Nichtoffener Wettbewerb | 06/2025
Neubau Campus Fachraumzentrum in Bad Mergentheim
©BJW
1. Preis
Preisgeld: 71.000 EUR
Beurteilung durch das Preisgericht
Städtebaulich fügt sich das neue Fachraumzentrum als eigenständiger, zweigeschossiger und OstWest gerichteter Baukörper gut zwischen Kopernikus-Realschule und dem Deutschordensgymnasium ein.
In der Idee eines „dienenden“ Gebäudes für beide weiterführenden Schulen wird der Neubau nicht als trennend, sondern vielmehr verbindend wahrgenommen und schafft damit ein funktionales Zentrum im Gegensatz zu einer grünen Mitte.
Durch die zentrale Setzung des Neubaus erfährt der Freiraum eine deutliche Trennung und Differenzierung der unterschiedlichen Pausenhofbereiche.
Durch das Zurückrücken der östlichen Parkplatztasche entsteht ein Freiraum vor der Mensa mit einem guten Aufenthaltspotential. Auch wird dadurch eine Grünverbindung in Nord-Süd Richtung geschaffen. Eine zentrale Campusachse südlich des Neubaus verbindet Bestands- und Neubauten und mündet in ihrer Verlängerung nach Osten auf dem Vorplatz der neuen 3-Feld-Turnhalle.
Die neue Dreifeldhalle schließt den Raum zwischen bestehender Sporthalle und Grundschule und reiht sich damit städtebaulich nachvollziehbar in die vorhandene Setzung der Bestandsbauten ein. Die Stellplätze im Süden der neuen Sporthalle werden hinsichtlich des aktuell hier auch öffentlich stark frequentierten Bolzplatzes kritisch diskutiert.
Die Idee der verbindenden Mitte wird im Neubau in der Ausgestaltung der Eingänge aufgegriffen. So sind in Richtung der beiden Schulen die Haupteingänge sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss über außen liegende Treppen ausgewiesen.
Die innere Raumstruktur des Neubaus zeigt eine gute funktionale Zuordnung der einzelnen Fachklassen auf. In den Obergeschossen befinden sich die Naturwissenschaftsräume, welche zusammen mit den Sammlungen als Cluster ablesbar sind. Im Erdgeschoss sind Technik- und Werkräume, sowie die Lehrküchen. Die Mensa schließt als eigenständig nutzbarer Bereich mit separatem Zugang im Osten an. Ein vorgelagerter Außenbereich ergänzt den gemeinschaftlichen Bereich. Bezogen auf ihre Gesamtfläche und Konstruktion weist die Mensa eine zu geringe Raumhöhe auf.
Über zwei grüne Innenhöfe werden die Flurbereiche zusätzlich belichtet, wenn auch ihre Dimensionierung etwas knapp ist. Als zweiter Flucht- und Rettungsweg dienen Fluchttreppen, die an den Stirnseiten in die Freianlagen führen.
Die Schule ist als Holzbau konzipiert. Die skelettierte Bauweise bietet sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss eine hohe Flexibilität im Ausbau.
Über der Mensa ist eine Abfangkonstruktion der ansonsten durchgängigen Tragstruktur erforderlich, die auch höhenmäßige Auswirkungen haben könnte.
Die Fassade mit hinterlüfteter, vertikaler Holzschalung ist klar gegliedert. Die horizontalen Fensterbänder sind durch vertikale Holzlamellen-Elemente angenehm rhythmisiert.
Insgesamt stellt die Arbeit mit der Idee eines zentralen Neubaus, der sich zu beiden Schulen hin öffnet, eine eigenständige und gut nachvollziehbare städtebauliche Setzung auf, welche auch in der inneren Organisation des neuen Fachraumzentrums überzeugen kann
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