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Nichtoffener Wettbewerb | 03/2017

Konversion JĂ€gerhofkaserne

GĂŒnter Hermann Architekten

GĂŒnter Hermann Architekten

4. Preis

Preisgeld: 15.000 EUR

GĂŒnter Hermann Architekten

Architektur

Schuler und Winz Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit Nr. 1011 erhĂ€lt im Grundsatz die stĂ€dtebauliche Großform der Kaserne mit ergĂ€nzenden PunkthĂ€usern im Blockinneren. Vom historischen GebĂ€udebestand wird bei nĂ€herer Betrachtung zwar nur die Fassade erhalten, diese wird allerdings behutsam ergĂ€nzt und vertrĂ€glich aufgestockt. Klinker ist das vorherrschende Material, sowohl im Bestand als auch bei den Neubauten und ErgĂ€nzungen, damit wird der Historie Rechnung getragen.

Lediglich der eingeschobene Neubau an der JĂ€gerhofallee wirkt im VerhĂ€ltnis zum Bestand ĂŒberdimensioniert bzw. setzt sich zu wenig ab. Das DRK-GebĂ€ude bekommt eine neue Fassadengliederung ebenfalls in Klinker, was zu einer deutlichen Aufwertung und Eingliederung des Bestandes fĂŒhrt. Die Neubauten in Innern sind in ihrer Dimension angemessen. Die Reihung schafft allerdings keine ausdifferenzierten AußenrĂ€ume. Der nördlichste Baukörper sollte in seiner GrĂ¶ĂŸe zum Bestand nochmals ĂŒberprĂŒft werden.

Die PunkthĂ€user sind ebenfalls mit Klinker verkleidet, durch die bodentiefen Fenster und sich abzeichnenden Geschossdecken sind deren zeitgenössische Bauwesen klar erkennbar. Der am sĂŒdlichen Ende gesetzte Quartiersplatz ist durch die öffentliche und halböffentliche Nutzungen zur Hindenburg Straße gelegen richtig plaziert. Hier ist, dem stĂ€dtischen Umfeld entsprechend UrbanitĂ€t geschaffen. Im nördlichen Bereich sind weite Teile des Freiraums privat genutzt, etwa vom Kindergarten, aber auch von den nur wenigen Bewohnern der EG Wohnungen.

Freiraum Die stringente Anordnung der PunkthĂ€user im Hof zieht eine ebenso stringente Gestaltung der AußenrĂ€ume nach sich. Von Nord nach SĂŒd spannt noch eine differenzierte Raumfolge auf, die vom öffentlichen Platz im SĂŒden ĂŒber private GartenrĂ€ume und gemeinschaftliche Vorzonen vor den HĂ€usern bis nach Norden reicht. Entlang der Wegeachse reihen sich zudem weitere Freiraumangebote auf.

Die RestflĂ€che ist im Wesentlichen zur Erschließung notwendig, lediglich im Norden ist noch eine grĂ¶ĂŸere SpielflĂ€che ausgewiesen. Die Durchwegung ist allerdings durchgĂ€ngig gegeben. Die Tiefgarage ist ĂŒber eine integrierte Zufahrt im DRK GebĂ€ude gut erschlossen. Ihre Dimension ist großzĂŒgig. Einige Baumquartiere lassen den Erhalt von BĂ€umen, insbesondere auf dem Quartiersplatz erwarten. Insgesamt ist die Arbeit 1011 Sehr stringent durchgearbeitet, wenn auch etwas schematisch und allzu rationiert.
GĂŒnter Hermann Architekten
Modell: Bela Berec, Esslingen

GĂŒnter Hermann Architekten Modell: Bela Berec, Esslingen

GĂŒnter Hermann Architekten

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