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Einladungswettbewerb | 09/2009

Neubau eines Instituts fĂŒr Informationssysteme

3. Preis

Preisgeld: 4.200 EUR

HASCHER JEHLE Architektur

Architektur

ErlÀuterungstext

StÀdtebau
Das bestehende Ensemble der gefĂ€chert angeordneten GebĂ€udekörper wird auf selbstverstĂ€ndliche Weise entlang der Jobst-RĂŒthner-Straße fortgefĂŒhrt und ermöglicht eine selbstverstĂ€ndliche, spĂ€tere Erweiterung nach Osten.
Der klar geschnittene, dreigeschossige Baukörper des neuen Instituts bildet mit seinem auskragenden Obergeschoss zur Straße hin einen funktionalen und einladenden Vorplatz mit ĂŒberdachtem Eingangsbereich, zu dem sich das Foyer ĂŒber zwei Geschosse öffnet. Der Neubau ist horizontal gegliedert, helle FassadenbĂ€nder unterstreichen die dynamische Figur. Der Hörsaal und die KongressrĂ€ume zeichnen sich als Sonderbereich des Instituts klar erkennar nach außen ab.
Nach hinten schiebt sich das GebĂ€ude in den Hang. Die gewĂŒnschte Anlieferung ist im EG/UG auf der westlichen Seite unauffĂ€llig in die Topographie eingebunden, ohne in Konflikt mit dem Eingang zu gelangen.

Foyer und Kongressbereich
Die Ă€ußere Gliederung des GebĂ€udekörpers findet im Inneren ihre logische und funktionale Fortsetzung. Die klare Gliederung und geschossweise Trennung der Funktionen ermöglicht problemlos den parallelen Betrieb von internen und öffentlichen Veranstaltungen. Ein großzĂŒgiges, zweigeschossiges Foyer empfĂ€ngt die Nutzer und Kongressteilnehmer und bietet eine gute Orientierung. Alle zentralen Einrichtungen – Hörsaal und KongressrĂ€ume, WC und Garderobe, sowie Pförtner, Post- und SanitĂ€tsraum - sind ĂŒber das Foyer sichtbar und unmittelbar erreichbar. Das reprĂ€sentative Foyer bietet ausreichende Pausen-, Kommunikations- und AusstellungsflĂ€chen. Die Institutsverwaltung und die Bibliothek befinden sich im Obergeschoss auf einer Galerie.
Ein zentrales, offenes, reprĂ€sentatives Treppenhaus verbindet alle Geschosse miteinander und versorgt ĂŒber ein Oberlicht das Foyer mit Tageslicht. Alle Ebenen und RĂ€ume sind mit einem Aufzug barrierefrei zu erreichen. Die fĂŒr Lehr- und ForschungsgebĂ€ude wichtige informelle Kommunikation findet hier attraktive Zonen der Bewegung und Begegnung.

Forschungsbereich
Die Cluster sind im 1. und 2. Obergeschoss als Dreibund angelegt. Jeder Cluster kann getrennt gesichert und erschlossen werden. In der LĂ€nge docken die Cluster jeweils mit den zusammenschaltbaren ProjektrĂ€umen aneinander. Die Mittelzone beherbergt die Server- und MultifunktionsrĂ€ume, die ebenso dem einen oder anderen Cluster zuzuordnen sind. Ein Innenhof im hinteren Bereich bildet das GegenstĂŒck zur zentralen Treppe und belichtet und belĂŒftet die Mittelzone natĂŒrlich – so erhalten auch diese zentral gelegenen Funktionsbereiche ausgezeichnete AufenthaltsitĂ€ten.
Neben der einladenden Haupttreppe bestehen zwei FluchttreppenhÀuser an den GebÀudeenden. Die Technik befindet sich im nördlichen, unterirdischen Teil des EGs.

Konstruktion
Das gestalterische Prinzip und der architektonische Ausdruck der Baukörper und der Fassaden beruhen nicht auf der Wirkung teurer Materialien, sondern auf der Kombination natĂŒrlicher, unbehandelter Baustoffe, die die MaterialitĂ€t und Farbigkeit der Umgebung aufnehmen.
Die Konstruktion besteht aus Stahlbetonflachdecken mit StĂŒtzen im Raster von 7,8 Metern und aussteifenden Kernen und Wandscheiben. Als massive, unverkleidete Konstruktionen bilden sie Speichermasse fĂŒr das klimatische Konzept. Massive, hochwĂ€rmegedĂ€mmte BrĂŒstungen und FensterbĂ€nder aus mehrschichtigem WĂ€rmeschutzglas ermöglichen einen moderaten Verglasungsanteil von unter 50%. Die BrĂŒstungsbĂ€nder sind mit hinterlĂŒfteten hellen Fassadentafeln aus Metall oder bedrucktem Glas verkleidet. Außenliegende SonnenschutzschiebelĂ€den sorgen fĂŒr ein lebendiges Fassadenbild. Der Hörsaal erhĂ€lt eine Verkleidung aus reflektierenden Metallkassetten, Fensteröffnungen stellen den Außenraumbezug her. Die EingangstĂŒren werden durch Portale aus Holz markiert. Der Seminarbereich erhĂ€lt eine Holzverkleidung, die im Außenbereich entsprechend behandelt wird.


Energiekonzept/Nachhaltigkeit
Der Grundsatz fĂŒr die gebĂ€udetechnische Planung ist eine primĂ€renergiesparende, ökologisch nachhaltige und nutzerfreundliche Konzeption, welche einen geringen Energiebedarf und geringere Betriebskosten aufzeigt. Grundlage fĂŒr das Konzept ist eine Unterschreitung der Anforderungen der EnEV 2009 an den PrimĂ€renergiebedarf und an den TransmissionswĂ€rmeverlust. Diese anspruchsvollen, energetischen Vorgaben können nur mit einem ganzheitlichen Energie- und Technikkonzept erreicht werden. Dazu gehören eine massive GebĂ€udehĂŒlle und eine Dreifachverglasung der FensterflĂ€chen.

Die benötigte Heizlast wird zu ca. 30 % aus dem geplanten BHKW und zu 70 % aus der modernisierten Kesselanlage der FH gespeist. Die WĂ€rmeverteilung erfolgt grĂ¶ĂŸtenteils ĂŒber statische HeizflĂ€chen in den RĂ€umen, des Weiteren ĂŒber die konditionierte Zuluft der LĂŒftungsanlagen.
Der Hörsaal, die Konferenz-, und ServerrĂ€ume erhalten eine LĂŒftungsanlage mit Quellluftsystem im Doppelboden. Die Außenluft wird ĂŒber einen im Erdreich verlegten LĂŒftungskanal mit ErdwĂ€rmetauscher eingebracht, mit konstanter ErdwĂ€rme vortemperiert und anschließend geheizt oder gekĂŒhlt. Alle LĂŒftungsanlagen sind mit einer hocheffizienten WĂ€rmerĂŒckgewinnung ausgestattet. BĂŒro- und DienstrĂ€ume erhalten eine natĂŒrliche FensterlĂŒftung.
Zur umweltfreundlichen Stromerzeugung ist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des GebĂ€udes vorgesehen. Die extensive DachbegrĂŒnung kĂŒhlt durch verdunstendes Wasser die Photovoltaikmodule und erhöht somit deren Wirkungsgrad. Eine ĂŒbergeordnete GebĂ€udeleittechnik integriert die Regelungsfunktionen und stellt den wirtschaftlichen Betrieb des GebĂ€udes sicher. Der Verbauch wird zentral erfasst. Ein integriertes Wartungsmanagement fĂŒr die Anlagen der technischen AusrĂŒstung optimiert den nachhaltigen GebĂ€udebetrieb.