Nichtoffener Wettbewerb | 11/2025
Neubau Bildungscampus West in Saarbrücken
10
Perspektive Schulcampus
©Lamott.Lamott Architekten PartGmbB
Ankauf
Preisgeld: 15.000 EUR
Architektur
-
Verfasser:
-
Mitarbeitende:
Landschaftsarchitektur
Erläuterungstext
BILDUNGSCAMPUS WEST
STÄDTEBAU
Das Konzept verknüpft vorhandene und neue städtebauliche sowie freiräumliche Strukturen zu einem zusammenhängenden Bildungscampus. Bestehende Gebäude (Grundschule, Kita) werden zu einer Platzfigur um die „Grüne Mitte“ weiterentwickelt. Im Norden markiert ein Baukörper mit Sondernutzung (Café/Jugendräume) den Auftakt und fasst die Stellplätze. Das Ensemble aus Grund- und Gemeinschaftsschule, Sporthalle und Mensa liegt im Süden des Grundstücks und schafft Raum für großzügige Freianlagen. Zum Osten öffnet sich der Campus zur Georg-Heckel-Straße und bindet das Quartier an. Die Baumasse ist in Höhe und Tiefe gestaffelt: Hochpunkte bilden die Schulgebäude, während Sporthalle und Mensa als eingeschossige, platzbildende Bauten die Frischluftströme respektieren. Zwischen den Schulen entsteht ein zur Bahntrasse geschützter Vorplatz mit allen Eingängen; Holzarkaden formulieren den überdachten Übergang. Die farbige Fassade erzeugt ein heiteres Lernmilieu und differenziert die Nutzungen.
FREIRAUM
Mit dem BildungsCampus West entsteht eine moderne, am Gemeinwohl orientierte Lernlandschaft. Leitbild ist ein offener Quartierscampus, der Freiraum- und Freizeitangebote für die umliegenden Wohnquartiere bereitstellt. Das mäanderförmig im Süden angeordnete Bauensemble generiert einen großzügigen, zusammenhängenden Freiraum. Die Freiraumstrukturen verknüpfen vorhandene und neue Elemente; die „GRÜNE MITTE“ entsteht aus der Verbindung von Nord-Süd-Achse und Schulpark. Im Süden bildet der „grüne Rücken“ eine schützende Kontur unter Erhalt der Gehölze. Eine Mischung aus Schulsport und Schulhofaktivitäten schafft eine Aktivzone, die auch außerhalb der Schulzeiten nutzbar ist. Die 400-m-Laufbahn bildet einen informellen Loop und zoniert das Feld; dazwischen liegen Vegetationsinseln und Aktionszonen. Der Campus-Square ist gemeinschaftlich genutzte Schulsport- und Aufenthaltsfläche, ermöglicht schulische und nachbarschaftliche Veranstaltungen und dient zugleich als flutbarer Retentionsraum bei Starkregen. In den Randbereichen werden Solitärgehölze in modellierte Freiraumschollen mit integrierten Sitzelementen und Retentionsmulden eingebunden. Schulgarten und Freiluftklassenzimmer liegen an den Flanken des Neubaus; im „grünen Rücken“ entsteht ein Biodiversitätsband mit wechselfeuchten Zonen. Der ruhende Verkehr wird in Plangebiet 2 mit Bushaltestelle und Kiss&Ride-Zone gebündelt und durch Grüninseln und klimaresiliente Gehölze ökologisch aufgewertet.
GEBÄUDEPLANUNG
Die Mensa ist vom Vorplatz sowie intern von der Gemeinschaftsschule erschlossen, öffnet sich zum lärmgeschützten Platz und nutzt Küchen- und Anlieferbereich als Puffer zur Bahn; Oberlichter und Fassade ermöglichen natürliche Querlüftung. Die Sporthalle adressiert sich zum gemeinsamen Eingangsplatz, erhält getrennte Zugänge für beide Schulen und ist direkt an die Grundschule angebunden; die Gemeinschaftsschule ist über einen überdachten Außengang bzw. UG-Flur mit den Umkleiden verbunden.
In beiden Schulen bildet ein Lichthof das Herz: er belichtet und belüftet die Kernzone. Die Grundschule gliedert Fach- und Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss, Verwaltung nach Süden und Klassenräume der Stufen 1–4 in den Obergeschossen; Horträume orientieren sich zum Hof. Die Gemeinschaftsschule ordnet Fachklassen in Erdgeschoss und Westspange, Verwaltung und Lehrerbereich im 1. Obergeschoss und Klassencluster 5–10 um den Lichthof an; Eingang, Mehrzweckraum und Kreativfächer adressieren den Vorplatz, die Mensa ist direkt angebunden. Die Klassencluster beider Schulen besitzen adressierte Eingänge mit transparenter Trennwand, Teamstation, offene Garderoben und flexible Lernlandschaften mit Gruppen- und Differenzierungsräumen.
BRANDSCHUTZ, MATERIAL, ENERGIE UND SCHAL L
Grund- und Gemeinschaftsschule sind als Gebäude der GK 5 mit feuerbeständigem Tragwerk geplant; Sporthalle und Mensa als GK 3 mit feuerhemmendem Tragwerk. Brandabschnitte, drei Treppenräume je Schulgebäude mit Ausgängen ins Freie sowie feuerhemmende Flurwände sichern die Rettungswege. Versammlungsräume verfügen über direkte Rettungswege und Rauchableitung; eine flächendeckende Brandmeldeanlage und Sicherheitsbeleuchtung gewährleisten eine zügige Evakuierung.
Die Schulbauten sind als Hybridkonstruktion geplant: Sockel in CO₂-reduziertem Beton, Obergeschosse als Holzkonstruktion mit Holzkastendecken und aussteifenden Stahlbetonkernen. Hochgedämmte Holztafelelemente mit farbiger Fassade, Holz-Pfosten-Riegel-Fassaden sowie begrünte Dächer mit PV-Modulen bilden die Hülle; Sporthalle und Mensa erhalten Holzbinderdächer. Passive Maßnahmen wie kompakte Bauweise, gute Dämmung, Dreifachverglasung und außenliegender Sonnenschutz reduzieren den Energiebedarf. Beheizung und ggf. Kühlung erfolgen über Fußbodenheiz-/kühlsysteme, gespeist von einer Wärmepumpe mit Eisspeicher unter dem Sportfeld. Trotz Außenlärmpegeln bis 70 dB(A) ermöglichen Fensterlüftung und Schalldämmelemente die Einhaltung der Innenpegel nach ASR und gute akustische Verhältnisse in den Unterrichtsräumen.
STÄDTEBAU
Das Konzept verknüpft vorhandene und neue städtebauliche sowie freiräumliche Strukturen zu einem zusammenhängenden Bildungscampus. Bestehende Gebäude (Grundschule, Kita) werden zu einer Platzfigur um die „Grüne Mitte“ weiterentwickelt. Im Norden markiert ein Baukörper mit Sondernutzung (Café/Jugendräume) den Auftakt und fasst die Stellplätze. Das Ensemble aus Grund- und Gemeinschaftsschule, Sporthalle und Mensa liegt im Süden des Grundstücks und schafft Raum für großzügige Freianlagen. Zum Osten öffnet sich der Campus zur Georg-Heckel-Straße und bindet das Quartier an. Die Baumasse ist in Höhe und Tiefe gestaffelt: Hochpunkte bilden die Schulgebäude, während Sporthalle und Mensa als eingeschossige, platzbildende Bauten die Frischluftströme respektieren. Zwischen den Schulen entsteht ein zur Bahntrasse geschützter Vorplatz mit allen Eingängen; Holzarkaden formulieren den überdachten Übergang. Die farbige Fassade erzeugt ein heiteres Lernmilieu und differenziert die Nutzungen.
FREIRAUM
Mit dem BildungsCampus West entsteht eine moderne, am Gemeinwohl orientierte Lernlandschaft. Leitbild ist ein offener Quartierscampus, der Freiraum- und Freizeitangebote für die umliegenden Wohnquartiere bereitstellt. Das mäanderförmig im Süden angeordnete Bauensemble generiert einen großzügigen, zusammenhängenden Freiraum. Die Freiraumstrukturen verknüpfen vorhandene und neue Elemente; die „GRÜNE MITTE“ entsteht aus der Verbindung von Nord-Süd-Achse und Schulpark. Im Süden bildet der „grüne Rücken“ eine schützende Kontur unter Erhalt der Gehölze. Eine Mischung aus Schulsport und Schulhofaktivitäten schafft eine Aktivzone, die auch außerhalb der Schulzeiten nutzbar ist. Die 400-m-Laufbahn bildet einen informellen Loop und zoniert das Feld; dazwischen liegen Vegetationsinseln und Aktionszonen. Der Campus-Square ist gemeinschaftlich genutzte Schulsport- und Aufenthaltsfläche, ermöglicht schulische und nachbarschaftliche Veranstaltungen und dient zugleich als flutbarer Retentionsraum bei Starkregen. In den Randbereichen werden Solitärgehölze in modellierte Freiraumschollen mit integrierten Sitzelementen und Retentionsmulden eingebunden. Schulgarten und Freiluftklassenzimmer liegen an den Flanken des Neubaus; im „grünen Rücken“ entsteht ein Biodiversitätsband mit wechselfeuchten Zonen. Der ruhende Verkehr wird in Plangebiet 2 mit Bushaltestelle und Kiss&Ride-Zone gebündelt und durch Grüninseln und klimaresiliente Gehölze ökologisch aufgewertet.
GEBÄUDEPLANUNG
Die Mensa ist vom Vorplatz sowie intern von der Gemeinschaftsschule erschlossen, öffnet sich zum lärmgeschützten Platz und nutzt Küchen- und Anlieferbereich als Puffer zur Bahn; Oberlichter und Fassade ermöglichen natürliche Querlüftung. Die Sporthalle adressiert sich zum gemeinsamen Eingangsplatz, erhält getrennte Zugänge für beide Schulen und ist direkt an die Grundschule angebunden; die Gemeinschaftsschule ist über einen überdachten Außengang bzw. UG-Flur mit den Umkleiden verbunden.
In beiden Schulen bildet ein Lichthof das Herz: er belichtet und belüftet die Kernzone. Die Grundschule gliedert Fach- und Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss, Verwaltung nach Süden und Klassenräume der Stufen 1–4 in den Obergeschossen; Horträume orientieren sich zum Hof. Die Gemeinschaftsschule ordnet Fachklassen in Erdgeschoss und Westspange, Verwaltung und Lehrerbereich im 1. Obergeschoss und Klassencluster 5–10 um den Lichthof an; Eingang, Mehrzweckraum und Kreativfächer adressieren den Vorplatz, die Mensa ist direkt angebunden. Die Klassencluster beider Schulen besitzen adressierte Eingänge mit transparenter Trennwand, Teamstation, offene Garderoben und flexible Lernlandschaften mit Gruppen- und Differenzierungsräumen.
BRANDSCHUTZ, MATERIAL, ENERGIE UND SCHAL L
Grund- und Gemeinschaftsschule sind als Gebäude der GK 5 mit feuerbeständigem Tragwerk geplant; Sporthalle und Mensa als GK 3 mit feuerhemmendem Tragwerk. Brandabschnitte, drei Treppenräume je Schulgebäude mit Ausgängen ins Freie sowie feuerhemmende Flurwände sichern die Rettungswege. Versammlungsräume verfügen über direkte Rettungswege und Rauchableitung; eine flächendeckende Brandmeldeanlage und Sicherheitsbeleuchtung gewährleisten eine zügige Evakuierung.
Die Schulbauten sind als Hybridkonstruktion geplant: Sockel in CO₂-reduziertem Beton, Obergeschosse als Holzkonstruktion mit Holzkastendecken und aussteifenden Stahlbetonkernen. Hochgedämmte Holztafelelemente mit farbiger Fassade, Holz-Pfosten-Riegel-Fassaden sowie begrünte Dächer mit PV-Modulen bilden die Hülle; Sporthalle und Mensa erhalten Holzbinderdächer. Passive Maßnahmen wie kompakte Bauweise, gute Dämmung, Dreifachverglasung und außenliegender Sonnenschutz reduzieren den Energiebedarf. Beheizung und ggf. Kühlung erfolgen über Fußbodenheiz-/kühlsysteme, gespeist von einer Wärmepumpe mit Eisspeicher unter dem Sportfeld. Trotz Außenlärmpegeln bis 70 dB(A) ermöglichen Fensterlüftung und Schalldämmelemente die Einhaltung der Innenpegel nach ASR und gute akustische Verhältnisse in den Unterrichtsräumen.
Beurteilung durch das Preisgericht
Der Entwurf zeichnet sich durch großzügige Freiräume, die im Süden durch eine dichte Bebauung abgeschlossen werden, aus. So bilden die Baukörper der Grundschule, der Sporthalle, der Mensa und der Gemeinschaftsschule eine Barriere hin zur Bahntrasse, die nur durch einen kleinen Durchgang durchbrochen wird. Die Baukörper erscheinen gegenüber den anderen Gebäuden auf dem Campus sehr massiv, was die sehr gleichmäßige und wenig gegliederte Fassadengestaltung noch unterstützt.
Durch einen weiteren öffentlich zugänglichen und breiten Grünzug mit Bewegungs- und Spieleangeboten in West-Ost-Richtung wird der Bildungscampus angemessen an die westlich und östlich angrenzenden Quartiere angeschlossen. Somit wird auch das zukünftige Familienzentrum im ehemaligen Kirchengebäude mit an den Campus angebunden. Die Außenflächen der jeweiligen Schulen legen sich selbstverständlich um die jeweiligen Gebäude herum. Dadurch entsteht vor allem für die Grundschulkinder ein gesicherter ruhiger Bereich mit vielen Spiel- und Bewegungsangeboten.
Die Baukörper umschließen einen zentralen Platz, der einen Treff- und Verteilerpunkt für die Schulen, die Sporthalle und die Mensa auf dem Campus bildet. Die Gebäude öffnen sich folgerichtig mit Ihren Foyers hin zum Platz. Die Mensa wendet sich wohltuend über eine öffenbare Fassade zum Platz hin, so dass ein großzügiger Freibereich für die Mensa entsteht. Eine vorgesetzte Arkade schafft eine Verbindung der Baukörper, bietet notwendige verschattetet Bereiche und ermöglicht den Nutzenden einen überdachten Übergang zwischen den Gebäuden. Zugleich gliedert er auf angenehme Art und Weise die Fassade und stellt eine Maßstäblichkeit her. Kritisch gesehen wird der nicht bearbeitete Umgang mit der Topographie innerhalb der Gebäude. Dadurch entstehen nach Süden geschlossene Stützwände und damit eher eine Rückseite ohne Nutzungen.
Die Funktionen der Grundschule und der Gemeinschaftsschule sind in den jeweiligen Gebäuden sinnhaft verteilt. Der Hort ist im Erdgeschoss der Grundschule platziert, vom Campus her gut erschlossen und öffnet sich mit seinen Räumen hin zu den Außenflächen der Grundschule. Die Foyers in Kombination mit dem jeweiligen Theaterraum bildet einen großzügigen Eingangsbereich und damit eine gute Willkommensgeste für die Schüler*innen. Damit entstehen klare Adressen der Schulen und gute Übergangsbereiche von öffentlichem Platz und Schule. In den Obergeschossen befinden sich die „privaten“ Bereiche der Schulen: die Cluster. Die Erschließungsspannen mit zwei Treppenhäusern, die die Cluster erschließen, bieten eine gute Orientierung für die Nutzenden in den jeweiligen Schulen. Durch Deckeneinschnitte und Oberlichter entsteht auch in diesem Bereich ein angenehmer Aufenthaltsraum, der die Schule auch über die Geschosse hinweg erlebbar macht. Kritisch erwähnt wird, dass die zentrale Erschließung über zwei geschlossene Treppenhäuser erfolgt.
Die Cluster in beiden Schulen bieten großzügige Mitten, die über die gut proportionierten Höfe belichtet und belüftet werden können. Positiv bewertet wird, dass alle Unterrichtsräume in direkter Verbindung zu dieser Mitte stehen. Die Teamräume sind im unmittelbaren Zusammenhang mit den Mitten angeordnet.
Insgesamt stellt der Entwurf einen guten Beitrag dar, in dem er auf der einen Seite großzügige und vielfältige Frei- und Grünbereiche für einen zukünftigen Bildungsort schafft und die vorhandenen Gebäude gut mitintegriert. Die Massivität der Baukörper, die wenig differenzierten Fassaden sowie die stark ausgebildete Kante nach Süden mindern die Überzeugungskraft des Beitrags.
Lageplan Schulcampus West
©HDK Dutt & Kist GmbH
Grundriss Campus Erdgeschoss
©Lamott.Lamott Architekten PartGmbB
Grundrisse Grundschule
©Lamott.Lamott Architekten PartGmbB
Grundrisse Gemeinschaftsschule
©Lamott.Lamott Architekten PartGmbB
Schnitt
©Lamott.Lamott Architekten PartGmbB
Ansicht Schulhof
©Lamott.Lamott Architekten PartGmbB
Ansicht Ost
©Lamott.Lamott Architekten PartGmbB
Fassade
©Lamott.Lamott Architekten PartGmbB
Modell
©Boris Degen Architekturmodelle