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Nichtoffener Wettbewerb | 01/2023

Neubau der Hochschule f√ľr Gestaltung HfG Offenbach

2. Preis

Preisgeld: 100.000 EUR

ROBERTNEUN‚ĄĘ

Architektur

Penzel Valier AG

Architektur

Atelier Loidl

Landschaftsarchitektur

Transsolar Energietechnik GmbH

Energieplanung

Philipp Obkircher

Visualisierung

BAL Bauplanungs und Steuerungs GmbH

Projektsteuerung

Erläuterungstext

Hochschule f√ľr Gestaltung, Offenbach am Main
Landschaft
Der neue Campus vermittelt als gro√üz√ľgiger Freiraum zwischen Universit√§t, Wasser und Hafengarten. Die Aneignung des Raumes durch die Studierenden steht im Vordergrund. Das St√ľtzenraster der Geb√§ude setzt sich im Freiraum als Bodenraster fort, das sich durch ruderal anmutende Geh√∂lzinseln aufweitet und √∂ffnet. Dies schafft R√§ume von unterschiedlicher Gr√∂√üe und Charakter, die den vielf√§ltigen Gestaltungs- und Aneignungsm√∂glichkeiten der Studierenden zulassen und f√∂rdern k√∂nnen. Das Raster verbindet die drei Geb√§ude durch die gro√üz√ľgige √∂ffentliche Mitte zu einer Einheit.
Inseln mit heimischen, klimaangepassten und ruderalen Geh√∂lzen und einer Unterpflanzung aus extensiven Schattenstauden und Gr√§sern geben dem neuen Campus eine leicht wilde Atmosph√§re. Die wilde Vegetation steht dabei in einem wirkungsvollen Kontrast zum Raster der gro√üen Ortbetonfl√§chen. Weniger begangene Passagen werden in wassergebundener Decke oder Schotter ausgef√ľhrt und verringern so die Versiegelung im Campus. Somit entsteht ein Geflecht gr√∂√üerer und kleinerer R√§ume und eine nat√ľrliche und selbstverst√§ndliche Aneignung f√ľr das Hochschulleben im Freien, f√ľr Veranstaltungen und Ausstellungen oder Vereinzelung und R√ľckzug. Sollten sich im weiteren Planungsprozess √Ąnderungen ergeben, erlaubt die teils freie, teils in das Raster eingepasste Formensprache eine hohe Flexibilit√§t.
Die Aneignung wird durch eine Mobiliarfamilie unterst√ľtzt: Sie setzt sich aus mobilen Kleinm√∂beln, wie frei verschiebbaren St√ľhlen und Tischen, sowie modularen, adaptiven Gro√üm√∂beln zusammen.
Von der neuen Hafentrib√ľne k√∂nnen Besuchende ihre Blicke √ľber das Wasser schweifen lassen, bis hin zur Frankfurter Skyline - oder nach S√ľden orientiert - den Campus √ľberblicken. Als M√∂glichkeit, sich das Wasser anzueignen, schlagen wir einen alten Industriekahn vor, der von den Studierenden bespielt, aus- und umgebaut werden kann. Der Trib√ľnenplatz mit einer ausziehbaren Trib√ľne kann f√ľr Veranstaltungen und Vorf√ľhrungen genutzt werden.
Im östlichen Teil des neuen Werkstatthauses entsteht der Werkgarten, der bis zur Erweiterung des Werkstattgebäudes, durch temporäre Nutzungen und Aneignungen bespielt werden kann. Offene Werkstätten, ein Freiraum-Experimentallabor, sowie ein urbaner Campus Gardening Bereich ermöglichen den Studierenden ihre Ideen im Freien auszuprobieren. Rasenflächen und Mobiliar laden zum Verweilen ein.
Stadtraum
Das st√§dtebauliche Konzept sieht f√ľr den neuen Standort der Hochschule f√ľr Gestaltung drei Bauk√∂rper vor, welche ihrer Nutzung entsprechend die unterschiedlichen Aufgaben Ausstellung / Repr√§sentation, Werkst√§tten / Studios und studentisches Wohnen erf√ľllen. Das Ensemble wird durch eine grossz√ľgige und ausladende Freiraumgestaltung verbunden und komplettiert.
Das Werkhaus entwickelt sich aus einer kompakten Kubatur, definiert die Achse an der Hafenallee, stuft sich in Richtung des Mainkais ab und schafft somit die Verbindung des Bauk√∂rpers hin zum Wasser. Die Werkgasse als Herzst√ľck des Geb√§udes macht die Nutzung bereits in der Kubatur ablesbar und erf√ľllt den Geb√§udetypus in Perfektion. Im Osten wird diese durch das studentische Wohnen, welches als effizienter, aber sozial aktiver Riegel ausgef√ľhrt wird, begrenzt. Situiert auf Baufeld A erf√ľllt das Ausstellungshaus diese Aufgabe im Westen und bildet gleichzeitig den repr√§sentativeren Teil des Konglomerats. Die runde Form des Geb√§udes reagiert auf die anspruchsvolle st√§dtebauliche Situation mit einer allseitigen Orientierung und schafft es mit der Ausbildung als Gelenk, die an diesem Punkt zusammenf√ľhrenden Achsen und Richtungen mit der durchgr√ľnten Durchsicht zu verbinden.
Durchwegung
Die √∂ffentliche Vernetzung f√ľr Fussg√§nger, Radfahrer und Studierende wird √ľber das gesamte Areal gew√§hrleistet. Die Andienung f√ľr die Werkst√§tten wird √ľber die Ostseite des Werkhauses und √ľber die Werkgasse abgewickelt. Die individuelle Anlieferung durch die Studierenden kann direkt √ľber die Werkgasse zu den einzelnen Ateliers erfolgen. Im Westen des Campus findet sich die Anlieferung f√ľr die Mensa an einer gut erreichbaren, aber wenig exponierten Stelle.
Architektur
Aufbauend auf einer gemeinsamen Rasterstruktur, entwickeln die drei Bauk√∂rper in der tieferen Betrachtung eigene Spezialit√§ten hinsichtlich Funktion, Flexibilit√§t und Konstruktion. Das Raster ist f√ľr die Geb√§ude dabei als gemeinsame ‚ÄėM√∂glichkeitsform‚Äô zu verstehen, die es erlaubt, innerhalb eines einfachen Ordnungssystems hochflexibel verschiedene Inhalte einfach zu kombinieren. Neben der Flexibilit√§t in der Planung soll damit insbesondere auch eine Anpassbarkeit an zuk√ľnftige Nutzungen und Bed√ľrfnisse einfach m√∂glich bleiben. Die inneren Freir√§ume und robusten Erschliessungssysteme erlauben zudem niederschwellig einfache Anpassungen und Zubauten durch die Hochschule und Studierenden.
Werkhaus
Die unterschiedlich breit ausgef√ľhrten Spangen des Werkhauses bilden die Grundlage f√ľr eine effiziente Anordnung verschieden grosser R√§ume und bewahren dabei sinnvolle Proportionen. Durch die universelle Struktur, das grossz√ľgige Atrium, sowie die geschickt platzierten Kerne k√∂nnen maximale Flexibilit√§t und langfristige Anpassbarkeit garantiert werden.
Atrium
Das Atrium bildet den zentralen inneren Kommunikations- und Erschlie√üungsraum. Galerien, Br√ľcken, Treppen und spezielle Orte aktivieren den Raum, in den sich gemeinschaftliche Funktionen wie Pr√§sentationen, Ausstellungsr√§ume, Arbeitsr√§ume, etc. einnisten k√∂nnen und unterschiedlichste Arbeitssituationen m√∂glich sind.
Flexibilität
Auch in der H√∂he ordnen sich die R√§ume in das formgebende dreidimensionale Grid entsprechend der ben√∂tigten Anforderungen. Die H√∂he schafft die M√∂glichkeit der Ausbildung von Galerien bis zu kompletten zweiten Ebenen. Damit werden hier lokale Erweiterungsm√∂glichkeiten, sowie ein zus√§tzlicher Raumbedarf der Hochschule in der Zukunft bereits mit der Grundkonstruktion erm√∂glicht. Die asymmetrisch angeordneten Kerne ber√ľcksichtigen ebenfalls bereits die optionale Erweiterung im Osten. Das Werkstatthaus kann einfach um einige Achsen erweitert werden, ohne die Notwenigkeit der Erstellung weiterer Erschliessungskerne.
Werkstätten
Das Absenken der s√ľdlichen Spange im Haupthaus erlaubt es, auf die vielen verschiedenen individuellen Anforderungen des Raumprogrammes einzugehen. So finden sich hier die R√§ume mit tendenziell geringerem Tageslichtbedarf. Im Norden liegende Werkst√§tten profitieren von viel Tageslicht durch grossz√ľgige Verglasungen ohne zu grossen Aufwand der Verschattung gegen sommerliche √úberhitzung. Der im Norden liegende Riegel bietet ebenfalls Platz f√ľr Werkst√§tten und formt zusammen mit dem Haupthaus die charakteristische Werkgasse.
Werkgasse
Grosse Tore in den Werkst√§tten st√§rken das Potenzial der Nutzung der Werkgasse als aussenliegende Erweiterung der Atelier- und Werkstattfl√§chen. Sie bietet eine gesch√ľtzte, konzentrierte Atmosph√§re und f√∂rdert die Vernetzung im Kreise der Studierenden.
H√ľlle
Grunds√§tzlich sind beide Bauten kompakt und weisen ein gutes Verh√§ltnis von H√ľlle zu Volumen (A/V) auf, was energetisch die erste Voraussetzung f√ľr ein klimaintelligentes Geb√§ude ist und zugleich die Fassadenkosten minimiert.
Die Differenzierung der Seiten in der Programmierung und Struktur wird unterst√ľtzt durch die energetische Differenzierung der Fassaden gem√§√ü den Himmelsrichtungen und deren Potentiale hinsichtlich Energiegewinnung, -eintrag, Tageslichtausbeute, etc.
Dach
Auf dem Dach des Werkhauses liegen die Freiluftwerkst√§tten und Terrassen. √úber die beiden Kerne und anschlie√üenden Br√ľcken k√∂nnen diese erschlossen werden. Zus√§tzlich besteht die M√∂glichkeit der Erschliessung √ľber die Freitreppe in der Gr√ľnachse im Westen der Geb√§udes. Umlaufend wird das Dach als aufgest√§ndertes PV- Pergola zur Energieerzeugung und als Schattenspender gestaltet und erh√§lt in Teilbereichen eine intensive Begr√ľnung zur Regenwasserr√ľckhaltung und -verdunstung.
Konstruktion und Ausdruck
Der flexible Entwurf des 5-geschossigen Geb√§udes findet sich im zugeh√∂rigen Tragwerk wieder. Die Geschossdecken werden als einachsig spannende, hybride Verbundkonstruktionen aus hochfesten Doppel-Holzbalken im Abstand von 1,35 und einer 10cm starken Stahlbetonschicht gebildet, welche f√ľr sich √ľber die k√ľrzere Spannrichtung von 8,10 m spannen. Sie liegen auf konsolenartig, aber deckengleich ausgebildeten, mehrfeldrig spannenden Stahlbetonbalken im Inneren und entlang der Fassaden auf. Die Geschossdecken werden als vorkonfektionierte Elemente f√ľr einen schnellen Baubetrieb konzipiert und auf der Baustelle zu einer steifen Deckenscheibe vergossen. Mit den beiden Werkstoffen werden im Verbund die bauphysikalischen Anforderungen erf√ľllt.
Die sich √ľber die Abtreppung des Geb√§udes ergebenden Dachdecken werden als zweiachsig spannende, 30cm hohe Stahlbetonflachdecken ausgebildet und besitzen einen oberseitigen Versatz zu den anschlie√üenden inneren Geschossdecken, wodurch unter Ber√ľcksichtigung der unterschiedlichen Aufbauh√∂hen zwischen innen und au√üen ein ebengleicher Ausgang auf die Terrassenfl√§chen gew√§hrleistet wird.
Der vertikale Lastabtrag erfolgt mittels vorgefertigter Stahlbeton- bzw. -verbundst√ľtzen. Die Aussteifung des Geb√§udes erfolgt √ľber die regelm√§√üig im Grundriss angeordneten Treppenh√§user sowie den haustechnischen Erschlie√üungskern.
Die dem Entwurf zugrundeliegenden Konstruktionsprinzipien gewährleisten somit die Erstellung und den Betrieb eines nachhaltigen und zugleich dauerhaften und wirtschaftlichen Gebäudes. Durch die Holzbauweise mit einem hohen Vorfertigungsgrad ist eine schnelle und präzise Realisierung gesichert. Im Werkhaus entsteht ein harmonisches Spiel aus mineralischem Boden und warmen Decken aus Holz.
Hafentreppe
Als Erschlie√üung zwischen Platz- und Werkstattniveau dient eine gro√üma√üst√§bliche Trib√ľnentreppe, die zus√§tzlich Aufenthaltsqualit√§t herstellt und sowohl im Alltag, als auch bei Hochschul-Veranstaltungen Aufenthaltsqualit√§t bietet.
Ausstellungshaus
Im markanten Ausstellungshaus befinden sich auf Baufeld A die öffentlich zugänglichen Bereiche wie Foyer, Hochschulgalerie, Aula, und Hörsäle.
√Ėffentlichkeit
Das lichtdurchflutete, offene Erdgeschoss schafft einen nahezu nahtlosen Übergang zwischen Innen- und Aussenraum und empfängt aus verschiedenen Richtungen ankommenden Besuchenden im kombinierten und fliessend organisierten Ausstellungs-, Foyer- und Mensabereich.
Lichthöfe
Asymmetrisch im runden Grundriss platzierte, bis ins Erdgeschoss gef√ľhrte Lichth√∂fe verst√§rken den Effekt des Verschmelzens und synergetischen Befruchtens der verschiedenen Bereiche. Durch die Lage am Rande des Baufeldes in Richtung Mainkai, ges√§umt von der durchgr√ľnten Durchsicht auf der einen und Lichth√∂fen auf der anderen Seite, wird die Mensa zum perfekten Treffpunkt f√ľr einen entspannte Pause.
Theorie
√úber eine grossz√ľgige Treppe zwischen Ausstellungsbereich und Foyer wird das Obergeschoss r√§umlich angebunden. Eine klare Erschliessungsstruktur schafft hier nicht nur die schnelle Erreichbarkeit der einzelnen Bereiche, sondern garantiert auch die optimale Ausnutzung der B√ľrofl√§chen auf diesem Geschoss. Gleichzeitig bleiben die Funktionseinheiten im t√§glichen Ablauf so getrennt, dass die unterschiedlichen Zonen und Bed√ľrfnisse ber√ľcksichtigt werden k√∂nnen. Nichtsdestotrotz wird der informelle Austausch auf den grossz√ľgigen, mit flexiblen Arbeitspl√§tzen best√ľckten Erschliessungsfl√§chen gezielt gef√∂rdert.
Dachboxen
Aus dem vom Aussenraum schwebend anmutenden Geschoss entwickeln sich zwei Boxen bis auf das Dach. Die Bibliothek erstreckt sich innerhalb einer dieser Boxen √ľber zwei Geschosse als Einheit mit den zugeh√∂rigen B√ľros und Arbeitspl√§tzen. In der zweiten Box befinden sich die B√ľros der Verwaltung. Komplettiert werden die beiden Aufbauten durch eine Pergola im n√∂rdlichen Bereich des Dachs, welche nicht nur als Aussenlernplatz f√ľr Studierende, sondern auch f√ľr hochschulinterne Feste und Events genutzt werden kann.
Konstruktion und Ausdruck
Das Ausstellungshaus ist √ľber dem Boden Erdgeschoss als leichte Hybridkonstruktion angedacht. St√ľtzen und Unterz√ľge aus Beton werden von Holz-Beton-Verbunddecken erg√§nzt. Die prim√§re Konstruktion des Rohbaus bildet ein einfaches Gestell, das durch tragende und aussteifende Kerne aus Stahlbeton stabilisiert wird. Die einfache Struktur wird √ľberall sichtbar gelassen und bildet den Rahmen f√ľr den Ausbau. Wie auch im Werkhaus wird durchweg Recycling-Beton eingesetzt. Mit sorgf√§ltig geplanten Schalungsbildern und Schalungsoberfl√§chen werden die einzelnen Bauteile differenziert und in eine tektonische Grammatik √ľbersetzt. Bei den Erschliessungskernen, welche die Konstruktion aussteifen und den Grundriss strukturieren, wird der RC-Beton aus Mischabbruch (RC-M) sandgestrahlt oder geschliffen, so dass die Farbigkeit der Zuschl√§ge (roter und gelber Klinker) zur Geltung kommt und seine Herkunft verr√§t. Bez√ľglich der Holzwahl stehen diverse Materialoptionen (Fichte/Buche) offen und k√∂nnen je nach Marktsituation (Kosten/Verf√ľgbarkeit) gew√§hlt werden. Die Konstruktionsweise kombiniert Robustheit und eine nachhaltige Materialisierung, zudem bietet sie eine grosse Entscheidungsfreiheit hinsichtlich individueller Ausbauw√ľnsche.
Im Innenraum verbinden sich die nat√ľrlichen Qualit√§ten des Rohstoffs Holz mit der klaren Organisation der technischen Elemente und Installationen. Im Ausstellungshaus gliedern sich die Materialien unterschiedlich: leichte Trennw√§nde, transluzente und transparente Glasw√§nde, Vorh√§nge und M√∂blierung differenzieren verschiedene r√§umliche Zonen und bilden den ganzen Bereich gleichzeitig als r√§umliches Kontinuum aus.
Wohnen
Das studentische Wohnen besticht durch die offene und transparente Organisation der verschiedenen Wohnformen, ohne dabei die Anspr√ľche an qualit√§tvolle Unterkunft zu verlieren.
Struktur
Die Stirnseiten der schlanken Struktur bilden öffentliche Nutzungen wie Gemeinschaftsbereiche, Hauswirtschafträume und Werkstätten. Über einen zum Werkhaus und dem davor liegenden Freibereich ausgerichteten Laubengang werden die 92 Wohneinheiten erschlossen.
Organisation
Die gezielte Durchmischung der Wohnformen √ľber die Geschosse f√∂rdert nicht nur den Austausch zwischen den Bewohnenden, sondern f√ľhrt auch in der Systematik der Organisation dazu, dass kleine Gemeinschaftsr√§ume auf allen Geschossen vorhanden sind. Gezielte Ausschnitte im Laubengang und pr√§zise platzierte Vorzonen garantieren neben der Vernetzung der Bewohner zugleich die Privatsph√§re eines jeden Einzelnen. Die Wohnbereiche richten sich konsequent zum Laubengang, Schlaf- und Arbeitsbereiche der einzelnen Einheiten in Richtung der Wohnbebauung Marina Bay im Osten aus.
Konstruktion und Modularität
Die einzelnen Schlafmodule werden als Holzmodule vorgefertigt, was einen einfachen und schnellen Bauablauf garantiert. Je nach Wohnform variieren die Modultypen nur minimal und lassen sich so einfacher und kosteng√ľnstiger vorproduzieren. Jeder Schlafplatz entsteht aus derselben Basiskonfiguration, welche je nach gefordertem Wohnungstyp durch einen Wohnraum erg√§nzt oder einen gemeinschaftlich genutzten Raum erg√§nzt wird. Bei der Konzeption der R√§ume wurden jedoch durchweg die Schnittstellen der einzelnen Module pr√§zise ber√ľcksichtigt. Das Anbringen der Fassade geschieht nach dem Stapeln der Module und f√ľhrt dazu, dass das Geb√§ude als eine Einheit gelesen wird. Durch die modulare Holzbauweise tritt die wohnliche Atmosph√§re des Holzes insbesondere beim Wohnhaus noch st√§rker hervor.
Sollbruchstellen und Erweiterungsmöglichkeiten
Die st√§dtebauliche Organisation und Setzung erlauben die gew√ľnschte Etappierung und schaffen funktionierende Abl√§ufe √ľber die Bauphasen hinweg. Als erster Baustein ist das Werkhaus vorgesehen, welches schon bald durch das Ausstellungshaus auf Baufeld A und dem Wohnen im Osten erg√§nzt werden soll. Mit der geschickten
Platzierung der Kerne im Werkhaus ist eine einfache Erweiterungsmöglichkeit jederzeit gegeben. Auch die Anlieferung funktioniert im Falle einer Erweiterung unverändert, da lediglich die Werkgasse verlängert wird.
Eine Besonderheit stellt die Möglichkeit der hausinternen Erweiterung im Rahmen des flexiblen Tragsystems dar.
Durch das Einziehen von durchg√§ngigen zweiten Ebenen in bis dato √ľberh√∂ht ausgef√ľhrten R√§umen, k√∂nnte hausintern bereits ca. 50% der zus√§tzlich im Rahmen der Erweiterung geforderten Nutzfl√§che ohne gro√üen baulichen Aufwand realisiert werden. Die im Raumprogramm √ľberhoch geforderten R√§ume sind bei dieser Rechnung selbstverst√§ndlich ber√ľcksichtigt und wurde im Rahmen der √úberlegung wie gew√ľnscht √ľberhoch belassen.
Barrierefreiheit
Alle Geb√§ude auf dem neuen Campus sind schwellenlos und ebenerdig f√ľr Personen mit k√∂rperlichen Einschr√§nkungen erreichbar. Breite Flure und ein angemessenes Angebot an Personenliften garantieren die Barrierefreiheit √ľber die Geschosse hinweg. Im Wohngeb√§ude wird durch die Platzierung der barrierefreien Wohnungen √ľber die Geschosse hinweg ausserdem die Inklusion gef√∂rdert. Gleichzeitig bleiben die Wohnungen trotz ihrer Lage in den Obergeschossen durch die N√§he zum Fahrstuhl gut erreichbar.
Fassade
Aufgrund der st√§dtebaulichen Strategie, die Nutzungen in drei sich differenzierende K√∂rper aufzuteilen, erscheinen auch die Fassaden in unterschiedlicher Weise, wenngleich sie doch eine Sprache teilen. Werkhaus und Wohnhaus verbindet eine markante, sich faltende Fassade, die geschickt das kubische Volumen aufl√∂st und ihre Gestalt weniger gewichtig erscheinen l√§sst. Die Fassadenkonstruktion erh√§lt eine feingliedrige horizontale Struktur. Mit Fensterb√§ndern, opaken Br√ľstungen und geschuppten PV-Elementen wird sowohl die horizontale Gliederung, als auch eine dreidimensionale Tiefenwirkung erzeugt. In die Tiefe zur√ľckversetzt wird die vertikale Tragstruktur sichtbar. Die differenzierte Fassadengliederung scheint technisch strukturiert, rhythmisiert die K√∂rper und legt sich als feine Schicht √ľber das Beton- und Holztragwerk.
Das Ausstellungshaus √∂ffnet sich im Ergeschoss stark, sodass eine Verwebung von Innen- und Aussenraum entstehen kann. Die Aussenraumgestaltung w√§chst unter das Geb√§ude und entwickelt sich durch dieses hindruch. Im ersten Obergeschoss gliedert sich die Fassade horizontal. Die im Winkel stehende vierreihige Schicht aus wirksamen Standard PV-Elementen lassen sich dem Sonnenstand entsprechend einstellen. Die bifazialen PV-Elemente sind leicht durchschimmernd und k√∂nnen das von opaken Br√ľstungsb√§ndern reflektierte Licht nutzen. Zudem verleihen sie der Fassade mit ihrer transluzenten Eigenschaft zus√§tzliche Tiefe und √ľbertragen einen Schimmer auf das farbneutrale Aluminium.
Mit der Systemtrennung kann die Fassade konsequent vom Rohbau getrennt werden, mit der hohen Vorfabrikation lässt sich eine hohe Qualität mit guter Wirtschaftlichkeit verbinden.
Modularität und Wirtschaftlichkeit
Die Grundstruktur in den unterschiedlichen H√§usern basiert auf einem Modul von 1.35m und eignet sich damit f√ľr verschiedene Raumkonzepte. Die weitgehend kompakten Geb√§udek√∂rper weisen ein gutes Verh√§ltnis von Geschossfl√§che zu H√ľllfl√§che auf und versprechen dadurch sowohl eine wirtschaftliche Erstellung als auch g√ľnstige Energiekosten. Die einfache Geb√§udestruktur garantiert einen nachhaltigen Gebrauch des Rohbaus, der dank seiner Flexibilit√§t an zuk√ľnftige Bed√ľrfnisse angepasst werden kann. Die Einteilungen von Arbeitsr√§umen, Lehrr√§umen und B√ľros ist mit leichten Ausbauelementen jederzeit und mit geringem Aufwand anpassbar. Die Fassade weist dank der dauerhaften Verkleidung mit Metallelementen eine hohe Lebenserwartung auf. So k√∂nnen durch eine konsequente Trennung von prim√§ren, sekund√§ren und terti√§ren Elementen die Lebenszykluskosten optimiert werden.
Energie-, Klima und Nachhaltigkeitskonzept
Ziel dieses Energie- Klima und Nachhaltigkeitskonzeptes ist die Entwicklung von √∂kologisch und √∂konomisch optimierten Campus-Geb√§uden, die hohe Komfort- und Behaglichkeitsanspr√ľche f√ľr die zuk√ľnftigen Nutzenden erf√ľllen, minimale CO2-Emissionen in Herstellung, Betrieb und Recycling verursachen, kosteng√ľnstig im laufenden Betrieb funktionieren und damit nachhaltig sind. Mit den vorgeschlagenen Konzeptkomponenten wird die Erf√ľllung der Europ√§ischen EPBD-Anforderungen, eine BNB Zertifizierung und idealerweise eine Klimaneutralit√§t im Betrieb angestrebt.
Geb√§udevolumen und Geb√§udeh√ľlle
Die Ausrichtung auf dem Grundst√ľck erm√∂glicht die Nutzung von solaren Gewinnen in der Heizperiode zur passiven Beheizung. Die √ľberwiegend kompakten Geb√§ude weisen ein energetisch vorteilhaftes A/V-Verh√§ltnis auf, die Bauk√∂rper erm√∂glichen eine gute Tageslichtversorgung und eine gute nat√ľrliche Durchl√ľftung. Die Geb√§udeh√ľlle hat eine hohe thermische Qualit√§t, ist durchgehend hochw√§rmeged√§mmt, mit optimierten W√§rmebr√ľcken und mit hoher Luftdichtheit ausgef√ľhrt. Die opaken H√ľllfl√§chen gegen das Aussenklima werden mit ca. 20 ‚Äď 30 cm ged√§mmt. Die Verglasung wird als 3-fach Isolierglas (Ug-Wert ‚ȧ 0.6 W/m¬≤K) mit hoher Selektivit√§t (tvis ‚Č• 0,65, g-Wert ‚ȧ 0,45) vorgesehen, um die W√§rmeverluste im Winter und solaren Lasten im Sommer zu minimieren und gleichzeitig eine maximale Tageslichtversorgung zu erzielen. Um eine sommerliche √úberhitzung des Geb√§udes zu verhindern und um einen hohen visuellen Komfort zu gew√§hrleisten, haben die Glasfl√§chen, die direkter Sonne ausgesetzt sind auf der Au√üenseite einen hoch effizienten beweglichen Sonnenschutz in Form von vorgeh√§ngten Photovoltaik-Elementen (S√ľd) und textilen Screens (Ost/West). Dieser hat einen √Ėffnungsanteil von 5-10%, um auch in geschlossenem Zustand eine Sichtverbindung nach au√üen zu erm√∂glichen. Zus√§tzlich k√∂nnen alle dauerhaften Arbeitspl√§tze mit einem individuell steuerbaren, innenliegenden Blendschutz ausgestattet werden.
L√ľftung
Die Geb√§ude werden √ľber √∂ffenbare Fenster weitestgehend nat√ľrlich bel√ľftet, eine Querl√ľftung ist m√∂glich. √Ėffnungselemente k√∂nnen motorisiert werden, um eine nutzerunabh√§ngig L√ľftung, sowie eine Nachtluftsp√ľlung zu erm√∂glichen. Das zentrale Atrium wird als Abluftkamin genutzt, die von den angrenzenden Nutzfl√§chen √ľberstr√∂mende Luft wird √ľber Dach abgel√ľftet. Mechanische L√ľftungsanlagen werden nur f√ľr Bereiche mit hoher Personenbelegung vorgeschlagen (Aula, Mensa), f√ľr das Wohnheim sind dezentrale Wohnrauml√ľfter optional vorstellbar. Die mechanische L√ľftung sorgt f√ľr einen minimalen, hygienischen Luftwechsel und verf√ľgt √ľber eine W√§rme- und Feuchter√ľckgewinnung zur Reduktion der Heizw√§rmeverluste in der Heizperiode.
Wärme
Die W√§rmeversorgung soll so weit wie m√∂glich mit erneuerbaren Energien erfolgen. Durch die optimierte H√ľlle, die W√§rmer√ľckgewinnung und durch interne W√§rmelasten haben die Geb√§ude bereits einen sehr niedrigen Heizw√§rmebedarf. Mit Hilfe von W√§rmetauschern wird dem Flusswasser W√§rme entzogen und mit reversiblen W√§rmepumpen (Wasser/Wasser- Niedertemperatursystem) auf ein nutzbares Temperaturniveau zur Geb√§udebeheizung gebracht. Eine Anbindung an das Fernw√§rmenetz wird nur zur Spitzenlastdeckung herangezogen. Die W√§rme- und K√§lte√ľbergabe in den R√§umen erfolgt √ľber kombinierte Heiz-K√ľhldecken im 4-Leiterprinzip, die komfortable Strahlungsw√§rme erzeugen und gut regelbar sind. Sie weisen zus√§tzlich Absorberfl√§chen f√ľr die Raumakustik auf. Durch diese Fl√§chensysteme kann die Vorlauftemperatur niedrig (heizen) bzw. hoch (k√ľhlen) gehalten werden, um die Leistungszahl der W√§rmepumpe zu maximieren. Die Trinkwarmwassererzeugung erfolgt dezentral √ľber elektrische Durchlauferhitzer.
Kälte
Der sommerliche Komfort wird weitestgehend mit passiven Mitteln erzielt (au√üenliegender Sonnenschutz, Speichermasse, Nachtluftsp√ľlung). Bereiche mit erh√∂hten K√ľhllasten k√∂nnen √ľber die Heiz-K√ľhldecken √ľberwiegend passiv mit dem K√§ltepotential des Flusswassers gek√ľhlt werden. Die W√§rmepumpen zus√§tzlich bei Bedarf als K√§ltemaschinen verwendet werden.
Strom
Auf den Dachfl√§chen und S√ľdfassaden werden Photovoltaik-Paneele installiert. Diese erzeugen erneuerbaren Strom zur eigenen Verwendung, √úbersch√ľsse k√∂nnen ggf. f√ľr Ladestation f√ľr Elektroautos verwendet werden, oder in das √∂ffentliche Stromnetz eingespeist. Die Geb√§udetechnik, Fassade und R√§ume sind mit Sensorik versehen, um eine Betriebs√ľberwachung zu erm√∂glichen. Diese Sensoren erlauben eine ‚ÄěSmart Building‚Äú Steuerung, bei der die Betriebszust√§nde und Konditionierung dem Bedarf und den Bedingungen angepasst werden. So kann z.B. der Sonnenschutz nach Au√üentemperatur und solarer Einstrahlung gesteuert werden.
Licht
Die Beleuchtung erfolgt so weit wie m√∂glich √ľber Tageslicht, dauerhafte Arbeitspl√§tze sind daf√ľr mit vorteilhaften Raumh√∂hen in Fassadenn√§he platziert, Atrien und Innenh√∂fe bringen zus√§tzliches Zenitallicht in den inneren Teil der Geb√§ude. Um eine hohe visuelle Qualit√§t am Arbeitsplatz zu erreichen sind diese mit einem individuell steuerbaren, innenliegenden Blendschutz versehen. Das Kunstlicht wird mit energiesparenden LED-Leuchten erzeugt, diese sind mit Bewegungsmeldern und tageslichtabh√§ngiger Steuerung ausgestattet, um den Strombedarf zu minimieren.
Materialien
Um ein ganzheitliches, im Lebenszyklus optimiertes Geb√§ude mit niedrigen CO2-Emissionen zu erreichen, m√ľssen neben dem minimierten Energieverbrauch auch die grauen Emissionen, also die bei der Errichtung der Geb√§ude entstehenden Emissionen aus der Konstruktion mitber√ľcksichtigt werden. Daf√ľr wird u.a. das Tragwerk in vorteilhafter Holz-Hybridkonstruktion errichtet, um den emissionsstarken Betonanteil zu minimieren.
Wasser
Wasser wird als Ressource angesehen, die nachhaltig bewirtschaftet werden soll. Hierf√ľr werden wasserlose oder -sparende Armaturen vorgesehen, die teilweise auch mit Grauwasser betrieben werden k√∂nnen. Das Regenwasser wird auf den Gr√ľnd√§chern zur√ľckgehalten und kann √ľber Zisternen f√ľr die Gartenbew√§sserung gespeichert werden, √úbersch√ľssiges Regenwasser soll vor Ort naturnah versickern. Die Bepflanzung soll D√ľrre-resistent erfolgen und nur mit gespeichertem Regenwasser gegossen werden.
Team ROBERTNEUN‚ĄĘ:
Nils Buschmann, Tom Friedrich, Jaro Böer, Tom Zumdick, Anna Zita Leutgeb, Laura Waclawek

Team Penzel, Valier:
Christian Penzel, Leonore Daum, Conrad Bach, Constantin Kirberger, Marko Perkovic, Leo Ritter

Team Atelier Loidl
Leonard Grosch, Moritz Wette, Yuliana Abisheva

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf geht sehr eigenst√§ndig mit der gegebenen anspruchsvollen Situation um. Selbstbewusst werden 3 sehr unterschiedliche Bauk√∂rper mit runden und orthogonalen Grundrissen zu einem stimmigen Gesamtensemble verkn√ľpft, welches mit einer gro√üz√ľgigen Freiraumgestaltung einhergeht.

Der Rundbau liegt mit der Tangente an der Baulinie, damit ist diese beachtet. Die runde Form wird als gro√üer R√ľcksprung gewertet. Das st√§dtebauliche Gesamtkonzept der gesetzten Bauvolumen ist √ľberzeugend. Daher stellt der R√ľcksprung keine Beeintr√§chtigung der Festsetzungen des B-Plans dar.

Die H√∂he des Rundbaus unterschreitet die Vorgaben des B-Plans. Auf Grund der starken durchgehenden Volumensetzung in Baufeld B wird die Baulinie im Sinne des B-Plans in G√§nze ersetzt. Die H√∂henentwicklung im Baufeld A w√§re daher untergeordnet, gleichwohl w√§re eine Anpassung der H√∂he, wenn auch nicht zwingend notwendig, trotzdem w√ľnschenswert.

Wesentlicher, bildgebender Freiraum ist hier der gr√ľne Platz zwischen dem Baufeld A und Baufeld B. Die Entwurfsidee scheint dem Bild der urbanen Wildnis zu folgen. Pflanzinseln schwimmen in befestigten Fl√§chen aus Betonplatten und 20 Kies in den √úbergangsbereichen. W√§hrend das Bild f√ľr den Gesamtentwurf stimmig erscheint, m√ľssen die Gr√ľnfl√§chen unter den Dach√ľberst√§nden kritisch gesehen werden. Auch die Ausbildung des Innenhofes als Anlieferungshof f√ľhrt zu Diskussion und wird den gleichzeitigen Anforderungen dieses Ortes als Aufenthaltsbereich nicht gerecht. Der Versiegelungsanteil ist vergleichsweise hoch.

Die runde Form des Ausstellungshauses f√ľhrt zu einer allseitigen Orientierung und formuliert damit eine ikonografische, identit√§tsstiftende Adressierung der Hochschule im st√§dtebaulichen Gesamtgef√ľge.

Die Ausstellungshalle bietet im Erdgeschoss eine gro√üz√ľgige Raumfolge von Foyer, Aula und Ausstellungsbereich. Innenhof und Atrium erm√∂glichen eine ausreichende Belichtung und Orientierung und sch√∂ne Blickbez√ľge. Die Mensa, wenn auch fl√§chenm√§√üig zu klein ausgebildet, ist folgerichtig zum Wasser orientiert und erm√∂glicht eine ebenerdige Verkn√ľpfung mit dem Au√üenbereich.

Die gew√§hlte kleinteilige Struktur der runden Ausstellungshalle wirkt sich im 1. OG eher nachteilig auf die Raumqualit√§ten aus ‚Äď hier lassen die relativ engen Flure wenig Begegnung und Kommunikation zu.

Die klar und straff organisierte Werkhalle erm√∂glicht als gebaute Maschine das studentische Arbeiten und die Lehre in einem Kontinuum aus unterschiedlichen Werkst√§tten und scheint f√ľr eine Aneignung geradezu pr√§destiniert.

In dieser Arbeit ist f√ľr die Mensa die interne Erschlie√üung zu optimieren (interner Fahrstuhl sowie internes Treppenhaus). Die K√ľhl- und Technikfl√§chen sind nicht nachgewiesen. Erg√§nzend sind die K√ľhlfl√§chen im EG anzusiedeln.

√úber die Ausbildung und Tiefe der Rampe in der Andienungszone wurde in der Jury kontrovers diskutiert - auch in Hinsicht der multifunktionalen Nutzbarkeit dieser gro√üz√ľgigen Fl√§che.

Das als autonomer Bauk√∂rper ausgef√ľhrte Studierendenwohnheim verf√ľgt √ľber eine langgestreckte Riegeltypologie, die trotz guter Besonnung und l√§rmabgewandt am √úbergang zur Wohnbebauung in Ost -West Richtung orientiert, kritisch diskutiert wurde.

Die Fassaden sind fein ausformuliert und schaffen den Zusammenschluss der verschiedenen Bauk√∂rper zu einem schl√ľssigen Ganzen.

Eine mögliche Bauabschnittsbildung (Sollbruchstelle) im Baufeld B ist noch nicht differenziert dargestellt.

Neben unterschiedlichen Maßnahmen zum Thema Energie / Klima / Nachhaltigkeit wurde eine Holzhybridbauweise gewählt, um etwa 50 Prozent Beton einzusparen.

Eine Konkretisierung der Technikflächen hinsichtlich einer funktionalen Platzierung ist notwendig.

Der Einsatz von Holzhybriddecken ist aus brandschutztechnischer Sicht kein Problem, stellt aber formal eine Abweichung zur Hessischen Bauordnung dar, wonach im Sonderbau ‚Äď Geb√§udeklasse 5 die tragenden und raumabschlie√üenden Bauteile feuerbest√§ndig sein m√ľssen. Hier werden tragende und aussteifende Teile aus nichtbrennbaren Baustoffen vorgeschrieben (¬ß 29 HBO). F√ľr das Studierendenwohnheim ist eine Holz-Modulbauweise benannt, sodass hier ebenfalls Abweichungen von der HBO vorliegen, die gut argumentiert und beantragt werden m√ľssen. Beim ‚ÄěEinziehen‚Äú von durchgehenden zweiten Ebenen (siehe Erl√§uterungsbericht) sind brandschutztechnische Belange, wie Tragwerk, Raumabschluss, Rettungswegsystematik, etc. zu ber√ľcksichtigen. Der Erl√§uterungsbericht bietet keine Kompensationsma√ünahme f√ľr die offenen Geschossverbindungen im Atrium an. Hier werden Zusatzma√ünahmen notwendig werden, um eine Genehmigungsf√§higkeit zu erreichen (z.B. Feuerl√∂schanlage).

Die hessischen Anforderungen zur Erreichung des Niedrigstenergie-Standards k√∂nnen mit dem vorliegenden Entwurf gut erf√ľllt werden. Dennoch l√§sst der relativ hohe Glasfl√§chenanteil in der Fassade den R√ľckschluss zu, dass einzelne Geb√§udefl√§chen technisch konditioniert werden m√ľssen.

Der Wärmebedarf soll ergänzend zum Fernwärmeanschluss durch eine Wärmepumpe gedeckt werden. Der Strombedarf soll ergänzend zum Netzanschluss durch eine Fotovoltaikanlage gedeckt werden.

Insgesamt werden das Energiekonzept und der geplante Einsatz von erneuerbaren Energien positiv bewertet. Die vorliegenden Potenziale werden weitgehend ausgeschöpft. Zur Verringerung der Energiegehalte in den Baustoffen werden Vorschläge zur Verwendung von Holz und recycelten Materialien gemacht.

Insgesamt erscheint das Nachhaltigkeitskonzept plausibel und eröffnet den Blick auf weitere Potenziale.

Der Wettbewerbsbeitrag liegt bezogen auf den vorgegebenen Kostenrahmen in der vergleichenden Kostenbetrachtung √ľber dem Durchschnitt aller Wettbewerbsbeitr√§ge und √ľber den Vorgaben aus dem ‚Äö0‚Äė Projekt. Der Anteil des unterirdischen BRI liegt √ľber dem Durchschnitt aller Wettbewerbsbeitr√§ge.

Der in sich stimmige Entwurf thematisiert die Komplexit√§t und Widerspr√ľchlichkeit der unterschiedlichen Bauk√∂rper und interpretiert somit die Vielf√§ltigkeit der Kunsthochschule.