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Nichtoffener Wettbewerb | 03/2023

Landesgartenschau Ulm 2030

2. Preis

Preisgeld: 50.000 EUR

Planorama Landschaftsarchitektur – Maik Böhmer

Landschaftsarchitektur

LINDENKREUZ EGGERT | Bildermacherei & Utopografie

Visualisierung

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Verfassenden möchten mit ihrem Beitrag ein zusammenhängendes großzügiges Parkband mit hoher Aufenthaltsqualität von der Festungsanlage bis zur Donau schaffen. Das Rückgrat bildet ein mit einem einseitigen Leitband versehener 5 m breiter Geh- und Radweg, der entlang der gesamten Ausstellungsfläche verläuft, die einzelnen Parksequenzen miteinander verknüpft, die denkmalgeschützten Anlagen der Bundesfestung integriert und das Potenzial für vielfältige Verbindungen zu den angrenzenden Stadträumen hat. Es entsteht ein durchgängig erlebbarer und vielfältig nutzbarer Grünraum.

Südlich der Blau, ab dem Söflinger Kreisel, bietet die Arbeit Rad- und Fußwege beidseitig der B10 in unterschiedlichen Qualität. Die Arbeit orientiert sich dabei stark am Bestand, in dem sie sehr realistisch mit den örtlichen städtebaulichen, verkehrlichen und topographischen Gegebenheiten umgeht und damit gute Chancen für eine Umsetzung bietet. Die Idee eines Veranstaltungsplatzes an der Kienlesbergbastion ist nachvollziehbar; die dargestellten Atmosphären lassen aber wenig Bezüge zur historischen Örtlichkeit erkennen.

Der Umgang mit dem Graben ist mit einer ergänzenden Brücke und einem durchgängigen Weg in der Mitte zurückhaltend und angemessen. Die eher schlichte Grüngestaltung der Flächen um das Blaubeurer Tor mit dem westlich abschließenden Baumkranz und freien Rasen- und Wiesenflächen, wird dem Ort gerecht und eröffnet vielfältige Möglichkeiten. Die historisierenden seitlichen Anbauten an das Blaubeurer Tor wurden jedoch kontrovers diskutiert. Der zurückhaltend und selbstverständlich wirkende Umgang mit der Kleinen und Großen Blau erscheint angemessen und nachvollziehbar, ebenso wie die Fortführung des Weges zum Böblinger Turm.

Am Ehinger Tor wird der Versuch unternommen mit einfachen Mitteln ein neuer Zusammenhang zwischen Stadt und dem „Gymnasium im Park“ geschaffen, kann aber letztlich nicht wirklich überzeugen. Positiv gesehen wird die Idee einer Grünanlage östlich des Hans und Sophie-Scholl-Gymnasiums; das hier optional geplante Baufeld wurde kontrovers diskutiert.

Der Ersatz der Haltestellen-Überdachung am Ehinger Tor durch eine moderne transparente Überdachung ist nachvollziehbar, aber wird nicht wirklich als adäquate Antwort für den Stadtraum gesehen. Die Fortführung der Wegeführungen zum Fluß respektiert die vorhandene Parkanlage in wohltuender Art und endet an einem neuen barrierefreien Steg mit einer interessanten Aussichtsplattform, der Donaubastion. Die Gestaltungsidee einer Lärmschutzwand wirft dagegen erhebliche Fragen auf.

Die Arbeit wirkt insgesamt eher ruhig, umgibt die historischen Bausteine mit zurückhaltenden Freiräumen und liefert damit einen interessanten Ansatz zur Verbindung der Grünräume von der Wilhelmsburg zur Donau.