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Nichtoffener Wettbewerb | 12/2025

Klimaraum Alleenring Trier

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ein 3. Preis

Preisgeld: 22.000 EUR

hola Landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

Modus Consult Gericke GmbH & Co. KG

Verkehrsplanung

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Beitrag „Eine grüne Hydrodermis für Mensch, Flora und Fauna“ entwickelt eine eigenständige und schlüssige Leitidee, die die historischen Schichten der Stadtentwicklung aufgreift und diese durch einen klimaadaptiven „Layer“ ergänzt. Der so entstehende Raum für Regenwassermanagement, Verdunstung, Kühlung sowie für Flora und Fauna adressiert die zentralen Ziele der Auslobung in überzeugender Weise.

Der Entwurf formuliert eine gut lesbare räumliche Abfolge mit differenzierten Atmosphären und Nutzungen sowie klar ausgebildeten Zugängen zum Alleenring. Die Zuordnung der Nutzungen im Alleenring zu den angrenzenden Gebäuden und Nachbarschaften, die anhand der erläuternden Piktogramme sichtbar werden, erscheinen jedoch teilweise beliebig und wirken in Teilen austauschbar.

Der Schießgraben wird als naturnaher Auftakt mit hohem Grünanteil, versickerungsfähigen Flächen sowie einer Kombination aus Bestands- und Neupflanzungen interpretiert. Das bestehende Rondell wird logisch in die Gestaltung einbezogen. Demgegenüber ist der Platz am Balduinsbrunnen als städtisch geprägter Eingang ausgebildet, der insbesondere aus Richtung Hauptbahnhof eine klare Orientierung und Adressbildung übernimmt. Die Ausbildung als Auftaktplatz mit eindeutiger Wegeführung wird positiv bewertet.

Zwischen diesen beiden Polen entwickelt der Entwurf einen neuen Querschnitt, der den Alleenring über weite Strecken von Fassade zu Fassade als zusammenhängenden Stadt- und Grünraum begreift.

Das Verkehrskonzept bündelt den MIV weitgehend auf der Außenseite des Alleenrings und schafft dadurch Potenziale für die Führung von ÖPNV und Radverkehr auf der Innenseite, wodurch der zentrale Bereich weitgehend dem Fußverkehr vorbehalten bleibt und u. a. am Balduinsbrunnen die Aufenthaltsqualität deutlich erhöht wird. Die Bündelung schafft großzügiger Freiräume sowie die klare Priorisierung des Fuß- und Radverkehrs und wird als zukunftsweisend eingeschätzt.

Allerdings ist diese Lösung in der Ostallee nicht mehr schlüssig umgesetzt, wichtige Fahrbeziehungen für den MIV scheinen zu fehlen, dort besteht erheblicher Überarbeitungsbedarf. Auch am Balduinsplatz ist die Führung der Umweltspur (ÖPNV) sowie des Individualverkehrs in der dargestellten Form noch nicht abschließend gelöst.

Darüber hinaus steht dem Bereich für den sogenannten Soft Traffic in Richtung Innenstadt weder ausreichend Fläche für den Zweirichtungsverkehr zur Verfügung, noch um die dort vorgesehenen Baumstandorte tatsächlich realisieren zu können; teilweise würden diese zudem die Sicht auf die gründerzeitlichen Bestandsbauten beeinträchtigen, vor allem entlang der Christophstraße.

Die mittige, überwiegend fußgängerorientierte Wegeverbindung, die größtenteils auf der bestehenden Wegeführung aufsetzt, unterstützt die räumliche Klarheit des Entwurfs. Ihre abschnittsweise leichte Anhebung ermöglicht die Ausbildung von begleitenden Retentions- und Versickerungsräumen und fungiert zugleich als ordnendes Element, das die angrenzenden Grünräume gezielt schützt. Aus Sicht der Bodendenkmalpflege sind die teilweise integrierten Aufschüttungen ebenfalls positiv zu bewerten.

Das Konzept wird insgesamt begrüßt; gleichwohl wurde die komfortable Führung des langsamen Radverkehrs in diesem Bereich kontrovers diskutiert, da das erhöhte „Board“ potenziell Konflikte erzeugen kann und den fließenden Übergang zwischen den Nutzungsbereichen teilweise beeinträchtigt.

Positiv hervorzuheben ist, dass sich der Entwurf konsequent aus dem Bestand heraus entwickelt. Kritisch bewertet wird hingegen der hohe Anteil vorgesehener Baumfällungen. Hier erscheint eine vertiefte Prüfung der tatsächlichen Abgängigkeit erforderlich sowie eine etappenweise Erneuerung sinnvoll, um negative Auswirkungen auf Stadtbild und Mikroklima zu minimieren.

Insgesamt stellt der Beitrag einen qualitätsvollen und konzeptionell guten Entwurf dar, der insbesondere durch seine klare Raumstruktur, einer gelungenen Adressbildung sowie gut gelöste Eingangssituationen in den Alleenring und den klimaadaptiven Ansatz überzeugt, in einzelnen Aspekten - insbesondere im Hinblick auf die Verkehrsführung südlich des Balduinsbrunnenplatzes an der Balduinstraße/Ostallee sowie im Hinblick auf die Gestaltung im Bereich des Soft Traffics - einer weiteren Vertiefung bedarf.