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Nichtoffener Wettbewerb | 08/2024

Neubau Forschungs- und Laborgebäude für das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) in Saarbrücken

Perspektive

Perspektive

1. Preis

Preisgeld: 32.000 EUR

Christensen & Co

Architektur

Code of Practice Architects

Architektur

Gustin Landskab A/S

Landschaftsarchitektur

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf ist von einer insgesamt gut abgewogenen Haltung von explizitem Gestaltungswillen und Offenheit sowie kongruenten funktionalen Lösungen geprägt. Das Prinzip zur sinnfälligen Ordnung der vielfältigen funktionalen Anforderungen und Rahmenbedingungen und die klare, Prägnanz erzeugende und Orientierung schaffende, übersichtliche Zonierung wird vom Preisgericht ausdrücklich begrüßt. Die Arbeit verzichtet dabei auf eine programmatische Symbolik der gewählten Formensprache. Das Preisgericht attestiert dem Entwurf das Potential, in allen Bauabschnitten ein geeignetes Entrée auf den Campus mit urbanem Ausdruck zu schaffen und keine zu monotone Barriere zum Landschaftsraum zu bilden. Durch den Rücksprung des 2. Bauabschnitts wird als neue Adresse für den gesamten Standort des HIPS ein gut akzentuierter Haupteingang an einem linearen Vorplatz etabliert, welcher als überdeckter Außenraum zudem zwischen den Bauteilen eine gute Verbindung schafft.

Als besondere Qualität des Entwurfs würdigt das Preisgericht die klare, stringente Organisation der Labor- und Bürozonen mit jeweils richtiger Orientierung, Dimensionierung und Ausstattung mit Schächten. Lediglich die starke Segmentierung mit zahlreichen Türen ist nicht überzeugend. Im 2. Bauabschnitt wird ein großzügiges Raumangebot geschaffen, welches mit dem 3. Bauabschnitt gut ausgebaut wird. Der zentrale offene Treppenhausraum vermittelt als Kommunikationsraum mit angemessener Dimension und Gestalt über alle Ebenen. Überzeugend ist auch die Anbindung an den Bestandsbau (0. Bauabschnitt).

Die Integration in die Topografie ist durch die Anordnung von Hauptfunktionen auf beiden Ebenen mit direktem Außenbezug strukturell gut gelungen. Noch nicht abschließend überzeugend ist die innenräumliche Vermittlung zwischen Straßen- und Gartenebene in den öffentlichen Bereichen. Im Fall der Überarbeitung sollte die Lage des Seminarbereichs mit direktem Bezug zur Gartenseite geprüft werden. In keiner Weise überzeugend ist die Lösung der äußeren Erschließung mit der Befahrung der Gartenseite zur Anlieferung. Diese wäre im Fall der Weiterbeauftragung zwingend anders zu lösen.

Die äußere Gestalt wird in ihrer zugleich zurückhaltenden und sich zugleich vom Bestand emanzipierenden Form gewürdigt. Im Detail ist die Lösung aber noch nicht überzeugend und Bedarf der Weiterentwicklung sowohl in der Differenzierung je nach Ausrichtung und der Materialität und Detailausbildung. Der Ausdruck vermittelt derzeit noch zu wenig den besonderen Anspruch des HIPS mit Bezug zu Wissenschaft und Innovation. In diesem Zuge ist auch der Anschluss zwischen 3. und 4. Bauabschnitt zu überprüfen, der in seiner jetzigen Form eine unvorteilhafte Brandwand erscheinen lässt, die sowohl als ggf. langjährige Vorderseite und in der Bauzeit als direkte Nahtstelle nachteilig wäre.

Das Technikkonzept ist nur schematisch dargestellt, wird aber in den angebotenen Flächen als gute Grundlage gewertet. Die Höhe sowohl des Technikgeschosses im Gartengeschoss als auch im Dachgeschoss sind jedoch nicht für alle Zentralen ausreichend und erfordern eine Umplanung. Die Lage des Stickstofftanks, inklusive der temporären Lösung für die Stickstofftanks, und weitere heute im Wirtschaftsgebäude angeordneten Nutzungen während der Baumaßnahme, sind nicht nachvollziehbar und wären im Fall der Beauftragung zu plausibilisieren. Die konventionelle Konstruktion hat für die Detailplanung das Potential zugunsten nachhaltigerer Lösungen, z.B. durch Betonkernaktivierung und/oder die Reduzierung der Betonanteile in Fassaden und Decken.

Der Erhalt der als wertvoll eingestuften Eiche ist nicht dargestellt, sollte aber konzeptionell machbar und gewährleistet werden.

Insgesamt wird der Entwurf vom Preisgericht als ein hervorragender Beitrag zum Wettbewerb hervorgehoben, der insbesondere für strukturelle Klarheit, funktionale Flexibilität und für das schlüssige Gesamtkonzept ausgezeichnet wird.
Lageplan

Lageplan

Grundriss Sockel-Garten

Grundriss Sockel-Garten

Grundriss EG

Grundriss EG

Ansicht Nord-West

Ansicht Nord-West