modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Nichtoffener Wettbewerb | 03/2026

Neubau für das Theater der Gegenwart in Stettin / Koncepcja budowy siedziby Teatru Współczesnego w Szczecinie (PL)

7

3. Preis

Preisgeld: 100.000 PLN

heinlewischer

Architektur

Piotr Banak Evocative Images

Visualisierung

Erläuterungstext

Der Entwurf für das neue Zeitgenössische Theater in Stettin versteht Architektur als „Architektur der Präsenz“: kein Monument, sondern ein lebendiger Organismus, der auf Stadt und Fluss reagiert. Die Oder prägt das Konzept als räumliche und symbolische Bezugsebene; ihr Ufer wird zur Bühne, der Fluss zum Bestandteil der Aufführungen. Die Gebäudestruktur knüpft an die historische Parzellierung von Łasztownia an und schafft durch modulare, vertikal gegliederte Baukörper einen menschlichen Maßstab. Großzügige Verglasungen öffnen das Haus zur Stadt und lassen Innen und Außen ineinander übergehen.

Das Theater versteht sich als Impulsgeber für die Insel und als offener Ort der Begegnung. Ein mehrgeschossiges Foyer fungiert als „städtischer Hafen“, der unabhängig vom Spielbetrieb nutzbar ist und vielfältige kulturelle Aktivitäten ermöglicht. Die drei zentralen Bühnen – Große Bühne, Kammerbühne und Sozial /Bildungsbühne – bilden ein flexibles Gefüge für Ereignis, Experiment und Gemeinschaft. Sie erlauben parallele Nutzungen und unterschiedlichste künstlerische Formate vom Schauspiel bis zur partizipativen Stadtarbeit.

Die Tragstruktur basiert auf vorgefertigtem Stahlbeton mit einem Grundmodul von 21 m, das stützenfreie Räume, kurze Bauzeiten und ökologische Effizienz ermöglicht. Die Konstruktion folgt dem Prinzip der „Architektur der Lebenszyklen“: modular, anpassbar, demontierbar und ressourcenschonend. Ein metallischer Screen aus recyceltem Aluminium, Gründächer, natürliche Belüftung und Tageslichtoptimierung unterstreichen die Nachhaltigkeitsstrategie. Regenrückhaltung, Wärmerückgewinnung, erneuerbare Energien und niedrige Emissionswerte prägen den Betrieb.

Barrierefreiheit wird umfassend umgesetzt: großzügige Erschließung, akustisch optimierte Ruhezonen, Induktionsschleifen und digitale Informationssysteme sichern Inklusion. Die Bühnentechnik ermöglicht maximal variablen Einsatz durch vollwertige Seiten und Hinterbühnen, mobile Wagen, Drehbühne, Unterbühnen und ein einheitliches Steuerungs und Kommunikationssystem. Immersive Ton und Lichtsysteme, Tracking Technologie und flexible Akustiklösungen erlauben hochkomplexe Produktionen und präzise Klanggestaltung.

Schallschutz und Raumakustik werden durch „Raum in Raum“-Systeme, doppelschalige Betonwände, gezielte Luftführung und differenzierte Absorber gewährleistet. Alle Säle – von der Großen Bühne bis zu Proberäumen und Studios – erhalten akustische Profile, die vielfältige Nutzungen ermöglichen. Das Foyer wird akustisch regulierbar gestaltet, um sowohl Aufenthaltsqualität als auch performative Erweiterungen zu unterstützen.

Insgesamt entsteht ein offenes, flexibles, ökologisch verantwortungsvolles Theater, das den Dialog zwischen Kunst, Stadt und Fluss stärkt und als kultureller Motor für Łasztownia wirkt.

Team
Anna Stryszewska-Słońska, Nina Kamińska, Natalia Sochacka-Majewska, Kinga Kopczyk, Marta Homrowska, Akustik und Bühnentechnik: Piotr Kozłowski, Bartłomiej Konik, Michał Szczepański, Visualisierungen: Piotr Banak, Modell: Onimo

Beurteilung durch das Preisgericht

Za próbę stworzenia kompaktowego organizmu teatralnego, który nawiązuje i interpretuje współczesne, ikoniczne elementy architektoniczne miasta Szczecina. Jury doceniło nawiązanie obiektu do historycznej, pierzejowej zabudowy Łasztowni, poprzez artykulację jego fasady frontowej. Praca wykazuje wysoki poziom spójności i konsekwencji pomiędzy funkcją i jej architektoniczną reprezentacją.