modgnikehtotsyek
TÄGLICH FRISCHE WETTBEWERBE UND JOBS Jetzt Newsletter bestellen

Nichtoffener Wettbewerb | 09/2009

Neubau eines Wohnheimes, Hansaallee 141 - Standortneuordnung Goethe-UniversitÀt Frankfurt/Main - Campus Westend

1. Preis

APB. Schneider Andresen Pommée Architekten und Stadtplaner PartG mbB

Architektur

RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

Ebert Ingenieure

TGA-Fachplanung

INGENIEURBÜRO DR. BINNEWIES Ingenieurgesellschaft mbH

Tragwerksplanung

ErlÀuterungstext

Ort
Die heterogene stĂ€dtebauliche Situation an der Hansaallee zwischen Blockrandstrukturen im Norden und Siedlungs-Zeilen im SĂŒdwesten erfordert eine klare figĂŒrliche Setzung von Neubauten. Das dem Wettbewerb zugrunde liegende GrundstĂŒck weißt durch den teilweise wertvollen Baumbestand sowie die beiden sich verschneidenden Straßenkanten von Hansaallee und Platenstraße prĂ€gende Determinanten auf, welche die Beschaffenheit und Ausrichtung der Baukörper bestimmen. Ziel ist es die bauliche uns freirĂ€umliche UrbanitĂ€t des Ortes neu zu definieren bei gleichzeitigem GrĂŒnbezug aller Studentenappartements.

Konzept
Der Entwurf schlĂ€gt ein zeitgemĂ€ĂŸes qualitĂ€tsvolles Wohnensemble vor, welches sich mit dem umgebenden StadtgefĂŒge auf sensible Art und Weise verbindet. Ausgehend von der Ecksituation zwischen Hansaallee und Platenstrasse wird eine rĂ€umliche Entreesituation nach SĂŒdwesten gebildet. Von hier aus entwickelt sich die interne Erschließung lĂ€ngs der grĂŒnen Mitte, der „Allmende“ des Wohnkomplexes. Der Binnenraum wird auf jeder Seite durch drei winkelförmige GebĂ€ude gefasst, die jeweils kleinere Hofsituationen ausbilden. Durch diese Verzahnung von Freiraum und Baukörpern entsteht ein abwechslungsreiches Spiel
aus baulicher Kantenbildung, spannungsreichen Durchblicken und rĂ€umlicher Öffnung bei gleichzeitiger formaler Stringenz. Die Bebauung an der Platenstrasse ist 5- und 6-geschossig, lĂ€ngs der Hansaallee 5- und 7-geschossig entwickelt, wodurch die MaßstĂ€blichkeit des im Nordosten angrenzenden Stadtquartiers aufgenommen wird. Im ersten Bauabschnitt wird der „Auftakt“ des Ensembles mit zwei Studierendenwohnheimen lĂ€ngs der Hansaallee sowie jeweils einem InternatsgebĂ€ude fĂŒr Zoll- und Bundesbedienstete an Hansaallee und Platenstrasse um die Allmende herum realisiert. Der zweite Bauabschnitt komplettiert das Ensemble durch die beiden Studierendenwohnheime an der Platenstrasse

Funktionen
Die vorgeschlagenen 6 WohngebĂ€ude mit jeweils 100 Appartements basieren auf dem gleichen typologischen Grundkonzept, variieren jedoch in Ausrichtung, ZimmergrĂ¶ĂŸen, sowie den Funktionen im Erdgeschoss. Der winkelförmige GebĂ€udetypus wird von der Seite her ĂŒber ein durchgestecktes Foyer erschlossen. Daran grenzen neben den Appartements gemeinschaftliche FlĂ€chen und Verwaltung. Daneben wird fĂŒr das GebĂ€ude im SĂŒden ein optionales Studentencafe im EG vorgeschlagen. Über den Erschließungskern, welcher in der Innenecke zwischen einem 2-bĂŒndigen sowie einem 1 Âœ-bĂŒndigen GebĂ€udeschenkel liegt, gelangt man in die Obergeschosse mit jeweils 19 (Platenstrasse) oder 17 (Hansaallee) Appartements. Die GrĂ¶ĂŸe der Zimmer ist wie gefordert aufgestaffelt in 18mÂČ und 22mÂČ bei den Studierendenwohnheimen und 20mÂČ bei den Zoll- und Bundesbediensteten. Die einheitlichen Achsmasse von 3.55m erlauben die gleiche Ausbildung der SanitĂ€r- und Kochbereiche bei allen Appartements.
Die kompakte Kombination von Badezimmer und KĂŒchenzeile, bieten ein hohes Maß an FlexibilitĂ€t bei der Möblierung des Appartements. GroßzĂŒgige Fensterelemente mit einem schmalen bodentiefen Öffnungselement und einem breiten FlĂŒgel auf BrĂŒstungshöhe gewĂ€hren den Komfort des „französischen Balkons“ ohne die Möblierbarkeit einzuschrĂ€nken. Die Schaltbarkeit der Zimmer zu grĂ¶ĂŸeren Wohngemeinschaften ist ebenfalls gegeben. Die GebĂ€ude haben jeweils 1 (Platenstrasse) oder 2 (Hansaallee) Staffelgeschosse mit 13 Appartements je Ebene, die zur Strasse hin einen „Kopf“ ausbilden. In der Kellerebene sind die GebĂ€ude des 1. BA miteinander verbunden. Dadurch ist die Tiefgarage mit Zufahrt von der Hansaallee im Falle einer spĂ€teren Umwidmung der InternatsgebĂ€ude an die beiden Studentenwohnheime angeschlossen. FahrradabstellrĂ€ume liegen im Untergeschoss. In der vorhandenen Stellplatzanlage können 40 InterimsstellplĂ€tze fĂŒr die Zoll- und Bundesbediensteten nachgewiesen werden.

Freiraum
Die freirĂ€umlichen Strukturen tragen zur Vernetzung der einzelnen GebĂ€ude zu einem ganzen bei. Der in farbigen Asphalt gehaltene Hauptweg mit Belagsintarsien fĂŒhrt von der Platenstraße an der Baumbestandenen Rasen-Allmende vorbei in die Tiefe des GrundstĂŒcks und mĂŒndet am Dornbusch. Das leicht nach Nordwesten abfallende GrundstĂŒck wird an den Strassenkanten durch Verblendsteinmauern gefasst welche die Zuwege zu den HauseingĂ€ngen freilassen. Die Adressbildung wird durch die Ausbildung der kleinen in Schotterrasen gehaltenen Höfe verstĂ€rkt, welche jeweils zwei GebĂ€ude rĂ€umlich verbinden.
Durch Ziergehölzpflanzungen, Sitzelemente und die offenen RasenflĂ€chen entsteht ein vielfĂ€ltiges rĂ€umliches Angebot Die Zonierung in ĂŒberschaubare „Nachbarschaften“ lĂ€d zu Verweilen und Aneignung durch die Bewohner. Die wichtigen BaumsolitĂ€re im SĂŒden, lĂ€ngs der Platenstrasse und am Dornbusch werden in die Anlage integriert.

MaterialitÀt
FĂŒr die GebĂ€ude wird eine durable Verblendsteinfassade vorgeschlagen, die eine
hochwertige Anmutung sowie eine wirtschaftliche Wartung verspricht. Ein heller sandfarbiger Stein wird an den zur Strasse zugewandten Seiten durch 2-geschossige Sockelbereiche in anthrazitfarbigem Stein abgesetzt. Dieser Stein wird auch bei den StĂŒtzmauern lĂ€ngs der Strasse verwendet. Die OberflĂ€chen in Treppenhaus und Fluren mit anthrazitfarbigen Werksteintreppen und Linoleumbelag kontrastieren die weißen WandflĂ€chen und folgen dem Duktus von Robustheit und Eleganz. In den Appartements werden die weiß gehaltenen Einbauten und WĂ€nde durch mattorange BelĂ€ge und dunkele Holzmöbel ergĂ€nzt.
APB. Architekten BDA, Hamburg

APB. Architekten BDA, Hamburg