Nichtoffener Wettbewerb | 04/2026
Neubau 3-Feld-Sporthalle in Horb am Neckar
6
Perspektive Eingang
©SPREEN ARCHITEKTEN
ein 2. Preis
Preisgeld: 20.000 EUR
Architektur
fischer heumann landschaftsarchitekten
Landschaftsarchitektur
Erläuterungstext
Die neue Dreifeld-Sporthalle Horb schmiegt sich bedacht in die Topografie des Grundstücks ein und wird zu einem integralen und wichtigen Gebäude innerhalb des näheren Umfeldes. Prägnant und identitätsstiftend ist die umlaufenden Verglasung des oberen Geschosses. Durchblicke durch das Gebäude werden ermöglicht. Durch die zurückgesetzte Lage zur Stadionstraße entsteht ein angenehm dimensionierter Vorplatz. Herzstück des Neubaus ist das zentrale Foyer. Über den Haupteingang wird dieser großzügige und auf unterschiedliche Art bespielbare Raum erreicht. Eine breite Treppe mit Sitzstufen verbindet das Foyer mit dem oberen Eingang des Zusachauerbereich. Es entsteht eine großzügiger Raumfluß von unten nach oben, parallel zum Hangverlauf. Die Konstruktion wird in einer nachhaltigen Holz-Beton-Hybrid-Konstruktion umgesetzt. Das Erdgeschoss wird in konventioneller Stahhlbeton-Konstruktion errichtet, ein Großteil des Gebäudes befindet sich durch die Hanglage im Erdreich. Das Obergeschoss sowie die Dachkonstruktion wird als Holzkonstruktion umgesetzt. Das Tragwerk ist Innen und Aussen erlebbar und trägt maßgeblich zur Identität des Gebäudes bei. Die Fassaden werden im Erdgeschoss mit vorgehängter Bretterschalung aus Lärche oder Weißtanne mit einer vorvergrauenden Lasur vorgeschlagen. Der Wechsel von vertikaler und horizontaler Schalung lockert die Fassadengestaltung angenehm auf. Die Verglasungen im Obergeschoss folgt der Struktur des Tragwerks und sind mit außenliegenden textilen Sonnenschutz, der gleichzeitig als Blendschutz fungiert, geplant.
Beurteilung durch das Preisgericht
Zwischen der heterogenen umgebenden baulichen Struktur von Industrie und Wohnen positioniert sich der Neubau der Dreifachsporthalle an der östlichen Grundstücksgrenze.
Das vorgeschlagene Vordach als Geste der Adressbildung wird kontrovers diskutiert.
Die Fläche für die künftige Erweiterung ist im westlichen Bereich des Grundstücks als leichte Böschung vorgeschlagen.
Die geforderten Stellplätze sind kompakt zwischen neuer Sporthalle im Osten und Interimsnutzung im Westen auf Geländeterrassen platziert.
Der Eingangsbereich ist gut dimensioniert, lediglich der Übergang der vorgeschlagenen südlichen Platzsituation von der Stadionstraße zu „An den Kellerwiesen“ erscheint in seiner Gestalt nicht überzeugend. Zum Kreisel entsteht ein gut dimensionierter Eingangsplatz mit Einsicht in die einladende Foyerzone. Zur Ihlinger-Straße im Norden wird ein separater Zugang zur Sporthalle mit einem Eingangsplatz zu dem Besucherbereich formuliert.
Im Inneren des Gebäudes wird das Sporthallenfoyer mit einer großzügigen Treppe und Luftraum mit dem oberen Besucherfoyer räumlich attraktiv verbunden. Die Foyerzone schafft auf überzeugend-einfache Weise eine gute Orientierung im Gebäude.
Die Zuwegung zu den Umkleiden der Sporthalle der Schülerinnen und Schüler wird wegen fehlender natürlicher Belichtung und Belüftung und Flurlänge kritisch beurteilt.
Im oberen Geschoss öffnet sich der Besucherbereich großzügig in die nach Norden angrenzende grüne Hangsituation.
Die Platzierung des Lehrer-/Besprechungsraums blockiert mögliche Blickbezüge der Galerie in den Eingangsbereich und wird deshalb kritisch gesehen.
Das Energie- und Lüftungskonzept scheint plausibel. Die großflächige Verglasung wird hinsichtlich der Aufwärmung kritisch hinterfragt.
Der Vorschlag, die Konstruktion hybrid zu formulieren:
▪ erdberührte Bauteile in Massivbauweise (Stahlbeton),
▪ aufgestellte Konstruktion des Obergeschosses in Holzbauweise
ist konsequent und architektonisch angemessen umgesetzt.
Der Wechsel der Hauptkonstruktionsrichtung im Bereich des Foyers unterstreicht die räumliche Bedeutung des Eingangsbereiches.
Die Freiraumgestaltung ist insgesamt sehr zurückhaltend und wenig ausgearbeitet. Der Hang zur Ihlinger Straße und nördlich der Laufbahnen wird als begrünte und baumüberstandene Böschung ausgebildet. Auch die spätere Erweiterungsfläche weist eine Neigung auf. Es wäre wünschenswert hier eine Aussage zu weiteren freiräumlichen Gestaltungsmöglichkeiten zu machen. Es ist unklar, ob der Parkplatz tatsächlich auf einer stark geneigten Fläche ausgebildet werden soll oder, ob eine rückwärtige Stützmauer den Hang abfängt und dadurch eine schwach geneigte Fläche ermöglicht.
Die Baumreihe entlang der Stadionstraße gliedert und begrünt den Straßenraum wirkt jedoch wenig inspiriert. Die fehlende Ausarbeitung der Freianlagen wird vom Preisgericht negativ bewertet. Wünschenswert wäre auf jeden Fall die Integration von Bäumen, um eine blechbestandene Schräge zu vermeiden.
Die architektonische Erscheinung des Baukörpers wirkt in ihrer offenen und heiteren Erscheinung als angemessene und zeitgemäße Antwort für die gestellte Aufgabe und den Ort.
Die Arbeit stellt insgesamt einen qualitätvollen Beitrag zur gestellten Aufgabe dar.
Blick in die Sporthalle
©SPREEN ARCHITEKTEN
Lageplan
©SPREEN ARCHITEKTEN / fischer heumann
©SPREEN ARCHITEKTEN / fischer heumann
©SPREEN ARCHITEKTEN / fischer heumann
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