Nichtoffener Wettbewerb | 12/2025
Neubau Freizeitbad Saarburg
©sacker
Perspektive vom Vorplatz
1. Preis
Preisgeld: 24.000 EUR
Architektur
-
Verfasser:
-
Mitarbeitende:
Felix Schuler, Artur Fabricius, Ricardo Patings, Georgios Grevenaris
Landschaftsarchitektur
Erläuterungstext
Der Entwurf für das neue Freizeitbad Saarburg verbindet architektonische Qualität mit einer funktionalen und nachhaltigen Bauweise. Das Gebäude fügt sich selbstverständlich in die parkähnliche Landschaft entlang der Leuk ein und bildet mit seiner klaren Setzung eine präzise räumliche Ordnung zwischen Park, Parkplatz und Freibad. Gleichzeitig wird durch die durchdachte Organisation der Baukörper eine hohe ökonomische, funktionale und gestalterische Qualität erreicht.
Der Baukörper des neuen Freizeitbades Saarburg folgt einem klaren Raster, innerhalb dessen sich das Gebäude konsequent entwickelt. Der eingeschossige, pavillonartige Hauptbaukörper formuliert einen ruhigen Rücken zu den nördlich angrenzenden Parkplatzflächen und öffnet sich mit seinen Badehallen großzügig nach Süden zum Freibad und zur Landschaft hin. Durch diese Orientierung entsteht eine klare Gliederung zwischen dem Ankunfts- und Funktionsbereich auf der Nordseite und den offenen, lichtdurchfluteten Badebereichen auf der Südseite. Der Haupteingang des Hallenbads orientiert sich selbstverständlich zum Vorplatz, während der Zugang zum Freibad durch die Setzung des Baukörpers räumlich klar ablesbar wird. Die südorientierten Fassaden bieten durch großflächige Verglasungen einen offenen und großzügigen Außenraumbezug. Das Hallenbad rahmt das Grundstück und fasst das Freibad räumlich ein. Dadurch entsteht eine klare Ordnung, die sowohl im Inneren als auch im Freibad eine selbstverständliche Orientierung ermöglicht. Das Freibad wird durch eine großzügige Terrasse, Liegewiesen und einen Kinderspielbereich ergänzt. Der Übergang zwischen Innen und Außen ist fließend gestaltet, sodass sich das Freizeitbad harmonisch in den landschaftlichen Kontext integriert. Die Form des Baukörpers lässt gezielte Blickbeziehungen zur Altstadt und in Richtung Osten zu, wodurch der Standort in seiner stadträumlichen und landschaftlichen Einbindung gestärkt wird.
Die Gestaltung der Freianlagen greift die Formensprache des Neubaus auf und führt sie im Außenraum konsequent fort. Klare Linien und sanfte Übergänge verbinden Architektur und Landschaft zu einem harmonischen Gesamtbild. Das neue Außenbecken fügt sich selbstverständlich in die Freiraumgestaltung ein und verknüpft Baukörper, Wasserflächen und Grünräume zu einer zusammenhängenden Einheit. Ein neu gestalteter Entréeplatz bildet die Visitenkarte des Freizeitbads. Er vermittelt zwischen Parkplatz, Innenstadt und Bundesstraße und dient als Ankunfts- und Aufenthaltsort. Sitzgelegenheiten und Baumpflanzungen schaffen eine einladende Atmosphäre. Die Parkplatzflächen werden neu organisiert, entsiegelt und durch Baumpflanzungen aufgewertet. Versickerungsfähige Beläge verbessern das Mikroklima und unterstützen ein nachhaltiges Regenwassermanagement. Die Freianlagen des Freibads werden neu strukturiert. Eine Brücke über die Leuk schafft einen Rundweg, der die südlichen Wiesenflächen in das Gesamtkonzept einbindet. Informelle Wege und Trittstufen machen das Gewässer erlebbar. Auf der Südseite entstehen neue Sport- und Aktivitätsflächen sowie ein Kleinkindbecken mit Wasserspielplatz. Dieser Bereich bildet einen besonderen Ort für Familien und verbindet den Aufenthalt am Wasser mit dem landschaftlichen Charakter des Ortes. Die Anlieferung erfolgt funktional getrennt auf der Westseite des Neubaus, sodass die Freianlagen frei von Verkehr und ungestört nutzbar bleiben.
Vom Vorplatz aus erhalten Besucher*innen bereits erste Einblicke in die Badehalle. Das Foyer bildet das Herzstück des Gebäudes und dient als zentraler Erschließungsraum. Über den Kassenbereich gelangt man in die öffentlichen Umkleiden, während Schulklassen und Vereine über separate Zugänge direkt in die Sammelumkleiden geführt werden. Der Baukörper gliedert sich in zwei funktional klar getrennte Zonen. Der nördliche Funktionsriegel nimmt Umkleiden, Sanitärbereiche, Personalräume und Technik auf. Südlich davon liegen die Badehallen, die sich mit weiten Glasflächen zur Landschaft und zum Freibad öffnen. Im Obergeschoss befinden sich die Personalräume mit Umkleiden, Büro- und Besprechungsräumen. Die Verwaltung verfügt über großzügige Blickbeziehungen sowohl in die Badehalle als auch zum Vorplatz und in den Freibadbereich. Dadurch wird eine optimale Übersicht und kurze interne Kommunikation gewährleistet. Die Gastronomie liegt zentral im Übergang zwischen Foyer, Badehalle und Freibad. Sie versorgt alle Bereiche gleichermaßen, ohne dass sich die Besucherströme kreuzen. So können sowohl Badegäste als auch Freibadbesucher*innen und externe Gäste das gastronomische Angebot nutzen. Die Freibadumkleiden befinden sich im südlichen Pavillon zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken. Dieser Bereich bildet den funktionalen Übergang zwischen Hallen- und Freibad und stärkt die räumliche Verbindung der beiden Nutzungen. Der lineare Aufbau gewährleistet kurze Wege und klare Orientierungen. Die Erschließung ist übersichtlich organisiert; Blickbeziehungen zwischen Foyer, Bad und Außenraum schaffen Transparenz und Offenheit. Im westlichen Bereich liegt die Anlieferung mit direkter Anbindung an die Technikräume. Im Süden öffnet sich die Badehalle zu den Freibadflächen mit Terrasse, Liegewiese und Spielzone. Die Fahrradstellplätze sind entlang der Nordfassade angeordnet und überdacht.
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Arbeit besticht durch eine gute städtebauliche Einfügung von allen Seiten. Es wird ein eindeutiger Eingangsvorplatz gebildet, der nicht nur den neu gestalteten Parkplatz nach Westen hin abschließt, sondern der auch die Gäste von der Heckingstraße kommend freundlich empfängt.
Die höhere Haupthalle, die sich zum Freibad hin nach Süden und Osten öffnet und sich dort auch als 2-geschoßiger in die Freianlagen weisender Baukörper zeigt, wird durch einen 1-geschoßigen schmalen „Vorleger“ auf Nord-West- und Südseite umfasst, der sich, auch die Vordächer und Freibadumkleiden enthaltend, bis zum Schwimmerbecken erstreckt und so das Freibad vom Parkplatz trennt und auch zum Parkplatz hin als pergolaartiger Abschluss mit überdachten Fahrradstellflächen in Erscheinung tritt. Diese Umfassung bildet gleichsam auch die Begleitung von außen nach innen und leitet zudem aus dem Zentrum des Hallenbades überdacht bis zum Schwimmerbecken im Osten.
Wirtschaftshof und Rutschenbereich sind im Westen der Anlage sinnvoll und unauffällig untergebracht. Der Baukörper mit nur 2 Dachflächen ist sehr schlicht, sehr unaufgeregt, die einfache Holzkonstruktion und Holzfassade erinnern an klassische Freibadumkleiden-Architektur und drängen sich der wunderbaren Aue nicht auf, sondern ordnen sich ihr unter, zeigen dennoch Kontur.
Die zentrale Freibad-Badeplatte ist dem Eingangsbereich und der Gastronomie angeschlossen, die befestigten Flächen sind gut dimensioniert und die Wegeführung zu Schwimmerbecken, Freizeitbereich auf der anderen Seite folgen der Logik sowie zum Kinderbereich (als Rundweg möglich, aber verzichtbar) bilden eine selbstverständliche Strukturierung des Freibadbereichs.
Leider gibt es kaum bis keine Aussagen zu den Höhen und damit auch nicht zu den Maßnahmen zu Hochwasserschutz oder Retentionsflächen, allerdings lassen die zurückhaltend gestalteten Außenanlagen sowohl Rampen als auch Treppenkanten ohne Defizite zu. Der Sprungbeckenbereich ist bei (geforderter) Verschmälerung des Schwimmerbeckens aber nicht ausreichend dimensioniert. Eine Erweiterung des Beckens nach Süden bei Ausrichtung der Sprungtürme auf die Westseite – mit Burgblick – wäre allerdings ohne größeren Aufwand eine einfache Lösung dieses Defizits.
Die konsequente äußere Gestalt setzt sich mit verblüffender Selbstverständlichkeit im Inneren fort. Eingangsbereich mit Durchblick nicht nur am Rande, sondern zentral in die Badehalle, Kasse und Gastronomie mit Anbindung aller notwendigen Funktionsbereiche, niedrigere Ruhezonen, niedrigerer Kinderbereich, Bademeister mit Überblick über wirklich alle Bereiche innen und außen, Rutsche zwischen Hallen- und Freibad – gleichzeitig als Windfang zwischen außen und innen, eine gute Orientierung auch hier durch die bestechende Ruhe und Einfachheit. Lediglich den zweiten Eingang für die Schulen wünscht man sich nicht gerade an der Engstelle. Die bei vorhandener Dachhöhe evtl. zu geringe Rutschenlänge läßt sich durch eine Erhöhung des Dachbereichs über dem Treppenturm ohne Beeinträchtigung der Gestalt realisieren.
Der Knick in der Haupthalle mit Wechsel der Ausrichtung, deren gestaffelten Höhen und die Belichtung tiefer liegender Bereiche über die Fenster oberhalb des vorgelagerten Baukörpers versprechen gute Aufenthaltsqualität und bilden einen spannenden Innenraum. Die Beckenumgänge sind teils etwas knapp gefasst. Insbesondere im Kinderbereich sind etwas mehr Aufenthaltsfläche und freiere Formen gewünscht.
Personal und Lüftung im Obergeschoß sind sinnvoll angeordnet. Die Lüftung mit kurzen Wegen - Direktanbindung von Frisch- und Fortluft sowie Zuluft über Weitwurfdüsen ist nachvollziehbar. Sehr wahrscheinlich wird man bei der Länge der zu belüftenden Haupthalle noch einen Abluftturm im Rutschenbereich benötigen, aber sogar die Schächte zur Medienführung sind schon vom Grundsatz her bedacht und flächenmäßig berücksichtigt.
Die Einstiegstreppe ins 25m-Becken ist nicht gezeichnet, im Bereich Bademeisterkanzel aber gut realisierbar, ebenso wie die Windfänge aus dem Hallenbad ins Freibad aus plangraphischen Gründen wohl nicht gezeichnet sind, aber bei Bademeister und Rutsche gedacht erscheinen.
Ein Standort für den neuen Trafo als Ersatz für den überplanten ist – wie bei allen Arbeiten – nicht vorgeschlagen und noch zu prüfen. Die Technikflächen sind richtig dimensioniert und die Erläuterungen zur Technik nachvollziehbar.
Der im Schnitt 1/50 gezeichnete Stahlbetonsockel als vor Spritzwasser schützendem Fundament für die Holzstützen ist im Grundriss nicht eingezeichnet und wohl auch für die gewünschte und behauptete Innen-Außen-Beziehung nicht durchwegs zielführend. Hier wäre zumindest in Teilbereichen eine andere Lösung zu suchen.
Die einfache Struktur und der komprimierte Baukörper sprechen für eine wirtschaftliche Erstellungsmöglichkeit. Kubatur und Flächen liegen im mittleren Bereich. Die sinnvolle und klare Anordnung der Funktionen lassen eine wirtschaftliche Betreuung mit geringstmöglichem Personaleinsatz zu.
Insgesamt ist die Arbeit bis auf sehr wenige Kleinigkeiten sehr konsequent und durchdacht. Sie überzeugt nicht nur nach erstem, sondern auch beim zweiten und dritten Blick in städtebaulicher, freiraumplanerischer, funktionaler und räumlich-gestalterischer Qualität. Ein Nachweis der Höhensituation ist offen und bei einer Weiterentwicklung nachzureichen.
Die höhere Haupthalle, die sich zum Freibad hin nach Süden und Osten öffnet und sich dort auch als 2-geschoßiger in die Freianlagen weisender Baukörper zeigt, wird durch einen 1-geschoßigen schmalen „Vorleger“ auf Nord-West- und Südseite umfasst, der sich, auch die Vordächer und Freibadumkleiden enthaltend, bis zum Schwimmerbecken erstreckt und so das Freibad vom Parkplatz trennt und auch zum Parkplatz hin als pergolaartiger Abschluss mit überdachten Fahrradstellflächen in Erscheinung tritt. Diese Umfassung bildet gleichsam auch die Begleitung von außen nach innen und leitet zudem aus dem Zentrum des Hallenbades überdacht bis zum Schwimmerbecken im Osten.
Wirtschaftshof und Rutschenbereich sind im Westen der Anlage sinnvoll und unauffällig untergebracht. Der Baukörper mit nur 2 Dachflächen ist sehr schlicht, sehr unaufgeregt, die einfache Holzkonstruktion und Holzfassade erinnern an klassische Freibadumkleiden-Architektur und drängen sich der wunderbaren Aue nicht auf, sondern ordnen sich ihr unter, zeigen dennoch Kontur.
Die zentrale Freibad-Badeplatte ist dem Eingangsbereich und der Gastronomie angeschlossen, die befestigten Flächen sind gut dimensioniert und die Wegeführung zu Schwimmerbecken, Freizeitbereich auf der anderen Seite folgen der Logik sowie zum Kinderbereich (als Rundweg möglich, aber verzichtbar) bilden eine selbstverständliche Strukturierung des Freibadbereichs.
Leider gibt es kaum bis keine Aussagen zu den Höhen und damit auch nicht zu den Maßnahmen zu Hochwasserschutz oder Retentionsflächen, allerdings lassen die zurückhaltend gestalteten Außenanlagen sowohl Rampen als auch Treppenkanten ohne Defizite zu. Der Sprungbeckenbereich ist bei (geforderter) Verschmälerung des Schwimmerbeckens aber nicht ausreichend dimensioniert. Eine Erweiterung des Beckens nach Süden bei Ausrichtung der Sprungtürme auf die Westseite – mit Burgblick – wäre allerdings ohne größeren Aufwand eine einfache Lösung dieses Defizits.
Die konsequente äußere Gestalt setzt sich mit verblüffender Selbstverständlichkeit im Inneren fort. Eingangsbereich mit Durchblick nicht nur am Rande, sondern zentral in die Badehalle, Kasse und Gastronomie mit Anbindung aller notwendigen Funktionsbereiche, niedrigere Ruhezonen, niedrigerer Kinderbereich, Bademeister mit Überblick über wirklich alle Bereiche innen und außen, Rutsche zwischen Hallen- und Freibad – gleichzeitig als Windfang zwischen außen und innen, eine gute Orientierung auch hier durch die bestechende Ruhe und Einfachheit. Lediglich den zweiten Eingang für die Schulen wünscht man sich nicht gerade an der Engstelle. Die bei vorhandener Dachhöhe evtl. zu geringe Rutschenlänge läßt sich durch eine Erhöhung des Dachbereichs über dem Treppenturm ohne Beeinträchtigung der Gestalt realisieren.
Der Knick in der Haupthalle mit Wechsel der Ausrichtung, deren gestaffelten Höhen und die Belichtung tiefer liegender Bereiche über die Fenster oberhalb des vorgelagerten Baukörpers versprechen gute Aufenthaltsqualität und bilden einen spannenden Innenraum. Die Beckenumgänge sind teils etwas knapp gefasst. Insbesondere im Kinderbereich sind etwas mehr Aufenthaltsfläche und freiere Formen gewünscht.
Personal und Lüftung im Obergeschoß sind sinnvoll angeordnet. Die Lüftung mit kurzen Wegen - Direktanbindung von Frisch- und Fortluft sowie Zuluft über Weitwurfdüsen ist nachvollziehbar. Sehr wahrscheinlich wird man bei der Länge der zu belüftenden Haupthalle noch einen Abluftturm im Rutschenbereich benötigen, aber sogar die Schächte zur Medienführung sind schon vom Grundsatz her bedacht und flächenmäßig berücksichtigt.
Die Einstiegstreppe ins 25m-Becken ist nicht gezeichnet, im Bereich Bademeisterkanzel aber gut realisierbar, ebenso wie die Windfänge aus dem Hallenbad ins Freibad aus plangraphischen Gründen wohl nicht gezeichnet sind, aber bei Bademeister und Rutsche gedacht erscheinen.
Ein Standort für den neuen Trafo als Ersatz für den überplanten ist – wie bei allen Arbeiten – nicht vorgeschlagen und noch zu prüfen. Die Technikflächen sind richtig dimensioniert und die Erläuterungen zur Technik nachvollziehbar.
Der im Schnitt 1/50 gezeichnete Stahlbetonsockel als vor Spritzwasser schützendem Fundament für die Holzstützen ist im Grundriss nicht eingezeichnet und wohl auch für die gewünschte und behauptete Innen-Außen-Beziehung nicht durchwegs zielführend. Hier wäre zumindest in Teilbereichen eine andere Lösung zu suchen.
Die einfache Struktur und der komprimierte Baukörper sprechen für eine wirtschaftliche Erstellungsmöglichkeit. Kubatur und Flächen liegen im mittleren Bereich. Die sinnvolle und klare Anordnung der Funktionen lassen eine wirtschaftliche Betreuung mit geringstmöglichem Personaleinsatz zu.
Insgesamt ist die Arbeit bis auf sehr wenige Kleinigkeiten sehr konsequent und durchdacht. Sie überzeugt nicht nur nach erstem, sondern auch beim zweiten und dritten Blick in städtebaulicher, freiraumplanerischer, funktionaler und räumlich-gestalterischer Qualität. Ein Nachweis der Höhensituation ist offen und bei einer Weiterentwicklung nachzureichen.
©sacker
Perspektive vom Freibad
©sacker
Lageplan