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Nichtoffener Wettbewerb | 06/2021

METRO-Campus in DĂŒsseldorf-Flingern

1. Preis

Preisgeld: 90.000 EUR

ACME London/Berlin

Stadtplanung / StÀdtebau, Architektur

Stadt Land Fluss, BĂŒro fĂŒr StĂ€dtebau und Stadtplanung BDA, SRL

Stadtplanung / StÀdtebau

Kieran Fraser Landscape Design

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext

Leitidee
Das GelĂ€nde an der Grafenberger Allee hat schon lange eine prominente Rolle in der IndustrieGeschichte DĂŒsseldorfs gespielt. Vor der jetzigen Nutzung durch METRO war dies der Ort der berĂŒhmten Schminke Farbfabriken, der Grafenberger Walzwerke, Lieferanten des Stahls fĂŒr die ersten Porsche, sowie der Hohenzollern Lokomotivwerke im SĂŒden. Durch die Aufgabe des bisherigen Cash&Carry-Marktes entsteht ein großes Entwicklungspotenzial in unmittelbarer Nachbarschaft zu den verschiedenen Bestandsbauten der METRO und den Quartieren von Flingern-Nord. Hier kann es gelingen, ein wegweisendes Arbeits- und Wohn-Quartier zu schaffen, einen Herz und Innovationszentrum fĂŒr METRO, neue LandschaftsrĂ€ume, Parks und GĂ€rten fĂŒr Bewohner – ein klima-gerechtes, urbanes Quartier der Zukunft.
Das stĂ€debaulich-freiraumgestalterische Konzept sieht die Entwicklung eines urbanen, gemischt genutzten Quartiers mit einer prĂ€gnanten baulich-rĂ€umlichen Struktur und eigenstĂ€ndiger IdentitĂ€t vor. Mit dem neuen Quartier entstehen neue GrĂŒnflĂ€chen, einladende, differenzierte öffentliche RĂ€ume, attraktive Wohnlagen und die notwendigen sozialen Infrastruktureinrichtungen. Existierende und neue GebĂ€ude formen vier Quartiere, und im Zentrum jedes Quartiers liegt ein neuer öffentlicher Raum. Es ist wichtig, das die unterschiedlichen IntensitĂ€ten von Arbeit, Wohnen, Spiel und Freizeit alle ihren Ort in dem neuen Stadtteil finden. Einige Nutzungen brauchen Dichte, andere brauchen Abstand. StadtplĂ€tze brauchen harte Oberflachen um MĂ€rkte, CafĂ©s, Events und flexible Nutzungen zu ermöglichen. Parks brauchen Natur und offene Landschaft. Das urbane Konzept schafft bewusst unterschiedliche Orte, mit unterschiedlichen QualitĂ€ten, um eine Vielzahl von Nutzungen und Charakteren zu entwickeln, welche die flexible und wechselnde Wohn- und Arbeitskultur des 21ten Jahrhunderts widerspiegelt. Urbane PlĂ€tze und Begegnungszonen verbinden sich in wechselnden Raumdimensionen zu einem lebendigen und gut vernetzten Stadtraum.
Das stĂ€dtebaulich-freiraumgestalterische Konzept umfasst vier neue öffentliche RĂ€ume mit jeweiligen spezifischen rĂ€umlichen BezĂŒgen und QualitĂ€ten:
‱ Das Campus-Quartier mit vielfĂ€ltigen Nutzungen gruppiert um einen aktiven Campus Platz, als funktionaler und gestalterischer Mittelpunkt des neuen Quartiers, als Schnittstelle zwischen der Hauptverwaltung der METRO AG und der Neubebauung, ein lebendiger Stadtplatz und Marktplatz fĂŒr die weitere Umgebung, zwischen Arbeiten und Wohnen.
‱ Das Park-Quartier, ein Ort des Wohnens und Arbeitens im Kiez, zwischen dem Campus und der Walter-Eucken-Straße, erschlossen durch die Quartiersgasse und mit grĂŒnen Hof- Blöcken gruppiert um einen neuen offenen grĂŒnen Quartierspark.
‱ Das „Green Lane“ Quartier, ein kommerzielles und soziales Quartier, das die sĂŒdlichen METRO GebĂ€ude erschließt und sie mit Neubebauung vereint, mit u.a. Wohnen, Pflegewohnen und KindertagesstĂ€tten entlang der West-Ost verlaufenden „Green Lane“, die sich von der SchlĂŒterstraße und Stadtwald bis zum Quartiersplatz an der Walter-Eucken-Straße erstreckt.
‱ Das Garten-Quartier mit seiner schĂŒtzenden Randbebauung und den Punktbauten im Inneren, mit Schule, Kindergarten, mit großzĂŒgigen privaten und gemeinschaftlichen GrĂŒn- und FreiflĂ€chen und soziale grĂŒne DĂ€chern.
Die vier Quartiere, mit ihren unterschiedlichen aber komplementĂ€ren Angeboten an FreiflĂ€chen und RĂ€umen, schaffen ein funktional und gestalterisch zusammenhĂ€ngenden Gesamtquartier des Wohnens, Arbeitens und Lebens fĂŒr alle Generationen.

StÀdtebau
StadtrĂ€umlich sieht das Konzept eine Verflechtung mit den benachbarten FlĂ€chen und Nutzungen vor – allen voran mit den Bauten der METRO-Hauptverwaltung, die in den neuen Campus eingebunden werden, aber auch mit den weiterhin bestehenden Bauten der METRO sĂŒdlich, entlang der Metro-Straße, mit den Sport- und Freizeitanlagen sowie mit den Einrichtungen der sozialen Infrastruktur auf der Nordostseite der Walter-Eucken-Straße. So werden z.B. die benachbarten Bauten in das neue Quartier eingebunden.
StĂ€dtebaulich werden die öffentlichen Raume des Quartiers durch drei Hochpunkte an wichtigen Stellen des neuen Quartiers akzentuiert. Im Norden definiert ein höheres GebĂ€ude (XX) die Achse des Campus Platzes und formt ein GegenstĂŒck zur existierend METRO-BrĂŒcke 1. Im SĂŒdwesten markiert ein neues höheres GebĂ€ude (XVIII) drei urbane Beziehungen: als Marker der Sichtachse von der Grafenberger Allee, als Definition des Campus Platzes nach SĂŒden und als westlicher Marker der „Green Lane“. Ein drittes höheres GebĂ€ude (XVI) markiert an der Walter-Eucken-Straße den östlichen Quartierszugang und den Platz am östlichen Ende der „Green Lane“.
Der Teilbereich A mit den „BrĂŒcken“ 1 und 2 wird durch den zentralen Freiraum des Campus mit dem Teilbereich B verbunden. Der zweigeschossige Sockel wird mit glĂ€sernen GewĂ€chshĂ€usern an- und aufgebaut, die Fassade wird neu gestaltet, um öffentlich zugĂ€ngliche Nutzungen (Einzelhandel, Dienstleistungen) in das Erdgeschoss als ErgĂ€nzung zum vorhandenen Lebensmittelmarkt (Emmas Enkel) aufnehmen zu können. Am sĂŒdlichen Ende des Campus entsteht ein achtgeschossige glĂ€serner Neubau mit einer LehrkĂŒche im Erdgeschoss und RĂ€umen des METRO-Labs im Obergeschoss, der als punktuelle Erweiterung der BrĂŒcke 2 und der MusterrĂ€ume konzipiert ist.
Das Potenzial einer „neuen Mitte“ fĂŒr den Stadtteil Flingern wird entwurflich rund um den Campus konkretisiert. Hier werden in ErgĂ€nzung zu den bestehenden Nutzungen neue hinzugefĂŒgt, die als Angebot an die kĂŒnftigen Bewohner*innen und Nutzer*innen des Quartiers sowie von Flingern-Nord verstanden werden. Vorgeschlagen werden nicht nur Einzelhandel und Gastronomie, sondern auch Dienstleistungen, Co-Working-FlĂ€chen und BĂŒros bis hin zu kulturellen Nutzungen (Ateliers usw.).
Um den zentralen öffentlichen Raum des Campus gruppieren sich diese verschiedenen Nutzungen, die wiederum Frequenzen und AktivitĂ€ten auf der FreiflĂ€che erzeugen und so den Campus beleben. Stadtquartiere der Zukunft werden Arbeiten und Wohnen zunehmend mischen. Teilbereich B sollte nicht nur vom Wohnen geprĂ€gt sein. Daher ist im Zentrum des Quartiers, zwischen Campus Platz und Quartierspark, ein zehngeschossige „Incubator“ mit vielfĂ€ltigen Nutzungen vorgesehen – ein öffentliches Foyer im Erdgeschoss; Schulungs- und FortbildungsrĂ€ume, BĂŒros sowie Mikro-Apartments fĂŒr Mitarbeiter*innen und Trainees in den Obergeschossen. Baulich ist der Neubau mit der Markthalle und den WohngebĂ€uden sĂŒdlich verbunden, so dass sie zusammen den zentralen, hybriden Block im neuen Quartier konstituieren. BĂŒroflĂ€chen im „Incubator“ sind zugeschnitten auf die BedĂŒrfnisse fĂŒr einen Erweiterungsbau der METRO, aber die Konfiguration des Blocks wurde darauf optimiert, dass die FlĂ€chen auf fĂŒr andere Mieter attraktiv sind und in der Zukunft auch zu WohnflĂ€che umgewandelt werden können. Das Erdgeschoss wird als fließender Raum konzipiert, in dem das Foyer des Neubaus mit der Markthalle direkt verbunden ist. Schaltbare FlĂ€chen ermöglichen eine Nutzung auch fĂŒr Veranstaltungen des Konzerns oder auch der Öffentlichkeit. Durch die quer verlaufende Passage entsteht eine baulich-funktionale Verbindung zwischen dem Campus und dem Quartierspark. An den Außenkanten des Neubaus werden Gastronomie und Einzelhandel inklusive einer Micro-Brauerei angeboten, welche die zentrale Lage nutzen und zur Belebung des angrenzenden öffentlichen Raums insbesondere des Campus und des Quartiersparks beitragen.
Der Campus Platz wird durch einen Block im SĂŒden mit einem Sockelbau (V bis VII) und dem Hochpunkt (XVIII) gefasst, der einen Bio-Markt im Erdgeschoss aufnimmt. Zusammen mit dem Anbau an den Sockel der BrĂŒcke 2 (METRO-Lab) wird der Campus Platz im SĂŒden gefasst, und die urban unglĂŒckliche LĂ€nge der existierenden BrĂŒcke 2 verkĂŒrzt und neu definiert.
Am nördlichen Ende des Campus entsteht ein gemischt genutzter Neubau (V bis VIII), der den MediaMarkt in sein Erdgeschoss aufnimmt. In den Obergeschossen werden BĂŒros, Dienstleistungen und Wohnungen angeboten. Das hier vorgeschlagene METRO-Hochhaus (XX) akzentuiert die Konzernzentrale und den nördlichen Zugang zum Campus. Dieser Neubau ist zugleich der Auftakt der Neubebauung entlang der Walter-Eucken-Straße, die als Blockrand- und Punktbauten mit variierender Geschossigkeit (IV bis VIII) konzipiert ist. Die geplante Bebauung bietet ausreichenden LĂ€rmschutz gegenĂŒber der SportflĂ€chen auf der Nordostseite der Walter-Eucken-Straße sowie gegenĂŒber der Verkehrsimmissionen der Straße selbst. Die mittleren drei Blöcke dienen vorwiegend der Wohnnutzung. Entlang der diagonal verlaufenden Quartiersgasse und insbesondere am Quartierspark am östlichen Eingang der Markthalle werden punktuell Einzelhandel, Ateliers, BĂŒros, Co-Working sowie Arbeiten+ Wohnen vorgesehen.
Im sĂŒdöstlichen Baufeld und entlang der Walter-Eucken-Straße wird der Neubau eines Pflege-Wohnkomplexes mit rd. 80 PlĂ€tzen und ergĂ€nzenden gesundheitlichen Dienstleistungen vorgesehen. Im ĂŒbrigen Teil des Blocks werden außerdem ambulant betreute Wohngemeinschaften und barrierefreie Seniorenwohnungen angeboten. Direkt am West-Ost verlaufenden GrĂŒnzug, die „Green Lane“, die zwischen der SchlĂŒterstraße und der Walter-Eucken-Straße aufgespannt wird, wird im Erdgeschoss des Neubaus eine KindertagesstĂ€tte untergebracht.
Im Teilbereich C entsteht ein vorwiegend durch Wohnen geprĂ€gtes und stark durchgrĂŒntes GartenQuartier, das auch als eigenstĂ€ndiger Baustein realisiert werden kann. Hier werden auch Einrichtungen der sozialen Infrastruktur vorgesehen: die Grundschule an der Metro-Straße und zwei KindertagesstĂ€tten in den Erdgeschossen der WohngebĂ€ude an der „Green Lane“. WĂ€hrend eine perforierte Blockrandbebauung fĂŒr das Baufeld vorgeschlagen wird, die adĂ€quate LĂ€rmschutz zu den angrenzenden Straßen bietet, werden MehrfamilienhĂ€user als Punktbauten im Innen des Quartiers vorgesehen. Die PunkthĂ€user werden teilweise miteinander durch FußgĂ€ngerbrĂŒcken verbunden, die Zugang zu den gemeinschaftlichen DachflĂ€chen und spannende Ausblicke bieten.
In Fortsetzung der diagonal verlaufenden, grĂŒnen Quartiersgasse im Teilbereich B fĂŒhrt der öffentliche Weg durch das Teilbereich C bis zur Metro-Straße, von wo aus fußlĂ€ufige Verbindungen in das sĂŒdlich benachbarten Quartier Grafental bestehen.
Das Garten-Quartier des Teilbereiches C ist von grĂŒn geprĂ€gten Nachbarschaften charakterisiert; die privaten und gemeinschaftlich nutzbaren GrĂŒn- und FreiflĂ€chen dienen nicht nur als Wohnaußenraum, sondern sie ĂŒbernehmen auch wichtige ökologische und kleinklimatischen Funktionen. So können sie das ĂŒberschĂŒssige Regenwasser nach dem Schwamm-Prinzip aufnehmen, speichern und verdunsten. In Verbindung mit den begrĂŒnten DachflĂ€chen erfolgt eine natĂŒrliche KĂŒhlung bzw. Hitzevermeidung in den warmen Jahreszeiten.
Hinsichtlich der Versorgung des neuen Quartiers mit sozialen Infrastruktur werden neben der Grundschule drei KindertagesstĂ€tten vorgesehen. Eine Kita wird im Erdgeschoss der neuen Wohnbauten auf dem sĂŒdöstlichen Baufeld im Teilbereich B angeboten. Diese Kita liegt direkt am Ost-West-GrĂŒnzug („Green Lane“) und ist zugleich von der Walter-Eucken-Straße gut erreichbar. Zwei weiteren KindertagesstĂ€tten werden gegenĂŒber in den Erdgeschossen der EckgebĂ€ude im Teilbereich C vorgesehen. Die Grundschule wird im SĂŒdwesten des Teilbereichs C vorgesehen. Die SchulfreiflĂ€chen befinden sich im geschĂŒtzten Blockinnenbereich. Durch die Lage an der Metro-Straße ist die Grundschule auch fĂŒr Kinder aus dem sĂŒdlich angrenzenden Grafental-Quartier gut erreichbar. Bring- und Holverkehre werden mit einer Kiss+Ride-Spur an der Metro-Straße organisiert und somit der motorisierte Verkehr aus dem Quartier herausgehalten. Eine Bushaltestelle sichert die gute Erreichbarkeit der Schule fĂŒr SchĂŒlerInnen von außerhalb des Quartiers.
Die Gliederung der Neubaumassen ermöglicht eine Realteilung sowohl auf Block-Ebene als auch innerhalb der einzelnen Blöcke. So können unterschiedliche Formen des Geschosswohnungsbaus – von preiswerten Mietwohnungen bis hin zu Eigentumswohnungen – entstehen und zu einem sozial durchmischten Quartier beitragen. Die vorgeschlagenen Baukörper ermöglichen vielfĂ€ltige und flexible Grundrisslösungen.

Architektur
Der jetzige Bestand auf dem GrundstĂŒck hat wenig sichtbaren Bezug zum Charakter der Stadt DĂŒsseldorf und des Stadtteils Flingern. VerschĂŒttet unter dem jetzigen Zustand liegt eine 150-jĂ€hrige Bebauungsgeschichte. DĂŒsseldorf wuchs mit der Industrialisierung des 18ten und 19ten Jahrhunderts, und viele der wichtigen DĂŒsseldorfer Industriefamilien wie die Haniels hatten hier ihre wichtigsten Forschungs- und ProduktionsstĂ€tten.
Die Architektur des neuen Stadtquartiers sollte zum einen die Innovations-Geschichte der Gegend fortschreiben, und zum anderen einige der Spuren, der Materialien und der Geschichte des Ortes erlebbar machen.
Um ein Klima- und CO2-neutrales Quartier zu verwirklichen, wird davon ausgegangen das Holz der bevorzugte Baustoff fĂŒr alle Tragwerksstrukturen ist, im Wohnungsbau und Gewerbebau. Hochisolierte Wandaufbauten im Verbund mit grĂŒnen und brauen LandschaftsdĂ€chern sind fĂŒr alle Bauteile vorgesehen.
Die architektonische IdentitĂ€t der Blöcke wird genutzt, um Quartiere zu gliedern und die unterschiedlichen LandschaftsrĂ€ume genauer zu definieren. FĂŒr jedes Quartier wird eine Palette von Materialien definiert werden, verwurzelt in der Industriegeschichte des Ortes und neu definiert fĂŒr das 21te Jahrhundert.
Das nördliche Quartier an der Grafenberger Allee war fĂŒr 90 Jahre der Sitz von H. Schminke & Co, dem berĂŒhmten Produzenten von Pigment und KĂŒnstlerfarben. Die GrĂŒnder siedelten sich 1881 auf den Grundstuck an und revolutionierten von hier aus die europĂ€ische Malerei. Das Gestaltungskonzept der nördlichen Blöcke sieht vor, architektonisch mit verschiedenfarbigem Backstein, glasiertem Backstein und farbigem Terrakotta in den Fassaden zu arbeiten.
Das sĂŒdliche Quartier entlang der „Green Lane“ liegt auf dem WerksgelĂ€nde des historischen Grafenberger Walzwerks, des Produzenten der Bleche fĂŒr den berĂŒhmten Porsche 356. Das Gestaltungskonzept der sĂŒdlichen Blöcke sieht vor, architektonisch alle Fassaden mit skulpturalen, Balkonen und beweglichem Sonnenschutz aus dauerhaft feuerverzinktem Stahl zu artikulieren.
Der östliche Teil des Grundstucks war bis zur Mitte des 20ten Jahrhunderts genutzt als kleinteilige Felder und SchrebergĂ€rten. Das Gestaltungskonzept der östlichen Blöcke (Teilbereich C) sieht vor, die Blöcke mit in grĂŒn- und rot-tonigem pigmentiertem Beton/Kunststein zu verkleiden. Die GrĂŒn- und FreiflĂ€chen sind zur kollektiven Nutzung gedacht, in den oberen Stockwerken ist eine zurĂŒckgesetzte Dachzone im 5ten Stock vorgesehen, die mit schmalen BrĂŒcken von Block zu Block erschlossen ist, um individuelle GĂ€rten und soziale RĂ€ume auf grĂŒnen DĂ€chern zu ermöglichen.
Allen Blocken ist gemeinsam, dass Außenfassaden zum Straßenraum mit WintergĂ€rten versehen sind, wĂ€hrend Außenfassaden zu den innenliegenden GrĂŒnflĂ€chen durch Balkone strukturiert sind. Alle Innenhöfe wurden fĂŒr Tageslicht und Sonnenlicht optimiert, mit höheren Bauformen auf der Nordseite jedes Blockes und Öffnungen in der Form des Blockes, um Ausblicke in die Tiefe des Quartiers zu ermöglichen.

GrĂŒn- und FreiflĂ€chen
Das freiraumgestalterische Konzept schlĂ€gt vielfĂ€ltige, nach Lage und Nutzung differenzierte GrĂŒnund FreiflĂ€chen vor. Baukörper und FreiflĂ€chen bilden in ihrer gegenseitigen Wechselwirkung und verstĂ€rkt durch differenzierte Höhenstaffelungen unterschiedliche, klar voneinander unterscheidbare Freiraumtypen (Platz, Park, Allee, Gasse usw.). Dabei wird insbesondere auf eine ausgewogene Gliederung des Areals in öffentliche, halböffentliche und privat nutzbare FreirĂ€ume geachtet. Durch naturnah gestaltete BodenflĂ€chen mit ĂŒppigen RetentionsgĂ€rten und artenreiche DachflĂ€chen auf verschiedenen Ebenen ist das gesamte Quartier im Sinne der Klimaresilienz konzipiert. Klar voneinander unterscheidbare Freiraumtypen schaffen ein naturnahes und nachhaltig wirksames Angebot fĂŒr Mensch, Tier und Pflanze.
Das neue Stadtquartier wird durch drei öffentliche FreirĂ€ume gegliedert: den Campus Platz westlich, die Quartiersgasse mit dem Quartierspark östlich und die „Green Lane“ sĂŒdlich. Diese Hauptraumsequenzen werden um die öffentlichen FreirĂ€ume der Seitenstraßen ergĂ€nzt. Schließlich befinden sich in Zuordnung zu den einzelnen Baublöcken und Nutzungen, insbesondere zum Wohnen, die privaten GrĂŒn- und FreiflĂ€chen inklusive der begrĂŒnten DachflĂ€chen. Auf den BegegnungsflĂ€chen auf GelĂ€ndeniveau und den DachflĂ€chen auf verschiedenen Ebenen werden ökologische Prozesse und naturrĂ€umliche QualitĂ€ten sinnlich und atmosphĂ€risch erlebbar gemacht. Eine hohe Anzahl an BĂ€umen leistet einen wichtigen Beitrag zum thermischen Komfort im gesamten Planungsgebiet. So entsteht ein stark durchgrĂŒntes Quartier, das den Anforderungen an hoher AufenthaltsqualitĂ€t, an Maßnahmen der Klimaanpassung sowie an WohnaußenrĂ€umen gerecht wird.
Der Campus Platz stellt den zentralen Freiraum des neuen Stadtquartiers dar. Er wird als großzĂŒgigen Raum mit multicodierten und flexibel nutzbaren FlĂ€chen interpretiert. Die Freiraumgestaltung nimmt Bezug zu den in den angrenzenden Bauten geplanten, öffentlich zugĂ€nglichen Nutzungen auf und bietet ihnen eine gewisse Erweiterung in den Außenraum, z.B. vor der Markthalle, an. Der Campus weist eine hohe AufenthaltsqualitĂ€t nicht nur fĂŒr die Nutzer*innen des Campus, sondern auch fĂŒr die Bewohner*innen des neuen Quartiers sowie von gesamtem Flingern-Nord auf. Es werden schattige PlĂ€tze, geschĂŒtzte Treffpunkte und auch fĂŒr Veranstaltungen geeignete FlĂ€chen angeboten. Neben Pflanzbeeten und Baumgruppen werden Wasserapplikationen auch in Verbindung mit dem Regenwassermanagement vorgesehen.
Die Quartiersgasse mit dem Quartierspark stellt die Hauptraumachse des Quartiers „Wohnen+ Arbeiten im Kiez“ dar, verbindet den nördlichen Endpunkt des Campus mit dem querenden „Green Lane“ und fĂŒhrt weiter durch das stark durchgrĂŒnte Wohnquartier im Teilbereich C zur Metro-Straße im SĂŒdosten. Der Quartierspark ist als zentraler GrĂŒnflĂ€che des Quartiers und bildet somit ein Pendant zum Campus Platz. Der Park wird vor allem den neuen Wohnbauten zugeordnet, er steht jedoch fĂŒr alle Nutzer*innen und Bewohner*innen des Quartiers zur VerfĂŒgung. Mit seinen RasenflĂ€chen, Pflanzbeeten und BĂ€umen bietet er hohe AufenthaltsqualitĂ€t im Kiez. Hier wie auch in den ĂŒbrigen öffentlichen RĂ€umen werden WasserflĂ€chen, Retentionsbeete und StraßenbĂ€ume als Bestandteil der blau-grĂŒnen Infrastruktur vorgeschlagen.
Vor den GeschÀftslokalen und Atelierwohnungen entlang der Quartiersgasse werden private und halböffentliche Freiraumbuchten ausgebildet, die zur Begegnung und Kommunikation einladen. Die mit Sitzgelegenheiten ausgestatteten Nischen schaffen ein attraktives Vorfeld und eine in den Freiraum erweiterte BegegnungsflÀche.
Der dritte prĂ€gende Freiraum stellt die Green Lane am sĂŒdlichen Rande des Teilbereichs B dar. Als West-Ost verlaufender GrĂŒnzug verbindet sie den Stadt-Natur-Park Flingern mit den GrĂŒnrĂ€umen um den Ostpark, die nördliche DĂŒssel und den östlichen Grafenberg bis zum Grafenberger Wald. Innerhalb des Wettbewerbsgebietes wird der westliche Abschluss der „Green Lane“ durch den Stadtwald und der östlich Abschluss mit dem Quartiersplatz an der Schnittstelle der Quartiersgasse gebildet. Den WohngebĂ€uden vorgelagerte GrĂŒnflĂ€chen und eine an die Ruderalvegetation angelehnte Unterpflanzung der BĂ€ume schaffen ein naturnahes Erscheinungsbild und fördern die Artenvielfalt. Bei Starkregen wird das Niederschlagswasser durch kontrollierten Einstau temporĂ€r in den RetentionsgĂ€rten zurĂŒckgehalten. Sobald die RĂŒckhaltekapazitĂ€ten ĂŒberschritten werden, wird das ĂŒberschĂŒssige Regenwasser, wie in der Auslobung vorgeschrieben, in die Regenwasser-Kanalisation eingeleitet.
In den einzelnen Baufeldern bzw. -blöcken werden private und teilweise gemeinschaftlich nutzbare GrĂŒnflĂ€chen (HofgĂ€rten) angeboten. Sie nehmen die erforderlichen SpielplĂ€tze fĂŒr Kleinkinder sowie Regenwasserretentions- und -verdunstungsflĂ€chen auf. Weitere, den baulichen Nutzungen zugeordnete FreiflĂ€chen befinden sich auf den begrĂŒnten DachflĂ€chen – ob auf dem Sockelbau auf der Westseite des Campus oder auf WohngebĂ€uden im Kiez. Im Teilbereich C nehmen die begrĂŒnten und miteinander verbundenen DachflĂ€chen als „Gemeinschaftsdach“ ein besondere Rolle im Spiel der umfangreichen GrĂŒnflĂ€chen dort ein.
Vielseitige GemeinschaftsgĂ€rten laden zum GĂ€rtnern, Spielen und Verweilen ein. Sie bieten den Bewohner*innen neben den gemeinschaftlichen AktivitĂ€ten auch Ruhe und Entspannung sowie einen wohltuenden Weitblick ĂŒber die DĂ€cher der Stadt.
Auf ausgewĂ€hlten FlĂ€chen werden artenreiche VegetationsflĂ€chen vielfĂ€ltige Habitate fĂŒr Pflanzen und Tiere geschaffen. Nicht begehbare DachflĂ€chen werden extensiv begrĂŒnt. Wo möglich und sinnvoll werden DachflĂ€chen als SolargrĂŒndach angelegt. Hier wird ein möglichst hoher Photovoltaikertrag mit der Retentionsfunktion einer DachbegrĂŒnung kombiniert. Positiver Synergieeffekt dabei: Durch die VerdunstungskĂŒhlung der Vegetation kann die Effizienz der Photovoltaikanlage gesteigert werden.
Öffentliche SpielplĂ€tze werden als Bestandteil des öffentlichen Raums an gut erreichbaren Stellen im Plangebiet, z.B. im Quartierspark und entlang der „Green Lane“ sowie der Quartiersgasse angeboten. Im Sinne der Multicodierung erfolgt eine Überlagerung der GrĂŒnflĂ€chen mit den SpielflĂ€chen und teilweise der GĂ€rten vor allem bei den privaten GrĂŒn- und GemeinschaftsflĂ€chen.

Erschließung und MobilitĂ€t
Das Konzept sieht ein effizientes Erschließungssystem fĂŒr das autoarme Quartier im Sinne des MobilitĂ€tsszenarios „Modellquartier“ vor. Dies basiert zu einem auf der bereits heute bestehenden guten Anbindung an das ÖPNV-Netz durch die an der Grafenberger Allee gelegenen Haltestellen (insbes. SchlĂŒterstraße / Arbeitsagentur) der U-Bahn und der Buslinien, die durch neue Bushaltestellen an der Walter-Eucken-Straße ergĂ€nzt werden. Zum anderen wird eine Verkehrsorganisation vorgeschlagen, die eine Erschließung von den umliegenden Straßen und einem „Abfangen“ der motorisierten Verkehre in MobilitĂ€ts-Stationen und Tiefgaragen an den Ă€ußeren RĂ€ndern des neuen Quartiers beinhaltet. So kann ein autoarmes Quartier entstehen, dessen öffentlichen RĂ€ume primĂ€r von FußgĂ€ngern und Radfahren genutzt und mit blau-grĂŒnen FlĂ€chen gestaltet werden können. SĂ€mtliche StraßenrĂ€ume bzw. öffentlichen RĂ€ume sind selbstverstĂ€ndlich fĂŒr Notfallfahrzeuge und die MĂŒllabfuhr befahrbar.
Das Quartier wird an das örtliche Straßennetz ĂŒber die Walter-Eucken-Straße mit Anbindung an die Grafenberger Allee im Nordwesten und ĂŒber die Metro-Straße mit Anbindung an die SchlĂŒterstraße im Westen und die Walter-Eucken-Straße im Osten angebunden. Die Walter-Eucken-Straße erhĂ€lt eine Fahrradspur und einen durchgehenden Gehweg unter Beibehalt der vorhandenen StraßenbĂ€ume auf der StraßensĂŒdwestseite (zum Quartier hin). Der heutige Kreisverkehr (Rondell) im Norden kann zurĂŒckgebaut werden, da keine VerkehrsfĂŒhrung direkt an dieser Stelle ins Quartier vorgesehen ist.
Von der Walter-Eucken-Straße und der Metro-Straße aus wird der motorisierte Verkehr direkt bzw. ĂŒber die seitlich angeordneten Erschließungsstraßen in die eingeschossigen Tiefgaragen unter den Baufeldern eingefĂŒhrt. FĂŒr den neu entstehende Media-Markt im Erdgeschoss des nördlichen Neubaus werden ebenerdige ParkplĂ€tze in den zwei angrenzenden Blöcken angeboten. Hier wird auch der MobilitĂ€ts-Hub untergebracht, der mit seinen AbstellplĂ€tzen und der Ladeinfrastruktur fĂŒr EAutos, -Bikes und -Roller sowohl den Bewohnern als auch allen Nutzern des neuen Quartiers zur VerfĂŒgung steht. Im dritten Block wird ein im Erdgeschoss integrierter Logistik-Hub vorgesehen. Auch wenn der Hub vorwiegend fĂŒr die im Quartier angesiedelten EinzelhandelsgeschĂ€fte, Dienstleistungen und BĂŒros angedacht ist, werden Dienste fĂŒr alle Nutzer des neuen Quartiers, z.B. Paketannahmeund -abholdienst, angeboten.
Sonstige Lieferverkehre können punktuell ĂŒber die Erschließungsstraßen und z.B. zur Markthalle gefĂŒhrt werden. Durch sinnvolle Taktung und BeschrĂ€nkung auf vertrĂ€glichen Tageszeiten können mögliche Störungen minimiert werden.
Weitere MobilitĂ€ts-Stationen befinden sich rĂ€umlich verteilt im SĂŒdwesten, am sĂŒdlichen Ende des Campus mit Zufahrt von der SchlĂŒterstraße und unter Hinzuziehung der bestehenden Tiefgarage unter BrĂŒcke 2, und im SĂŒdosten im Baufeld C mit Zufahrt von der Metro-Straße. Durch ihre gute Erreichbarkeit fĂŒr die Bewohner und Nutzer des Quartiers bieten sie ihnen alternative, umweltfreundliche Verkehrsmittel.
WĂ€hrend das Konzept die rĂ€umliche Zusammenfassung der Tiefgaragen einzelner Blöcke vorsieht, können sie zwecks einer kĂŒnftigen Realteilung unterteilt werden.
Zwecks der FlĂ€chenberechnungen werden die Frei- und GrĂŒnflĂ€chen der öffentlich zu nutzenden RĂ€ume als private VerkehrsflĂ€chen, als Gemeinschaftliche FreiflĂ€chen oder als private GrĂŒnflĂ€chen berechnet. GrundsĂ€tzlich sind all diese FlĂ€chen öffentlich zugĂ€nglich und nutzbar, zusammen bilden sie den öffentlichen Raum im Quartier.

Nachhaltigkeit / Klimaschutz und Klimaanpassung
Das stĂ€dtebaulich-freiraumgestalterische Konzept vereint verschiedene Komponente einer nachhaltigen Quartiersentwicklung unter BerĂŒcksichtigung der Anforderungen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung – von der Baukörperstellung bis hin zu Regenwassermanagement.
Neubauten sollten heute einen positiven Beitrag auch im Sinne der Nachhaltigkeit fĂŒr die Umwelt erbringen. Der Entwurf fĂŒr das Metro-Quartier stellt ausgehend vom Material, den kompakten, hochgedĂ€mmten Baukörpern bis zur Optimierung der Ausrichtung und der damit maximierten Nutzung natĂŒrlicher Ressourcen ein Gesamtansatz dar, das diesen Anforderungen gerecht werden soll.
Die Materialien sind entsprechend den Anforderungen ausgewĂ€hlt. Der Einsatz von Beton ist auf das sinnvolle Maß begrenzt. Regenerative Baustoffe wie Holz werden aufgrund ihrer gĂŒnstigeren CO2- Bilanz bevorzugt eingesetzt. In der weiteren Planung ist die Wiederverwendung von Baumaterialien in Verbindung mit dem RĂŒckbau des Cash&Carry-Marktes und des Media-Marktes zu prĂŒfen.
Die WĂ€rmedĂ€mmung ist an den Passivhausstandard angelehnt. Als DĂ€mmstoffe kommen vorzugsweise mineralische und/oder nachwachsende Materialien zum Einsatz. Fenster sind mit DreifachWĂ€rmeschutzglas bzw. einem neutralen „leichten“ Sonnenschutzglas auszufĂŒhren. Es wird Glas mit hohen Transmissionskoeffizienten fĂŒr sichtbares Licht eingesetzt, um eine optimale TageslichtqualitĂ€t in den RĂ€umen zu erreichen.
Die DĂ€cher werden weitgehend begrĂŒnt, können aber auch punktuell mit Photovoltaik belegt werden. Die extensive BegrĂŒnung verzögert den Regenabfluss und reduziert die sommerlichen Maximaltemperaturen auf dem Dach. Das Regenwasser wird gesammelt und fĂŒr BewĂ€sserungszwecke auf den Terrassen eingesetzt. Das ĂŒbergeordnete Regenwassermanagement ist nachfolgend beschrieben.
Die solare Exposition und AufenthaltsqualitĂ€t im Außenraum waren maßgebliche Kriterien fĂŒr den Entwurf. Dach- und FassadenflĂ€chen sollen auch bei BegrĂŒnung fĂŒr solare Applikationen genutzt werden. So können Photovoltaikanlagen auf den geeigneten DachflĂ€chen installiert werden, die auch dezentrale Energieerzeugung und -nutzung ermöglichen. Die kompakten GebĂ€udekörper werden hochwertig gedĂ€mmt und bieten so eine ideale Voraussetzung fĂŒr einen energieeffizienten Betrieb. Die GebĂ€udekörper sind so gestaltet, dass auch in den Erdgeschosszonen der ungehinderte Zugang zu Tageslicht gewĂ€hrleistet ist. Die durchgefĂŒhrten Untersuchungen zur solaren Einstrahlung bieten die Basis zur Programmierung der AußenflĂ€chen und die Verortung der solaren Applikationen.
Das Quartier öffnet sich in die Hauptwindrichtung nach SĂŒdosten und SĂŒdwesten, so dass eine gute DurchlĂŒftung des Quartiers insbesondere im Sommer sichergestellt wird. Lange Schneisen werden vermieden. Punktuelle Versetze der GebĂ€udekanten und punktuelle Aufweitungen sorgen fĂŒr einen raschen Abbau unangenehm hoher Windgeschwindigkeiten. Die Gestaltung des Außenraums baut auf diesem Prinzip auf. Es wird eine breite DiversitĂ€t an AußenraumqualitĂ€ten angestrebt: besonnte und verschattete Aufenthaltszonen, Wind exponiert und geschĂŒtzt, der flexible Einsatz von Wasserapplikationen im Außenraum, die das Mikroklima bei hohen Temperaturen positiv beeinflussen.
Die starke DurchgrĂŒnung des gesamten Quartiers umfasst u.a. Baumpflanzungen, Dach- und teilweise FassadenbegrĂŒnungen sowie Retention- und VerdunstungsflĂ€chen. Der hohe GrĂŒnanteil wirkt dem Heat-Island-Effekt entgegen und sorgt fĂŒr ein komfortables Mikroklima.
Die Möglichkeiten fĂŒr die Bereitstellung von regenerativen Energien im Quartiert werden genutzt. Solare Applikationen werden auf Dach und geeigneten FassadenflĂ€chen installiert. Hier kommt bevorzugt Photovoltaik zum Einsatz, die fĂŒr den Wohnungsteil mit Solarthermie ergĂ€nzt wird. Die Basisversorgung wird ĂŒber geothermisch gekoppelte WĂ€rmepumpen bereitgestellt. Spitzlasten werden ĂŒber Gaskessel abgedeckt. FlĂ€chenheiz-/KĂŒhlsysteme und Frischwasserstationen zur Brauchwarmwasserbereitung ermöglichen die Nutzung von Energie auf einem niedrigen Temperaturniveau und stellen die ideale Kombination zur WĂ€rmepumpe/Geothermie gestĂŒtzten Grundlastversorgung. Das Potential der energetischen VerknĂŒpfung der BĂŒro- und VerkaufsflĂ€chen mit ihrem AbwĂ€rmepotenzial insbesondere im Sommer mit der Wohnungsnutzung sollte im weiteren Projektverlauf geprĂŒft werden. Auf dem Dach des zweigeschossigen GebĂ€udeteils der BrĂŒcke 2 (MusterrĂ€ume) befinden sich zum Beispiel LĂŒftungs- und KĂŒhlanlagen, deren AbwĂ€rme in den konzipierten GewĂ€chshĂ€usern verwendet werden kann.
Das Regenwassermanagement erfolgt nach dem Kaskaden-Prinzip. Die begrĂŒnten DachflĂ€chen speichern das anfallende Regenwasser bzw. verzögern seinen Abfluss auf das GelĂ€ndeniveau, wo er gesammelt, in PflanzklĂ€ranlagen aufbereitet und fĂŒr die Wasserapplikationen im Außenraum genutzt werden kann. ÜberschĂŒssiges Regenwasser wird in RetentionsflĂ€chen versickert und verdunstet, die in den GrĂŒn- und FreiflĂ€chen integriert sind. Verbleibende Regenwassermengen werden, wie in der Auslobung vorgesehen, in die öffentliche Regenwasserkanalisation abgeleitet.
Lageplan

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