Konzeptvergabe | 11/2024
IBA'27 - Neues Wohnen auf der Korber Höhe in Stuttgart
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Straßenperspektive
©CITYFÖRSTER architecture + urbanism
Teilnahme / Baufeld 2
Landschaftsarchitektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Energieplanung
Brandschutzplanung
Erläuterungstext
Waiblinger Punkte
Das Besondere und Spannende dieses Entwurfs ist das Grundstück mit seinen topographischen Eigenschaften. Das Leben am und mit dem Hang ist tragender Gedanke des Entwurfs. Zwei sehr kompakte Gebäude - die “Waiblinger Punkte” - richten sich im Hang ein und erzeugen durch leichte Verdrehung einen Vorplatz, der Zusammengehörigkeit und eine gemeinsame Adresse erzeugt. Zwischen den beiden Gebäuden wird die Landschaft zum besonderen Moment und durch eine große Freitreppe inszeniert. Unser Entwurf ist kompakt, landschaftlich, gerastert, suffizient und gemeinschaftlich.
Kompakt
Der Entwurf folgt den Grundideen der Rahmenplanung: Die Volumina sind so positioniert, dass der Hang zwischen den Baufeldern erhalten bleibt und der Grünraum an den Straßenraum stößt, sodass der städtebauliche Rhythmus der Serie bestehen bleibt. Durch Abrücken und Eindrehen eines Baukörpers entsteht der im Rahmenplan vorgeschlagene Quartiersplatz, der eine gemeinsame Adresse ausbildet, Raum für Begegnungen schafft und ein Ensemble formt. Gleichzeitig stärken wir die Idee des Rahmenplanes dem Ende des Luise-Duttenhofer-Wegs einen baulichen Abschluss entgegenzusetzten. Wir schlagen nicht drei, sondern zwei kompakte, annähernd quadratische Baukörper vor. Daraus resultiert eine deutliche Optimierung der Gebäudegeometrie und die Gewährleistung eines nachhaltigen, sozialen und wirtschaftlichen Städtebaus. Der Erschließungsaufwand wird reduziert, sodass die Effizienz und die Wirtschaftlichkeit der Grundrisse gesteigert werden. Dadurch wird die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums ermöglicht. Eine kompaktere Gebäudegeometrie führt zu einer deutlichen Verbesserung der energetischen Kennwerte. Durch die Optimierung der Gebäudegeometrie können wir bei Einhalten eines EH 40 Standards den Nutzenergiebedarf im Vergleich zur Rahmenplan-Variante um 31% Prozent senken.
Landschaftlich
Die beiden Häuser sind sowohl baulich als auch programmatisch mit der Landschaft verwoben. Die beiden Kuben schieben sich mit ihren zwei unteren Geschossen in den Hang und bilden darüber noch fünf weitere Geschosse aus. Während sich alle Wohneinheiten und Aufenthaltsräume entlang den natürlich belichteten Außenwänden befinden, sind Abstellräume, Technik und Fahrräder im Hang versteckt. Der Raum zwischen den beiden Häusern wird als Grüne Fuge ausformuliert: eine Freitreppe, die sich spielerisch in den Hang schmiegt, ermöglicht den Bewohnern die besondere Landschaft des Grundstücks zu erleben. Die mäandernde Treppe ist so gestaltet, dass auch die entlang der Fuge liegenden halböffentlichen Nutzungen (der Waschsalon auf –1 in Haus B und der Vereinsraum in –2 in Haus A) über den Freiraum erschlossen werden können. Der Außenraumbezug wird außerdem durch bodentiefe-öffenbare Fenster, großzügige Balkone und Terrassen gestärkt. Artenreich bepflanzte Beete neben den Eingängen sorgen für ein besseres Mikroklima und bieten die nötigen Retentionsflächen, in denen das Regenwasser – auch gemäß eines 2-jährigen 5-minütigen Regenereignisses – versickert werden kann. Ein Teil des Regenwassers kann außerdem auf den Dächern, die als Retentionsdächer ausgeführt sind, zurückgehalten werden.
Gerastert
Als systematische Grundlage für die Strukturierung der beiden annähernd quadratischen Volumen dient ein festgelegtes Raster. Innerhalb der vorgegebenen Wohnungsgrößen lassen sich hier je nach Demografie/Nachfrage oder Zeitgeist die Wohnungsgrößen so einteilen, dass von 1,5 - 5 Zimmer alle Wohnformen innerhalb der vorgegebenen Größen möglich sind. Die systematisch entwickelten Grundrisse erlauben außerdem, dass Zu- bzw. Umschalten einzelner Räume oder das Verbinden mehrerer Wohnungen. Damit erhält sich das Gebäude seine Anpassungsfähigkeit.
Suffizient
So viel Beton wie nötig, so viel Holz wie möglich! Holz und Beton kommen hier jeweils dort zum Einsatz, wo sie die beste Wirkung erzielen und bilden die Grundlage für ein robustes und nachhaltig flexibles System. Dabei kommt der Beton bei erdberührten Bauteilen zum Einsatz. Treppenkerne aus Stahlbeton dienen der Aussteifung, entsprechen dem Brandschutzrichtlinien, und funktionieren in Kombination mit einer Frischluftzufuhr von unten als kühlende Masse in den Wohnungen. Holz wird für die tragenden Außenwände, sowie die Wohnungstrennwände in Massivholzbauweise eingesetzt, um den Brandschutzanforderungen zu entsprechen bzw. die Lasten aus den Holzbeton-Verbunddecken abzutragen. Diese ermöglichen größere Spannweiten bei geringerem Lastabtrag über die Innenwände und sorgen für die nötige träge Masse, um Temperaturpeaks abzufangen. Außerdem kommt Holz in den Leichtbauwänden in Holzrahmenbauweise, sowie optional in der Fassade als Wetterschicht und in Form von Balkonfertigteilen aus Holz zum Einsatz. Eine stringente Anordnung der Sanitärkerne ergibt eine lineare Schachtanordnung ohne geschossweise Verzüge der technischen Installationen.
Gemeinschaftlich
Durch die Art der Freiraumgestaltung und durch die halböffentlichen Nutzungen für die Bewohnerschaft sollen gemeinschaftliche Zusammenkünfte gefördert werden. Der Entwurf fördert ungezwungen Zufälligkeit und stärkt durch kleine Gesten und Interventionen ein gelungenes Miteinander in der Hausgemeinschaft. Eine Sitz- und Wartebank bei den Briefkästen lädt beispielweise zum Plausch mit den Nachbarn ein. Ein großzügiges Treppenhaus mit vertikalem geschossübergreifendem Luftraum ermöglicht Kommunikation über die Etagen hinweg (“Schatz, Du hast deine Tasche vergessen.”) und der Waschsalon mit vorgelagertem Kleinkindspielplatz verknüpft das alltäglich Notwendige mit Begegnungsmöglichkeiten und Aufenthaltsqualität. Hausübergreifend verbindet der gemeinsame Vorplatz die beiden Häuser. Schattige Sitzgelegenheit unter den Bäumen verbessern die Aufenthaltsqualität. Die aktive Erdgeschossnutzung belebt den Platz und bietet Mehrwert für die weitere Nachbarschaft. In der Grünen Fuge zwischen den beiden Häusern können sich die Bewohner beider Häuser begegnen. Ein Grüner Saum bildet den Abschluss des Geländes zum Fahrradweg und bietet gleichzeitig Raum zum Aufenthalt und Spiel.
Perspektive Treppe
©CITYFÖRSTER architecture + urbanism
Treppenhaus
©CITYFÖRSTER architecture + urbanism
Lageplan
©CITYFÖRSTER architecture + urbanism / Die Planergruppe
EG
©CITYFÖRSTER architecture + urbanism / Die Planergruppe
Grundriss
©CITYFÖRSTER architecture + urbanism
Schnitt Ansicht
©CITYFÖRSTER architecture + urbanism
Energie und Ökologie
©CITYFÖRSTER architecture + urbanism