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Nichtoffener Wettbewerb | 06/2017

Innenstadtachse, Rathaus-, Markt- und Kirchplatz

Perspektive Rathausplatz

Perspektive Rathausplatz

Drei PlĂ€tze und ein KirschblĂŒtenband

1. Preis

Förder Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext

„Drei PlĂ€tze und ein KirschblĂŒtenband“

Eine identitĂ€tsstiftende Neugestaltung der zentralen PlĂ€tze und die Ausbildung einer zusammenhĂ€ngenden Innenstadtachse ĂŒber verbindende Elemente stehen im Mittelpunkt aller Entwurfsgedanken. Die Betonung des stĂ€dtebaulichen Zusammenspiels zwischen Enge und Weite, Linie und FlĂ€che, Verbindung und Aufenthalt bilden dabei das GrundgerĂŒst des Entwurfes.

Diese Leitidee – die individuellen Charaktere der verschiedenen PlĂ€tze zu betonen und gleichzeitig zu einem zusammenhĂ€ngenden InnerstĂ€dtischen RaumgefĂŒge zu verbinden – findet sich in allen Ebenen der Gestaltung wieder.



Drei PlĂ€tze – drei Charaktere


Rathausplatz – der ReprĂ€sentative

Der Rathausplatz ist flexibel in seiner Nutzung und wird zum reprĂ€sentativen Stadtplatz und zur BĂŒhne des kulturellen Lebens fĂŒr Versmold. Zentraler Entwurfsgedanke ist die Ausbildung einer großzĂŒgigen, zusammenhĂ€ngenden PlatzflĂ€che die schwach geneigt die vorhandene Topgraphie aufnimmt und leduiglich durch die Bebauung in seinen Raumkanten gefasst ist. Das zentral platzierte Wasserspiel wird zur Hauptattraktion fĂŒr Jung und Alt. Die umlaufende Sitzeinfassung des Beckens lĂ€dt ein das Wasser in all seinen Facetten hautnah zu erleben.
Die Rahmung des Platzes erfolgt zum Rathaus hin durch Sitzmauern, die sich dort wo es die Topographie zulĂ€sst zu einer TribĂŒne verdichten. Aus dieser Perspektive wird der ganze Platz zur BĂŒhne und seine Nutzer zu den Akteuren. Der zentrale Bereich lĂ€sst auch die Möglichkeit zu eine temporĂ€re BĂŒhne fĂŒr besondere Veranstaltungen zu installieren. Über den Platzbereich verteilte Sitzquader offerieren viele AufenthaltsqualitĂ€ten und wirken als kommunikationsfördernde Treffpunkte. Eine barrierefreie Erschließung des Rathauseingangs ist nördlich des prĂ€genden Bestandsbaumes entlang der Rathausfassade möglich. In den sonst homogenen Belag werden Pflasterintarsien eingelassen, die den Eingang des Rathauses betonen. Ebenso wie die Nutzer werden die BestandsbĂ€ume zu den Akteuren des Platzes und dienen partiell als Schattenspender.

Der Rathausplatz - flexibel in seiner Nutzung, reprĂ€sentativ und bedeutsam als neue BĂŒhne des kulturellen Lebens in Versmold.



GrĂŒner Kirchplatz – der Kontemplative

Der grĂŒne Kirchplatz bildet einen Ruhepol im RaumgefĂŒge der Innenstadtachse. Die großzĂŒgige, ruhige RasenflĂ€che ist begehbar und eine Zuwegung zum Denkmal wird ĂŒber im Rasen liegende PflasterbĂ€nder geschaffen. Die neue Form der umlaufenden Sitzmauer fĂŒgt sich in das stĂ€dtebauliche Gesamtbild ein und findet eine Antwort auf die rĂ€umliche Situation mit gleichzeitiger Betonung der Kirche als stadtprĂ€gendes GebĂ€ude.
Die BestandsbĂ€ume werden erhalten und in die Gestaltung eingebunden, es entsteht eine interessante Höhensituation. Der begehbare Pflasterbelag auf der sĂŒdlichen Seite der Kirche wird erweitert und bietet somit genug Raum fĂŒr Zusammentreffen im kirchlichen Rahmen. Dabei wird beachtet, dass zukĂŒnftig im Rahmen des neuen Gemeindezentrums eine erhöhte Anforderung an die der Kirche umliegenden befestigten FlĂ€chen gestellt wird. Neue Sitzangebote um die Kirchmauer herum, sowie auf der RasenflĂ€che selbst motivieren zum Aufenthalt am grĂŒnen Kirchplatz.

Der grĂŒne Kirchplatz – kontemplativ, ein Ort des Innehaltens und der Begegnung.



Marktplatz – der GeschĂ€ftige

Der Marktplatz bleibt weitestgehend unverĂ€ndert. Die bestehende Belagsstruktur liegt innerhalb eines Platzrahmens. Die dadurch etablierte neue Form des Platzes in Verbindung mit der neuen Form des grĂŒnen Kirchplatzes schafft Ruhe im rĂ€umlichen GesamtgefĂŒge. Um den Platzrahmen herum wird der im gesamten Innenstadtgebiet verwendete Belag als barrierefrei begehbare Zuwegung fortgefĂŒhrt. LĂ€ngst des Platzrahmens angeordnete Sitzelemente stĂ€rken die neue Form des Platzes und locker um den Brunnen verteilte Sitzquader betonen diesen. Die BestandsbĂ€ume werden in die neue Gestaltung eingebunden. Neben einer funktionalen Aufwertung des Platzes steht also ein respektvoller Umgang mit dem Bestand und eine durch klare Strukturen ruhig forcierte Raumwirkung im Mittelpunkt der Gestaltung.

Der Marktplatz – geschĂ€ftig, strukturgebend und funktionell.



Die Verbinder – Belag, Vegetation und Ausstattung

Neben der VerstÀrkung der individuellen Charaktere der drei PlÀtze steht eine Verbindung dieser im Rahmen einer zusammenhÀngenden Innenstadt im Fokus der Leitidee.
Diese Kontraktion zieht sich durch alle Gestaltungselemente.

Ein einheitlicher Belag zieht sich durch das gesamte Planungsgebiet und zeigt klar an, wenn die Innenstadt betreten wird.
Durch einen Belagswechsel von 20/40 Pflaster in Reihe verlegt im fußlĂ€ufigen Bereich zu 10/20er Pflaster im Ellbogen-Verband im befahrbaren Bereich wird eine klare Trennung zwischen Straße und Gehweg geschaffen. Dies wird durch die wasserfĂŒhrende Basamentrinne entlang der StraßenfĂŒhrung verstĂ€rkt.

Kernelement der Gestaltung bildet das KirschblĂŒtenband. Entlang der MĂŒnsterstraße, der Ravensberger Straße und der Berlinerstraße werden als straßenbegleitende Vegetation KirschbĂ€ume gepflanzt. Diese stĂ€rken die Ost – West Verbindung und die Ravensberger Straße als wichtige Achsen der Innenstadt. Zwei KirschbĂ€ume an den jeweiligen EingĂ€ngen der Innenstadt schaffen Torsituationen und bilden einen wĂŒrdigen Auftakt der Innenstadt.

Die fĂŒr den Freiraum prĂ€genden Ausstattungselemente einheitlicher BĂ€nke und locker verteilter Sitzquader wirken ebenfalls verbindend fĂŒr die Wahrnehmung einer erkennbaren Innenstadtachse. Eine durchdachte Positionierung stĂ€rkt die klare Strukturierung und neuen Formen der einzelnen PlĂ€tze und erhöht die AufenthaltsqualitĂ€t in gewĂŒnschten Bereichen, wie etwa dem grĂŒnen Kirchplatz.



Infrastruktur

Die defizitĂ€re, bestehende Situation einer undeutlichen infrastrukturellen Zonierung wird behoben und es wird eine klare Struktur geschaffen. Ab dem westlichen Innenstadtauftakt bis zur Abzweigung der Gartenstraße ist zwei-Richtungsverkehr möglich, um ein Erreichen des nördlich vom Rathaus liegenden Parkplatzes zu ermöglichen, ohne die gesamte Innenstadt durchfahren zu mĂŒssen. Ab dieser Abzweigung bis zum Beginn der Berliner Straße und entlang der Ravensberger Straße schafft ein-Richtungsverkehr mehr Raum fĂŒr Gehwege und PlatzflĂ€chen. Im ganzen Planungsbereich werden 88 ParkplĂ€tze ĂŒber den Wechsel zwischen LĂ€ngs-und Querparkern ermöglicht.

Beurteilung durch das Preisgericht

Das von den Verfassern gewĂ€hlte Motto „Drei PlĂ€tze und ein KirschblĂŒtenband“ bildet die Klammer fĂŒr die prĂ€sentierte Arbeit.
Den Auftakt bildet im Westen der neu gestaltete Rathausvorplatz: Ein großzĂŒgiger, zusammenhĂ€ngender, schwach geneigter Platz, in dessen Mitte ein attraktives Wasserspiel platziert ist. Dadurch ist viel Freiraum entstanden, der multifunktional (Kirmes, Stadtfest, Konzert) bespielbar ist. Die StellplĂ€tze fĂŒr Rathausbesucher sind gut entlang der Gartenstraße angeordnet. Durch den geplanten Zweibahnverkehr ist der Platz optimal an die Ringallee angeschlossen.
Die AufenthaltsqualitĂ€t vor dem Rathaus wird durch lange, nach SĂŒden orientierte, Sitzstufen gesteigert.
Der Straßenraum ist klar strukturiert: Auf der SĂŒdseite StellplĂ€tze unter KirschbĂ€umen, auf der Nordseite sind zahlreiche lange BĂ€nke aufgestellt, die zum Verweilen einladen.
Im FrĂŒhjahr lĂ€dt die KirschblĂŒte zum Besuch in der Stadt ein.
Der neu gestaltete grĂŒne Kirchplatz erhĂ€lt eine umlaufende Sitzmauer. Durch die BeschrĂ€nkung der StellplĂ€tze auf der SĂŒdseite, erhĂ€lt der Kirchplatz deutlich mehr Ruhe. Kritisch wird die Aufwertung des Denkmals durch die darauf zulaufenden Rasen-PlattenBĂ€nder gesehen. WĂŒnschenswert wĂ€re eine großzĂŒgigere Zuwegung zum Hauptportal der Kirche. Die Anbindung des Kirchenparkplatzes ĂŒber die Ravensberger Straße (Einbahnregelung) sollte optimiert werden, da sich im Zuge der Umgestaltung des Gemeindezentrums Verkehre bĂŒndeln werden und eine Erreichbarkeit von Norden in diesem Entwurf nicht möglich ist.
Der respektvolle Umgang mit dem Bestand am Marktplatz (inklusive der Einbindung des Blumenladens/ Wochenmarkt) wird begrĂŒĂŸt.
Durch einen einheitlichen Belag (Betonsteinpflaster mit Splittvorsatz) wird das Plangebiet zusammengehalten. Durch zwei Verlegearten (in Reihe: fußlĂ€ufig; FischgrĂ€t: Straße) sind die VerkehrsrĂ€ume klar strukturiert und sehr gut ablesbar.
Fazit: Das vorliegende Konzept verspricht einen einfachen und gut strukturierten Plan zur angemessenen Umgestaltung der Versmolder Innenstadtachse
Perspektive Marktplatz

Perspektive Marktplatz

Perspektive MĂŒnsterstraße

Perspektive MĂŒnsterstraße

Übersicht Großraum versmolder Innenstadt

Übersicht Großraum versmolder Innenstadt

Materialdetail

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