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Nichtoffener Wettbewerb | 04/2021

Junges Leben in Coburg

2. Preis

Preisgeld: 20.000 EUR

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Architektur

wh-p Ingenieure

Tragwerksplanung, Bauingenieurwesen

Arup Deutschland GmbH

Brandschutzplanung

wendewing

Visualisierung

MMB - Modellbau Milde Berlin

Modellbau

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit hebt sich durch seinen Entwurfsansatz heraus, der die Bebauung des Mahngerichts als eingeschossigen Baukörper, der sich bis in den Innenhof des „Jungen Lebens“ erstreckt, weiterdenkt.
Im stĂ€dtebaulichen Ideenteil wird ein innovativer Lösungsansatz nicht ersichtlich. Zwischen dem geplanten WohngebĂ€ude an der Heiligkreuzstraße und der im Nordosten gelegenen angedachten stĂ€dtebaulichen Verdichtung bildet sich ein großzĂŒgiger begrĂŒnter Innenhofbereich, der von den Anwohnern genutzt werden kann.
Die Bebauung an der Heiligkreuzstraße wird als 4-geschossiger Neubau dargestellt, der im Erdgeschoss RĂ€ume fĂŒr die Gemeinschaftsnutzung vorsieht. GrĂ¶ĂŸe und Zuschnitt dieser FlĂ€che liegt – im Vergleich zu anderen Arbeiten – deutlich im oberen Bereich. Durch seine horizontale Fassadengliederung setzt sich der Neubau klar vom Altbau ab. Dies wird durch eine Fugenbildung, die durch die zurĂŒckgesetzte Erschließung entsteht, verstĂ€rkt. Der Altbau positioniert sich selbstbewusst mit einem großzĂŒgigen „Baumdach“ und einer angemessenen Fassadengestaltung.
Altbau und Neubau sind ab dem 1. Obergeschoss miteinander verbunden und bieten gemĂ€ĂŸ der Auslobung alle Wohnformen an. Die Wohneinheiten werden im ersten und dritten Geschoss durch einen Mittelgang erschlossen. Im zweiten Obergeschoss bietet ein loggiaĂ€hnlicher Laubengang eine Doppelnutzung als Treffpunkt fĂŒr die Nutzer an. Flexible FaltwĂ€nde in der zweiten Fassadenebene erlauben die aktive Gestaltung der gewĂŒnschten Wohn- und PrivatsphĂ€re. Das erste Obergeschoss verliert allerdings an WohnqualitĂ€t, da dort an der SĂŒdwestseite keine privaten FreiflĂ€chen angeboten werden. Das Angebot der Dachterrasse auf dem Dach der Bibliothek wird als Versuch der Kompensation unter dem Aspekt der gemeinschaftlichen Nutzung gewertet.
Hinsichtlich der Geschosshöhe wird der Bestand aufgenommen. Dadurch entstehen relativ niedrige RĂ€ume im Neubaubereich. Zudem sind die Mikrozimmer in der FlĂ€che und Möblierbarkeit eher knapp bemessen. Das Wohnen im Neubau sollte prinzipiell bezĂŒglich der nutzbaren FlĂ€chen in den Privatbereichen vertiefend ĂŒberplant werden.
Insgesamt verspricht der Entwurf interessante rÀumliche und atmosphÀrische Antworten auf der Suche nach neuem jungen Wohnen und Leben in Coburg.