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Begrenzt offener, einstufiger Realisierungswettbewerb | 01/2007

Neubau Freischwimmbad

1. Preis

Kauffmann Theilig & Partner, Freie Architekten BDA, Partnerschaft GmbB

Architektur

Lohrberg Stadtlandschaftsarchitektur

Landschafts- / Umweltplanung

ErlÀuterungstext

Inselbad in der AltmĂŒhl bei EichstĂ€tt


Die Insel in der AltmĂŒhl ist dem Bade vorbehalten. Sie ist zwar nicht vollstĂ€ndig bebaubar, aber doch nahezu vollstĂ€ndig fĂŒr die BadegĂ€ste nutzbar.

Die Insel bildet eine ca. 800 m Uferlinie aus, die zukĂŒnftig auch als Strand nutzbar wĂ€re, sollte das Wasser der AltmĂŒhl BadewasserqualitĂ€t erreichen. UnabhĂ€ngig davon bindet die Nahtstelle zwischen Wasser und LandflĂ€che eine sehr attraktive landschaftliche Situation, welche wir mit unserem Vorschlag fĂŒr das neue Freischwimmbad aktivieren und attraktivieren wollen.

Die Insel bildet in ihrer Mitte einen erhöhten ( 388,9 m) Bereich aus. Die FlĂ€che ist befestigt und vor Hochwasser sicher. Hier sind die Becken fĂŒr die Sportschwimmer, die Springer, die Freizeitbadenden und die Kinder in kompakter Bauweise angeordnet. Dies hat technische Vorteile und nimmt wenig von der GrĂŒnflĂ€che weg.

4 Erhebungen ĂŒberformen die Insel. Sie sind maximal 4 m ĂŒber dem GelĂ€nde und wie selbstverstĂ€ndlich in das AuengrĂŒn eingebettet.
Der grĂ¶ĂŸte HĂŒgel nimmt die Technik- und Umkleidebereiche auf und trennt gleichzeitig das Freibad von der Parkplatzsituation. Ein weiterer HĂŒgel bildet Hintergrund fĂŒr eine kleine TribĂŒnenanlage, die parallel zum Sportschwimmbecken angeordnet wird. Von dort genießt man einen hervorragenden Überblick.

Am sĂŒdlichen Ende der Insel nimmt ein weiter HĂŒgel eine kleine WC-Anlage auf.

Alle HĂŒgel miteinander bilden RĂ€ume und TeilrĂ€ume auf der Insel mit der Möglichkeit unterschiedliche AufenthaltsqualitĂ€ten zu erzeugen: Offenheit oder Geborgenheit, Überblick oder VertrĂ€umtheit, unter den BĂ€umen oder auf der Wiese, 
.

Die Insel selber ist von Norden an zwei Punkten erschlossen. Die beiden Punkte sind kurzgeschlossen und bilden eine begrĂŒnte ParkplatzflĂ€che aus (fĂŒr das Jugendhaus und fĂŒr das Schwimmbad).
Der “EingangshĂŒgel” entwickelt von Osten ein begrĂŒntes Vordach und signalisiert so eine klare Eingangssituation.

Topografie und Vegetation sind so geordnet, dass der Blick auf das Kloster St. Walburga und die Altstadt EischstÀtt erhalten und in Szene gesetzt wird.

Den Belangen des Hochwasserschutzes ist Rechnung getragen: Die Lage der GebĂ€ude und Becken ist in schĂŒtzender Höhe (388,9 m). Die Abflussbereiche entlang der Uferlinie sind freigehalten.

Zusammengefasst lĂ€sst sich unser Konzept folgendermaßen beschreiben:
Wir wollten wenig bauen und die privilegierte naturrĂ€umliche QualitĂ€t des Freibads auf der AltmĂŒhlinsel durch wenige Eingriffe unterstĂŒtzen. Die formale Sprache der Maßnahmen imitiert nicht die Natur, sie zeigt vielmehr den ordnenden Eingriff in kultivierter Landschaftsgestalt.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Aufnahme einer Hauptrichtung wird vermieden, somit entsteht
keine Dominanz ĂŒber die Insel. Das GebĂ€ude erscheint vom neuen
Weg aus als Landschaftselement und nicht als GebÀude, weil das
begrĂŒnte Dach fließend in eine Erdmodellierung ĂŒbergeht. Die Sichtbeziehung
in Richtung der Stadtkulisse ist nicht gestört. Das Umkleide-
und TechnikgebÀude tritt nicht als ausgeprÀgte Form in Erscheinung,
es wird von der Landschaftsgestaltung bestimmt und
ĂŒberlagert. Die vorhandene Linde muss entfernt werden. Der neue
Standort der Betonskulptur muss geklÀrt werden.

Die Ă€ußere Erschließung ist bezĂŒglich FußgĂ€nger, Fahrverkehr und Anlieferung getrennt. Der fußlĂ€ufige
Zugang ist in der Achse des FußgĂ€ngerstegs richtig positioniert. Die innere Erschließung
erfolgt ĂŒber drei Hauptachsen, die sich bereits am Eingang trennen. Die Durchschreitbecken sind
gut zu den Schwimmbecken und der Liegewiese positioniert.
Das Erlebnisbecken ist mit dem benachbarten Kinderbecken und Spielbereich zu einer sinnvollen
Einheit zusammengefasst. Die lÀrmerzeugenden Bereiche sind so zusammengefasst, dass das GebÀudedach
die Wohnbebauung im Norden schĂŒtzt. Die rĂ€umliche Anordnung von Dusche, WC
und Umkleiden ist nicht optimal und mĂŒsste ĂŒberdacht werden.
Die Tageslichtbeleuchtung der Umkleidekabinen und der SanitÀtsbereiche beschrÀnkt sich auf Oberlichter
und ist kritisch zu sehen. Die geforderten InnenraumfunktionalitÀten sind gegeben (Kiosk
mit teilweise ĂŒberdachter Terrasse, Badeaufsicht usw.). Der Gang zu Umkleide und Dusche ist sehr
schmal.

Die Anordnung der Becken ist so, dass diese von einer einzelnen Aufsichtsperson ĂŒberwacht werden
können. Der Kinderbereich ist von den fĂŒr Kleinkinder gefĂ€hrlichen Schwimm- und Sprungbecken
getrennt. Zu den Badeattraktionen gibt es wenig Aussagen.
Das VerhÀltnis zwischen Erlebnis- und Sportbecken ist ausgewogen. Das Sprungbecken ist niveaugleich
zu den anderen Becken, was einen hohen Bauaufwand zur Folge hat. Die Freianlagen sind
nach dem Prinzip gestaltet, dass das GelÀnde an die GebÀude und Becken herangezogen wird.
Somit werden GebÀude und Becken in die neue Topographie eingebettet. Hierdurch ergeben sich
organisch eingefĂŒgte Liege- und TribĂŒnenstufen.
DarĂŒber hinaus ergeben sich noch andere vielseitig nutzbare Freibereiche wie Liegewiese zur AltmĂŒhl
und zum AltmĂŒhlkanal, die durch die TribĂŒnen vom LĂ€rm abgeschirmt sind. Die GrĂ¶ĂŸe der
zusammenhÀngenden Liegewiese ist noch ausreichend.
Die Hochwasserbelange sind im wesentlichen berĂŒcksichtigt. Das Kleinkinderbecken ist im Hochwasserbereich
und unterhalb des Hq 100. Zufahrt fĂŒr Feuerwehr sowie Rettungswege sind ausreichend
angedacht. Der Behindertenzugang von der Badeplatte zur Liegewiese ist nicht dargestellt.
Die in der Auslobung geforderten FunktionalitĂ€ten werden erfĂŒllt. Die Konstruktion ist kompakt und
aufgrund ihres Bruttorauminhaltes sehr wirtschaftlich.