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3. Rang 4 / 4

Nichtoffener Wettbewerb | 11/2025

Instandsetzung und Erweiterung Bündner Naturmuseum in Chur (CH)

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4. Rang / 4. Preis

Preisgeld: 7.000 CHF

KUEHN MALVEZZI

Architektur

Walter Dietsche Baumanagement AG

Projektsteuerung

Leonhardt, Andrä und Partner, Beratende Ingenieure VBI AG

Tragwerksplanung

PZM Zürich AG

TGA-Fachplanung

YellowOffice Landscape design

Landschaftsarchitektur

Kopitsis Bauphysik AG

Bauphysik

Stephan Zimmermann Lightsolutions

Lichtplanung

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Wettbewerbsbeitrag «Holozän» überzeugt durch einen respektvollen Umgang mit dem denkmalgeschützten Bau von Bruno Giacometti. Das Gebäude bleibt in seiner Silhouette erhalten, während die notwendige Erweiterung unterirdisch umgesetzt wird. Dadurch entstehen zusätzliche Ausstellungs-, Depot- und Forschungsflächen, und der Bestand wird nachhaltig gesichert. Die zentrale Besuchertreppe erschliesst nun auch die neuen Ausstellungsräume im Untergeschoss, die über gezielte Einschnitte natürlich belichtet werden.

Das räumliche Konzept verbindet Museum und Landschaft zu einem gemeinsamen Erfahrungsraum.
Besucherinnen und Besucher durchlaufen einen abwechslungsreichen Parcours durch Innen- und Aussenbereiche, dabei schaffen Dioramen als lebendige Naturszenen die Verbindung zur Umwelt. Die Gestaltung der Gärten und Mikroklimata orientiert sich an lokalen Ökosystemen und bietet vielfältige Lernorte. Der unzugängliche Dachgarten dient als Habitat für Vögel und Insekten und wird per digitaler Vermittlung Teil der Ausstellung. Die bewusste Verwendung einheimischer Pflanzen und ökologischer Materialien stärkt Nachhaltigkeit und Biodiversität.

Technisch zeichnet sich das Projekt durch durchdachte Lösungen in Bauphysik, Energieversorgung und Brandschutz aus: Thermisch aktivierte Betondecken, Erdsonden und Wärmepumpen sichern einen geringen Energiebedarf. Massnahmen wie Dämmung, Akustik und Fluchtwege gewährleisten zeitgemässe Standards bei minimalem Eingriff in die Substanz. Die Architektur bleibt dem Geist Giacomettis verpflichtet und fördert eine vielfältige Museumspädagogik.

Kritisch ist zu vermerken, dass die unterirdische Erweiterung eine räumliche Logik erzeugt, die im deutlichen Kontrast zur rationalen Klarheit des Bestands steht
und damit auch einer gewünschten kuratorischen Flexibilität widerspricht. Die mäandrierende Raumfolge und wechselnden Proportionen im Untergeschoss erschweren Orientierung und Flexibilität in der Besucherführung. Die immersive Landschaftsinszenierung und die niedrige Höhe des Schaudepots werfen zudem Fragen zu Funktion, Wartung und nachgeschalteter Nutzung auf. Die expressive Sprache des Neubaus kontrastiert die Einfachheit des Altbaus und führt zur ambivalenten Wirkung - das Projekt «Holozän» ist ambitioniert, wirft jedoch Fragen zur räumlichen und funktionalen Integration auf.
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