Nichtoffener Wettbewerb | 09/2024
Neubau Gallus-Förderschule in Grünberg (Hessen)
7
Visualisierung Eingang
©BSS Architekten & adlerolesch GmbH
2. Preis
Preisgeld: 24.850 EUR
Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten und Stadtplaner PartGmbB
Architektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Frank Riedel, Stephen Balmberger, Gabriel Barklam, Lukas Seitz
Erläuterungstext
FREIRAUMKONZEPT
Das übergeordnete Freiraumgestaltungskonzept greift das Thema der Entstehung neuer Wälder (durch Aufforstung) auf, welche heute anhand vielfältiger klimaresilienter Arten in einem einheitlichen Raster (nach-) gepflanzt werden. Die neue Schule kann sozusagen samt Außenanlagen als ein Teil des Waldes verstanden werden.
Zur Optimierung der Interaktion zwischen den Funktionsräumen innerhalb des Neubaus und den Erschließungsflächen und Schulgärten im direkten Umfeld der Schule, sowie zur Vernetzung des Grundstücks mit dem anstehenden Waldrand im Süden und Osten beziehungsweise mit dem vorhandenen Campusbestand im Norden, greift die Freiraumgestaltung das Grundriss-Raster des Neubaus auf und spiegelt sich in Form von funktional belegten grünen Clustern mit einheitlich quadratischer Grundform wider. Die Freiraum-Cluster finden sich um die Schule herum eingestreut in eine fließend grüne Bewegungslandschaft die sich im Großen und Ganzen an der Bestandstopografie orientiert und übernehmen dabei ganz flexibel und erweiterbar anhand verschiedener Gestaltungen vielfältige schulische Funktionen. Da wären beispielsweise Grüne (Hoch-)Beete mit integrierten Sitzrändern, Sandspiel- und Bewegungs-Cluster (Calisthenics), grüne Hecken-Cluster (Labyrinth), befestigte zusammenhängende Cluster zur Erschließung sowie, mit Sitzbänken ausgestattet, als „Grünes Klassenzimmer“ nutzbar, Kies-Cluster als Grill- und Lagerfeuerfläche und vieles mehr. Baumneusetzungen erfolgen im Raster mit den grünen Clustern jeweils an den Kreuzungspunkten (wie im Wald), dabei bilden sich zunächst kleinere Gehölzgruppen und Reihen die auch einige größere ebene Rasenflächen für flexible (Sport-) Nutzung freihalten. Die befestigten Erschließungs- und Hof-Flächen um das Gebäude herum sind allesamt als barrierefreier versickerungsfähiger Pflasterteppich mit quadratischen Steinen verschiedener gelblich-bräunlicher Sandtöne gestaltet, die PKW-Stellflächen sind mit Rasenfugenpflaster ergänzt. Entlang der Erschließungsstraße befinden sich 20 Stellplätze für Kleinbusse, die in einem Wendeplatz am Waldrand enden. Fahrradstellplätze können clusterartig direkt im Randbereich auf dem großzügigen Vorplatz der Schule positioniert werden. Abstellbehausungen für Gartengeräte, ein Gewächshaus und Garagen werden im Bereich des neuen Wendeplatzes für die Kleinbusse verortet, diese können somit flexibel von der Zufahrtsstraße aus angedient werden.
Beurteilung durch das Preisgericht
Gebäudekonzeption
Der Entwurf greift die Struktur der Umgebung auf und entwickelt drei L-förmige Baukörper, die jeweils zwei Cluster beherbergen. Diese Cluster gruppieren sich um den Eingangsbereich mit einem Foyer, das gut von der Stuppiusstraße aus erkennbar ist. Im Foyer, welches sich nach Süden zum Pausenbereich öffnet, befindet sich die Aula, die sich topografisch ins Untergeschoss erstreckt und über einen Luftraum mit dem Obergeschoss verbunden ist, in dem auch die Treppe liegt.
Die Gebäudeform ist klar strukturiert und kompakt, mit schlanken L-Schenkeln, die eine natürliche Belichtung der Räume entlang der Fassade ermöglichen. Lediglich die sanitären Anlagen sind in den dunkleren Bereichen des L-Winkels ohne direkte Belichtung angeordnet. Das Gebäude ist als zwei- bzw. in Teilen dreigeschossiger Holzbau konzipiert und verfügt über ein zentrales Treppenhaus und einen Aufzug für barrierefreie Zugänglichkeit. Ein zweiter Aufzug wäre wünschenswert. Positiv bewertet wird, dass die Hälfte der Klassenzimmer im Erdgeschoss ohne Aufzug barrierefrei erreichbar ist.
Im Untergeschoss befinden sich die Verwaltung sowie pädagogische Räume wie Musikraum, Werkstatt und Lehrküche. Der Musikraum kann sowohl zur Aula als auch in die Außenanlagen geöffnet werden. Die Freiflächen sind klar strukturiert, sodass die Pausenbereiche gut überblickt und beaufsichtigt werden können.
In der Ökobilanzierung wird auf einen Holz-Beton-Verbund gesetzt, wobei einheimische Hölzer wie Lärche für die Fassade verwendet werden. Die Spannweiten ermöglichen zudem einen reinen Holzbau.
Freiraumgestaltung
Die Freiräume sind als pixelartige Struktur konzipiert, die eine Interaktion zwischen der Schule und dem angrenzenden Wald schafft. Angedacht ist die Nutzung klimaresistenter Baumarten in einem pixelartigen Raster, das die Gestaltung von Gärten, Terrassen und die Begrünung des Vorplatzes sowie der Höfe prägt.
Die funktionale Anordnung der Freiflächen für die Schüler ist gut durchdacht und bietet Potenzial für Weiterentwicklung. Die Stellplätze greifen die Struktur bestehender Parkmöglichkeiten auf, und die Haltestellen der Kleinbusse sind entlang der Straße platziert, wodurch relativ weite Wege für die Ankommenden entstehen. Im Osten ist eine Wendefläche vorgesehen. Die Interaktion mit der Waldlandschaft schafft einen identitätsstiftenden und wertvollen Ansatz für die Schule.
Bewertung
Der Entwurf überzeugt durch die Reduktion von Erschließungsflächen und monofunktionalen Räumen, was eine wirtschaftliche Lösung mit gut proportionierten Räumen ermöglicht, die in ihrer Gestaltung und Gesamtkonzeption überzeugen. Die Gestaltung der Freiflächen bleibt jedoch eher schematisch und lässt eine detaillierte Ausformulierung vermissen.
Lageplan 1:500
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GR Erdgeschoss 1:200
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Blatt 1
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Blatt 2
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Blatt 3
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Blatt 4
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