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Nichtoffener Wettbewerb | 01/2020

Neubau eines Hotels und eines Freizeitbades mit Kurmittelhaus in Wyk auf Föhr

Visualisierung

Visualisierung

4. Preis

Preisgeld: 9.500 EUR

Kauffmann Theilig & Partner, Freie Architekten BDA, Partnerschaft GmbB

Architektur

LEHENdrei | Architektur Stadtplanung

Stadtplanung / StÀdtebau

GlĂŒck Landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext

StÀdtebauliche Einbindung
Das Aquaföhr findet einen sicheren Platz an der sĂŒdlichen GrundstĂŒcksgrenze und ermöglicht damit den Erhalt und Betrieb des alten Aquaföhrs wĂ€hrend des ersten Bauabschnitts. Das GebĂ€udevolumen ist gegliedert in langgestreckte aneinandergereihte Baukörper mit Satteldach. Drei dicht nebeneinanderstehende LanghĂ€user bilden das neue Aquaföhr mit Sauna, Spa, Kurmittelhaus, Fitness und Badehalle.
Nach RĂŒckbau des alten Aquaföhrs wird das Hotel im zweiten Bauabschnitt errichtet. Das neue Hotel fĂŒhrt die bauliche Struktur nach Norden weiter in Form von zwei versetzt angeordneten Riegeln, die auf einem Sockelgeschoss sitzen. Von der Strandseite betrachtet integriert sich der Entwurf ganz selbstverstĂ€ndlich in die offene und von SatteldĂ€chern geprĂ€gte Bebauungsstruktur von Wyk. Der Besucher gelangt vom Rebbelstieg ĂŒber eine attraktive Zuwegung, die durch sanfte grĂŒne und leicht hĂŒgelige Inseln fĂŒhrt, zum Haupteingang Hotel und weiter zum Eingangsbereich des Aquaföhr.

Das kleine Mittelhaus zwischen Hotel und Aquaföhr fungiert als Durchgangs- und EmpfangsgebĂ€ude, in dem der Besucher ĂŒber die Geschichte der Insel Föhr und FĂŒhrungen sowie Events informiert wird. Der Weg fĂŒhrt unter der leichten aufgestĂ€nderten Überdachung hindurch ĂŒber eine großzĂŒgige landschaftliche Treppenanlage bis hinauf zur Strandpromenade. Die neu gestaltete Strandpromenade lĂ€dt mit ihren großzĂŒgigen Sitzstufen zum Entspannen und Verweilen ein. Vom offenen und großzĂŒgigen Foyer (Ebene 0) gelangt der Besucher ĂŒber eine große Treppenanlage hinauf auf die Haupterschließungs- und Verteilerebene (Ebene 1). Der Bademantelgang fĂŒr die HotelgĂ€ste mĂŒndet auf Ebene 1 ebenfalls in diese Haupterschließungszone des Aquaföhr. Von hier gelangen die Besucher in den Umkleidetrakt der Badehalle oder zum Kurmittelhaus. Die gesamte Bade- und Erholungslandschaft ist nach Osten und SĂŒden hin zum Strand und Meer orientiert und der Badegast hat stets Blickbezug zur Nordsee.

Gestalt, Material und Konstruktion
Alle erdberĂŒhrten Teile bestehen aus Stahlbeton. Die DĂ€cher sind aus einem leichten Holztragwerk bestehend aus Leimbindern und Brettsperrholzplatte. Die Ă€ußere GebĂ€udehĂŒlle besteht aus einer matten Metallverkleidung aus Lamellen. Hinter den Lamellen befinden sich sowohl in den WĂ€nden als auch im Dach großzĂŒgige GlasflĂ€chen, ĂŒber die die natĂŒrliche Belichtung aller RĂ€ume sichergestellt wird. Ein textiler Sonnenschutz steuert Licht- und WĂ€rmeeintrag. Die Lamellen sind an der SĂŒdseite um 45 Grad gedreht und ermöglichen damit optimale Ausblicke zum Meer. Die Fugen zwischen den einzelnen Baukörpern sind verglast.

Außenanlagen
Die Gestaltung der Freianlagen entwickelt sich aus der örtlichen Gegebenheit, der Landschaftsform und den NutzungsansprĂŒchen.Die Zugangssituation im Norden besteht aus einem großzĂŒgigen landschaftlichen Band das mit bewegten Linien aus Wegen und PflanzflĂ€chen das EntrĂ©e zum Bad und Hotel bildet. Diese WegfĂŒhrung zum Bad und Hotel ist fĂŒr die Besucher selbstverstĂ€ndlich und bildet eine attraktive Adressierung mit hoher AufenthaltsqualitĂ€t. BĂ€nke laden ein zum Verweilen, in dem „GrĂŒnen Band“. Das ca. 1,5m hohe Parkdeck wird begrĂŒnt, so dass es nicht als bauliche Anlage in Erscheinung tritt.Der Platz zum Meer mit den Stufenanlagen ist gegliedert mit Pflanzlinsen aus Stauden und GrĂ€sern. Hier sind ebenfalls SitzbĂ€nke an den Pflanzinseln angelagert. HochstĂ€mmige Kiefern in bewegter Charakterform prĂ€gen den Platz und verbinden die Baukörper mit der großen Landschaft am Meer. Im Sommer bilden die BĂ€ume hier auch wohltuenden Schatten und schaffen eine hohe AufenthaltsqualitĂ€t auf dem Platz zum Meer. Die Terrasse am Hotel wird als Rosenterrasse aus Heckenrosen angelegt und mit mehrstĂ€mmigen ZierĂ€pfeln ĂŒberstellt. Durch das Verschieben der GebĂ€udefinger verzahnt sich der GebĂ€udekomplex mit dem Freiraum. Der Freibereich ist unterteilt in spannende und vielfĂ€ltige FlĂ€chen fĂŒr Ruhe und AktivitĂ€ten. Die nach Osten vorgelagerte Liegewiese verbindet Innen- und Außenraum und die Glasfront ist in Teilen öffenbar.

Der bestehende Parkplatz wird weiter ausgebaut und begrĂŒnt. Ein zweigeschossiges Parkdeck schafft weitere Parkmöglichkeiten. Das Parkdeck wird um ein halbes Geschoss ins Erdreich geschoben, so dass es lediglich 1,5m aus dem Erdreich heraustritt. Damit bleibt es in seiner Erscheinung unauffĂ€llig und geht mit der Nachbarbebauung respektvoll um. Die geforderten StellplĂ€tze kommen kompakt im nordwestlichen GrundstĂŒcksbereich unter. Weitere ParkplĂ€tze können im Vorfahrtsbereich zum Hotel nachgewiesen werden. Damit könnten sogar zusĂ€tzlich zu den geforderten 506 StellplĂ€tzen weitere 18 StellplĂ€tze angeboten werden. Der Baumbestand im SĂŒdwestlichen GrundstĂŒcksbereich bleibt weitgehend erhalten und somit naturbelassener Lebensraum fĂŒr Pflanzen und Tiere. Das RegenwasserrĂŒckhaltebecken wird in seiner Lage geringfĂŒgig verschoben und erhĂ€lt die geforderte GrĂ¶ĂŸe von 3.800mÂČ.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Weiterentwicklung der stÀdtebaulichen Grundfigur aus differenzierten, giebelstÀndigen
GebĂ€uderiegeln wird vom Preisgericht begrĂŒĂŸt. Die Kulisse Richtung Promenade ist etwas nach hinten gewandert, was nicht nur aus Sicht des Hochwasserschutzes zu begrĂŒĂŸen ist.

Das asymmetrische Satteldach als Gestaltungsmotiv, wirkt als Ansatz weiterhin nachvollziehbar. Die neu entstandene Differenzierung der GebĂ€udehĂŒlle mit großzĂŒgigen Oberlichtern und eine sinnvolle Integration von technischen Anlagen, wie LĂŒftung und Photovoltaikanlagen zur Energiegewinnung, werden begrĂŒĂŸt.
So ĂŒberzeugt die Arbeit auf den ersten Blick, durch eine stĂ€dtebaulich richtige Setzung,
verbunden mit einer fĂŒr den Ort stimmigen Gestaltungssprache. Lediglich das sehr große
umbaute Volumen fÀllt hier negativ ins Gewicht.

Was die innere Organisation des BĂ€derlandschaft angeht, kann die Arbeit dagegen leider
nicht ĂŒberzeugen. Die Grundorganisation wirkt teils unklar, teils widersprĂŒchlich und der
Verfasser setzt sich an mehreren Stellen ĂŒber explizite Vorgaben der Auslobung hinweg.
So werden fĂŒr den Betrieb zentrale Funktionen falsch verortet und wichtige Synapsen nicht ausreichend berĂŒcksichtigt oder abgetrennt.

Aus Betreibersicht funktioniert die vorgeschlagene Konzeption nicht, weder in Bezug auf
die innere Organisation, noch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Das Preisgericht empfiehlt deswegen diese Arbeit nicht weiter zu verfolgen.
Lageplan

Lageplan

Modellfoto|Pikto

Modellfoto|Pikto

Grundriss Ebene +1

Grundriss Ebene +1

Ansicht West | Schnitt B-B | Ansicht Ost

Ansicht West | Schnitt B-B | Ansicht Ost

Grundriss +2 & +3

Grundriss +2 & +3

Innenraum | Fassadenschnitt

Innenraum | Fassadenschnitt