Nichtoffener Wettbewerb | 01/2026
Neubau Feuerwehr Kirbachtal in Sachsenheim
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©Glück+Partner GmbH | Visualisierung: db-arch visualisierung
2. Preis
Preisgeld: 20.100 EUR
Glück+Partner GmbH Freie Architekten BDA
Architektur
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Verfasser:
Eckart Mauch, Martin Ritz, Søren Rafn, Matthias Rottenburger
Landschaftsarchitektur
Furche Geiger Mayer Tragwerksplaner GmbH
Tragwerksplanung
Visualisierung
Beurteilung durch das Preisgericht
Der Baukörper ist an der südöstlich Baugrenze auf dem Grundstück gesetzt und als kompakter, rechteckiger, langgestreckter kubisches Gebäude mit Flachdach ausgebildet. Die Adressbildung parallel zur Ochsenbacher Straße ist klar und gut ablesbar. Mit seiner zur Straße hin ein- bis zweigeschossigen Erscheinung, mit eingeschossiger Halle und zweigeschossigem Verwaltungsbereich, fügt sich das Gebäude angemessen in die Topografie des Grundstücks ein.
Der Grundriss ist gut strukturiert und funktional logisch aufgebaut. Die Erschließung ist punktsymmetrisch organisiert, die internen Abläufe sind klar und effizient. Besonders positiv ist die direkte, ebenerdige Anbindung der Alarmparkplätze an die Umkleiden und weiter zu den Einsatzfahrzeugen ohne Umwege zu bewerten.
Die Einsatzfahrzeuge können schnell und geradlinig auf die Straße ausfahren. Die Nebennutzungen sind sinnvoll hinter großzügigen Rangierflächen in der Fahrzeughalle angeordnet, ohne störende Stützen. Die Flure sind kurz und effizient gehalten. Der Funkraum ist mit gutem Blickbezug zur Fahrzeughalle platziert. Im Obergeschoss sind Schulungsräume, Büros und Verwaltung schlüssig angeordnet. Kritisch gesehen werden jedoch der Technikraum im Obergeschoss sowie die schmale, eher flurartige Dachterrasse; es wird empfohlen zu prüfen, ob der Technikraum nicht sinnvoller im minimalen Untergeschoss angeordnet werden kann, in dem momentan lediglich eine Zuwegung zum Treppenhaus, ein Außenlager und Zisterne untergebracht sind.
Die Fassadengestaltung erscheint insgesamt sehr schlicht und ist in Teilen fragwürdig, insbesondere hinsichtlich der Höhenlage und Anordnung der Fenster von Halle und Verwaltungs- bzw. Schulungsräumen, die derzeit nicht miteinander verzahnt wirken. Eine stärkere dreidimensionale Ausformulierung wäre vorstellbar. Das Motiv der Einschnitte an den Hallentoren sowie an der Dachterrasse auf der rückwärtigen Fassade könnte gegebenenfalls nochmals aufgegriffen werden, um das Thema zu stärken und die räumliche Tiefe zu erhöhen. Positiv hervorzuheben sind die vorverwitterten Profilhölzer, die helle Nadelholzart sowie die angemessene Anzahl und Setzung der Verglasungen.
Die Freiraumgestaltung überzeugt durch einen pragmatischen, unaufgeregten Ansatz. Die Trennung zwischen Alarmausfahrt und Alarmzufahrt der PKW ist klar und funktional. Besonders interessant ist die Höhenabwicklung zur Straße: Durch die steilere Zufahrt, die in geböschte Geländeflächen eingebettet wird, ist eine weniger steile Parkplatzfläche der Alarmparker mit Querneigung möglich. Die Wegebeziehungen sind klar und kurz gehalten. Die linearen Feldgehölzstrukturen sind gestalterisch passend für den Ort in dieser freien Kulturlandschaft. Positiv wird auch bewertet, dass der Entwurf im Freiraum ohne Stützmauern oder andere bauliche Elemente auskommt.
Kritisch gesehen wird, dass die Abfahrt landschaftlich ins „Nichts“ führt. Eine geringfüge Neuordnung der Stellplätze an der Nordecke könnte diesen Bereich entzerren. Die Abfahrt auf den Feldweg wird als problematisch angesehen und sollte gegebenfalls entfallen. Dieser ist nicht erforderlich. Eine Doppelnutzung des Besucherparkplatzes und des Übungshofes erscheint denkbar. Insgesamt wäre eine stärkere gestalterische Durcharbeitung des Freiraums wünschenswert, insbesondere zur Betonung der Adressbildung an der Ochsenbacher Straße durch einen qualitätsvoll gestalteten Vorplatz.
Beurteilung Holzbaukonstruktion
Das Dachtragwerk der Fahrzeughalle wird in Holz-Skelettbauweise mit Stützen und Primärträger aus Brettschichtholzträger gebildet. Für die Decken und Dachflächen sind durchgehend Brettsperrholzelemente vorgesehen, welche schlüssig bei grösseren Spannweiten wie z.B. über dem Schulungsraum mit Brettschichtholzrippen verstärkt werden. Die Jury geht davon aus, dass diese dabei werkseitig verklebt sind. Gleichwohl werden noch Stützen in der Fassade des Schulungsraums vermisst.
Der Entwurf überzeugt in seiner nachhaltigen Materialwahl durch eine konsequente Holzkonstruktion und Holzverkleidung, ein begrüntes Flachdach sowie die Integration von Photovoltaik hinter einer hohen Attika. Die reine Holzbauweise ohne Eingriffe in den Boden reduziert den Einsatz von Beton auf ein Minimum und ist insgesamt als sehr positiv zu bewerten. Der Entwurf ist zudem mit seinem geringem BRI wirtschaftlich.
Insgesamt versucht der Entwurf, die Hanglage in die äußere Erschließung und Umfahrung einzubeziehen, was positiv bewertet wird. Seine Einfachheit und funktionale Logik überzeugen das Preisgericht.
©Glück+Partner GmbH | Visualisierung: db-arch visualisierung
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