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begrenzt offen mit vorgeschaltetem, kombiniertem Auswahl-/Losverfahren | 04/2005

Marktplatz

2. Rundgang

APB. Schneider Andresen Pomm├ęe Architekten und Stadtplaner PartG mbB

Architektur

Erl├Ąuterungstext

1 Der Marktplatz zu Ratzeburg

Fast in der Mitte der Ratzeburger Stadtinsel gelegen, bildet der Marktplatz das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des historischen Stadtkerns. Der Aufbau nach der Zerst├Ârung 1693 bot den st├Ądtebaulichen Neuanfang und Umbau als Markt mit einer repr├Ąsentativen Gr├Â├če und Gestalt, welche die bis dahin ├╝blichen Abmessungen von Pl├Ątzen des Mittelalters deutlich ├╝berstieg. Die gro├čz├╝gige Platzfl├Ąche und die herrschaftlichen Fassaden zeugten von der weltlichen Bedeutung der Stadt gegen├╝ber dem geistigen Zentrum, dem Dom. Die Gestaltung des Platzes war schlicht und pragmatisch. Mit der Teilung in Platzinnenfl├Ąche und umlaufenden Stra├čen entlang der Fassaden gelang eine einfache Gliederung des Raumes in verschieden nutzbare Bereiche. Wie in dem historischen Prospekt zu erkennen ist, wirkt der Platz mit dieser schlichten Leere wie ein selbstverst├Ąndlicher wunderbarer Salon f├╝r das st├Ądtische Treiben der aufstrebenden Garnisons- und Regierungsstadt Ratzeburg.

In seiner 300-j├Ąhrigen Geschichte seit seiner barocken Neuanlage, hat der Ratzeburger Marktplatz diese urspr├╝ngliche Weite und Bedeutung verloren. Die Zerschneidung durch Stra├čen, die M├Âblierung aus unterschiedlichen Jahrzehnten und verschiedenen Oberfl├Ąchenmaterialien lassen keinen Platzeindruck entstehen. Unser Wunsch ist es daher, durch Aufr├Ąumen, Neuordnen und die Einf├╝hrung schlichter Elemente die ehemalige Klarheit und Dimension des Entwurfes wieder herzustellen und gleichzeitig einen zeitgem├Ą├čen Platz zu gestalten.
Sichtbez├╝ge, die Reaktion auf die westliche Platzeinfassung mit Baumreihen, die den Weg zum Dom begleiten, sowie die punktuelle Besetzung des Platzes geben dem Platz seine Ruhe wieder.
Hierbei sollte eine L├Âsung pr├Ąsentiert werden, die eine kurzfristige und zugleich endg├╝ltige Realisierung erm├Âglicht, um weitere Umbauten der Platzfl├Ąche zu vermeiden.

2 Der Platzentwurf

Die Platzmitte des Marktplatzes wird von einer breiten Natursteinkante eingefa├čt, die sich im Bereich der Bushaltestellen aus der Fl├Ąche erhebt.

Die innere Platzfl├Ąche wird aus gebrauchtem Lesesteinpflaster, dem historischen Material, wiederhergestellt. Umlaufend im Vorbereich der Geb├Ąude und als Verl├Ąngerung der ankommenden Stra├čenz├╝ge entsteht eine Bewegungsfl├Ąche aus Granitkleinpflaster in Reihen ÔÇô der Granit findet sich ebenfalls als Befestigung der Fahrbahn auf der Platzdiagonale. Entlang der Fassaden werden die kleinen Restfl├Ąchen nach historischem Vorbild wieder mit Lesesteinpflaster ausgelegt. Wir m├Âchten auch das traditionelle Motiv der Rosen als Fassadenschmuck neu aufnehmen und an den historischen Geb├Ąuden wieder beleben.
Die Friedenslinde bleibt erhalten. Die zweite, nachgepflanzte, wird durch ein gr├Â├čeres Exemplar ersetzt, um die ehemalige Symmetrie zur├╝ckzugewinnen.
Ein langgezogenes Wasserbecken nimmt die hier bestehende, auf die Alte Wache bezogene Achse auf und f├╝hrt sie als besitzbares Element auf die Platzfl├Ąche. Eine Skulpturengruppe sitzt ins Gespr├Ąch vertieft am Brunnenbecken als Blickpunkt in der Achse des Kirchhof-Zugangs. So verbinden sich optisch der kirchliche und der weltlichen Platz.
Diametral gegen├╝ber steht ein gro├čer mehrst├Ąmmiger Solit├Ąrbaum, Gegengewicht und r├Ąumlicher Abschluss des Platzes auf der Nord-Ost-Seite.
Einzige weitere ÔÇô sparsam eingesetzte ÔÇô Elemente sind Sitzb├Ąnke im Vorbereich von Geb├Ąuden bzw. der ├Âstlichen Baumreihe zugeordnet. Von hier aus kann man gem├╝tlich dem Treiben auf dem Platz zuschauen und die wiedergewonnene Atmosph├Ąre genie├čen.

In der Nacht bringen einzelne hohe Mastleuchten die Grundhelligkeit f├╝r den Platz. Zus├Ątzliche Akzente bilden die beleuchteten Buswarteh├Ąuschen und der Brunnen.

3 Das Verkehrskonzept

Der Ratzeburger Marktplatz soll fr├╝hzeitig seiner k├╝nftigen Funktion als zentraler Platz mit ├╝berwiegender Aufenthaltsfunktion f├╝r Fu├čg├Ąnger gerecht werden.

Bis zur Realisierung einer inner├Ârtlichen, s├╝dlichen Hauptverkehrsstra├če mit direktem Anschluss an den K├Ânigsdamm, wird der Durchgangsverkehr der Bundesstra├če B 208 in einer Zwischenausbaustufe aufgespalten.
Dazu werden die Stra├čen Demolierung, Schulstra├če, An der Brauerei und Seestra├če partiell umgebaut. Die Knoten Unter den Linden und Langenbr├╝ckerstra├če werden signalisiert und soweit ausgebaut, dass sie den nach Osten flie├čenden Durchgangsverkehr der B 208 aufnehmen k├Ânnen. Zielverkehre in die Innenstadt k├Ânnen mit verringerter Gr├╝nzeit gedrosselt einfahren.
Der nach Westen gerichtete Durchgangsverkehr wird ├╝ber den endg├╝ltig hergestellten Marktplatz auf der k├╝nftigen Richtungsfahrbahn des Linienbus- und Taxenverkehrs gef├╝hrt.
Der Fu├čg├Ąngerbereich auf dem Marktplatz wird wie im Endausbau nur von Radfahrern und tempor├Ąr durch den Lieferverkehr befahren.

F├╝r diese Verkehrsf├╝hrung des Zwischenausbaus kann bereits die gesamte Platzfl├Ąche mit den angrenzenden Stra├čen endg├╝ltig hergestellt werden. Die Bushaltestelle \"Demolierung\" wird entsprechend des Endausbaus n├Ârdlich des Knotens Unter den Linden / Demolierung in Zuordnung zur Innenstadt und zu den ├ťberliegerpl├Ątzen angeordnet. Dieser Knoten sowie die Einm├╝ndung Seestra├če / Langenbr├╝ckerstra├če sind ohne gro├če Umbauten f├╝r den Endausbau nutzbar.

Im Endausbau wird ├╝ber die Fahrbahn zwischen Junkerstra├če und Gro├če Wallstra├če nur noch der Bus- und Taxenverkehr mit deutlich verminderter Geschwindigkeit abgewickelt. Bauliche Ver├Ąnderungen sind in der T├Âpferstra├če und Langenbr├╝ckerstra├če nicht erforderlich.