Nichtoffener Wettbewerb | 06/2026
Klimagerechte Fortentwicklung des öffentlichen Raums in der Marburger Oberstadt
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Lageplan 500
©faktorgruen
2. Preis
Preisgeld: 18.381 EUR
Landschaftsarchitektur
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Verfasser entwickeln eine klare konzeptionelle Haltung für die verschiedenen Teilräume und definieren dafür sehr gut nachvollziehbare gestalterische Prinzipien. Ein grundlegendes Merkmal ist die,,Marburger Pflasterung", die als ein ungerichteter Belag im Wildverband einen ruhigen, eleganten und flexiblen Stadtboden ausprägt. Vor allem korrespondiert die leicht polygonale Form der Steine gut mit dem unregelmäßigen Stadtgrundriss und schafft ein lebendiges, durchlässiges Fugenbild. Die befahrbare Mittelzone bleibt erkennbar, wird aber größtenteils mit der Bestandspflasterung an den Seiten verschränkt, so dass es keine klassische,,Fahrbahn" mehr gibt. In diesen Querschnitt integriert wurde die Entwässerung, die als eine in allen Raumsequenzen ablesbare Linie ebenso einen verbindenden Charakter entwickelt. Die Positionen für Neupflanzungen von Bäumen sind grundsätzlich gut überlegt und schaffen unterschiedliche Atmosphären. Auch die Möblierung wirkt größtenteils angemessen, sinnvoll platziert und gut gestaltet.
Die Platzaufweitung am Bauamt wirkt dagegen nicht ganz so glücklich gelöst. Die Flächen haben wenig Zusammenhang, vor allem die Nachbarschaft von Stellplätzen und spielerisch nutzbarem Wasserelement ist schwierig. Die Idee, den Höhenunterschied an der Wasserscheide mit einem skulptural gestalteten Sitzelement zu akzentuieren wird grundsätzlich begrüßt, die konkrete Ausformung erscheint jedoch als monumental und überkompliziert.
Positiv wird die räumliche Konzeption des Schuhmarktes gesehen. Vor allem wird mit der Entscheidung, die Kilianskapelle in eine grüne Fläche zu stellen, eine eigenständige Raumqualität entwickelt. Auch die Ausstattung mit einer einfachen, zurückhaltend gestalteten Wasserschale ist sehr gut geeignet, den ruhigen, introvertierten Platzcharakter zu unterstützen. Leider stehen die südlich eingeordneten Parkplätze dieser Idee entgegen, hier wäre eine bessere Positionierung wünschenswert gewesen.
Besonders überzeugen die vielfältigen Ansätze zur klimagerechten Transformation des Stadtraumes. Nicht nur sind die Entwässerung der Pflasterflächen und die Nutzung des Regenwassers zur Bewässerung der Vegetationsflächen beispielhaft gelöst. Auch tragen eine Vielzahl von kühlenden, teilweise auch bespielbaren Wasserelementen zu diesem Wandel bei.
Insgesamt wird mit der Arbeit ein sehr guter Lösungsvorschlag unterbreitet, der einerseits auf einem klaren Konzept beruht, andererseits auch im Detail eine gute Durcharbeitung und den für eine gelingende Umsetzung nötigen Pragmatismus zeigt.
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Barfüßer Tor Details
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Schuhmarkt Details
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Wasserscheide Details
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Ausstattung
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Piktogramm Aufweitungen und Plätze
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Piktogramm Pflasterflächen
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Piktogramm Pflasterkonzept
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Piktogramm Regenwasser Systematiken
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Piktogramm Regenwasser Sraßenraum
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Piktogramm Regenwasser Schuhmarkt
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