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Nichtoffener Wettbewerb | 02/2026

Neubau Feuerwehrhaus und Bergwacht in Efringen-Kirchen

Skizze - Vorplatz
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Skizze - Vorplatz

1. Preis

Preisgeld: 27.600 EUR

schaudt architekten bda

Architektur

Schuler und Winz Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Städtebau
Die Grundidee des Entwurfs ist die Anordnung der verschiedenen Nutzungen Feuerwehr, Bergwacht und
Verkehrsübungsplatz um einen gemeinsamen Platz. Durch die gemeinschaftlich genutzten Schulungsräume im
Obergeschoss des Feuerwehrgebäudes mit direkten Außenzugang fungiert der Vorplatz als Bindeglied der
einzelnen Nutzungseinheiten. Gleichzeitig wird durch die Anbindung an den Platz für jede Nutzung eine
angemessene und klare Adresse ausgebildet. Die Neubauten der Feuerwehr und der Bergwacht von Efringen-
Kirchen werden so auf dem Grundstück positioniert, dass beide Gebäude eine gleichwertige Sichtbarkeit von der
Landstraße aus erhalten. Der Verkehrsübungsplatz orientiert sich geschützt in zweiter Reihe in Richtung der
landwirtschaftlichen Felder.
Die verglasten Ausfahrten der Fahrzeughallen von Feuerwehr sowie Bergwacht orientieren sich in Richtung der
L137 und geben so interessierten Passanten den Blick in die Fahrzeughalle frei.
Der einsatztaktische Raum mit Alarmstellplätzen, Übungshof und Alarmhof der Feuerwehr orientiert sich
konsequent abgesetzt zu dem Vorplatz. Durch die Feuerwehrzufahrt im Süden können die Alarmparker sowie die
Feuerwehrfahrzeuge bei der Einsatzrückfahrt ungestört auf das Feuerwehrgelände gelangen ohne den
gemeinsamen Vorplatz queren zu müssen. Die Wege führen direkt zu den Alarmstellplätzen, in die Waschhalle
und zur Feuerwehrumfahrung.
Durch diese Maßnahme entsteht an prominenter Stelle ein attraktiver und verkehrsfreier Platz mit viel
Aufenthaltsqualität. Der Vorplatz soll dabei als Raum der Begegnung auch für feuerwehr- und bergwachtfremde
Besucher*Innen fungieren. Gerade auch für junge Schulklassen wird hiermit ein sicheres Ankommen und einen
störungsfreien Weg vom Schulungsraum zum Verkehrsübungsplatz ermöglicht.



Freianlagen
Durch die städtebauliche Setzung der Neubauten der Feuerwehr und der Bergwacht gliedern sich die
Freibereiche in klar ablesbare, übergeordnete Bereiche. Den nördlich gelegenen Bereich der Bergwacht mit
Alarmhof und Aufstellflächen, den süd-westlich platzierten Verkehrsübungsplatz, sowie den im Osten liegenden
Bereich der Feuerwehr. Dieser wird über die neu geplante Feuerwehrzufahrt im Süden entlang der
Grundstücksgrenze erschlossen. Durch eine Baumreihe vom Verkehrsübungsplatz abgetrennt, befinden sich hier
unmittelbar die notwendigen 30 Alarmstellplätze, um einen störungsfreien und optimierten Ablauf von
Alarmzufahrt, über ein schnelles Abstellen der Fahrzeuge und kurzmöglichste Fußwege zu den Alarmumkleiden
zu gewährleisten. In der südlichen Grundstücksfläche ist der von den anderen Nutzungen klar getrennte
Übungshof untergebracht. Der großzügig ausformulierte Übungshof bietet viel Fläche für Freiluftübungen aller
Art und ist direkt an den Übungsturm angegliedert, um optimal verschiedene Schulungsszenarien realisieren zu
können. Hier findet ebenso die Übungsfahrbahn mit Leitplanke, das Pumpenbrüfbecken, sowie ein Carport für
Abrollbehälter und Gefahrenlager seinen Platz. Der nord-östlich liegende Alarmhof kann über die neu
geschaffene Alarmausfahrt zur Landstraße, sowohl von Feuerwehr als auch von Bergwacht, auf maximal
schnellem Wege verlassen werden.
Der nord-westliche Grundstücksbereich wird durch den attraktiven, verkehrsfreien Vorplatz, welcher sich bis auf
die neu geschaffene Zufahrtsstraße hinauszieht, definiert. Dieser garantiert ein sichereres Ankommen für
Besucher*Innen und Schüler*Innen. Der Vorplatz stärkt die Adresse der Neubauten und leitet Besuchende
intuitiv und leicht ablesbar zu den Haupteingängen. Zudem ist er als größere Platzfläche ideal für Feuerwehrfeste,
Bergwachtfeste und weitere Veranstaltungen geeignet. Ganz leicht kann diese Fläche mit der Fläche des
Verkehrsübungsplatzes erweitert werden. Um das Höhenniveau des Geländes bestmöglich in das
Freiraumkonzept zu integrieren, ist der Verkehrsübungsplatz eine Ebene von circa einem Meter, unterhalb des
Vorplatzes angelegt. Dieser wird nach Südosten und Nordwesten von Baumreihen gefasst. Zum Vorplatz und zum
Feuerwehrgebäude sorgt eine leichte und filigrane Pergolastruktur für einen angemessenen Übergang. In dieser
Struktur ist sowohl eine Freitreppenanlage mit Sitzstufen und eine Rampe für Fahrräder, sowie auch geschlossene

und überdachte Lagerflächen für den Verkehrsübungsplatz, den Müll und überdachte Fahrradstellplätze verortet.
Die Pergola überschneidet sich in Richtung Eingang mit der Freitreppe und schafft hiermit überdachte
Sitzbereiche.
Entlang der neu angedachten Zufahrtstraße an der bestehenden Baumreihe und Streuobstwiese ordnen sich
außerhalb der Einfriedung die 25 Besucherstellplätze an. Zusätzlich benötigte 25 Stellplätze für größere
Veranstaltungen oder Schulungen können auf dem Übungsplatz der Feuerwehr untergebracht werden.
Eine Vielzahl an neu gepflanzten Klimabäumen rahmen das Grundstück und bieten wertvollen Schatten an heißen
Sommertagen. Versickerungsmulden sorgen im Verbund mit extensiven heimischen Wildstaudenpflanzungen für
ökologisch hochwertige Grünräume und ein angenehmes Mikroklima. Die Freiflächengestaltung verbindet
optimale Arbeitsabläufe mit attraktiven, klimagerechten Aufenthaltsflächen welche den Alltag der Feuerwehr,
der Bergwacht und Teilnehmenden des Verkehrsübungsplatzes auf diversen Ebenen bereichern.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit überzeugt durch die klar gesetzten Volumina, sowohl der Feuerwehr als auch der Bergwacht. Aufgrund der zwei getrennten Baukörper, mit dem kleineren Volumen der Bergwacht zur neuen Stichstraße, wäre eine Baustellenandienung und -logistik auch bei späterem Baubeginn der Bergwacht gut umsetzbar.

Die gemeinsame Eingangs- und Vorzone schafft eine eindeutige Adresse und verspricht eine gute Auffindbarkeit beider Gebäude. Das verkehrsfreie Entree ist von hoher Aufenthaltsqualität – diese Zone ist mit dem zentralen Platzbaum geradezu idealtypisch konzipiert. Gewürdigt wird der Übergang zum Verkehrsübungs, der das Höhenniveau des Geländes mit einem Sitzstufenelement abbildet. Der gefahrlose Übergang der Schulkinder zur Mitnutzung der Sanitäranlagen der Feuerwehr ist somit gut möglich. Wünschenswert wäre eine leichte Vergrößerung des Platzangebots für den Verkehrsübungsplatz, wobei die Überlagerung mit einer Parkreihe aus Sicht der Polizei vorstellbar wäre.

Nachteilig, da zu lang, ist allerdings die Zufahrt zu den Alarmstellplätzen – auch die Wege vom Fahrzeug zu den Umkleiden sollte optimiert werden. Hier ist abzuwägen, ob die gesamte Außenanlage im Südwesten umorganisiert werden könnte. Potenziell könnte dies auch den Übungsturm beinhalten, der nicht zwangsläufig gebäudeintegriert sein müsste.

Der Zugang zur Feuerwehr erfolgt über ein angemessen dimensioniertes Foyer. Die Raumfolge ist logisch konzipiert, die Raumzuschnitte und Proportionen passend. Auch der Bereich der Werkstätten und der SB-Bereich ist aus Feuerwehrsicht praxisnah organisiert. Die Durchfahrbarkeit des Waschplatzes wird begrüßt. Die Erschließungsflächen im Obergeschoss sind sehr knapp und wären im Veranstaltungsfall etwas zu eng bemessen. Die ein oder andere Aufweitung wäre hier willkommen. Ein Ausblick in die Halle ist an einzelnen Stellen vorstellbar – die komplette Verglasung allerdings, wie dies hier vorgeschlagen wird – voraussichtlich sehr kostspielig.
Das Gebäude der Bergwacht ist eingeschossig und damit kompakt organisiert. Die Alarmparkplätze vor dem Haus sind gut situiert. Im Gebäude wäre ein Tausch vom aktuell etwas ungünstig geschnittenen Bereitschaftsraum und der Umkleiden- und Sanitäranlagen sinnvoll, deren Erschließungsflur damit entfallen könnte. Die sichere architektonische Handschrift wird vom Preisgericht ausdrücklich gewürdigt. Der Entwurf ist streng gerastert und für einen Holzbau geradezu prädestiniert. Die Fassaden sind ansprechend, die klare Formensprache ist für derartige Infrastrukturbauten angemessen.

Eine wirtschaftliche Umsetzung ist aufgrund der annähernd exakt eingehaltenen Programmfläche und der kompakten Kubatur erwartbar.

Zusammenfassend stellt der Entwurf einen wertvollen Beitrag zur gestellten Aufgabe dar, die vor allem durch den hohen Grad der Durcharbeitung und der feiner Architektursprache zur überzeugen weiß.
Isometrie

Isometrie

Modellfoto

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Modellfoto

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