Nichtoffener Wettbewerb | 04/2025
Neubau Auenerlebnisturm in Lippstadt
10
Perspektive
©andreas schneider architekten
2. Preis
Preisgeld: 9.000 EUR
Architektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
DREWES + SPETH Beratende Ingenieure im Bauwesen Partnerschaftsgesellschaft mbB
Tragwerksplanung
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Verfasser:
Erläuterungstext
Das Primärtragwerk ist als einfaches Stabwerk mit acht Stützen auf kreisförmigem Grundriss konzipiert. Die in Ringrichtung verlaufenden Profile und die ausfachenden Zugstäbe ergänzen die Struktur zu einer steifen Röhre, die die inneren und äußeren Lasten effizient abträgt. Die Aussichtsplattformen sowie die Sichtschutzbekleidungen (Vorhangfassaden) werden von radial auskragenden Profilen getragen. Die gesamte Konstruktion folgt einem einfachen geometrischen Bildungsprinzip, welches sich aus der zylindrischen Primärstruktur und den jeweils um 90 Grad gedreht angeordneten Podesten zusammensetzt. Bei der Treppe handelt es sich um eine einfache Stahlkonstruktion mit Gitterroststufen, welche in das Haupttragwerk eingehängt wird. Die gesamte Stahlkonstruktion wird feuerverzinkt ausgeführt und besteht aus handelsüblichen Walz- und Rohrprofilen. Die Gründung erfolgt über einem ringförmigen Kopfbalken auf Pfählen. Die Vorhangfassade und die Austrittspodeste werden mit regionalen Hölzern beplankt.
Beurteilung durch das Preisgericht
Der Arbeit gelingt es eine barrierearme signifikant erhöhte Erstplattform zu implementieren und diese in das Plattformkonzept des gesamten Entwurfs gekonnt zu integrieren. Die einzelnen Plattformen erlauben eine hohe Aufenthaltsqualität sowohl während des Auf- als auch Abstiegs und sind über eine innenliegende gedrungene Wendeltreppe miteinander verbunden. Die Arbeit hat eine hohe gestalterische Einzigartigkeit, die sich spielerisch in den Kontext einbindet. Die Setzung zeigt eine gute Nähe zur Lippe.
Die gezeigte Konstruktion wirkt sehr filigran und leider wenig ausgearbeitet. Insbesondere die horizontalen Bewegungsflächen sind tragkonstruktiv sowohl seitens der Materialwahl als auch der Detailierung in der Fügung fraglich. Die im Entwurf suggerierte Leichtigkeit kann konstruktiv wahrscheinlich nicht gehalten werden und bedürfte einer starken Überarbeitung. Die innenliegenden Stützen sollen sowohl das horizontale als auch das torsionale Aussteifungskonzept abbilden, sind aber seitens der Fügung und Knotenausbildung nicht nur aufwendig, sondern würden resultierend zu einer sehr weichen Konstruktion führen.
Den gewünschten Anforderungen kommt der Entwurf sehr nahe und zeigt durch seine organisch anmutende Form eine einzigartige Silhouette. Positiv angemerkt wurde die hohe Transparenz des Entwurfes, welche allerdings kritisch bzgl. der Scheuchwirkung gesehen wird.
Die verwendeten Materialien sind bzgl. einer nachhaltigen und dauerhaften Konstruktion gut gewählt. Die geschätzten Projektkosten sind allerdings fraglich, aufgrund des doch hohen Überarbeitungsbedarfs der Arbeit.
Abschließend lässt sich für die Arbeit festhalten, dass eine hohe Aufenthaltsqualität mit einer teilweisen barrierearme Erschließung erreicht wurde, welche durch ein leichtes, in dieser Form aber nicht haltbares tragwerkstechnisches Versprechen, geschwächt wurde.
Perspektive
©andreas schneider architekten
Lageplan
©andreas schneider architekten
Erdgeschoss inkl. Außenraum
©andreas schneider architekten
1. Ebene
©andreas schneider architekten
4. Ebene
©andreas schneider architekten
Schnitt
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Ansicht Südost
©andreas schneider architekten
Bewegung der Natur
©andreas schneider architekten
Ortsbezug auf unterschiedlichen Höhen
©andreas schneider architekten