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Einladungswettbewerb | 04/2023

Meilenstein Bundesviertel in Bonn

Plaza mit Meilenstein Bundesviertel

Plaza mit Meilenstein Bundesviertel

1. Preis

ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH

Architektur, Stadtplanung / Städtebau

GROW Landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Im Bonner Bundesviertel entstehen ein urbaner Platz und ein elfgeschossiges Gebäude. Damit wird ein wichtiger Baustein der von der Bundesstadt Bonn beschlossenen Rahmenplanung Bundesviertel umgesetzt.

Ende April 2023 wurde der von der Kreer Deveolpment GmbH ausgelobte Planungswettbewerb mit klarem Juryvotum entschieden. Der von ASTOC Architects and Planners zusammen mit GROW Landschaftsarchitektur eingereichte Beitrag √ľberzeugte sowohl mit dem st√§dtebaulichen Konzept als auch mit der architektonischen Ausformulierung des Meilenstein Geb√§udes.

Das neue Geb√§ude, auf dem ca. 5.000 qm gro√üen Grundst√ľck an der Kreuzung Ollenhauerstra√üe und Oscar-Romero-Allee gelegen, entwickelt zusammen mit der Plaza eine Vision f√ľr die st√§dtebauliche Weiterentwicklung der gegenw√§rtig amorphen Situation. Signifikante Merkmale des Entwurfs sind die vier einger√ľckten Stadtloggien, die flexiblen Nutzungsm√∂glichkeiten sowie die Aufnahme st√§dtebaulicher Bez√ľge.

Auf ca. 24.000 qm Bruttogrundfl√§che verteilt sich im Geb√§ude eine Nutzung aus Gastronomie, Handel und Gewerbe im Erdgeschoss und flexibel nutzbaren B√ľrofl√§chen dar√ľber. Auf √Ąnderungen in Arbeitsabl√§ufen und -strukturen kann ohne gro√üen baulichen Aufwand reagiert werden. Alle g√§ngigen B√ľrotypologien und Kombinationen sind m√∂glich. Zuk√ľnftig wird im Bundesviertel ein erh√∂hter Bedarf an Wohnfunktion erwartet. Die B√ľrofl√§chen sind daher hinsichtlich Konstruktions- und Ausbauachsen, Erschlie√üung und Fassadenelementierung so entworfen, dass sie sp√§ter zu Wohnraum umgenutzt werden k√∂nnen.

Die Plaza bietet unterschiedliche Aufenthaltsqualit√§ten, f√ľr Kommunikation und Begegnung ebenso wie f√ľr das ruhige Verweilen; mit locker eingestreuten B√§nken, zwei langgezogenen Wassertischen, dem Erhalt vorhandener B√§ume und Erg√§nzungspflanzungen in unterschiedlicher Dichte als Beitrag zur Biodiversit√§t. In den Loggien des Geb√§udes setzt sich das Gr√ľn vertikal fort.


ERL√ĄUTERUNGSTEXT DES WETTBEWERBSBEITRAGES

LEITIDEE & ENTWURFSKONZEPT
Der √ľbergeordnete Gedanke des vorliegenden Entwurfes liegt nicht einzig in der anstehenden Planungsaufgabe, sondern in der Vision der zuk√ľnftigen, st√§dtebaulichen Gesamtweiterentwicklung der gegenw√§rtig amorphen st√§dtebaulichen Situation.
So wird auf den Anschluss des Geb√§udes an die umgebenden vorhandenen Bestandsh√∂hen bewusst verzichtet, es wird keine vermeintlich naheliegende Blockrandbebauung mit Hochpunkt vorgeschlagen. Der ‚ÄěMeilenstein‚Äú wird als ein hohes, solit√§res Geb√§ude entworfen.
Der ‚ÄěMeilenstein‚Äú wird als ein hohes, solit√§res Geb√§ude entworfen.
Damit wird er selbstbewusst und funktionsf√§hig der Ausgangspunkt f√ľr die vorgesehene gro√üma√üst√§bliche Bebauung im Norden des Areals.

ST√ĄDTEBAULICHE EINBINDUNG
Wir stellen das Geb√§ude frei. Die Flucht entlang der Oscar-Romero-Allee wird aufgenommen, vorhandene wie z.B. die pr√§gnante Zuwegung der Ollenhauerstra√üe von der Adenauerallee, aber auch zuk√ľnftige st√§dtebauliche Kanten im Westen werden aufgenommen und fortgef√ľhrt.
Stadtloggien an allen vier Geb√§udeseiten / Himmelsrichtungen im Geb√§ude verkn√ľpfen Nachbarschaften im √ľbergeordneten Ma√üstab. Durch die zur√ľckhaltende, dennoch pr√§gnante Ausformulierung der Architektur wird insbesondere aus den langen Perspektiven des Oscar- Romero- Allee und der Ollenhauerstra√üe die Wahrnehmung und die Auffindbarkeit des Neubaus im Stadtbild deutlich unterst√ľtzt. In Folge des Abr√ľckens unseres Geb√§udes vom n√∂rdlichen Nachbar entsteht eine gro√üz√ľgige Plaza. Ein inspirierender Freiraum wird geschaffen, der nicht nur die Fu√üg√§nger- und Fahrradwege weiterf√ľhren kann, sondern auch als kommunikativer Treffpunkt und Ort f√ľr verschiedene Events genutzt werden kann.

FREIRAUMPLANUNG
Das Konzept begreift den Au√üenraum als ‚ÄěPlaza‚Äú, welche alle angrenzenden Geb√§ude miteinander in Beziehung setzt und mit einer durchgehenden Materialit√§t verbindet. Dieser Platzteppich integriert auch alle Verkehrsfl√§chen nach dem Shared-Space-Prinzip. So auch die Vorfahrt zu den Geb√§uden zwischen der Bahnparallelen und der Baunscheidstra√üe.
Die urbane Platzgestaltung erh√§lt nach S√ľden hin mehr und mehr eine gr√ľne Pr√§gung. In gleicher Weise, wie sich der Belag in streifenf√∂rmige Pflanzfl√§chen wandelt, verdichten sich die B√§ume von lockeren Gruppen zu einem dichten Hain. Sie folgen in Reihen der Nord-S√ľd-Richtung, was die solit√§re Stellung der Architektur zus√§tzlich betont.
Die Plaza bietet differenzierte Aufenthaltsangebote. Auf den locker verteilten Bänken lässt sich in sonnigen, aber auch in schattigen Bereichen verweilen. Zwei langgezogene Wassertische bieten hier zwischen den Pflanzstreifen eine zusätzliche Qualität.
Wasser spielt aber vor allem in √∂kologischer Hinsicht eine wichtige Rolle. S√§mtliche Niederschl√§ge verbleiben auf dem Grundst√ľck und werden gezielt den Geh√∂lzen zugef√ľhrt. Baumrigolen speichern das Wasser, was √ľber die nat√ľrliche Verdunstung auch in trockenen Perioden ein ausgewogenes Kleinklima schafft. Der Einsatz von sogenannten Klimab√§umen und einer stressresistenten Stauden- / Gr√§sermischung sorgt f√ľr ein dauerhaft gr√ľnes Bild. Es ist ein Beitrag zur Biodiversit√§t in der Stadt. Ein Planungsziel, welches durch die vorgesehene Fassadenbegr√ľnung auch in der Vertikalen seine Entsprechung findet

√ĄUSSERE ERSCHLIESSUNG / ZUFAHRT FEUERWEHR
Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt √ľber die Oscar- Romero- Allee. Hier befindet sich auch die Vorfahrt zum Geb√§ude. Nach Osten, √ľber die entstehende Plaza hinweg, k√∂nnte eine weitere Ausfahrt auf die Baunscheidtstra√üe zur Entflechtung der Verkehre f√ľhren.
Eine Anlieferung f√ľr Gewerbe und Gastronomie im Erdgeschoss erfolgt von der Oscar-Romero-Allee aus, konfliktlos getrennt von der Geb√§udezufahrt und dem Fu√ü- und Radverkehr.
Feuerwehrzufahrten sind zum einen √ľber die Plaza von der Baunscheidstra√üe, als auch von der Oscar-Romero-Allee m√∂glich.
Die notwendigen Aufstell- und Bewegungsfläche können auf der Plaza, direkt vor dem Gebäude und am östlichen Haupteingang nachgewiesen werden.

INNERE ERSCHLIESSUNG / BARRIEREFREIHEIT
Ein schon an der Fassade ablesbareres, lichtdurchflutetes Foyer bildet einen klar erkennbaren, repr√§sentativen Eingang mit Vorfahrt von der Oscar-Romero-Allee aus und erschlie√üt s√§mtliche B√ľroeinheiten in den Obergeschossen. Der Lobby angeschlossen sind kleinteilige Einzelhandel und Dienstleistungseinrichtungen sowie Gastronomieangebote.
Ein Nebenfoyer an der nördlichen Plaza dient ebenfalls der Erschließung und könnte, bei späterer Umnutzung zu Wohnfläche, separat genutzt werden.
√úber den Erschlie√üungskern mit Sicherheitstreppenhaus und Aufz√ľgen erreicht man die B√ľros in den Obergeschossen. Alle Geschosse sind multifunktional und flexibel als Kombib√ľro, Gro√üraum oder Zellenb√ľro nutzbar. B√ľrofl√§chen lassen sich individuell neu zusammenstellen und je nach den funktionalen und organisatorischen Mieterbed√ľrfnissen aufteilen.

FUNKTIONALIT√ĄT
Die B√ľrofl√§chen in den vier Obergeschossen folgen einem geordneten Raster von 1.35 m, sind differenziert gegliedert und flexibel bespielbar. Nur Fluchttreppen, Aufz√ľge und einzelne vertikale Versorgungseinheiten sind fest eingebaut und unverr√ľckbar.
Durch die Organisation der Grundrisse ist eine h√∂chstm√∂gliche Flexibilit√§t gegeben. Die Verf√ľgbarkeit von nat√ľrlicher Bel√ľftung und der optimierten Tageslichtversorgung l√§sst eine moderne Arbeitswelt mit einladender Offenheit entstehen. Die Transparenz im Inneren und der visuelle Austausch mit der Nachbarschaft und dem √∂ffentlichen Raum werden das B√ľro der Zukunft pr√§gen. Das Wechselspiel von belebtem Empfangsbereich / Lounge und etwas ruhigeren Arbeitsbereichen bereichert die offene B√ľroumgebung ganz selbstverst√§ndlich und f√∂rdert ein individuelles Arbeiten, ohne jedoch auszugrenzen.
Als Orientierungspunkte und besondere Orte im Haus sind die "Gr√ľnen Loggien" elementarer Erlebnisbestandteil des angebotenen Raumgef√ľges. Der Innenraum wird mit landschaftlichen Elementen angereichert, sodass ein jahreszeitlich adaptierbares Mikroklima nachhaltig die Umgebungsqualit√§t am Arbeitsplatz verbessert.
Alle Grundrisslayouts der Obergeschosse lässt eine Umnutzung zu Wohnzwecken zu.
Hier sind neben klassischem Geschosswohnungsbau auch ein Co-Living und / oder Micro-Living Konzepte denkbar. Selbst die teilweise Umnutzung zu einem Hotel mit Foyer, Rezeption und Gastronomie im Erdgeschoss ist möglich.

KONSTRUKTION, MATERIALIEN UND FASSADE
Zum Erreichen einer maximalen Steifigkeit und vor allem f√ľr mehr Freiraum f√ľr Installationen, ist das Deckensystem als 30 cm dicke Flachdecke geplant.
Mit Spannweiten bis max. 8,10 m wird ein effizientes, kosteng√ľnstiges und vor allem nachhaltiges Tragwerk erm√∂glicht, das auch auf sp√§tere Umbauten gut vorbereitet ist. Die Herstellung der Kerne und Flachdecken in durchgehender Struktur und hohem Wiederholungsgrad beg√ľnstigt einen wirtschaftlichen Rohbauablauf. Um die Fl√§cheneffizienz der Grundrisse durch m√∂glichst kleine St√ľtzenquerschnitte zu optimieren, sind Stahlbetonverbundst√ľtzen geplant, welche einen deutlich geringeren Fl√§chenbedarf haben als konventionelle Ortbetonst√ľtzen.
Signifikante Merkmale des Entwurfs sind die einger√ľckten Stadtloggien, die Nutzungen sowie die Aufnahme st√§dtebaulicher Bez√ľge. Die Auskragungen der B√ľrogeschosse √ľber den unteren Stadtloggien in Ost-West Ausrichtung werden durch Wandscheiben in den dar√ľber liegenden Auskragungen der B√ľronutzung (ggf. sp√§ter auch Wohnen) sichergestellt. So werden die Lasten in die 2. St√ľtzenebene √ľbertragen. Die Zentrierung der Lasten erfolgt in den Deckenebenen durch die symmetrische Position der sich gegen√ľberliegenden Auskragungen. Ungleichm√§√üige Lasten werden durch den grundfesten Kern aufgenommen. Gleiches gilt auch f√ľr die Fassadenr√ľckspr√ľnge, die die vier Stadtloggien in der Horizontalen verbinden. Durch die Anordnung von kurzen Wandscheiben in dem dar√ľber liegenden Geschoss werden die in der Fassadenebene auftretenden Lasten in die r√ľckversetzten St√ľtzen des Sockels umgeleitet. Auch hier erfolgt die Zentrierung √ľber die Deckenscheiben.
Teile der Innenw√§nde k√∂nnen in Holztafelbauweise erstellt werden. Die bei der Holztafelbauweise ben√∂tigten Wandfertigteile bestehen aus einem Holzrahmen, der beidseitig mit Platten geschlossen wird. Der innere Hohlraum ist mit mineralischer W√§rmed√§mmung gef√ľllt. An der Innenseite der Tafelelemente wird eine Dampfsperre und eine Gipskartonbeplankung angebracht. Das zeit- und kostensparende Konzept erm√∂glicht ein schnelles und relativ risikoarmes Errichten eines neuen Geb√§udes, dem eine Verwendungsdauer von etwa 80 bis 100 Jahren bescheinigt werden kann. Ein solcher Holztafelbau wird zudem umweltfreundlich hergestellt. Viele der dabei verwendeten Materialen stammen direkt aus der Natur und werden ohne sch√§dliche Zus√§tze in die Konstruktion einbezogen. Insbesondere Allergiker und Personen mit Erkrankungen des Immunsystems profitieren daher oft von der Holztafelbauweise. Zugleich sinkt bei der Herstellung der Aussto√ü von giftigen D√§mpfen sowie des Kohlenstoffdioxids.
Die Fensterelemente sind als Holz-Alu Profile vorgesehen, die au√üen in einem hellen Kupferton eloxiert und mit einer Dreifachverglasung ausgestattet sind. Der Sonnenschutz wird √ľber einen seilgef√ľhrtes, hellgraues Screengewebe gew√§hrleistet.
Die Au√üenw√§nde werden zum Teil mit Keramikelementen analog der Deckenb√§nder verkleidet. In den S√ľdwestfassaden werden Photovoltaikelemente intergiert, die die Photovoltaikanlage auf dem Dach sinnvoll erg√§nzen und so zus√§tzliche Potentiale erschlie√üen.

NACHHALTIGKEIT_ KFW 40
Der ‚ÄěMeilenstein‚Äú wird als besonders nachhaltiges, modernes Geb√§ude geplant. Die Gesetze der Kreislaufwirtschaft sollen hier vorbildhaft ber√ľcksichtigt werden.
Der k√ľnftige W√§rme- und Strombedarf des Geb√§udes wird die gesetzlichen Anforderungen erheblich unterschreiten und die gleiche Gr√∂√üenordnung wie die gewonnene Energie haben. Neben der positiven Wirkung auf Umwelt und Nachbarschaft f√ľhren die minimierten Betriebs- und Wartungskosten auch zu geringen Lebenszykluskosten.
Die Stadtloggien in allen Himmelsrichtungen sind die gr√ľnen Lungen des Projektes; Luftreinigung, Schallschutz, die Bindung von VOC und Staub, die Feuchteregulierung und die Milderung des Innenraumklimas werden hier erbracht.
Die Bewässerung aller Pflanzen erfolgt automatisch mit Regenwasser aus einer Zisterne.
Ein au√üenliegender Sonnenschutz und der innenliegende Blendschutz vervollst√§ndigen die Anspr√ľche an ein zeitgem√§√ües, nachhaltiges B√ľrogeb√§ude.
Die Fassade ist als eine hybride, elementierte Konstruktion in angedacht. Die erforderlichen, opaken Anteile von ca. 40 % sind als streng nach S√ľden und Westen ausgerichtete Photovoltaikmodule konzipiert die ebenfalls Bestandteil des Energiekonzeptes sind.
Die markanten Stadtloggien und die verbindenden Fassadeneinschnitte sind offener, aber auch gesch√ľtzter Raum. Die in die Loggien integrierten Etagenbalkone werden mit einem Metallgewebe als Absturzsicherung versehen, das sich auf einfachste Weise mittels im Balkonpaket integrierten Pflanzk√§sten begr√ľnen l√§sst.
Die Begr√ľnung sorgt daf√ľr, dass sich die Au√üenluft verbessert und abgek√ľhlt wird. Die Pflanzen wirken schallsch√ľtzend und schadstofffilternd.
Erholung, Luftreinigung, Schallschutz, die Bindung von VOC und Staub, die Feuchteregulierung und die Verbesserung des Mikroklimas werden hier lokalisiert.
Die Bewässerung aller Pflanzen erfolgt automatisch mit Regenwasser aus einer Zisterne.
Die Heizung und K√ľhlung erfolgt √ľber W√§rmestrahlung akustisch wirksamer Deckensegel und/oder Fu√übodentemperierung.
Das Dach des Gebäudes erhält eine flächige Photovoltaikanlage zur Erzeugung von Strom. Wärme und Kälte werden aus der Geothermie gewonnen.
Alle Stellpl√§tze sind bereits mit Leerrohren f√ľr eine zuk√ľnftige Ladeinfrastruktur und Leerpl√§tzen f√ľr
Transformatoren vorger√ľstet, an der Mehrzahl der Stellpl√§tze sind bidirektionale Ladestellen angebracht. Leihfahrzeuge und E-Lastenfahrr√§der sowie Stationen zum Laden der Fahrzeuge runden das ganzheitliche Konzept der modernen urbanen Mobilit√§t ab.

TECHNISCHE DETAILS:
Bauphysik
Die Geb√§udeh√ľllfl√§chen werden gem√§√ü KfW 40-Richtlinien ausgef√ľhrt, um √ľberall optimalen thermischen Komfort zu gew√§hrleisten. Die U Werte der Fenster betragen Uw = 0,8 W/m¬≤K, der weiteren Au√üenw√§nde UAW < 0,13 W/m und des Daches UDA < 0,10 W/m¬≤K.
Die vorgelagerte gr√ľne Zone begrenzt bei guter bis sehr guter Tageslichtversorgung den sommerlichen Energieeintrag und reduziert ressourcenintensive K√ľhlma√ünahmen.
Zur nat√ľrlichen Bel√ľftung k√∂nnen die Mitarbeiter an jedem Arbeitsplatz individuell ihre Fenster √∂ffnen. Alle Fenster sind mit Dreh-Kipp Funktion ausgestattet und erhalten eine Dreifachverglasung.
Heizung
Die Beheizung des Gebäudes erfolgt mittels Fernwärme als Spitzenlast und Wärmepumpe aus oberflächennaher Geothermie in Grundlast. Dazu werden Erdwärmesonden vorgesehen, die in sehr intensivem Kontakt mit dem Grundwasser stehen. Zusätzlich gibt es eine Sole-Wasser-Wärmepumpe.
K√ľhlung
Die K√ľhlung des Geb√§udes erfolgt passiv √ľber die Nutzung der Geothermie. Die B√ľro- und Besprechungszonen werden √ľber akustisch wirksame Heiz-K√ľhlsegel und/oder Fu√übodentemperierung gek√ľhlt.
Zur Nutzung von Umweltk√§lte wird ein Sole-Wasser-W√§rmetauscher vorgesehen. Der W√§rmetauscher √ľbertr√§gt die W√§rme aus der Temperierung an die Sonden und das Erdreich.
Der Energieeinsatz beschr√§nkt sich auf die Hilfsenergie f√ľr die Pumpen des K√ľhlkreislaufs und des Sole-Kreislaufs. Die Laufzeiten des Systems sind zur Reduktion des Stromverbrauchs regelungstechnisch optimiert.
L√ľftung
Da das Geb√§ude auf seiner H√ľlle eigenen Sauerstoff erzeugt, ist nur noch die L√ľftung der Kernzone n√∂tig.
Daf√ľr werden Passivhaus-zertifizierte L√ľftungsanlagen mit hocheffizienten W√§rmetauschern vorgesehen.
In der Kernzone werden die Decken abgehängt. An Sanitärkernen wird die Abluft abgesaugt.
Ein √Ėffnen der Fenster ist im B√ľro- und Wohnbereich jederzeit m√∂glich. Ein geringes Absenken der Raumtemperatur bei sehr langer Fensterl√ľftung im Winter ist beabsichtigt, um ein angemessenes L√ľftungsverhalten zu beg√ľnstigen.
Beleuchtung
Die Beleuchtung der Nutzungsbereiche erfolgt √ľber hocheffiziente tageslicht- und pr√§senzgesteuerte LED Beleuchtung. Geringer Stromverbrauch und hohe Langlebigkeit tragen zu minimalen Betriebskosten bei. Die Lichttemperatur wird auf das Tageslichtspektrum im Innenraum angepasst: die vom Glas absorbierten Wellenl√§ngen werden verst√§rkt durch die LED Beleuchtung generiert.
Photovoltaik und Gleichstrom
Die Dachfl√§chen werden mit PV-Elementen belegt. Zum Energiemanagement und zur Netzentlastung wird eine USV-Speicher-Hybridanlage empfohlen, welche √úbersch√ľsse der PV zwischenspeichert und zugleich eine schwarzstartf√§hige unterbrechungsfreie Stromversorgung bietet.
Die verf√ľgbaren Dachfl√§chen werden mit PV-Elementen 10¬į flach geneigt √ľberdeckt. Eine optionale station√§re Batterie puffert den Tagesbedarf an Strom.
Graue Energie / Konstruktion
Ein v√∂lliger Verzicht auf Verbundwerkstoffe bzw. Werkstoffverbunde wird grunds√§tzlich angestrebt. Die Vermeidung von Schadstoffemissionen und sp√ľrbare Erh√∂hung der Luftqualit√§t wird durch die Auswahl und Kontrolle nicht emittierender Baumaterialien, vor allem Holz und Beton erreicht. Alle Bauelemente sind trennbar und wiederverwendbar.
Im Innenausbau kommen statt der √ľblichen Gipskartonplatten auf Metall-unterkonstruktion Holz-Lehm-Bauplatten auf einer Holzunterkonstruktion zum Einsatz.



ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH, Köln,
mit GROW Evers | Czerniejewski Landschaftsarchitekten Partnerschaft mbB, Köln

Team ASTOC: Peter Berner, mit Jörg Wurmbach, Jan Wilmer, Josefine Kiesewalter, Julius Gronemann, Felix Grauer, Ulrich Hundsdörfer, Timmy Fervers, Ferdinand Holz

Team GROW: Joachim Evers, mit Lukas Klapprott

Beurteilung durch das Preisgericht

Lage und Geschossigkeit der Bauk√∂rper im Plangebiet bleiben gegen√ľber Phase 1 unver√§ndert. Durch ihre dynamische Positionierung zueinander entstehen gro√üz√ľgige, attraktive Freir√§ume, die auch ohne BImA-Beteiligung bereits autark funktionieren und eine eindeutige Adressierung bieten.

Der sehr kompakte, kubische Bauk√∂rper wird durch die Verfasser in Phase 2 durch pr√§gnante, umlaufende Einschnitte weiterentwickelt und fein differenziert. Die vertikalen Einschnitte an den Geb√§udeseiten werden in zwei sog. Transfergeschossen horizontal miteinander verbunden, ergeben so Loggien und Balkone, die begr√ľnt sind, viel Potenzial f√ľr die Nutzer bieten und die Belichtung des W√ľrfels gew√§hrleisten. Das Geb√§ude wirkt klar und schafft eindeutige Bez√ľge, seine Skulpturalit√§t und Fassade wirken durch das begr√ľnte Band sehr √§sthetisch. Der Ausschnitt am Entr√©e ist in seiner Dimensionierung nun angemessen, der Arkadengang zur Plaza gut gew√§hlt.

Effizienz und Teilbarkeit der B√ľroetagen sind g√ľnstig, die B√ľrogrundrisse gelungen. Es finden sich allerdings weniger belichtete Innenecken. Bei der Umnutzung ergeben sich teilweise tiefe, m√§√üig belichtete Wohnungen. Sie haben durch die Einschnitte jedoch ausnahmslos einen attraktiven Au√üenbezug, die Realisierbarkeit von Balkonen wird plausibel nachgewiesen. Allenfalls die Einsehbarkeit benachbarter Wohnungen k√∂nnte Konfliktpotenzial haben. Die Fluchtwege sind in den Wohngrundrissen zu lang
Balkon mit Ausblick auf das Siebengebirge

Balkon mit Ausblick auf das Siebengebirge

Lageplan

Lageplan

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss Erdgeschoss

Isometrie

Isometrie

Abgabeplan 1

Abgabeplan 1

Abgabeplan 2

Abgabeplan 2

Abgabeplan 3

Abgabeplan 3