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Nichtoffener Wettbewerb | 09/2013

IGA Berlin 2017

Anerkennung

plancontext gmbh landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

Konstruktionsgruppe Bauen AG

Bauingenieurwesen

GATE Gussmann Atelier

Architektur

ErlÀuterungstext

PrÀambel

Laut einer aktuellen Studie wird Berlin vor allem als „cool, trendy, spontan, ungezwungen, abwechslungsreich, multikulturell und weltoffen“ gesehen. Die Internationale Gartenausstellung greift dieses positive Image auf und trĂ€gt neue Impulse bei. Dadurch kann sich Berlin erstmalig umfassend als grĂŒne und zukunftsorientierte Metropole prĂ€sentieren.
Die auf dem AustragungsgelĂ€nde vorhandenen GegensĂ€tze sind typisch fĂŒr Berlin und stellen ein großes Potential dar. Sie machen die IGA spannend und einzigartig und werden entsprechend inszeniert: Die urbane Großsiedlung steht im Kontrast zur naturnahen Wuhlelandschaft, die traditionelle Gartenkunst steht experimentellen AnsĂ€tzen des „urban gardening“ und „native landscaping“ gegenĂŒber, das Tal der Wuhleniederung mit seinen teils steilen Kanten zur HochflĂ€che des Barnim wird ĂŒberragt durch die Anhöhen des Kienbergs und des Friedensparks und bietet immer wieder großartige Ausblicke.

FlÀchenkonzept

Parkerlebnislandschaft
Mit der IGA können wichtige Bausteine der „Strategie Stadtlandschaft“ verwirklicht werden. Es entsteht eine „Parkerlebnislandschaft“ der Zukunft, die sich speziell mit der Gestaltung und Entwicklung der Peripherie einer Metropole auseinandersetzt. Dieser neue Parktypus vereint die intensiv gestaltete Gartenkunst mit der kĂŒnstlich geschaffenen Landschaft des Kienbergs und der vielgestaltigen Naturlandschaft des Wuhletals zu einer weitlĂ€ufigen, zusammenhĂ€ngenden Erlebnislandschaft.

Gartenband
Den GĂ€rten der Welt wird ein starkes und kontrastreiches Gartenband aus experimentellen und innovativen GĂ€rten entgegen gesetzt. Es zieht sich im Norden vom Wiesenpark bis zum Auftakt Hellersdorf und bildet eine thematische und konzeptionelle Klammer. Darin wird das weite Spektrum urbaner Lebenskultur und neuer gesellschaftlicher Trends gezeigt, das die besondere QualitĂ€t Berlins ausmacht: die Do-it-Yourself-Kultur, die InternationalitĂ€t, die VerknĂŒpfung von urbanen und lĂ€ndlichen Lebensstilen sowie eine verĂ€nderte MobilitĂ€t.
Neben dem eintrittspflichtigen Bereich „GĂ€rten der Welt“ und Kienberg soll auf dem Wiesenpark ein offener, frei zugĂ€nglicher Bereich entstehen. Diese „IGA fĂŒr alle“ beinhaltet das Internationale Schulgartenzentrum und den Bereich der „Gartenpiraten“ mit BĂŒrgerbeteiligungs- und Mitmachprojekten. Die große Festwiese mit offener BĂŒhne soll fĂŒr einen Sommer lang zum angesagten Treffpunkt werden und die berĂŒhmte Berliner Freiluftkultur vermitteln.
Innerhalb des GelĂ€ndes der „GĂ€rten der Welt“ fördern die ThemengĂ€rten der „Gartenkulturen“ den Dialog zwischen den Generationen und Kulturen, das Gartenfestival „The Berlin Fringe“ zeigt ĂŒber die IGA hinaus wechselnde kĂŒnstlerische und kreative BeitrĂ€ge zur Gartenkultur. Die GĂ€rten der „Wasserwelt“ und die „VielfaltsgĂ€rten“ bilden die thematische Überleitung zu den Bereichen der Stadtnatur. Den kĂŒnstlerischen Abschluss bildet der Friedensgarten am Auftakt Hellersdorf.

Stadtnatur
Dem intensiv gestalteten Gartenband steht mit dem Wuhletal und dem Kienberg eine vielfĂ€ltige urbane Natur gegenĂŒber. Die AufenthaltsqualitĂ€t und ökologische QualitĂ€t dieser Bereiche werden durch die geplanten Maßnahmen nachhaltig verbessert.
Unter dem Motto „Natur erleben“ soll beispielhaft dargestellt werden, wie moderner aktiver und interaktiver Naturschutz mit attraktiven Angeboten zur Erholungsnutzung in Einklang gebracht werden können. Innovative Konzepte des „native landscaping“ zeigen zeitgemĂ€ĂŸe AnsĂ€tze fĂŒr Pflanzungen im öffentlichen Raum. Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten mit heimischen Arten sind in der Regel dauerhafter und pflegeleichter, und damit kostengĂŒnstiger als bisherige BegrĂŒnungskonzepte. PrĂ€rieartige, großflĂ€chige Pflanzungen, Schilf- und Wasserpflanzungen zur GewĂ€sserreinigung, trockene Hochstaudenflure sowie eine ökologische Waldentwicklung sind die wichtigsten Stichworte.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit versucht eine Parklandschaft zu entwickeln, indem der Wiesenpark und die GĂ€rten der Welt durch ein kontrastreiches Gartenband untereinander verbunden werden. Kienberg und Wuhletal werden im Sinne urbaner Natur zurĂŒckhaltend entwickelt.
Die EinfĂŒgung in das Stadtquartier ist unspektakulĂ€r. Das Ziel, eine Ost-West- Wegeachse zu entwickeln, die zukĂŒnftig die beiden Stadtteile Marzahn und Hellersdorf attraktiv verbinden soll, wird durch die ungenĂŒgende gestalterische AusprĂ€gung nicht erreicht.

Die wichtigsten Gestaltungselemente der Arbeit sind drei unterschiedlich große, bumerangförmige PflanzflĂ€chen an zentralen Orten. Sie bilden eine plangrafische Struktur, die den Zusammenhalt der RĂ€ume bewirken soll. Allerdings ist die Wirkung nicht ausreichend stark, um die Verbindung der TeilrĂ€ume ĂŒberzeugend herzustellen. Die eingefĂŒgten PrĂ€riegrasflĂ€chen werden von Wegen begleitet, die nicht angemessen dimensioniert sind. Die Detaillierungsbereiche Wasserwelten, Gartenfestival und Spielplatz sind ebenfalls nicht detailliert genug durchgearbeitet, so dass ihre qualitativen Werte nicht erkennbar sind. Insbesondere besteht keine schlĂŒssige Verbindung zwischen dem Renaissance-Garten und dem angrenzenden „Berlin Fringe“.
Die Gruppierung von Seilbahnstationen, Turm und PanoramacafĂ© auf dem Kienberg ist interessant. Es wird jedoch bezweifelt, dass das raumgreifende Gesamtensemble langfristig, gerade auch nach der IGA ausreichende AttraktivitĂ€t bietet und wirtschaftlich betrieben werden kann. Die WuhlebrĂŒcke ist schlicht. Sie formuliert ĂŒber ein Portal den östlichen Eingang. Die proportionalen VerhĂ€ltnisse von Pfeiler zu BrĂŒckenkörper erscheinen fragwĂŒrdig. Die gestalterische Intention bleibt vage. Das IGA-Band am Blumberger Damm bis zum Auftakt Hellersdorf ist nicht ausreichend ausformuliert und lĂ€sst deshalb Fragen offen. Die ErgĂ€nzung des IGA-Bandes im Wiesenpark greift zeitgemĂ€ĂŸe Themen auf und öffnet sich damit im Sinne des Anspruchs „umsonst und draußen“.

Zusammenfassend zeigt die Arbeit gute AnsĂ€tze, die leider nicht ĂŒberzeugend ausformuliert und dargestellt sind.
Lageplan

Lageplan

Wasserwelt

Wasserwelt

Aussichtsbauwerk

Aussichtsbauwerk