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Nichtoffener Wettbewerb | 07/2014

Neubau der Stadthalle

4. Preis

Preisgeld: 7.000 EUR

pape+pape architekten

Architektur

GTL Michael Triebswetter Landschaftsarchitekt

Landschaftsarchitektur

modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, FrÀsservice, Laserservice

Modellbau

Reitz & Pristl Ingenieurgesellschaft mbH

Tragwerksplanung

ErlÀuterungstext

Außenraum
Die Außenraumgestaltung konzentriert sich auf die unmittelbare Umgebung des GebĂ€udes. Die Gestaltung hĂ€lt sich zurĂŒck und soll vielmehr das GebĂ€ude in Szene setzen und in seine Umgebung integrieren. So wird das GrundstĂŒck als Teil der Landschaft angesehen. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf den Eingangsbereich. Dieser zieht sich durch das GebĂ€ude und tritt im SĂŒden, als Erweiterung des großen Saales wieder hervor. In Form einer tiefer liegenden Terrasse wird das Innere des GebĂ€udes in den Garten erweitert. Ein großzĂŒgiger GrĂŒnbereich umgibt das GebĂ€ude. Dieser Garten wird natĂŒrlich angelegt und soll das Erscheinungsbild der ortstypischen Kulturlandschaft widerspiegeln. Streuobst- oder Wildblumenwiesen sind denkbar, ĂŒberstanden von regionalen Gehölzen. Diese BĂ€ume stehen locker ĂŒber das GrundstĂŒck gestreut als SolitĂ€re oder in kleinen Gruppen. So ist der Garten frei verfĂŒgbar und multifunktional nutzbar. Ein weiteres Prinzip der Außenraumgestaltung ist die kostensparende Realisierung und ein geringer Pflegeaufwand. Der Anteil der versiegelten FlĂ€che minimiert und die Bestandshöhen werden weitestgehend beibehalten. Desweiteren wird ein Fokus auf robuste Materialien und Ausstattungselemente gelegt, um den Pflege- und Wartungsaufwand zu mindern.

Eingangsbereich und Terrasse
Als Kontrast zum naturbelassenen Garten stellt sich der Vorbereich klar strukturiert dar. Lineare, flache Heckenkörper bilden eine VerknĂŒpfung zum Parkplatz und zur minimalistischen Geometrie des GebĂ€udes. Eingeschnitten in die Heckenkörper werden Sitzgelegenheiten und FahrradstellplĂ€tze angeordnet. ZusĂ€tzlich fĂŒhren Wege entlang der Hecken den Besucher auf direktem Wege zur Turnhalle. Als BelĂ€ge schlagen wir sind großformatige Betonsteinplatten fĂŒr den Eingangsbereich und die SĂŒdterrasse und kleinformatiges Betonsteinpflaster in wildem Verband fĂŒr die Wegeverbindungen.
Dem kleinen Saal wird im Osten des GebĂ€udes, im Bereich der Anlieferung, ein intimer und geschĂŒtzter Außenraum zugeteilt. So können bei Bedarf Veranstaltungen im Außenraum stattfinden

Parken unter BĂ€umen
Der Parkplatz wird zentral zwischen Turnhalle und Stadthalle angeordnet. Zum Einen bildet er so eine Pufferzone zwischen den GebĂ€uden und Nutzergruppen, zum anderen kann der Parkplatz bei Bedarf von der Turnhalle oder der Stadthalle genutzt werden. Die Zufahrt sowohl zum Parkplatz als auch zur Turnhalle erfolgt ĂŒber den bestehenden Parkplatz nördlich des Wettbewerbgebietes. Das starke Nord-SĂŒd GefĂ€lle (7-8%) wird im Bereich der Fahrbahn beibehalten, um den Realisierungsaufwand zu mindern. Im Bereich der StellplĂ€tze wird dieses GefĂ€lle jedoch verringert (2-3%). Über niedrige StĂŒtzmauern und eine Böschung zwischen den StellplĂ€tzen wird dieser Niveauunterschied ausgeglichen. Die 92 StellplĂ€tze (inkl. 3 BehindertenstellplĂ€tze) sind BaumĂŒberstanden und der Parkplatz fĂŒgt sich in das Bild des GrundstĂŒckes ein. Flache Hecken strukturieren die FlĂ€che und bilden einen Sichtschutz zum GebĂ€ude.

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf fĂŒr die neue Stadthalle in Großbottwar formuliert einen selbstbewussten klaren, stĂ€dtebaulichen Baukörper mit rechteckigem Grundriss. Der Neubau wird geschickt auf dem zur VerfĂŒgung stehenden GelĂ€nde situiert. So können zum einen die notwendigen StellplĂ€tze erhalten bzw. ergĂ€nzt werden und zum anderen ausreichende FreirĂ€ume mit hoher AufenthaltsqualitĂ€t geschaffen werden. Der neue Parkplatz zwischen Wunnensteinhalle und neuer Stadthalle ermöglicht auch eine notwendige Anlieferung, wird aber als trennendes Element zwischen den GebĂ€uden empfunden. Durch den geplanten Versatz des Neubaus gegenĂŒber der vorhandenen Wunnensteinhalle wird dem Bestand Rechnung getragen. Die bestehende Fuß-und Radwegeverbindung im SĂŒdosten (BrĂŒcke mit Rampenbauwerk) wird erhalten und unaufgeregt integriert.

Der neu geschaffene Vorplatz verbindet den Außen- mit dem Innenraum. Ein großzĂŒgiges und funktional gut gelegenes Foyer verknĂŒpft die gewĂŒnschten Funktionsbereiche miteinander. Die Wege sind kurz und ĂŒbersichtlich. Der große Saal kann direkt mit dem Foyer rĂ€umlich zusammengeschaltet werden. GrĂ¶ĂŸe und Geometrie entsprechen den vielfĂ€ltigen Nutzungsanforderungen. Der kleine Saal ist in seiner Lage und Anbindung gut gelegen und bei Bedarf getrennt erschließbar.

Dem großen Saal wird im SĂŒdwesten eine weitere AußenflĂ€che zugewiesen. Diese erscheint in ihrer architektonischen AusprĂ€gung zu dominant. Ein entspannterer, landschaftlicherer Übergang wĂ€re hier wahrscheinlich besser.

Die konstruktive Lösung und die MaterialitĂ€t der InnenrĂ€ume erscheinen angemessen, wenn gleich die Ausbildung der Konstruktion sehr zurĂŒckhaltend bearbeitet wurde. Die klare, ruhige Fassadengliederung weiß zu ĂŒberzeugen und ist konsequent aus den InnenrĂ€umen abgeleitet. Die plastisch-rĂ€umliche Außenwirkung von geschlossenen und offenen Fassadenelemente ist gekonnt vorgetragen.

Die architektonische Gestalt wirkt der Aufgabe gegenĂŒber angemessen, besonders in Bezug auf die stĂ€dtebaulichen Aspekte. Es handelt sich hier um eine insgesamt gute Arbeit mit ĂŒberzeugenden innen- und außenrĂ€umlichen QualitĂ€ten. Besonders ĂŒberzeugend erscheint der zentrale Raum des „gemeinsamen Foyers“ als zukĂŒnftiger Kommunikationsmittelpunkt fĂŒr ein lebendiges Gemeindeleben.
Lageplan M_1:500

Lageplan M_1:500

Modell - modellwerk weimar

Modell - modellwerk weimar

Ausschnitt M_1:500

Ausschnitt M_1:500

Modell - modellwerk weimar

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Lageplan M_1:200

Lageplan M_1:200

Modell - modellwerk weimar

Modell - modellwerk weimar

Modell - modellwerk weimar

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