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Nichtoffener Wettbewerb | 11/2018

Neubau der Feuer- und Rettungswache III in MĂŒnster-Hiltrup

2. Preis

Preisgeld: 17.250 EUR

KUCKERT ARCHITEKTEN BDA

Architektur

JKL PartG mbB Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Prof. Dirk Junker & Lennart Harmeling

Landschaftsarchitektur

Mosler Architektur Modellbau

Modellbau

Beurteilung durch das Preisgericht

In ihrer Setzung mit 2 L-förmigen Baukubaturen gelingt es der Arbeit in dem heterogenen stÀdtebaulichen Kontext einerseits und dem prÀgenden Landschaftsraum andererseits selbstverstÀndliche, gestaffelte Silhouetten und raffinierte architektonische Gesichter zu erzeugen.

Mit dieser einfachen Setzung entsteht ein maßvoller, konzentrierter Raum und eine sinnvolle, selbstverstĂ€ndliche Funktionstrennung der Feuer- und Rettungswache von Innen und Außen, von Alarmausfahrten und Übungshof.

SportflĂ€che im Westen und StellplĂ€tze im Osten, sind dem eher landschaftlichen Außenraum zugeordnet. Das GebĂ€ude der freiwilligen Feuerwehr ist als autonome ErgĂ€nzung der GebĂ€udefiguration im Osten stimmig angedacht.

Die westliche, gĂ€rtnerische Einfassung des GrundstĂŒcks und der ÂŽgrĂŒn gewirkte TeppichÂŽ mit BesucherparkplĂ€tzen und FahrradstellplĂ€tzen, ermöglichen erlebbare Verbindungen zum Landschaftsraum von SĂŒd nach Nord.

Die EingrĂŒnung entlang der Westfalenstraße bleibt im Zusammenspiel mit der Behelfsausfahrt und der FĂŒhrung des Reitweges leider zu vage.

Ebenso verliert die Konzeption des „grĂŒn gewirkten Teppichs“ in Bezug auf die ErweiterungsflĂ€chen des 2. Bauabschnitts, es fragt sich, ob die hervorgehobene Nord-SĂŒd-Verbindung auch zukĂŒnftig erlebbar bleibt.

In der architektonischen und funktionalen Ausformulierung, entstehen unterschiedliche ÂŽAdressenÂŽ in Bezug auf die Nah- und Fernwirkung der neuen Institution.

Beginnend mit dem landmarkenhaften Übungsturm, entwickelt sich eine plastische GebĂ€udefiguration, die durch die runden Eckausbildungen und die horizontale Gliederung ein Kontinuum suggeriert und aus dem Ensemble eine Ganzheit entstehen lĂ€sst.

Die zukĂŒnftigen Bauabschnitte und Erweiterungen sind in dieser Ganzheit in Teilen bereits berĂŒcksichtigt: WĂ€hrend die Erweiterung der LogistikflĂ€chen das GebĂ€ude sinnfĂ€llig fortsetzt, sind die zusĂ€tzlichen Fahrzeug-StellplĂ€tze als Additionen an das GebĂ€ude unakzeptabel und ĂŒberzeugen nicht. Bei einer Weiterverfolgung dieses Konzepts wĂ€re eine Eingliederung zwingend erforderlich.

Die Organisation und Choreographie der WegefĂŒhrung fĂŒr
- Fahrzeuge der Feuerwehr
- fĂŒr Pkws der Mitarbeiter und der Besucher
- als auch fĂŒr die FußgĂ€nger
sind außerordentlich gut gelungen und werden seitens der Jury besonders gewĂŒrdigt.

Diensteingang und Besuchereingang liegen jeweils an offensichtlicher, sinnfĂ€lliger Stelle zum Parkplatzbereich. Die funktionale Gliederung in den GebĂ€uden erscheint insgesamt gut gelöst und erfĂŒllt die Anforderungen der Feuerwehr nahezu allumfĂ€nglich.

Die Mitarbeiterbereiche sind attraktiv organisiert, im Einzelnen:
- klare Wegebeziehung im EG zur Umkleide und zur Einsatzbekleidung
- am WachabteilungsleiterbĂŒro ankommend und barrierefrei weiterfĂŒhrend
- klare Trennung zwischen Aufenthaltsbereich und Sozial-Ruhebereich
-„wohnĂ€hnliche“ AufenthaltsqualitĂ€t
- klare gleiche Ausfahrtrichtung der geplanten freiwilligen Feuerwehr

Insgesamt ĂŒberzeugt und besticht die Arbeit durch eine stĂ€dtebauliche, landschaftsrĂ€umliche und vor allem funktionale Klarheit und verspricht in ihrem architektonischen Ausdruck und der vorgeschlagenen MaterialitĂ€t ein adĂ€quater Arbeits-Raum und eine herausragende Adresse fĂŒr die neue Feuer- und Rettungswache in Hiltrup werden zu können.