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Mehrfachbeauftragung | 03/2025

Nachverdichtung Wohnquartier Sudetenstraße in Wertingen

Lageplan
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Lageplan

1. Rang

BAYR GLATT GUIMARAES ARCHITEKTEN

Stadtplanung / Städtebau

toponauten freiraumarchitekten gmbh

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Wohnen am Sudetenanger

Das Gebiet südlich der Sudentenstraße in guter Randlage von Wertingen wird einer Nachverdichtung und Neustrukturierung unterzogen. Um ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen mit Gebäuden, die sich gut in die Umgebung eingliedern, werden dreigeschossige Baukörper vorgeschlagen, die in ihren Abmessungen wirtschaftliche Erschließungs- und Wohnungsstrukturen ermöglichen, und zudem den Maßstab der Bestandsbebauung respektvoll ergänzen. Innerhalb des Gebiets bilden die Neubauten Hausgruppen mit gemeinschaftlichen Außenräumen, die ein kommunikatives Miteinander mit einem angemessenen Maß an Privatheit ermöglichen. Die vorherrschende Dachform des Satteldachs bestimmt auch im neuen Quartier in zeitgemäßer Umsetzung das Bild. Zentral im Quartier gelegen bietet der angepasste Straßenverlauf der Sudetenstraße in Kombination mit der konsequent weitergeführten Wegevernetzung die Chance, einen wichtigen Knotenpunkt der Vernetzung mit einem Ort des Zusammenkommens und der Aufenthaltsqualität zu verbinden. Damit sich die neue Entwicklung ins Quartier verwebt, wird ein fußläuiges Netz durch das Projektgebiet gesponnen, bei dem eine zentrale Anbindung über den Sudentenanger alle Wegeverbindungen miteinander verknüpft.

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf überzeugt durch eine klare städtebauliche Grundidee und eine maßvolle Baukörpergröße, die sich harmonisch in das Umfeld einfügt. Die Anordnung der Baukörper um einen zentralen Bereich sowie die schlüssige Umsetzung in zwei Bauabschnitten sind besonders gelungen.

Die Freiflächen sind hochwertig gestaltet und tragen zu einer guten Einbindung in die Nachbarschaft bei, insbesondere in Bezug auf die Wegeführung und die Übergänge an den Grundstücksrändern. Besonders positiv hervorzuheben ist die durchdachte Gestaltung des Straßenraums, die eine einladende Atmosphäre schafft und eine gute Anbindung des neuen Wohnquartiers im Bereich des bestehenden Straßenzuges ermöglicht. Die Wohnungserschließung erfolgt über attraktive Eingangsbereiche im Erdgeschoss, was eine klare Adressbildung ermöglicht und zur Aufenthaltsqualität beiträgt.

Die Baukörpertypologie mit zentralem Treppenhaus ist wirtschaftlich und zugleich flexibel, sodass eine große Vielfalt an Wohnungsgrundrissen möglich ist, die auf heutige Wohnbedürfnisse abgestimmt sind. Die schrittweise Realisierung in Bauabschnitten ist problemlos möglich. Die Gestaltung des Baukörpers mit Holzschalung, Lochfassade, Balkonloggien und einem Satteldach mit Überstand vermittelt eine hohe Aufenthaltsqualität und fügt sich gut in das städtebauliche ländliche Umfeld ein.

Die hybride Baukonstruktion erscheint vielversprechend und nachhaltig, sollte jedoch in enger Abstimmung mit dem Bauherrn weiterentwickelt werden.

Der Stellplatznachweis ist mit zwei Tiefgaragen erfüllt; für Fahrräder sind attraktive Lösungen in der Freiraumgestaltung vorgesehen. Die Jury empfiehlt, im zweiten Bauabschnitt die Größe der Tiefgarage und der Stellplätze flexibel an die späteren Gegebenheiten anzupassen und gegebenenfalls zu minimieren.

In wirtschaftlicher Hinsicht bewegt sich der Entwurf im oberen Bereich. Bei der Zufahrt zur Tiefgarage im ersten Bauabschnitt sollten Aspekte des Nachbarschutzes und der Übersichtlichkeit noch weiter geprüft werden. Der Vorschlag zum Regenwassermanagement muss noch weiter ausgearbeitet und optimiert werden.

Das Preisgericht sieht in dem Entwurf eine vielversprechende Grundlage für die Entwicklung eines modernen Wohnquartiers, das sowohl städtebaulich als auch architektonisch überzeugt.
Ansicht
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Modell
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