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Nichtoffener Wettbewerb | 06/2009

Neubau einer Klinikapotheke mit integriertem Rechenzentrum

1. Ankaufgruppe

Peter W. Schmidt Architekten

Architektur

Erl├Ąuterungstext

KLINIKAPOTHEKE MANNHEIM


Lage

Die neue Klinikapotheke der Universit├Ątsmedizin Mannheim und das integrierte Rechenzentrum werden als weiterer Solit├Ąr im Park an Stelle der ehemaligen Hautklinik errichtet. Der Ort f├╝r den geplanten Neubau liegt in exponierter Lage im Klinikpark, sowie in direkter N├Ąhe zur R├Ântgenstra├če und der Stra├čenbahn-Haltestelle Bibienastra├če. Der Bauplatz besitzt eine pr├Ągnante Topographie, die R├Ântgenstra├če liegt zwischen 4 und 5 Metern ├╝ber dem Parkniveau. Au├čerdem verl├Ąuft ├╝ber den Bauplatz die zweieinhalb Meter erh├Âht liegende Terrasse, die wie die B├Âschung dem Stra├čenverlauf bis zur Einfahrt folgt. Dieses Plateau wird von einer Mauer gefasst, die lediglich durch die beiden identischen Altbauten durchbrochen ist und den Medienkanal f├╝r die Versorgung des Grundst├╝cks aufnimmt.


St├Ądtebau und Konzept

Die Topologie der Parkanlage liegt charakteristisch auch dem Neubau zugrunde. Der Geb├Ąudesockel zeichnet mit seiner Gestalt die urspr├╝ngliche Mauer nach und schiebt sich in das Gel├Ąnde. Er beinhaltet die Arzneimittellbelieferung und die Logistik mit der Offizin.
Auf dieser Mauerkante liegt der Bauk├Ârper mit den beiden Geschossen f├╝r Arzneimittelherstellung und Administration. Er enth├Ąlt auch das integrierte Rechenzentrum, welches, durch eine zweigeschossige Erschlie├čungsfuge getrennt, f├╝r sich steht.

Der Entwurf sieht vor, die gesamte St├╝tzmauer im Park, in dem Material des Sockels auszuf├╝hren. So erh├Ąlt die weitl├Ąufige Parkanlage eine attraktive Raumkante, dessen Typologie die Klinikapotheke aufnimmt. Die pr├Ąchtigen B├Ąume und insbesondere die als Naturdenkmal vorgeschlagenen Platanen, die den Charakter des Klinikparks pr├Ągen, bleiben erhalten.


Das Geb├Ąude und seine Abl├Ąufe

Die Erschlie├čung des Neubaus erfolgt im Betrieb haupts├Ąchlich von der Parkseite. Der zus├Ątzliche Zugang f├╝r Mitarbeiter oder externe Besucher von der ├Âffentlichen Verkehrsfl├Ąche der R├Ântgenstra├če wird ├╝ber einen geschwungenen Steg hergestellt.

Der Haupteingang liegt zentral im Sockelgeschoss und bildet sich als Vertiefung in der Mauer aus, welche die Rampe und die Treppe aufnimmt. Das Erdgeschossniveau ist um 75 Zentimeter angehoben. Somit wird die Qualit├Ąt der Arbeitspl├Ątze gesteigert und eine Pufferzone zur begleitenden Stra├če ausgebildet. Auch wird so an der Warenannahme die Anlieferung vom LKW aus erleichtert. Die Anlieferung der Waren erfolgt von der klinikinternen Stra├če. ├ťber einen Windfang gelangt der Besucher direkt in die Offizin, dessen Wartebereich zum Park hin ausgerichtet ist. Ein langer Tresen bietet ausreichend Raum f├╝r die steigenden Anforderungen an eine pers├Ânliche Beratung des Patienten und bei der Mitwirkung im medizinischen und pflegerischen Team.

Vom zentralen Verteilerraum gelangt man in die Flure zu den B├╝ros der Logistik und in die Lagerr├Ąume in den r├╝ckw├Ąrtigen Raumspangen. Eine breite, einl├Ąufige Treppe f├╝hrt in das Vestib├╝l der ersten Etage.

Diesen zweigeschossigen Raum betritt auch der Besucher vom Eingang in der Nordfassade. Hier er├Âffnet sich die Aussicht auf die Parkanlage ├╝ber eine gro├čfl├Ąchige ├ľffnung. So entsteht an dieser Stelle durch die Topographie ein Aussichtspunkt, der auch als interner Treffpunkt und Kommunikationsraum dient. Die Erschlie├čung des Obergeschosses erfolgt ├╝ber einen in die Wand dieses Raumes einger├╝ckten Treppenk├Ârper.


Auf der Herstellungsebene gibt es eine klare Zonierung. Zum Park hin sind die B├╝ros ausgerichtet. Labore, Lager und die Hauptschleusen befinden sich in der Mittelspange. An der Nordseite sind die Reinr├Ąume in einem Bereich zusammengefasst. So entstehen effiziente Raumbeziehungen und eine wirtschaftliche Zuordnung von Technikfl├Ąchen. ├ťber der Reinraumspange befindet sich ein Technikgeschoss, welches zu Wartungszwecken ├╝ber einen Gitterrostboden verf├╝gt und die gesamte Reinraumtechnik aufnimmt.

Im obersten Geschoss sind die B├╝ros der Administration und die Personalr├Ąume ebenfalls zum Park hin ausgerichtet. Hier befindet sich eine gro├če Dachterrasse, ├╝ber die einige innen liegende Bereiche in der Herstellungsebene mittels Oberlichter belichtet werden. Dar├╝ber hinaus stellt dieser Raum eine weitere M├Âglichkeit informeller Kommunikation dar.

Richtung Osten liegt die Spange mit dem Rechenzentrum. Die Nutzfl├Ąchen sind auf der Ebene des gemeinsamen Erschlie├čungsflures angelegt. Im Volumen dar├╝ber sind die Raumluftanlagen und Technikfl├Ąchen mit ÔÇ×offenemÔÇť Dach im Freien angeordnet.


Reinraumkonzept

Der Reinraum ist als Raum-in-Raum-Konzept geplant. W├Ąnde und Decken werden aus Systemelementen aufgebaut. Einzelne Bereiche (D,C,B) sind durch Schleusen von einander getrennt. Der D-Bereich des Komplexes wird ├╝ber 2 Personenschleusen und eine gro├če Materialschleuse erschlossen. F├╝r die aseptische Herstellung ist noch eine zus├Ątzliche Materialschleuse (Ausgang) vorgesehen. Alle Schleusen m├╝nden unmittelbar in der N├Ąhe der Fahrst├╝hle und sind auf kurzem Weg erreichbar. Die Schleusen besitzen die gleiche Klasse wie die angrenzenden Reinr├Ąume.

Ein interner Erschlie├čungsflur (Klasse D) dient der Anbindung der Herstellungsbereiche und der Rezeptur.

Die Bereiche Zytostatik und Aseptische Herstellung sind jeweils ├╝ber eine eigene Personenschleuse vom D-Bereich aus begehbar. Der Materialfluss und die Bearbeitung innerhalb der Produktionsbereiche ist vom Einschleusen der Rohstoffe bis zum Ausschleusen der fertigen Produkte kreuzungsfrei m├Âglich.

GMP-Zone D:
F├╝r die Einhaltung einer Luftqualit├Ąt f├╝r die Zone D ist ein 15-20 facher Luftwechsel erforderlich. Erreicht wird dieser Luftwechsel durch eine Zentrale Zu- und Abluftanlage, die mit Mischluft betrieben wird. Die Luft wird dreifach vorgefiltert (F5 / F7 / F) und abschlie├čend endst├Ąndig mit Schwebstofffiltern der Filterklasse H14 gefiltert. Der D-Bereich beschr├Ąnkt sich auf den Dunkelkern, den internen Erschlie├čungsflur, die Vorr├Ąume der Produktionsbereiche.

GMP-Zone C und B:
Dieser Bereich Verf├╝gt ├╝ber ein begehbares Plenum, in dem Fan-Filter-Units (FFU) eingelassen sind, die f├╝r die notwendige Luftreinhaltung und eine weitestgehend laminare Verdr├Ąngungsstr├Âmung sorgen. ├ťber Kan├Ąle an Flurseite wird die Luft bodennah angesaugt und str├Âmt in das Plenum ├╝ber. Die Anzahl und Anordnung der FFU's richtet sich nach den geforderten GMP-Klassen und kann individuell an die Prozesse angepasst werden (Luftumw├Ąlzung f├╝r Klasse B ca. 40-fach). Eine Wartung der FFU's ist jederzeit vom Plenum aus m├Âglich, ebenso wie eine Nachinstallation von Technik. Die notwendige Mindestau├čenluftrate wird ├╝ber das RLT-Ger├Ąt gefahren.

Das Plenum ist von der L├╝ftungszentrale lufttechnisch abgetrennt.. Eine Zug├Ąnglichkeit wird von der Technik-Ebene gew├Ąhrleistet.

Konstruktion, Fassade und Materialit├Ąt

Das Sockelgeschoss ist eine Stahlbetonkonstruktion aus zweiachsig gespannten Ortbetondecken und tragenden Stahlbetonw├Ąnden. Er wird fugenlos ausgef├╝hrt. Gegen das Erdreich wird er als wei├če Wanne mit Rissbreitenbeschr├Ąnkung konzipiert. Die sichtbaren Au├čenw├Ąnde des Sockelgeschosses sind mit hinterl├╝fteten Naturstein verkleidet. Die tiefen Laibungen der Fenster├Âffnungen verst├Ąrken den Charakter der Mauer und leisten dar├╝ber hinaus einen passiven Beitrag zum sommerlichen W├Ąrmeschutz. Als sichtbares Zeichen der Nutzung des Hauses sind im Bereich der Fensterst├╝rze umlaufend die lateinischen Namen von Heilpflanzen in den Naturstein eingraviert.

Im Gegensatz dazu wird der sich um 90 Zentimeter ├╝ber die Mauerkante vorschiebende obere Bauk├Ârper als zweischaliger Sichtbetonbau ausgef├╝hrt. Die notwendigen ├ľffnungen an den Stirnseiten des Geb├Ąudes werden als gro├če Einschnitten in der Fassade sichtbar. Zur S├╝dseite hin bilden die B├╝rofl├Ąchen die prominente Parkfassade aus. Die Fensterfl├Ąchen der gro├čen ├ľffnung werden hier durch den Beton gerahmt und die beiden Geschosse ├╝ber eine Holzbr├╝stung von einander abgesetzt. Filigrane Holzstreben verblenden die Trennw├Ąnde und rhythmisieren so die Verglasung. Der Sonnenschutz wird durch au├čen liegende, textile Screens hergestellt, die im Ruhrzustand nicht in Erscheinung treten. Um den notwendigen Druck in den klimatisierten Reinr├Ąumen zu erhalten ist eine erh├Âhte Dichtigkeit der Fassade und der festverglasten Fensterelemente der Produktionsbereiche herzustellen. Die Dachfl├Ąchen sind entsprechend des hohen ├Âkologischen Anspruchs des Geb├Ąudes extensiv begr├╝nt.

Der Boden in den Service- und B├╝robereichen wird mit Linoleum bekleidet und sorgt f├╝r ein angenehmes Raumgef├╝hl in den Aufenthaltsbereichen. W├Ąhrend im Lagerbereich ein robuster Industrieestrich vorgesehen ist, kommt in den Reinr├Ąumen ein pflegeleichter Gie├čharzbelag aus Epoxydharz zum Einsatz.



Haus- und Klimatechnik

Die Erschlie├čung mit den Medien Wasser und Strom erfolgt ├╝ber einen Medienkanal, welcher unterhalb der erh├Âhten Bodenplatte direkt bis zu den entsprechenden Zentralen f├╝hrt und somit eine hohe Versorgungssicherheit gew├Ąhrleistet.

Alle innenliegenden Bereiche werden kontrolliert Be- und Entl├╝ftet. Um einen wirtschaftlichen Betrieb der Klima- und L├╝ftungsanlagen gew├Ąhrleisten zu k├Ânnen, erhalten die Bereiche Produktion und Rechenzentrum separate Anlagen. Somit ist ein bedarfs- und zeitgerechter Betrieb der Anlagen sichergestellt.

Rechenzentrum: F├╝r die K├╝hlung des Rechenzentrums werden moderne, leistungsf├Ąhige K├Ąltemaschinen, welche vor allem im Teillastbereich sehr effizient arbeiten, eingesetzt. Zudem bieten diese Free - Cooling - Kaltwassers├Ątze erhebliches Energieeinsparpotential, wenn Kaltwasser bei niedrigen Au├čenlufttemperaturen erzeugt werden muss.

Produktion: Das Technikgeschoss (2.OG) ist ├╝ber eine gut zu revisionierende Gitterrostkonstruktion zu begehen. Von hier aus k├Ânnen alle Wartungsarbeiten an L├╝ftung, Wasserversorgung und Beleuchtung vorgenommen werden. Die technischen Ger├Ąte werden auf der ├╝brigen Fl├Ąche schallentkoppelt aufgestellt. Die Abw├Ąrme aus den Produktionsbereichen wird zur Vorw├Ąrmung/Beheizung genutzt.




PETER W.SCHMIDT ARCHITEKT BDA

Beurteilung durch das Preisgericht

Lage

Die neue Klinikapotheke der Universit├Ątsmedizin Mannheim und das integrierte Rechenzentrum werden als weiterer Solit├Ąr im Park an Stelle der ehemaligen Hautklinik errichtet. Der Ort f├╝r den geplanten Neubau liegt in exponierter Lage im Klinikpark, sowie in direkter N├Ąhe zur R├Ântgenstra├če und der Stra├čenbahn-Haltestelle Bibienastra├če. Der Bauplatz besitzt eine pr├Ągnante Topographie, die R├Ântgenstra├če liegt zwischen 4 und 5 Metern ├╝ber dem Parkniveau. Au├čerdem verl├Ąuft ├╝ber den Bauplatz die zweieinhalb Meter erh├Âht liegende Terrasse, die wie die B├Âschung dem Stra├čenverlauf bis zur Einfahrt folgt. Dieses Plateau wird von einer Mauer gefasst, die lediglich durch die beiden identischen Altbauten durchbrochen ist und den Medienkanal f├╝r die Versorgung des Grundst├╝cks aufnimmt.


St├Ądtebau und Konzept

Die Topologie der Parkanlage liegt charakteristisch auch dem Neubau zugrunde. Der Geb├Ąudesockel zeichnet mit seiner Gestalt die urspr├╝ngliche Mauer nach und schiebt sich in das Gel├Ąnde. Er beinhaltet die Arzneimittellbelieferung und die Logistik mit der Offizin.
Auf dieser Mauerkante liegt der Bauk├Ârper mit den beiden Geschossen f├╝r Arzneimittelherstellung und Administration. Er enth├Ąlt auch das integrierte Rechenzentrum, welches, durch eine zweigeschossige Erschlie├čungsfuge getrennt, f├╝r sich steht.

Der Entwurf sieht vor, die gesamte St├╝tzmauer im Park, in dem Material des Sockels auszuf├╝hren. So erh├Ąlt die weitl├Ąufige Parkanlage eine attraktive Raumkante, dessen Typologie die Klinikapotheke aufnimmt. Die pr├Ąchtigen B├Ąume und insbesondere die als Naturdenkmal vorgeschlagenen Platanen, die den Charakter des Klinikparks pr├Ągen, bleiben erhalten.


Das Geb├Ąude und seine Abl├Ąufe

Die Erschlie├čung des Neubaus erfolgt im Betrieb haupts├Ąchlich von der Parkseite. Der zus├Ątzliche Zugang f├╝r Mitarbeiter oder externe Besucher von der ├Âffentlichen Verkehrsfl├Ąche der R├Ântgenstra├če wird ├╝ber einen geschwungenen Steg hergestellt.

Der Haupteingang liegt zentral im Sockelgeschoss und bildet sich als Vertiefung in der Mauer aus, welche die Rampe und die Treppe aufnimmt. Das Erdgeschossniveau ist um 75 Zentimeter angehoben. Somit wird die Qualit├Ąt der Arbeitspl├Ątze gesteigert und eine Pufferzone zur begleitenden Stra├če ausgebildet. Auch wird so an der Warenannahme die Anlieferung vom LKW aus erleichtert. Die Anlieferung der Waren erfolgt von der klinikinternen Stra├če. ├ťber einen Windfang gelangt der Besucher direkt in die Offizin, dessen Wartebereich zum Park hin ausgerichtet ist. Ein langer Tresen bietet ausreichend Raum f├╝r die steigenden Anforderungen an eine pers├Ânliche Beratung des Patienten und bei der Mitwirkung im medizinischen und pflegerischen Team.

Vom zentralen Verteilerraum gelangt man in die Flure zu den B├╝ros der Logistik und in die Lagerr├Ąume in den r├╝ckw├Ąrtigen Raumspangen. Eine breite, einl├Ąufige Treppe f├╝hrt in das Vestib├╝l der ersten Etage.

Diesen zweigeschossigen Raum betritt auch der Besucher vom Eingang in der Nordfassade. Hier er├Âffnet sich die Aussicht auf die Parkanlage ├╝ber eine gro├čfl├Ąchige ├ľffnung. So entsteht an dieser Stelle durch die Topographie ein Aussichtspunkt, der auch als interner Treffpunkt und Kommunikationsraum dient. Die Erschlie├čung des Obergeschosses erfolgt ├╝ber einen in die Wand dieses Raumes einger├╝ckten Treppenk├Ârper.


Auf der Herstellungsebene gibt es eine klare Zonierung. Zum Park hin sind die B├╝ros ausgerichtet. Labore, Lager und die Hauptschleusen befinden sich in der Mittelspange. An der Nordseite sind die Reinr├Ąume in einem Bereich zusammengefasst. So entstehen effiziente Raumbeziehungen und eine wirtschaftliche Zuordnung von Technikfl├Ąchen. ├ťber der Reinraumspange befindet sich ein Technikgeschoss, welches zu Wartungszwecken ├╝ber einen Gitterrostboden verf├╝gt und die gesamte Reinraumtechnik aufnimmt.

Im obersten Geschoss sind die B├╝ros der Administration und die Personalr├Ąume ebenfalls zum Park hin ausgerichtet. Hier befindet sich eine gro├če Dachterrasse, ├╝ber die einige innen liegende Bereiche in der Herstellungsebene mittels Oberlichter belichtet werden. Dar├╝ber hinaus stellt dieser Raum eine weitere M├Âglichkeit informeller Kommunikation dar.

Richtung Osten liegt die Spange mit dem Rechenzentrum. Die Nutzfl├Ąchen sind auf der Ebene des gemeinsamen Erschlie├čungsflures angelegt. Im Volumen dar├╝ber sind die Raumluftanlagen und Technikfl├Ąchen mit ÔÇ×offenemÔÇť Dach im Freien angeordnet.


Reinraumkonzept

Der Reinraum ist als Raum-in-Raum-Konzept geplant. W├Ąnde und Decken werden aus Systemelementen aufgebaut. Einzelne Bereiche (D,C,B) sind durch Schleusen von einander getrennt. Der D-Bereich des Komplexes wird ├╝ber 2 Personenschleusen und eine gro├če Materialschleuse erschlossen. F├╝r die aseptische Herstellung ist noch eine zus├Ątzliche Materialschleuse (Ausgang) vorgesehen. Alle Schleusen m├╝nden unmittelbar in der N├Ąhe der Fahrst├╝hle und sind auf kurzem Weg erreichbar. Die Schleusen besitzen die gleiche Klasse wie die angrenzenden Reinr├Ąume.

Ein interner Erschlie├čungsflur (Klasse D) dient der Anbindung der Herstellungsbereiche und der Rezeptur.

Die Bereiche Zytostatik und Aseptische Herstellung sind jeweils ├╝ber eine eigene Personenschleuse vom D-Bereich aus begehbar. Der Materialfluss und die Bearbeitung innerhalb der Produktionsbereiche ist vom Einschleusen der Rohstoffe bis zum Ausschleusen der fertigen Produkte kreuzungsfrei m├Âglich.

GMP-Zone D:
F├╝r die Einhaltung einer Luftqualit├Ąt f├╝r die Zone D ist ein 15-20 facher Luftwechsel erforderlich. Erreicht wird dieser Luftwechsel durch eine Zentrale Zu- und Abluftanlage, die mit Mischluft betrieben wird. Die Luft wird dreifach vorgefiltert (F5 / F7 / F) und abschlie├čend endst├Ąndig mit Schwebstofffiltern der Filterklasse H14 gefiltert. Der D-Bereich beschr├Ąnkt sich auf den Dunkelkern, den internen Erschlie├čungsflur, die Vorr├Ąume der Produktionsbereiche.

GMP-Zone C und B:
Dieser Bereich Verf├╝gt ├╝ber ein begehbares Plenum, in dem Fan-Filter-Units (FFU) eingelassen sind, die f├╝r die notwendige Luftreinhaltung und eine weitestgehend laminare Verdr├Ąngungsstr├Âmung sorgen. ├ťber Kan├Ąle an Flurseite wird die Luft bodennah angesaugt und str├Âmt in das Plenum ├╝ber. Die Anzahl und Anordnung der FFU's richtet sich nach den geforderten GMP-Klassen und kann individuell an die Prozesse angepasst werden (Luftumw├Ąlzung f├╝r Klasse B ca. 40-fach). Eine Wartung der FFU's ist jederzeit vom Plenum aus m├Âglich, ebenso wie eine Nachinstallation von Technik. Die notwendige Mindestau├čenluftrate wird ├╝ber das RLT-Ger├Ąt gefahren.

Das Plenum ist von der L├╝ftungszentrale lufttechnisch abgetrennt.. Eine Zug├Ąnglichkeit wird von der Technik-Ebene gew├Ąhrleistet.

Konstruktion, Fassade und Materialit├Ąt

Das Sockelgeschoss ist eine Stahlbetonkonstruktion aus zweiachsig gespannten Ortbetondecken und tragenden Stahlbetonw├Ąnden. Er wird fugenlos ausgef├╝hrt. Gegen das Erdreich wird er als wei├če Wanne mit Rissbreitenbeschr├Ąnkung konzipiert. Die sichtbaren Au├čenw├Ąnde des Sockelgeschosses sind mit hinterl├╝fteten Naturstein verkleidet. Die tiefen Laibungen der Fenster├Âffnungen verst├Ąrken den Charakter der Mauer und leisten dar├╝ber hinaus einen passiven Beitrag zum sommerlichen W├Ąrmeschutz. Als sichtbares Zeichen der Nutzung des Hauses sind im Bereich der Fensterst├╝rze umlaufend die lateinischen Namen von Heilpflanzen in den Naturstein eingraviert.

Im Gegensatz dazu wird der sich um 90 Zentimeter ├╝ber die Mauerkante vorschiebende obere Bauk├Ârper als zweischaliger Sichtbetonbau ausgef├╝hrt. Die notwendigen ├ľffnungen an den Stirnseiten des Geb├Ąudes werden als gro├če Einschnitten in der Fassade sichtbar. Zur S├╝dseite hin bilden die B├╝rofl├Ąchen die prominente Parkfassade aus. Die Fensterfl├Ąchen der gro├čen ├ľffnung werden hier durch den Beton gerahmt und die beiden Geschosse ├╝ber eine Holzbr├╝stung von einander abgesetzt. Filigrane Holzstreben verblenden die Trennw├Ąnde und rhythmisieren so die Verglasung. Der Sonnenschutz wird durch au├čen liegende, textile Screens hergestellt, die im Ruhrzustand nicht in Erscheinung treten. Um den notwendigen Druck in den klimatisierten Reinr├Ąumen zu erhalten ist eine erh├Âhte Dichtigkeit der Fassade und der festverglasten Fensterelemente der Produktionsbereiche herzustellen. Die Dachfl├Ąchen sind entsprechend des hohen ├Âkologischen Anspruchs des Geb├Ąudes extensiv begr├╝nt.

Der Boden in den Service- und B├╝robereichen wird mit Linoleum bekleidet und sorgt f├╝r ein angenehmes Raumgef├╝hl in den Aufenthaltsbereichen. W├Ąhrend im Lagerbereich ein robuster Industrieestrich vorgesehen ist, kommt in den Reinr├Ąumen ein pflegeleichter Gie├čharzbelag aus Epoxydharz zum Einsatz.



Haus- und Klimatechnik

Die Erschlie├čung mit den Medien Wasser und Strom erfolgt ├╝ber einen Medienkanal, welcher unterhalb der erh├Âhten Bodenplatte direkt bis zu den entsprechenden Zentralen f├╝hrt und somit eine hohe Versorgungssicherheit gew├Ąhrleistet.

Alle innenliegenden Bereiche werden kontrolliert Be- und Entl├╝ftet. Um einen wirtschaftlichen Betrieb der Klima- und L├╝ftungsanlagen gew├Ąhrleisten zu k├Ânnen, erhalten die Bereiche Produktion und Rechenzentrum separate Anlagen. Somit ist ein bedarfs- und zeitgerechter Betrieb der Anlagen sichergestellt.

Rechenzentrum: F├╝r die K├╝hlung des Rechenzentrums werden moderne, leistungsf├Ąhige K├Ąltemaschinen, welche vor allem im Teillastbereich sehr effizient arbeiten, eingesetzt. Zudem bieten diese Free - Cooling - Kaltwassers├Ątze erhebliches Energieeinsparpotential, wenn Kaltwasser bei niedrigen Au├čenlufttemperaturen erzeugt werden muss.

Produktion: Das Technikgeschoss (2.OG) ist ├╝ber eine gut zu revisionierende Gitterrostkonstruktion zu begehen. Von hier aus k├Ânnen alle Wartungsarbeiten an L├╝ftung, Wasserversorgung und Beleuchtung vorgenommen werden. Die technischen Ger├Ąte werden auf der ├╝brigen Fl├Ąche schallentkoppelt aufgestellt. Die Abw├Ąrme aus den Produktionsbereichen wird zur Vorw├Ąrmung/Beheizung genutzt.