welche sich als unverkennbares Ensemble im Stadtbild pr├Ąsentiert.
Nutzungsmischung, kleinma├čst├Ąbliche Parzellierung sowie Nutzbarkeit
der ├Âffentlichen R├Ąume bestimmen das Bild des Areals.

Die neu entwickelte Stadtstruktur sucht den besonderen Ort mit seinen Bez├╝gen und Verankerungen. Durch die r├Ąumliche Artikulation einer brachliegenden Situation soll ein unvergleichlicher Ort, innerhalb des Stadtgef├╝ges von Ulm geschaffen werden.

Das Herzst├╝ck des neuen Quartiers ist die Esplanade, welche sich von Norden nach S├╝den entwickelt und im s├╝dlichen Teil mit einer Br├╝cke das Quartier mit dem Fort Unterer Eselsberg verbindet. Auftakt in das Quartier ist ein Platz mit einer ├ťberdachung, unter welcher Boxen f├╝r Stadtinformation, Fahrplan-und Kassen, sowie Kleingewebe untergebracht sind.
Die Esplanade erh├Ąlt als n├Ârdlichen Abschluss ein 9-gescho├čiges Geb├Ąude, das von weitem als st├Ądtebauliches Signet den Eingang des Quartiers markiert.

Dreh- und Angelpunkt der Esplanade ist der Marktplatz, auf dem die w├Âchentlichen M├Ąrkte stattfinden. Er ist das eindeutige Zentrum des gesamten Quartiers.
Auf Ihm k├Ânnen Flohm├Ąrkte und Feste aller Art ├╝ber das ganze Jahr stattfinden.
Das s├╝dliche Ende der Esplanade wird vom Inhouse-Treffpunkt mit Cafe und Gemeinschaftseinrichtungen gebildet. Das ganzj├Ąhrig unterhaltene Cafe dient zugleich zur Bewirtschaftung der Festwiese, auf der mehrmals j├Ąhrlich Quartiersfeste als auch gr├Â├čere Veranstaltungen stattfinden k├Ânnen.

Die drei bestehenden Mannschaftsgeb├Ąude werden in die st├Ądtebauliche Struktur in drei Wohnh├Âfe unterschiedlicher Gr├Â├če eingebunden. Die neuen Wohngeb├Ąude in dem Hofquartier sollen eine Entwicklung von preiswertem, gef├Ârdertem Wohnraum erlauben.
Westlich des Quartiers entwickelt sich eine Wohnbebauung die sich zwischen Punktbauten und Zeilenbauten abwechselt. Die offene Struktur der Bebauung nach Westen soll sich mit dem anschlie├čenden Gr├╝nzug verbinden.
Die anschlie├čende n├Ârdliche 5-gescho├čige Gewerbespange mit Wohnungen und angrenzendem Turm, schafft einen Abschluss zur Weinbergstra├če und dient zugleich als baulicher Schallschutz f├╝r das angrenzende Wohnquartier.


Erschlie├čung

Die Haupterschlie├čung des neuen Quartiers erfolgt ├╝ber die Weinbergstra├če und den M├Ąhringer Weg. Das gesamte Areal ist als verkehrsberuhigter Bereich konzipiert. Alle Stra├čen weisen eine einheitliche Hierarchie auf, in der nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist.
Die Esplanade kann ├╝ber eine Nord- und S├╝dschleife befahren werden, Kurzzeitparken ist am Seitenstreifen m├Âglich.
Die oberirdischen Stellpl├Ątze dienen dem Kurzzeitparken und sind ├╝ber das gesamte Areal verteilt; die Anzahl folgt dem Stellplatzschl├╝ssel.
Die beiden Quartiersstra├čen im westlichen Gebiet sind als Spielstra├čen gestaltet, die Hauseing├Ąnge der Wohnbauten sind bewusst in Richtung Spielstra├če gerichtet.
F├╝r die Anlieferung der M├Âbel und die Entsorgung durch M├╝llfahrzeuge, kann der 3m breite Weg entlang des Gr├╝nzugs als Sonderrecht befahren werden, Wendeman├Âver werden somit durch gro├če Fahrzeuge vermieden.

Der ruhende Verkehr ist in Tiefgaragen untergebracht, welche das gesamte Quartier abdecken. Von den 4-5-geschossigen Einheiten kann der Bewohner ├╝ber Aufz├╝ge in die jeweiligen Tiefgaragen gelangen.
Der Gel├Ąndesprung am Marktplatz/Stadtteilinfo wird f├╝r ein unterirdisches Parkdeck genutzt, welches kurze Wege zu den 3 Wohnh├Âfen erm├Âglicht.


Nutzungsmischung

Die gemischte Nutzung von Wohnen und Arbeiten wird unter der Vorgabe einer hohen r├Ąumlichen Dichte erf├╝llt. Im westlichen Geb├Ąudeteil der Esplanade ist im Erdgeschoss kleinteiliges, finanzstarkes Gewerbe und Gastronomie vorgesehen. Die Gastronomie kann sich auf die Esplanade ausbreiten, sie gibt dem ├Âffentlichen Raum das st├Ądtische Flair.
Der westseitige Bau der Esplanade wird ab dem 1. Obergescho├č ├╝ber Laubeng├Ąnge erschlossen. Der n├Ârdliche 5- geschossige Geb├Ąudeteil zur Weinbergstra├če beinhaltet in den ersten zwei Geschossen Gewerbe und in den oberen Geschossen das Wohnen. Wohnen und Arbeiten k├Ânnen hier kombiniert werden, ohne dass das Gesamtquartier gest├Ârt wird. Der 9-geschossige Turm dient der Unterbringung von B├╝ror├Ąumlichkeiten.



├ľffentlicher Raum

Der ├Âffentliche Raum ist gepr├Ągt durch die r├Ąumliche Ausbildung der Esplanade. Er ist ├╝berwiegend als Kommunikations- und Begegnungsraum konzipiert.
├ľstlich und westlich der Esplanade erh├Ąlt der Raum halb├Âffentlichen Charakter, durch die ostseitigen H├Âfe und die westseitige Zeilen- und Punkthausbebauung mit Privatg├Ąrten.
Im Westen und S├╝den des Planungsgebietes bleibt der ├Âffentliche Gr├╝nzug erhalten und wird durch eine neue Wegef├╝hrung und Bepflanzungen neu aktiviert. Eine direkte Verbindung mit dem Einkaufszentrum Stifterweg wird dabei erstellt. Die Wege bleiben dabei als wichtige Verkn├╝pfung im Rad- und Fu├čwegesystem der Stadt erhalten. Der Gr├╝nzug bildet eine Freifl├Ąche, die unter stadtklimatischen Aspekten die gr├╝ne Lunge des ganzen Stadtteils darstellt. Der Freiraum mit vielf├Ąltigem Angebot an Spiel- und Freizeitm├Âglichkeiten gibt dem Quartier eine eigene Identit├Ąt und den gew├╝nschten r├Ąumlichen Zusammenhang.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Verfasser bieten f├╝r das neue Quartier eine kammartige Struktur, die grunds├Ątzlich f├╝r das Wohnen gut geeignet ist. Der Auftaktplatz bei der Stra├čenbahnhaltestelle, der im Westen durch ein neungeschossiges Wohngeb├Ąude begrenzt, ist f├╝r die zu erwartende Frequenz zu gro├č dimensioniert. Die Umlenkung auf die Esplanade nach S├╝den ist zwar r├Ąumlich gut, leider ist die Geste zu gro├č, der steinerne ├Âffentliche Raum kann an diesem peripheren Standort nicht mit belebt werden. Das Angebot von nur f├╝nf gro├čen Tiefgaragen erschwert die Realisierung von Projekten auf einzelnen Grundst├╝cksparzellen. Zudem liegen die Tiefgaragen auch in Stra├čenbereichen, so dass die Verlegung der Sparten keine Standardl├Âsung sein kann. Die gef├Ârderte Bruttogrundfl├Ąche wird zwar erreicht, freilich um den Preis zu gro├čer Geb├Ąudetiefen. Der geforderte Stadtteilplatz f├╝r den Eselsberg wird am S├╝drand als Veranstaltungswiese platziert, wirkt aber angesichts der riesigen Esplanade etwas verloren im Raum. Insgesamt kann die im Kern belastbare Struktur in der Weiterentwicklung nicht ├╝berzeugen.
Lageplan

Lageplan

Ausschnitt Vertiefung EG

Ausschnitt Vertiefung EG

Ausschnitt Vertiefung OG

Ausschnitt Vertiefung OG

Skizze Esplanade

Skizze Esplanade

Skizze Spielstra├če

Skizze Spielstra├če

Skizze Quartiersentr├ęe

Skizze Quartiersentr├ęe