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Nichtoffener Wettbewerb | 08/2011

Königsbrunn Mitte

Der Kopf der Bibliothek am Stadtplatz. Rechts hinten das bestehende Rathaus, vorne links die neugebaute Tramstation.

Der Kopf der Bibliothek am Stadtplatz. Rechts hinten das bestehende Rathaus, vorne links die neugebaute Tramstation.

ein 2. Preis

Ammann Albers StadtWerke

Architektur

seifert hugues architekten gmbh

Architektur

Peter Bohn + Assoziierte

Architektur

Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Die Aufgabe: In der sehr zuf√§llig gewachsenen Ortsmitte von K√∂nigsbrunn soll ein echtes Stadtzentrum entstehen, mit Kulturhaus und Markthalle (Schranne). Dabei soll das bestehende Rathaus ‚Äď im Osten abseits der Hauptsstra√üe ‚Äď ebenso eingebunden werden wie die Tramendstation westlich der Hauptstra√üe.
Unser Vorschlag wird gepr√§gt durch das Wegkreuz zwischen der schnurgeraden Hauptstra√üe und dem einmal abgeknickten Weg von der Tramstation zum Rathaus. An der Kreuzung spannt sich ein repr√§sentativer Stadtplatz auf. √Ėstlich davon setzt sich der Weg √ľber einen langgestreckten Anger zum Rathaus fort. Im Schnittpunkt beider Pl√§tze erhebt sich die "Kulturschranne". Ihr Kopfbau mit Saal und Bibliothek st√∂√üt weit in den Lichtraum der Hauptstra√üe vor. Sie bricht damit deren schier unendliche Gerade und bindet sie ins Stadtgewebe ein.
Von der abseits im Park gelegenen Tramstation f√ľhrt eine geradlinige Verbindung zum Stadtplatz. Sie bietet den Ank√∂mmlingen auch im Nebel einer Novembernacht eine klare Orientierung.
Die lange S√ľdfassade der Schranne bildet die Wegf√ľhrung zum Rathaus. Zugleich √∂ffnet sie sich nach S√ľden zur Sonne und zum Anger mit der offenen Markthalle und einem Biergarten.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die grundlegende Entwurfsidee ist die zentrale Situierung von Kulturhaus und
Bibliothek, deren erhöhter Baukörper in die städtebauliche Hauptachse der Bgm.-
Wohlfarth-Straße ragt und damit einen weit einsehbaren Orientierungspunkt setzt. Die
Gliederung der √∂stlichen anschlie√üenden Bauk√∂rper wie Parkhaus, √Ąrztehaus etc.
wirkt ma√üst√§blich und stimmig. Zusammen mit der suŐądlich gelegenen Wohnbebauung
definieren sie einen sehr klaren langgestreckten Raum, dessen östliches Ende
sichtbar vom Rathaus betont wird. Die Länge des Raumes wird in selbstverständlicher
Weise mit der langgestreckten, durchlässigen Außenschranne und einer doppelten
Baumreihe verknuŐąpft und gegliedert. Gleichzeitig ist eine geschickte Korrespondenz
zwischen der Au√üenschranne und der gegenuŐąberliegenden Innenschranne erkennbar,
die ein vielf√§ltiges und lebendiges Nutzungsspektrum offen l√§sst. Sehr uŐąberzeugend
ist auch die städtebaulich räumliche Weiterentwicklung nach Westen bis zum
zentralen Omnibusbahnhof und der kuŐąnftigen Stra√üenbahnendstation. Es gelingt,
zwischen Rathaus und Omnibusbahnhof eine schluŐąssige, orientierungsgebende
Raumfolge zu schaffen, die angemessenes urbanes Leben ermöglicht. In der
Gesamtschau bildet der Verfasser eine neue Stadtmitte, die zum einen die bislang
harte Zäsur der Bgm.-Wohlfarth-Straße aufweicht und zum anderen deren Flanken
mit attraktiven R√§umen aufwertet. Das suŐądlich anschlie√üende Wohngebiet fuŐągt sich
bis zum angemessen gestalteten Europaplatz in stimmiger Weise in den
Gesamtentwurf ein. Die funktionalen und konstruktiven Belange der Baukörper wie
Kulturhaus, Bibliothek, M√§rkte, Parkhaus etc. erscheinen grunds√§tzlich schluŐąssig
gel√∂st. Die vorgesehene transparente MembranhuŐąlle des markanten Kulturhauses ist
adäquat zur Sonderstellung und Präsenz dieses exponierten Baukörpers vorstellbar.
Abschließend ist festzustellen, dass nahezu sämtliche Bereiche des Entwurfs auf
gleichmäßig maßstäblichem Niveau durchgedacht sind. Eine Realisierung in
kontinuierlichen Bauabschnitten ist machbar.
Die Konzeption mit zwei unterschiedlich ausgeformten Plätzen, die sich an der Bgm.-
Wohlfarth-Straße versetzt entwickelt, zeigt in Verbindung mit den Gebäuden eine
hohe Signifikanz im Straßenraum.
Die räumliche Fassung der Platzräume bedingt eine etwas umwegige Anbindung des
westlichen Landschaftsparks uŐąber die Bushaltestelle. Die gro√üe L√§nge des Platzes
wird mit dem Schrannendach und den Baumreihen wohltuend zoniert. Der Platz lässt
in Verbindung mit den angrenzenden Nutzungen eine gute Belebung erwarten bei
weiterer Ausgestaltung auch eine entsprechende Aufenthaltsqualität. Der Platz mit
dem Wasserspiel unterstuŐątzt den repr√§sentativen Anspruch des Kulturhauses, tr√§gt aber durch die Stra√üe getrennt nicht wesentlich zur Aufenthaltsqualit√§t des
Kulturcafes bei.