Nichtoffener Wettbewerb | 09/2024
Neubau Gallus-Förderschule in Grünberg (Hessen)
8
©h4a Architekten
3. Preis
Preisgeld: 17.500 EUR
Projektsteuerung
Beurteilung durch das Preisgericht
Städtebauliche Konzeption
Zwei viergeschossige Baukörper sind versetzt auf dem Grundstück angeordnet und durch einen Zwischenbau miteinander verbunden. Diese Anordnung schafft städtebaulich eine klare Geste nach Norden, die den Haupteingang betont und den Bereich in Verkehrs- und Pausenflächen unterteilt.
Gebäudekonzeption
Die innere Nutzungsverteilung ist logisch gegliedert: Im Erdgeschoss sind alle gemeinschaftlichen und öffentlichen Funktionen untergebracht, während die drei Obergeschosse die Clusterflächen beherbergen. Eine großzügige, gut belichtete Halle öffnet sich zum Eingang und zum südlich angrenzenden Pausenbereich. Die Aula und der Lehrerbereich befinden sich im Nordwesten, während im Südosten die Therapieräume und Werkstätten liegen. Ein grünes Forum im Pausenbereich bietet eine gelungene Verbindung zwischen Innen- und Außenräumen.
Eine zentrale, kompakte Treppe führt über die Halle in die Clusterbereiche der Obergeschosse. Je zwei Doppelcluster sind über eine gemeinsame Garderobenzone erschlossen, was kritisch diskutiert wird. Innerhalb der Cluster sind die zentrale Mitte und die Klassenräume gut strukturiert und belichtet angeordnet. Loggien bieten zusätzliche Ausblicke. Bereiche für Gehhilfen sind in separaten Räumen untergebracht, sodass die Funktion der Räume nicht beeinträchtigt wird. Die Positionierung der Essens- und Differenzierungsräume ist hinsichtlich der Tageslichtqualität noch optimierbar.
Der zweite Rettungsweg ist effizient über kompakte Treppenhäuser gelöst, mit insgesamt drei Treppenanlagen und zwei Aufzügen. Die Höhenlage der Podeste an den Ausgängen aus den Fluchttreppenhäusern bedarf jedoch noch einer Überprüfung.
Die Baukonstruktion ist nachvollziehbar und verspricht eine effiziente Umsetzung. Neben den Anforderungen an Brandschutz und Akustik im Holzbau sind auch Überlegungen zu kreislaufgerechten Konstruktionsmethoden integriert. Die kompakte und effiziente Planung bringt jedoch in bestimmten Bereichen Einbußen in der räumlichen Qualität mit sich.
Freiraumgestaltung
Die Freiräume um das Gebäude sind klar gegliedert und topografisch sinnvoll integriert. Die Flächen zur Verkehrsorganisation im nördlichen Vorfeld der Schule sind auf zwei Niveaus angeordnet und ausreichend dimensioniert. Die geplante Busvorfahrt wird allerdings hinsichtlich Gefahrenvermeidung und Effizienz als ungeeignet bewertet, obwohl das Potenzial für einen attraktiven Vorplatz gegeben ist. Die Gestaltung der Freianlagen und deren Einbindung in die komplexe Topografie ist schlüssig. Besonders positiv wird das grüne Forum im Süden und die topografische Gliederung hervorgehoben, da so maßstäbliche Teilräume im Grünen entstehen. Der hohe Anteil versiegelter Flächen wird jedoch kritisch betrachtet.
Bewertung
Ein wertvoller Beitrag zur Aufgabenstellung, der die Diskussion im Preisgericht bereichert.
Lageplan
©h4a Architekten
Grundriss EG
©h4a Architekten
Ansicht Nord
©h4a Architekten
Ansicht Süd
©h4a Architekten
Ansicht West
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Schnitt AA
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Schnitt BB
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