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Nichtoffener Wettbewerb | 05/2026

Neubau Fraunhofer NG-HPDA in Bonn

Außenperspektive
4

Außenperspektive

3. Preis

Preisgeld: 35.000 EUR

Schulz und Schulz

Architektur

POLA

Landschaftsarchitektur

LINDENKREUZ EGGERT | Bildermacherei & Utopografie

Visualisierung

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit schlägt einen kompakten nahezu quadratischen 5-geschossigen Baukörper mit entsprechend kleinem versiegelten Fußabdruck vor, der größtmögliche Distanz zum Hörsaalgebäude herstellt. Hier entsteht Raum, um einen nutzbaren kleinen Park auszuformulieren, der ein Angebot für den gesamten Campus darstellt. Die notwendigen Servicefunktionen - Ver- und Entsorgung - sind gebündelt im Süden zur Campusallee angeordnet, so dass sich eine stimmige und sinnhafte Zonierung des gesamten Grundstücks ergibt.

Holz und niedrig gehaltene mit Aluminium verkleidete Brüstungen mit geneigten Auskragungen in heller Mintfarbe, prägen die Fassade und geben ihr einen heiteren und leichten Charakter und dienen als konstruktiver Holzschutz. Photovoltaikelemente sollen sich auf die leicht geneigten Teile der Auskragungen beschränken und könnten so nahezu unsichtbar sein; dies ist in den Ansichten nicht ganz klar ersichtlich.

Dem Park ist im Inneren ein lichtdurchfluteter großzügiger Eingangsbereich mit Foyer und Forum sowie angegliederten Seminarräumen zugeordnet, der einen offenen Empfang, ein Willkommen ermöglicht und sich – wegen der Möglichkeit sich abzuschließen – auch für die eine oder andere öffentlichkeitsbezogene Nutzung, um eine Verzahnung von innen und außen eignet.

Im Kern des Gebäudes liegt das Rechenzentrum, das ringsum von Büros- und den weiteren Nutzungsbereichen umschlossen ist. Dieser Umgriff weist eine recht große Raumtiefe auf, so dass die fassadenfernen Nutzungen, insbesondere bei Einzelraumstrukturierung, bei der natürlichen Belichtung Defizite haben könnten.

Die doppelläufige vertikale Treppenerschließung ist konzentriert, innenliegend und verursacht z.T. Überschneidungen der Forschungsgruppen. Dies gilt insbesondere bei der Aufzugserschließung (nur ein Lastenaufzug fernab des Eingangsbereichs), die auch die Barrierefreiheit nicht optimal gewährleistet.

Die Kompaktheit des Baukörpers fordert ihren Preis: alle Geschosse sind mit einer zu knappen lichten Raumhöhe geplant, insbesondere für das Rechenzentrum erscheinen die Geschoss- sowie die lichte Raumhöhe zu knapp bemessen. Auch das Erdgeschoss könnte etwas mehr an Auftritt in der Geschosshöhe vertragen. Hier könnte eine Optimierung der angebotenen Geschosshöhen Luft geben (Wegfall der abgehängten Decken). Bei Erweiterung des Rechenzentrums – suboptimal durch Aufstockung – kommt es zu Konflikten mit der Höhenfestsetzung im B-Plan, insbesondere im Zusammenhang mit den dann auch noch notwendigen Dachaufbauten für die Haustechnik.

Vorteil der Kompaktheit und der einheitlichen Höhenentwicklung sind dagegen wirtschaftliche Kenndaten. Insbesondere in Bezug auf die Materialität, u.a. Holzlehmmassivdecken, zeugen von Auseinandersetzung mit nachhaltiger Bauweise.

Insgesamt überzeugt der Entwurf durch seine klare Organisation, unkomplizierte funktionale Organisation, vor allem aber durch seine äußere Anmutung und Leichtigkeit und das Angebot eines nutzbaren und ökologisch wirksamen Freiraums.
Lageplan

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Ansichten

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