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Nichtoffener Wettbewerb | 06/2008

Kopernikus Oberschule in der ehemaligen McNair - Kaserne

3. Preis

Eller + Eller Architekten

Architektur

Buro Happold

Architektur

ErlÀuterungstext

Leitidee
Nach langer Zeit der Separierung von Klassen auf 2 Standorten wird die Kopernikus-Oberschule als Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe in gebundenem Ganztagsbetrieb wieder gemeinsam an dem Schulstandort zusammenfinden.

Der Namensgeber Kopernikus befasste sich mit der Bewegung der Himmelskörper durch den Raum. Seine Studien fĂŒhrten zur Erkenntnis der Planetenbewegung um die Sonne.
Der Raum fĂŒr handelndes Lernen ermöglicht Erfahrungen und Erkenntnisse. Diese bilden das Fundament fĂŒr selbststĂ€ndig denkende Menschen.Kopernikus eine Identifikationsfigur fĂŒr die Entwicklung von selbststĂ€ndigem Denken.

StadtrÀumliches und Architektonisches Gestaltungskonzept
In dem denkmalgeschĂŒtzten GebĂ€udeensemble der Telefunkenwerke bilden das EingangsgebĂ€ude der Kopernikus Oberschule und die Dreifachsporthalle die neue Einheit und definieren die Schule als Ort am Osteweg.

Neben dem Bereich der ehemaligen Telefunkenwerke schlĂ€gt das EingangsgebĂ€ude der Schule eine weitgespannte BrĂŒcke zur Sporthalle und bezieht so die FreiraumsportflĂ€chen in die Schulnutzung mit ein. Der Baukörper der Sporthalle mit dem erhöhten Bauteil korrespondiert mit dem Funktionsbereich des Eingangbereichs. Beide Fassaden sind gleichartig und geben der Kopernikusschule ein unverkennbares neues Gesicht an der Adresse der Oste Straße.

Das EingangsgebĂ€ude, gebildet mit den differenzierten GebĂ€udehöhen BezĂŒge zu den anschließenden denkmalgeschĂŒtzten Riegel- und Kasinobauteilen. Das verglaste Eingangsfoyer öffnet sich großzĂŒgig fĂŒr SchĂŒler, Lehrer und Besucher.
Der „Siemens“ Architektur wird eine markante leichte, dem Geiste zugewandte Architektur zur Seite gestellt. Der hellen Farbkanon der bestehenden Anlage erweitert sich mit Glanz und Tiefe der mit einem weißen unterschiedlich gelochtem Metall bespannten neuen Fassade. Die ausgestanzten Kreise der Bleche und die in die neue Dachlandschaft von Sporthalle und Eingangsfoyer kreisrunden Dachfenster lassen das Licht herein und nehmen Bezug zum Planetensystem von Kopernikus.

Diese architektonischen Akzente fördern die Identifikation der SchĂŒler und Lehrer mit der Kopernikus Schule. Die kraftvollen gegliederten Großformen von Schuleingang mit anschließendem SchĂŒlerhaus und Sporthalle sind signifikante Vermittler des Schulensembles an diesem Ort mit seiner starken eigenen Formensprache.
Die transluzente Fassade mit ihren vielfĂ€ltigen Erscheinungsformen und der plastischen Wirkung der aufgestellten SchiebelĂ€den bietet den optimalen Sonnenschutz fĂŒr die inneren Nutzungen. In der Nacht leuchten die Baukörper von Schule und Sporthalle durch die geschlossenen Elemente.

Funktion und Nutzungsbereiche
Das großzĂŒgige Eingangsfoyer bietet den geschĂŒtzten Markt- und Sammelplatz fĂŒr den morgendlichen Ansturm. Dieser zentrale Raum bildet den Mittelpunkt der Schule. Von hier wird in alle Funktionsbereiche erschlossen.

Die Sitzebenen der großen Treppenanlage ermöglichen das Verweilen und die Kommunikation auf diesem Marktplatz. Über diese Spiel- und Bewegungszone sind die Ansprechpartner im Bereich der Lehrer und Verwaltung direkt zu erreichen.
Von hier eröffnet sich der Blick in den differenzierten Schulhof mit dem klar gegliederten SchĂŒlerkubus der im Erdgeschoss die außerunterrichtlichen Funktionen wie SchĂŒlercafe, SchĂŒlerzeitung, Video und Aktionsraum beherbergt. Im ersten Obergeschoss befindet sich die bewusst dem SchĂŒlerkubus zugeschriebene BĂŒcherei.

Schon vom Marktplatz der Eingangshalle ist ein Einblick in das Arbeit der Arbeitslehrebereiche in sogenannte „Kunst- und Werkhöfe“ möglich. Durch die rĂ€umlich abgesenkten PausenflĂ€chen sind außenrĂ€umlich nutzbare Arbeitsbereiche geschaffen, die die Souterrain Lage von Arbeitslehre und Kunst aufwerten und plastisches Gestalten in freirĂ€umlicher AtmosphĂ€re ermöglichen.
FĂŒr die Mehrzweckbereiche und die Mensa wird das Kasino als das Versammlungshaus der Schule umgenutzt. Hier können die Bereiche von darstellendem Spiel, Mehrzweck und Mensa zu einer großen Aula zusammen-geschlossen werden. In dem denkmalpflegerisch und sanierten Saal finden die großen Schulveranstaltungen einen wĂŒrdigen Rahmen.

Der Allgemeine Unterricht und die FachrÀume sind in den Bestandsriegeln angeordnet.
In den direkt an das EingangsgebĂ€ude angeschlossen WestflĂŒgel befinden sich die allgemeinen KlassenrĂ€ume.
Im 2.Obergeschoss des SĂŒdflĂŒgels befinden sich etwas ruhiger gelegen die KlassenrĂ€ume fĂŒr die Oberstufe.
Die FachrĂ€ume von Informatik, Musik und den Naturwissenschaften befinden sich im SĂŒdflĂŒgel im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss.

Über die Pergola mit ihren NatursteinstĂŒtzen wird der am Platz des 4. Juli gelegene Schulgarten erreicht. StadtrĂ€umlich den angrenzenden GrĂŒnrĂ€umen zugeordnet.
Hier sind auch die ParkflĂ€chen fĂŒr die FahrrĂ€der. Diesem Bereich ist die Fahrradwerkstatt im Ende des Kasino-gebĂ€udes zugeordnet.

Der umschlossene Schulhof wird zu einem rĂ€umlichen Erlebnis durch verschiedene topografische Zonierungen. Eine großflĂ€chige Rampe ermöglicht den Rollstuhlfahrern die Höhenunterschiede zwischen Erdgeschoss und Schulhofebene zu ĂŒberwinden. Vom grĂŒnen offenen Schulhof erleben die SchĂŒler und Lehrer ihre Schule in den unterschiedlichen Ebenen und differenzierten Nutzungen.

Die Sportnutzung fokussiert sich auf dem westlichen GrundstĂŒck. Hier sind die AußensportflĂ€chen und die um 3.50m abgesenkte Dreifachsporthalle angeordnet.
Dieses Eingraben des GebĂ€udes reduziert das GebĂ€udevolumen optisch und hĂ€lt eine stĂ€dtebauliche MaßstĂ€blichkeit zum Kindergarten hin ein.
Durch großflĂ€chige FensterflĂ€chen zum Osten orientiert sich die Halle deutlich zum SchulgelĂ€nde und lĂ€sst Einblicke in das Innere Geschehen zu.
Parallel der Mittelachse der ehemaligen Telefunkenwerke befinden sich die Hundertmeterlaufbahn und das Weitsprungareal. Die zusammenschließbaren Kleinsportfelder mit der HochsprungflĂ€che sind der Sporthalle direkt vorgelagert. Im geschĂŒtzten Bereich neben der Halle sind GymnastikflĂ€che und Kugelstoßen.
Die Dreifachsporthalle hat einen direkten Zugang vom Osteweg fĂŒr die Zuschauer und die außerschulische Nutzung. Die rund 200 Zuschauer betreten die Halle ebenerdig und gelangen so auf direktem Weg zu Ihren PlĂ€tzen. Die Halle ist fĂŒr den Schulbetrieb in drei Segmente teilbar. Die SchĂŒler nutzen die Umkleiden in Ober- und Untergeschoss.