Nichtoffener Wettbewerb | 09/2025
Neubau des Stadtteilzentrums in Rodgau Nieder-Roden
©loomn Architekturvisualisierung
Haupteingang
2. Preis
Preisgeld: 16.000 EUR
Architektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Transsolar Energietechnik GmbH
Energieplanung
Landschaftsarchitektur
Erläuterungstext
STÄDTEBAULICHE UND TOPOGRAPHISCHE EINBINDUNG
Das neue Stadtteilzentrum Rodgau Nieder-Roden positioniert sich als klarer, kompakter Baukörper am Puiseauxplatz und stärkt diesen als zentralen Treffpunkt des Stadtteils. Die Setzung des Gebäudes definiert eine großzügige städtebauliche Geste zum Platz und rahmt ihn gemeinsam mit der umgebenden Bebauung.
Der Neubau fügt sich harmonisch in die bestehende Struktur aus Wohnbebauung, Seniorenwohnhäusern und öffentlichen Einrichtungen ein. Der Platanenhain bleibt in seiner Gesamtheit erhalten und bildet mit dem vorgelagerten Vorplatz einen grünen, identitätsstiftenden Freiraum. Eine Reihe der Platanen wird zugunsten der Präsenz des Neubaus am Platz und dem Abstand Richtung Westen nach Osten versetzt.
Die begrenzte Gebäudetiefe des Neubaus von 14 m gewährleistet optimale natürliche Belichtung und Belüftung aller Nutzungen, während ausreichende Abstände zu den Nachbarbauten respektvolle Übergänge schaffen.
GESTALTUNGSKONZEPT GEBÄUDE
Der Neubau präsentiert sich als präzise gefasster, viergeschossiger Baukörper mit einer Fassadenstruktur aus vertikalen Holzlamellen. Diese verleihen dem Gebäude einen warmen, zeitlosen Charakter, filtern das Tageslicht und schaffen ein Spiel aus Offenheit und Geschlossenheit.
Zum Platz hin öffnet sich die Erdgeschosszone mit großzügigen Glasflächen und lädt ein, das Gebäude als offenen, bürgernahen Ort zu betreten. Die horizontale Gliederung wird durch das Wechselspiel von transparenten und geschlossenen Flächen betont. Der Baukörper wirkt zugleich markant und integriert, er markiert selbstbewusst die Adresse des neuen Stadtteilzentrums und vermittelt Offenheit, Zugänglichkeit und Begegnung.
ERSCHLIESSUNGSKONZEPT GEBÄUDE
Der Haupteingang orientiert sich deutlich sichtbar zum Puiseauxplatz und führt in ein großzügiges, lichtdurchflutetes Foyer, das als verbindendes Herz des Hauses dient. Eine zentrale Magistrale erschließt alle Hauptfunktionen und ermöglicht intuitive Orientierung.
Nebenerschließungen vom Parkplatz und von der Wiesbadener Straße sorgen für kurze Wege und flexible Erreichbarkeit. Der Jugendtreff verfügt über einen separaten Eingang mit eigenem Freibereich, wodurch eine unabhängige Nutzung auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten gewährleistet ist.
Beurteilung durch das Preisgericht
Der Beitrag stellt eine glaubhaft e Bereicherung für die vorhandene Situation dar. Der Gebäudekomplex setzt sich aus Hauptbaukörper und zwei Anlagerun- gen zusammen und fügt sich gut in die bestehende, städtebauliche Körnung ein. Die Gebäudehöhen harmonieren mit der Umgebung. Die schlüssige Organisation des Erdgeschosses entwickelt sich sehr positiv aus den angrenzenden Freibereichen. Das Raumprogramm wurde sehr gut umgesetzt. Die Positionierung der WC-Anlagen, der Küche und des Lagers im EG werden kontrovers dis- kutiert. Es wird angeregt, einen für den direkt angrenzenden urbanen Außenraum kompatibleren Lösungsansatz als Alternative zu untersuchen. Die Kursräume im Untergeschoss wurden kontrovers diskutiert und könnten ggf. im Zusammenhang mit der vorbeschriebenen Thematik nochmal untersucht werden. Die Organisation des Foyers und die Orientierung zum Platz werden besonders positiv gesehen. Im Obergeschoss sind die Verwaltungsbereiche schlüssig und kompakt angeordnet, können aber nicht die räumlichen Qualitäten der übrigen Bereiche erreichen. Die Bibliothek wird in ihrer Entwicklung über 2,5 Geschosse kontrovers diskutiert und die Stärkung der vertikalen Beziehung durch die runde Treppe positiv wahrgenommen. Die eigenständige Lage des Jugendbereiches mit den zugeordneten Freiflächen wird positiv eingeordnet. Der nördliche Freibereich mit Ausgabe des Kiosks wirkt beengt und nicht glaubhaft als Aufenthaltsbereich. Die dazu passende Perspektive vom Puiseauxplatz aus ist räumlich falsch und entspricht nicht den örtlichen Gegebenheiten. Die durchgängig bodentiefe Verglasung, die Dimension der Holzlamellen und die Abmessung des Zwischenraumes für den außenliegenden Sonnenschutz wirken starr und werden nicht für alle Raumnutzungen als geeignet betrachtet. Die Materialität außen ist ansonsten plausibel und lässt auf ein robustes Gebäude schließen, wohingegen im Inneren hierzu eine Konkretisierung erfolgen sollte. Der Beitrag lässt eine wirtschaftliche Umsetzbarkeit erwarten. Nach Auswertung der Daten zur Ökobilanz liegt der Beitrag mit seinem CO2-Fußabdruck über dem Durchschnitt.
©Hascher Jehle Architektur
Lageplan
©Hascher Jehle Architektur
Erdgeschoss
©Hascher Jehle Architektur
Obergeschoss
©Hascher Jehle Architektur
Ansicht Süd
©Hascher Jehle Architektur
Ansicht Ost/Querschnitt
©Hascher Jehle Architektur
Längsschnitt