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Einladungswettbewerb | 02/2018

iCampus Rhenania im Werksviertel in M├╝nchen

1. Preis

Preisgeld: 47.000 EUR

HENN

Architektur

nees Ingenieure GmbH

Brandschutzplanung

Erl├Ąuterungstext

Mit dem B├╝rokomplex ÔÇ×iCampus RhenaniaÔÇť entsteht ein neues Quartier im M├╝nchner Osten. Auf dem Gel├Ąnde befindet sich das ehemalige Verwaltungsgeb├Ąude der Firma Rhenania aus den 1920er Jahren, das denkmalgesch├╝tzt ist. Der Entwurf, der sich in mehrere Bauk├Ârper gliedert, bildet gemeinsam mit dem Bestandsgeb├Ąude ein Ensemble.

Das Quartier nimmt die Geb├Ąudefluchten und Baufeldgr├Â├čen auf, gliedert sich in kleinere Baumassen, um einen Dialog zum historischen Geb├Ąude im neuklassizistischen Stil herzustellen. Das Ensemble aus Altbau und Neubau steht in Kontrast zueinander: der helle mineralische, dekorative Bestand und der schwarze, metallische, reduzierte Neubau geben dem Areal seine Diversit├Ąt.

In den Erdgeschossen ist Gewerbe und Gastronomie vorgesehen, die oberen Geschossen werden als B├╝ror├Ąume genutzt. Es gibt zwei Haupteing├Ąnge mit repr├Ąsentativen Foyers, an die alle vertikalen Haupterschlie├čungskerne angebunden sind. Die Foyers orientieren sich zum neuen Campusplatz und bilden einen attraktiven ├ťbergang von au├čen nach innen. Die Struktur und Lage der Erschlie├čungskerne erm├Âglicht eine Aufteilung der Geschosse in 400 qm Nutzungseinheiten. Diese k├Ânnen einzeln genutzt oder mit der benachbarten Einheit gekoppelt werden. Durch unterschiedliche Bundtiefen wird ein H├Âchstma├č an Flexibilit├Ąt und Zukunftsoffenheit gew├Ąhrleistet, um unterschiedlichen Nutzergr├Â├čer, einen oder mehreren Mietern oder verschiedenen B├╝rokonzepten offen zu stehen.

Der iCampus Rhenania bildet den Auftakt f├╝r eine neue Allee, die sich durch den gesamten Block zieht und sich durch einen anderen Belag vom zentralen Campusplatz abhebt. Auf dem Campusplatz befinden sich die Au├čensitzpl├Ątze der Gastronomie und fl├Ąchige Pflanztr├Âge mit flankierenden Holzb├Ąnken. Kleinere Kiefernarten und D├╝nengr├Ąser geben dem Platz ein mediterranes Flair. Die Gestaltung des Platzes findet auf den Dachterrassen, die sich durch die gestaffelten Bauk├Ârper ergeben, seine Fortsetzung.

Beurteilung durch das Preisgericht

Das Preisgericht w├╝rdigt den Entwurf insbesondere f├╝r die sehr sensible Einbettung des En-sembles in den st├Ądtebaulichen Kontext, die auch im 2. Bauabschnitt funktioniert. In der Ma├čst├Ąblichkeit wird ein selbstverst├Ąndlicher ├ťbergang von der kleinteiligen Bebauung ent-lang der Friedenstra├če in die weitere Bebauung des iCampus und den Charakter des Werksviertels insgesamt erreicht, was durch die gekonnte H├Âhenstaffelung unterst├╝tzt wird. Das in seiner Erscheinung als im Kontext vermeintlich fremd erscheinende Denkmal wird dadurch respektvoll integriert. Vom Preisgericht ausdr├╝cklich begr├╝├čt wird das Konzept der Dachpergolen, die eine spiele-rische Vermittlung zwischen den gestaffelten H├Âhen der Bauk├Ârpern schaffen. Das Konzept beinhaltet das Potential zur Nutzung von Dachfl├Ąchen und sinnvollen Anordnung von Dachaufbauten. Die Dachpergolen sind als Fortf├╝hrung des Rahmenwerks der Fassade in-terpretiert und pr├Ągen das Geb├Ąudevolumen. Deshalb werden sie als Abstandsfl├Ąchenrele-vant beurteilt und bed├╝rfen in gewissen Bereichen der Befreiung vom Bebauungsplan und der Zustimmung der Nachbarn (MGS). Das dargestellte System erlaubt nach Einsch├Ątzung des Preisgerichts solche etwaig erforderlichen Anpassung. Der offene Durchgang zum iCampus ist wichtiger Bestandteil des Konzepts, der den gelun-genen Innenhof gut in die Au├čenanlagen des gesamten Campus integriert. Sollte ein Br├╝-ckenbauwerk erforderlich sind, w├Ąre die H├Âhe des Durchgangs optimal dreigeschossig und das Br├╝ckenbauwerk selbst m├Âglichst filigran zu konzipieren, um den Eindruck der ├ľffnung wenig zu tangieren. Die Transparenz der Fassaden, die den Einblick in das Geschehen im Innern erlaubt, ver-spricht ein lebendiges Bild, das dem Charakter des Werksviertels gut entspricht und die in-dividuelle Au├čenerscheinung der einzelnen Mieter unterst├╝tzt. Die unterschiedlichen Tei-lungsrhythmen der Fassaden wirken jedoch etwas willk├╝rlich, die Unterschiedlichkeit k├Ânn-te st├Ąrker auf die unterschiedlichen Bauk├Ârper bezogen sein und sich nicht innerhalb eines Bauk├Ârpers wiederfinden. Die Gliederung in ein 2,7m Raster sollte erm├Âglicht werden, ins-besondere f├╝r eine flexible Grundrissstruktur. Das Erschlie├čungskonzept bedarf ebenfalls der Optimierung ÔÇô sowohl in Bezug auf die Pr├Ą-gung und Anzahl der Zug├Ąnge zu den B├╝roetagen um einzelne Mieter st├Ąrker zur Geltung zu bringen, als auch die Raumqualit├Ąt der Empfangsfl├Ąchen auf den Etagen. Die B├╝roorga-nisation in den sehr tiefen Bauk├Ârpern entsprechen noch nicht den Vorgaben des Aus-lobers. Die Planung Tiefgarage ist im Fall der Weiterentwicklung des Konzepts komplett zu ├╝ber-pr├╝fen, wie auch die Lage und Gr├Â├če der Technikfl├Ąchen, worin jedoch keine strukturelle Schw├Ąche erkannt wird. Die Kosten sind mit dem in der Auslobung genannten Rahmen zu harmonisieren, wof├╝r das Preisgericht das Potential sieht. Eine weitere St├Ąrke des Entwurfs erkennt das Preisgericht im Vergleich der Arbeiten in der qualit├Ątsvollen Gesamtsituation in beiden Bauabschnitten. Der Eingriff in das st├Ądtebaulich gut integrierte Denkmal beschr├Ąnkt sich auf minimale Ma├čnahmen und Bedarf einer Konkretisierung im Detail. Insgesamt bildet der Entwurf einen hervorragenden Beitrag zum Wettbewerb, der insbeson-dere aufgrund seiner st├Ądtebaulichen Qualit├Ąt und Angemessenheit in der Gesamtat-mosph├Ąre ausgezeichnet wird.