Nichtoffener Wettbewerb | 07/2025
Neubau der Deutschen Botschaft – Kanzlei und Residenz – in Canberra (AU)
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Kanzleigarten
©KERSTEN KOPP ARCHITEKTEN | POLA
Anerkennung
Architektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Architektur
Bauphysik
Erläuterungstext
Die deutsche Botschaft in Canberra erhält eine neue Kanzlei sowie eine erweiterte, funktional und im Erscheinungsbild an das Klima angepasstes Residenzgebäude. Beide Gebäude sind so auf dem Grundstück positioniert, dass sie sich gegenseitig nicht blockieren, beide profitieren von der Großzügigkeit des großen Gartens, ohne dass Blicküberschneidungen entstehen. Die Typologien sind verschieden, die Haltung jeweils ähnlich: Das neue Gebäude der Kanzlei fügt sich als dreigeschossiges Gebäude zwischen die hochgewachsenen Eukalyptusbäume und orientiert sich mit den Büros in Nordsüdrichtung. Die Residenz behält ihre Präsenz mit Ausrichtung auf den schönen Garten. Zusammen repräsentierten sie die Bundesrepublik Deutschland auf angenehme und
einladende Weise als Orte des Dialogs. Sie bieten vielfältige Möglichkeiten des Austausches. Die Architektur nimmt die Haltung der Offenheit, des Forschergeists und des konstruktiven Umgangs mit den drängenden Themen des Klimawandels ein.
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Arbeit zeichnet sich durch ein klares städtebauliches Konzept aus: zwei kompakte Baukörper auf den möglichen Baufeldern gliedern das Grundstück. Der Residenzgarten mit großzügiger Wiesenfläche und dichtem Rand bleibt erhalten und wird im Detail sinnvoll ergänzt. Ihm steht diagonal ein kleinteilig mit organischen Formen gestalteter Ankommensbereich gegenüber. Zusätzlich wird auf der Nordseite der Kanzlei unter Ausnutzung der Topografie ein geschützter Außenbereich organisiert. Die Erschließung der Gebäude orientiert sich am Verlauf der angrenzenden Straßen, eine gemeinsame Zufahrt für Kanzlei und Residenz erfolgt vom Empire Circuit aus. Das Erscheinungsbild der Baukörper wird von einer Schattenhülle in Form eines Pyramidenstumpfes geprägt. Diese ist mikroklimatisch wirksam, schafft eine Übergangszone vom Innen- zum Außenbereich und setzt ein Statement zeitgenössischer Architektur. Das Kanzleigebäude ist auf sehr kompaktem Grundriss intelligent organisiert. Durch die Nord-Süd-Ausrichtung der Büroräume werden Blickbeziehungen in den Residenzbereich minimiert und eine Querlüftung ermöglicht. Vom bestehenden Residenzbau wird die zentrale, repräsentative Raumfolge erhalten, allerdings unter Verlust der ikonischen Treppe. Die Räume sind über einer teilweise von der Schattenhülle beschirmten Terrasse zum Garten orientiert. Der Erhalt von Teilen des Bestandes ist nur nach innen wirksam. Die Residenz wird im Osten und im Obergeschoss ebenfalls zu einem kompakten Baukörper umgeformt.
Die Konstruktion der Kanzlei und Neubauanteile der Residenz als Holzskelettbau wirkt sich günstig für die Ökobilanz aus. Aus Sicht der Klimaresilienz hat das Projekt einen guten Ansatz in Bezug auf den kompakten Gebäudefußabdruck und den hohen Dachbegrünungsanteil. Die Alterungsbeständigkeit des Glasfasergewebes der Schattenhülle und der Erhaltungs- sowie Reinigungsaufwand der sie tragenden Konstruktion und Technik der Öffnungsflügel wird als schwierig eingeschätzt. Kritisch hinterfragt wird die Herleitung der Klimahülle aus Bauweisen der indigenen Kultur. Diese Arbeit ist eine der kostengünstigsten und weist im Vergleich zu den anderen Beiträgen den niedrigsten BRI auf. Zusammenfassend besticht diese Arbeit durch ihre klare städtebaulich-freiraumplanerische Disposition mit kompakten Baukörpern, die von der deutlichen Gestaltungsidee der Schattenhüllen ergänzt wird, eingebettet in angemessen formulierten Freiräumen.
Residenzterrasse
©KERSTEN KOPP ARCHITEKTEN | POLA
Kanzlei- und Residenzgarten
©POLA | KERSTEN KOPP ARCHITEKTEN
Modell
©Kersten Kopp Architekten