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Nichtoffener Wettbewerb | 05/2014

Neubau eines Ganzjahresbades

Behnisch Architekten

Behnisch Architekten

5. Preis

Behnisch Architekten

Architektur, Landschaftsarchitektur

Erl├Ąuterungstext

Mit der Errichtung eines neuen Ganzjahresbades will die Stadt Neumarkt in der Oberpfalz Ihr B├Ąderund Schulsportangebot verbessern und Familien mit Kindern ganzj├Ąhrig einen attraktiven Badeaufenthalt erm├Âglichen. Das Grundst├╝ck f├╝r den geplanten Neubau befindet sich ├Âstlich der Altstadt und ist umgeben von Wohn-, Schul- und Kulturbauten unterschiedlichster Art und Gr├Â├če. Eine Gr├╝ne Insel, eingebettet in einem heterogenen Umfeld mit landschaftlichen Elementen auf der einen Seite und verschieden ma├čst├Ąblichen Bauk├Ârpern auf der anderen Seite.

Die Vorstellung des Auslobers, das neue Ganzjahresbad auf dem erweiterten Gel├Ąnde des bestehenden Freibades zu errichten ist einnehmend und wei├čt in eine bestimmte Richtung.

Charakteristisch f├╝r den Standort sind die ├╝ppigen Gr├╝nfl├Ąchen mit dem teilweise vierzig Jahre alten Baumbestand und im Besonderen, die nach Westen abfallende Hanglage mit dem sch├Ânen Blick auf die Altstadtsilhouette von Neumarkt. Im vorliegenden Entwurf werden diese Qualit├Ąten auf besondere Art und Weise zur Geltung gebracht.

Es entsteht eine terrassierte Geb├Ąudelandschaft, die sich wie selbstverst├Ąndlich in den vorhandenen Gr├╝nraum integriert, spielerisch mit den topographischen Gegebenheiten umgeht, Blickbez├╝ge zur Altstadt erm├Âglicht und von einem schwebenden Dach gesch├╝tzt wird ÔÇô es wird kein ├╝berdimensionierter Bauk├Ârper mit Vorder- und R├╝ckseiten auf das Grundst├╝ck deplaziert.

Diese Gedanken sind das Leitbild f├╝r die Entwicklung der gesamten Anlage.

Es ergibt sich eine logische und klare Verteilung der unterschiedlichen Funktionsbereiche auf dem Baugrundst├╝ck. Das Freibad im Norden wird in seiner Grundorganisation und Fl├Ąchenausdehnung nicht ver├Ąndert, die Liegebereiche um die Beckenanlage in ihrer Fl├Ąche nicht minimiert. Das Ganzjahresbad terrassiert sich senkrecht dazu dem nat├╝rlichen H├Âhenverlauf folgend ins Gel├Ąnde. W├Ąhrend sich die Badelandschaft nach Westen zur Abendsonne mit Blick auf den historischen Stadtkern von Neumarkt ├Âffnet, bildet die ansteigende Topographie mit dem bestehenden alten Baumbestand auf der Ostseite des Grundst├╝cks Kulisse und Begrenzung f├╝r Saunalandschaft und
den neuen Saunagarten. Die im S├╝den angeordnete Parkgarage verhindert den Schallaustrag aus dem Freibad zur Nachbarbebauung und bildet Raumkante f├╝r einen gro├čz├╝gigen Zugangsbereich.

Die Badeg├Ąste werden von der Seelstra├če und dem Parkhaus aus kommend ebenerdig entlang der bereits bestehenden B├Ąume zum Eingang des Ganzjahresbades gef├╝hrt. Schon auf dem Weg dorthin ├╝berblickt man die gesamte Beckenlandschaft der Anlage, von hier aus geht man einen Kaffee auf der Sonnenterrasse der neuen Gastronomie, von hier aus kann man auch direkt ins Freibad gelangen - hier befindet sich der Eingang zum Ganzjahresbad.

Das Foyer wird von einem zweigeschossigen Luftraum und der durchflie├čenden Landschaft in Ost-West-Richtung bestimmt. Hier verteilen sich die Besucher im Geb├Ąude. Von der zentral gelegenen Kasse in der Eingangshalle aus kann man alle Zug├Ąnge, zum Badebereich, zum Freibad, zur Sauna und zu den Vereinsr├Ąumen der DLRG und des ASV einsehen.

Nicht weit von der Hauptkasse befindet sich der Gastronomie-Bereich. Von einer gemeinsamen K├╝che aus - die Nebenfl├Ąchen und Anlieferung befinden sich im Untergeschoss - werden ├╝ber einen Aufzug im Erdgescho├č die Gastronomie des Nichtschwimmerbereiches und im Obergeschoss das Bedienrestaurant der Sauna erschlossen. F├╝r Externe Besucher ├Âffnet sich das Restaurant auf der
oberen Ebene des Foyers ├╝ber eine gro├čz├╝gig angelegte Terrasse zur Stadt hin.

Eingebettet in das Erdreich liegen gesch├╝tzt die Nebenr├Ąume und Umkleiden. Davor in freier Anordnung die unterschiedlichen Bade- und Erholungsfunktionen, akustisch und r├Ąumlich getrennt in Sportbadbereich und Spa├čbadbereich. Im Obergeschoss befinden sich die unterschiedlichen R├Ąume
der Sauna, sowie die Vereinsr├Ąume der DLRG und des ASV.

Ein ├╝ber der Bade-und Saunalandschaft schwebendes Dach mit gro├čz├╝gigen Oberlichtern sch├╝tzt die darunter liegenden Bereiche - Innen wie Au├čen - ein- oder zweigeschossig, je nach Erfordernis entsprechend der jeweiligen Becken oder Raumfunktion und deren spezifische Anforderungen an Raumh├Âhe, Tageslicht und Klimatechnik. Die Dachr├Ąnder geben dem Geb├Ąude, auch im Bezug zur umgebenden Bebauung, seine Ma├čst├Ąblichkeit und ein unverwechselbares, jedoch unaufdringliches ├äu├čeres. Die ├ťberg├Ąnge zwischen den einzelnen Bereichen sind flie├čend.

Zum Freibad hin terrassiert sich der Bauk├Ârper nach unten, die Gr├╝nfl├Ąchen des Freibades werden auf das Dach ├╝ber dem Schwimmerbecken erweitert und k├Ânnen vom Badegast als Sonnendeck benutzt werden, mit Blick ├╝ber die gesamte Freibadelandschaft - eine M├Âglichkeit, die erdgeschossig nicht umzusetzen w├Ąre.

Es entsteht eine Badelandschaft, die differenzierte Stimmungen, Raumeindr├╝cke und Badeerlebnisse zul├Ąsst, mit funktional klar gegliederten Bereichen und leichter Orientierbarkeit des Gastes im Raum.

Eine angenehme, heitere und offene Grundstimmung wird sich dort durch nat├╝rliches Licht und die sch├Âne Ausblicke ins Gr├╝n und zur Altstadt von Neumarkt einstellen.


FASSADE, KONSTRUKTION, MATERIAL
Das Geb├Ąude wird in Massivbauweise erstellt. Die filigranen Betondecken, die sich aufgrund ihrer hohen Speicherf├Ąhigkeit positiv auf das Klima im Geb├Ąude auswirken, werden von massiven Wandscheiben und Betonst├╝tzen getragen.

Die speziellen Orte im Geb├Ąude werden durch sonnige, vielf├Ąltige Farben akzentuiert. Das
Erscheinungsbild im Innern des Bades ist lebendig und farbenfroh, aber nat├╝rlich. Die in Teilen sichtbare Betondecke bietet einen haptischen Kontrast zu den farbigen Akustikelementen und zum nat├╝rlichen Holz der Fassaden.

Das Erscheinungsbild der Gesamtanlage wird klar und unaufdringlich. Die D├Ącher aller Geb├Ąude sind flach geneigt und begr├╝nt. Die horizontal ausgerichtete Holzverschalung, farblich nat├╝rlich, fein nuanciert, schafft eine pr├Ągnante und elegante Identit├Ąt des neuen Ganzjahresbades in Neumarkt in der Oberpfalz.


FREIANLAGEN
Die Fu├čg├Ąngerverbindung f├╝hrt nahezu ebenerdig von der Seelstra├če zum Badeingang,
obwohl die urspr├╝ngliche Topographie eigentlich ansteigt. Das Parkhaus jedoch f├Ąngt den
H├Âhenunterschied zur Sandstra├če ab, und eine Stufenanlage mit bepflanzten Terrassen vermittelt zwischen den Niveaus des Vorplatzes und der Stra├če.

Ein gro├čer Anteil der geforderten Parkpl├Ątze kann im Stra├čenraum angeboten werden (76 St├╝ck). Die Parkpl├Ątze sind mit neu gepflanzten B├Ąumen ├╝berstellt, was zu einer Aufwertung der Sand, Seel- und M├╝hlstra├če f├╝hrt und die Durchgr├╝nung des ├Ąu├čeren Altstadtrings in Neumarkt unterst├╝tzt.

Die Fahrradst├Ąnder sind in zwei gro├čen Abstellanlagen in der N├Ąhe des alten Freibadeingangs (110 St├╝ck) und des Haupteingangs (140 St├╝ck) zum Ganzjahresbad angeordnet. Teilweise befinden sie sich wettergesch├╝tzt unter dem auskragenden Dach des Parkdecks. Die dezentrale Verteilung der Parkpl├Ątze und der Fahrradstellpl├Ątze nimmt R├╝cksicht auf die beiden, voneinander entfernt liegenden Badzug├Ąnge, so dass die zur├╝ckzulegenden Distanzen zu den Eing├Ąngen gering sind.

Sowohl von der M├╝hlstra├če, als auch von der Egerl├Ąnder Stra├če aus entstehen Zug├Ąnge f├╝r Pflege- und Notfallfahrzeuge. Die Zufahrt zum bestehenden BHKW des Hallenbades bleibt erhalten.


FREIBAD
Nach ├╝ber vier Jahrzehnten Badebetrieb ist das Freibad in die Jahre gekommen und
erscheint in mancher Hinsicht nicht mehr zeitgem├Ą├č. Die Umpflanzung der Badeplatte mit dornigen Berberitzenbeeten sollte einst von der Liegewiese abschirmen und f├╝hrte gleichzeitig zu einer r├Ąumlichen Abschottung und die Badeg├Ąste wurden ├╝ber Durchschreitebecken zu den Schwimmbecken geschleust.

Durch die Neugestaltung des Freibads entsteht nun eine neue Offenheit und Gro├čz├╝gigkeit.

Pflanzbeete sind im Wesentlichen auf die Randbereiche und die Fl├Ąchen unter der Rutsche beschr├Ąnkt. Die Beckenumg├Ąnge und die Liegewiese r├╝cken dadurch n├Ąher zusammen. Sitzmauern fassen die Badeplatte ein und schaffen eine feine Distanz zur leicht erh├Âhten Liegewiese. Die Au├čenduschen sind im Bereich der Badeplattenzug├Ąnge angeordnet.

Die bestehenden Becken bleiben erhalten. Durch den Abriss der alten Umkleidegeb├Ąude sowie des DLRG-Vereinsheims bietet sich die M├Âglichkeit, die Liegewiese nach Westen zu erweitern. Auf dem Dach der Badewassertechnik wird eine besondere Liegefl├Ąche angeboten. Auf Holzdecks werden Liegest├╝hle, Pflanzk├╝bel und Sonnenschirme eine mediterrane Atmosph├Ąre schaffen.

Die Abgrenzung zum ├Âffentlichen Raum erfolgt an der West- und Nordseite durch
Gel├Ąndemodellierungen. Zur M├╝hlstra├če hin wird die Topographie etwa zwei Meter aufgesch├╝ttet und so zu einem leicht geneigten Hang mit S├╝dexposition geformt. Die bepflanzte Landschaftskante erzeugt einen r├Ąumlichen Abschluss des Freibadgel├Ąndes und schafft die Verringerung des L├Ąrmaustrages des Freibades zur n├Ârdlichen Wohnbebauung.

Der Sport- und Spielbereich verbleibt an seinem derzeitigen Standort an der Nord-Ost-Ecke. Der Spielplatz ist in die Gel├Ąndeaufsch├╝ttung eingeschnitten und wird mit einer bekletterbaren St├╝tzwand eingefasst. Das bestehende Beachvolleyballfeld sowie das vorhandene Planschbecken bleiben unver├Ąndert.

Die bestehenden B├Ąume auf dem Freibadgrundst├╝ck k├Ânnen durch die Anordnung der Badehalle sowie die vorgesehenen topographischen Eingriffe weitgehend erhalten bleiben. Im Bereich des Spielplatzes und auf der Liegewiese um das Schwimmerbecken werden einige B├Ąume erg├Ąnzt.

SAUNAGARTEN
Der Saunagarten dehnt sich auf dem ehemals gewerblich genutzten Grundst├╝ck s├╝dlich
der Egerl├Ąnder Stra├če aus. Durch den die st├Ądtebauliche Anordnung des Bauk├Ârpers des
Ganzjahresbades ist der Garten der Sauna von der Liegewiese des Freibads gesch├╝tzt. Die ruhige und abgeschirmte Lage beg├╝nstigt die Entspannung der Saunag├Ąste. Die Atmosph├Ąre von Geborgenheit und Intimit├Ąt wird vornehmlich durch die Gel├Ąndemodellierung und die Bepflanzung erzeugt. Zu den R├Ąndern steigt der Garten deutlich an. Der Hang wird teilweise durch Natursteinmauern gest├╝tzt, untergliedert und terrassiert. Dadurch bilden sich gesch├╝tzte Nischen f├╝r Liegefl├Ąchen und Au├čenduschen aus. An der Grundst├╝cksgrenze wird das bis zu 3 m hoch aufgesch├╝ttete Gel├Ąnde von einer St├╝tzmauer abgefangen. Die dichte Bepflanzung mit Bambus und teils immergr├╝nen Geh├Âlzen sorgt f├╝r den erforderlichen Sichtschutz.

Ein gepflasterter Weg f├╝hrt durch den Garten zu den beiden Au├čen-Saunen, den Duschen und den Liegenischen und wird begleitet von ├╝ppiger Stauden- und Gr├Ąserbepflanzung, im Mittelpunkt des Gartens liegt eingebettet der Badeteich.


ENERGIE- UND KLIMAKONZEPT
F├╝r das neue Ganzjahresbad in Neumarkt wird ein zukunftsweisendes Konzept verwirklicht, welches den Energieverbrauch minimiert, nat├╝rliche Ressourcen nutzt und damit einen nachhaltigen und ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Eine optimierte Gestaltung des Geb├Ąudeentwurfs und seiner Technik stellt die Basis dar, um den Prim├Ąrenergieeinsatz und Betriebskosten zu minimieren.

Dem architektonischen Entwurf sind energetische Grund├╝berlegungen vorausgegangen. Das optimierte Oberfl├Ąchen/Volumen Verh├Ąltnis des Geb├Ąudes minimiert die W├Ąrmeverluste der Geb├Ąudeh├╝lle. Eine weitere Ma├čnahme durch den der Energiebedarf minimiert wird ist, das Bad an drei Seiten ans Erdreich angrenzen zu lassen und so ├╝ber optimal ged├Ąmmte Wandfl├Ąchen sowie die hohe D├Ąmmung im Dach und in den Fassaden die W├Ąrmeverluste weiter verringern. Die Dachbegr├╝nung verbessert das Mikroklima um das Hallenbad herum einerseits, andererseits isoliert die Erdschicht zus├Ątzlich das Dach.
Die transparenten vorwiegend nach Westen orientierten Fassaden werden in 3-fach-Verglasungen mit energetisch optimierten Rahmenkonstruktionen ausgef├╝hrt. Hierdurch wird Kaltluftabfall und Kondensation im Winter an den Fassaden entgegengewirkt. Eine weitere Ma├čnahme stellt die Maximierung von passiven solaren W├Ąrmegewinnen vor allem in den Nachmittagsstunden dar. Transparente Oberlichter optimieren den Tageslichteintrag in die tieferliegenden Badbereiche. Sie werden in selektiver 3-fach-Verglasungen mit hohem Lichteintrag aber reduziertem Gesamtenergiedurchgang ausgef├╝hrt.

Im Sommer wird ├╝ber in die Oberlichtbereiche integrierte L├╝ftungsfl├╝gel eine nat├╝rliche Entl├╝ftung von warmer und feuchter Luft erm├Âglicht. Wenn erforderlich, erfolgt eine Unterst├╝tzung ├╝ber integrierte Abluftventilatoren.

In den nach Westen gerichteten Saunabereichen bewegliche Lamellenelemente vorgesehen, die solare Eintr├Ąge minimieren und gleichzeitig einen m├Âglichen Sichtschutz und Privatheit der Bereiche zulassen.

Die Luftnachstr├Âmung erfolgt aus Komfortgr├╝nden ├╝ber eine Beimischung nat├╝rlicher Zuluft in einer Mischkammer vor den Luftausl├Ąssen der mechanischen L├╝ftungsanlage entlang der Fassaden. Diese zus├Ątzliche nat├╝rliche L├╝ftung erlaubt es, die mechanische L├╝ftungsanlage auf den Winterfall und damit um bis zu 40% kleiner zu dimensionieren, da die nat├╝rliche L├╝ftung im Sommer die notwendige Entfeuchtung ├╝bernimmt, was gleichzeitig Ventilatorstrom, Investitions- und Betriebskosten einspart. F├╝r warme Sommer und zur Unterst├╝tzung einer effizienten Betriebsweise ist
die direkte nat├╝rliche L├╝ftung ├╝ber ge├Âffnete T├╝ren als Erg├Ąnzung vorgesehen.
Im Winter und den ├ťbergangszeiten werden die Klappen der nat├╝rlichen L├╝ftung geschlossen, um W├Ąrmeverluste zu vermeiden und die W├Ąrmer├╝ckgewinnung aus der Abluft vollst├Ąndig zu nutzen. Die induzierenden Konvektorausl├Ąsse entlang der Fassaden ├╝bernehmen die Spitzenlastbeheizung und die notwendige Fassadenabschirmung f├╝r optimierten thermischen Komfort sowie Feuchtekontrolle. Die mechanische Abluft aus den Badbereichen str├Âmt ├╝ber in die Saunabereiche und wird von dort zu den L├╝ftungszentralen zur├╝ckgef├╝hrt. Die Umkleidebereiche haben andere Temperatur- und Feuchteanforderungen und erhalten deshalb eine eigene L├╝ftungsanlage.
Das Klimakonzept sieht warme Fu├čb├Âden vor, die ├╝ber die Abw├Ąrme der darunter liegenden Technikbereiche oder eine aktive Fu├čbodenheizung auf komfortablen Temperaturen zur Grundw├Ąrmelastabdeckung gehalten werden.

Zu guter Letzt kommt eine effiziente Technik zum Einsatz, welche zur Deckung des Energiebedarfs vorhandene Energiequellen sehr rationell nutzt und regenerative Energien einbezieht. Durch die Erneuerung des Gas-Blockheizkraftwerk (BHKW) am bestehenden Standort wird die bestehende Infrastruktur weiter genutzt und sehr effizient und wirtschaftlich parallel W├Ąrme und Strom erzeugt. Der gro├če Vorteil der Kraft-W├Ąrme-Kopplung besteht darin, dass das Bad beides gleichzeitig braucht ÔÇô W├Ąrme zur Beheizung der Luft und des Wassers, sowie Strom f├╝r Antriebe, Beleuchtung und die
Saunen. Durch diesen Synergieeffekt wird eine optimale Betriebsweise der hocheffizienten BHKWAnlage m├Âglich. Pufferspeicher im Geb├Ąude kappen Heizlastspitzen und dienen als W├Ąrmepuffer bei Eigenstromerzeugung ├╝ber das BHKW. Spitzenlast wird ├╝ber Gas-Brennwerttechnik abgedeckt. Die Luft aus den warmen Technikbereichen wird ├╝ber die integrierte W├Ąrmer├╝ckgewinnung zur Vorerw├Ąrmung der Au├čenluft f├╝r das Bad genutzt. Gleiches gilt f├╝r das warme Beckenwasser, welches wiederum zuerst ├╝ber eine W├Ąrmer├╝ckgewinnung l├Ąuft, bevor es abgeleitet wird. Die Frischwassernachspeisung der Becken erfolgt vorwiegend ├╝ber Brunnenwasser, Schlammwasser wird
aufbereitet und das Sp├╝labwasser in die Vorflut eingeleitet. Durch diese Ma├čnahmen werden vorhandene Energieressourcen genutzt und damit Energie eingespart und gleichzeitig Betriebskosten reduziert.

Auf dem Dach wird eine Nutzung von Photovoltaik zur solaren Stromerzeugung vorgeschlagen. ├ťber sogenannte PVT-Kollektoren k├Ânnen die Photovoltaikmodule gleichzeitig als thermische Kollektoren eingesetzt werden, erzeugen so auf der gleichen Fl├Ąche solaren Strom und gleichzeitig W├Ąrme. Die Nutzung regenerativer solarer Energie erg├Ąnzt das Energieversorgungskonzept und verbessert sowohl die Jahresenergiebilanz des Bades als auch die j├Ąhrlichen Betriebskosten. Dadurch entsteht ein ganzheitlicher Ansatz, welcher alle Einzelma├čnahmen zu einem Gesamtkonzept fasst und den
lokalen Gegebenheiten Rechnung tr├Ągt.
Behnisch Architekten

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