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Nichtoffener Wettbewerb | 04/2026

Neubau Gemeinschaftsschule Pankstraße in Berlin Mitte

Rendering Außen
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Rendering Außen

Anerkennung

Preisgeld: 23.500 EUR

Kronaus Mitterer Architekten

Architektur

KLAMMER * ZELENY Architekten

Architektur

KNOWSPACE

Architektur

Uniola AG

Landschaftsarchitektur

Gruner Deutschland GmbH

Brandschutzplanung

Vasko+Partner Ingenieure ZT GmbH

Projektentwicklung

ARCHITEKTUR + MODELL

Modellbau

ZAN studio

Visualisierung

Erläuterungstext

Leitidee und städtebauliche Eingliederung
Die neue Schule folgt dem Leitbild „Teil und Ganzes“. Städtebaulich schafft es der neue Schulbau so, nicht monolithisch zu wirken und sehr differenziert auf die Umgebung des Bauplatzes zu reagieren, ohne dabei auf eine eigene Gesamtfigur zu verzichten. Von einer gemeinsamen Mitte ausgehend orientieren sich die Kubaturen programmatisch differenziert zum Brunnenplatz (Sekundarstufen und Verwaltung), zur Stadt (Sporthallen und Jugendclub, Mensa und Mehrzweckbereich) und zur Landschaft (Primarstufe und Förderzentrum). In der Folge entstehen räumlich und funktional differenzierte Frei- und Außenbereiche ohne Fragmentierung. Zur Nordostseite wird durch die Schließung der Straßenflucht der Freiraum des bereits im Hobrecht-Plan angelegten urbanen Platzraums gefasst und das Bild der Schule und seiner Adressbildung am Brunnenplatz entwickelt. Dabei wird im Sinne einer geschlossenen Bebauung direkt an die seitliche Brandwand des Bestands angeschlossen und dieser städtebaulich bewusst um einen in seiner Maßstäblichkeit gleichwertigen Neubau ergänzt. Die neue Bebauung ist insgesamt maximal 4-geschossig. Ein klarer Einschnitt mit gestaffelter Höhenentwicklung in der geschlossenen Gebäudefront verankert und markiert so den Haupteingang. Der Geschlossenheit zur Schönstedtstraße steht zur Pankstraße hin eine partielle Auflösung der Kubaturen gegenüber, die es ermöglicht, die Sporthallen mit Jugendclub und frei zugänglichem ALBA-Court als identitätsstiftenden Baustein zu etablieren. Rückwärtig zum Landschaftsraum der Panke hin löst sich die Figur stärker auf und schafft so eine maximale Verzahnung mit dem Grünraum der Panke. Die differenzierte Setzung der Baukörper folgt kontextuellen Raumkanten und priorisiert den wertvollen Baumbestand bei minimalem Eingriff. Zur Panke hin wird die Compartmentschule in den Primar- und Förderzentrumsbereichen im Sinne der Schulen in der Schule räumlich wirksam und architektonisch ablesbar.

Gebäudekonzept und Funktionalität
Das Gebäudekonzept lässt die Funktionen im Schulgebäude klar gliedern. Die Schule ist zugleich ein Haus und viele Häuser. Um eine gemeinsame Mitte herum, die zugleich als Magistrale wirkt, sind die Primarstufe und das Förderzentrum, die Sekundarstufen, und die Sporthallen jeweils als eigenständige Funktionsflügel angeordnet. Dies ermöglicht eine klare Orientierung zwischen den Räumlichkeiten der einzelnen Schulstufen im Inneren des Gebäudes, und es gewährleistet kurze Wege bei gleichzeitig größtmöglicher Eigenständigkeit, Ruhe und Übersicht. Die vertikale Erschließung erfolgt schließlich im jeweiligen Funktionsflügel, wodurch die einzelnen Altersstufen bzw. Fördergruppen sortiert und geregelt in ihre eigenen Lernbereiche gelangen. Die Magistrale ist nicht nur ein zentraler Ankerpunkt für die Erschließung und Orientierung, sondern fungiert auch als einladendes Veranstaltungsherz der Schule mit direkt angelagerten Mehrzweck- und Mensabereichen und dem Sportbereich, beide mit maximaler Präsenz zum Stadtraum und der Öffentlichkeit hin. So wie die Compartments das Forum als zentrale Begegnungs-, Kommunikations- und Differenzierungsfläche besitzen, bildet die Magistrale als Herz der gesamten Schule aus, der im räumlichen Verbund mit dem Haupteingangsfoyer und ggfs. auch der Mensa und Mehrzweckbereich bei schlechtem Wetter auch als Aufenthaltsfläche genutzt werden kann.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit 1005 formuliert mit einer geschickten Setzung von drei viergeschossigen Baukörpern auf einem gemeinsamen Sockelgeschoss das neue Schulzentrum an der Pankstraße. Eine Besonderheit ist die Akzentuierung des Eingangsbereichs an der Schönstedstraße mit einem zurückgesetzten Baukörperteil entlang der Pankstraße. Kontrovers diskutiert wird der dargestellte Übergangsbereich in den öffentlichen Raum, insbesondere die geplanten zurückspringenden Loggien in den Obergeschossen. Hinterfragt wird auch die vorgeschlagene Gestaltung der Fassade, deren Anmutung nicht unbedingt einem neuen Schulbau
entspricht.

Für gut befunden wird die Gliederung unter dem Motto „ein Haus, viele Häuser“, durch die die unterschiedlichen Schulbereiche in ihrer Setzung klar verortet und eindeutig ablesbar werden. Eine zentrale Magistrale führt durch das Gebäude, von der aus viele Funktionsbereiche übersichtlich erreichbar sind. Positiv bewertet werden die Unterbringung der Verwaltung am Hauptfoyer, die Anordnung der Fachräume entlang der Magistrale und die Positionierung der Bibliothek im Gelenk des Gebäudes im Westen. Kritisch diskutiert wird dagegen der an die Magistrale unmittelbar angrenzende Mensa/Mehrzweckbereich, da für diesen eine schlechte Belichtung zu erwarten ist. Der eigenständige Eingang des Veranstaltungsbereiches wird hingegen positiv gewürdigt. Das Berliner-Lernauskonzept wird in dem Entwurf insgesamt gut umgesetzt. In den Primarstufen-Compartments sowie in den Lernbereichen der Auftragsschule schränken die Tiefen der Loggien jedoch die Belichtung der Begegnungsflächen und der Foren ein. In der Auftragsschule gibt es für die weitere vertikale Erschließung eine schlecht auffindbare Haupttreppe. Die sichtbare Treppe neben der Bibliothek führt leider nur zu den Lernwerkstätten, erschließt aber nicht die weiteren Obergeschosse. In den Sekundarstufen werden die vorgeschlagenen Querschnitte der Lichthöfe als deutlich zu gering bewertet, auch wenn sie nur ein zusätzliches Angebot darstellen.

Positiv bewertet wird ebenfalls die Lage der Sporthalle mit dem zugeordneten Kleinspielfeld. Somit gelingt eine eigenständige Adressbildung – auch für den Alba-Club – zum Stadtraum.

Der Freiraum ist klar gegliedert. Der Verlauf von stärker befestigten Flächen hin zu stärker durchgrünten Räumen ist nachvollziehbar gewählt. Die lauteren, durch Bewegung bestimmten Nutzungen befinden sich im Norden der Hoffläche, die ruhigeren Spielbereiche der Auftragsschule westlich des Gebäudekörpers.

Diese Zonierung ist sinnvoll und vermeidet Störungen im Unterrichtsablauf. Kritisch diskutiert wird der Eingangsplatz an der Pankstraße. Die Nutzung als Mensaaußenbereich bietet an dieser Stelle wenig Aufenthaltsqualität. Die Anordnung des Kleinspielfeldes westlich der Sporthalle ist für die tägliche Schulnutzung ungünstig, da dessen Erreichbarkeit nur durch Verlassen des Schulgeländes bzw. über die Anlieferfläche möglich ist.

Der mittlere Fensterflächenanteil in Kombination mit einer hohen Gebäudetiefe und zu kleinen Innenhöfen zeigen eine insgesamt zu geringe Tageslichtverfügbarkeit im Gebäude. Der Nutzungskomfort ist in Bezug auf das Raumklima als mäßig zu betrachten. Die natürliche Lüftung ist eingeschränkt durch die Anordnung der Öffnungselemente und ein mäßiges Potential zur Querlüftung. Der hohe Primärenergieinhalt im Primärtragwerk aufgrund einer reinen Stahlbeton-Konstruktion ist auffällig. Der geringe Energiebedarf und die hohe Strombedarfsdeckung werden zu geringen Energiekosten führen.

Der Entwurf stellt einen diskussionswürdigen Beitrag dar, der in vielen Punkten Qualitäten aufweist, aber das Preisgericht mit seiner Anmutung für den Stadtteil Wedding nicht vollständig überzeugen kann.
Rendering Innen

Rendering Innen

Lageplan

Lageplan

Zugang

Zugang

Raumerhalt

Raumerhalt

Gliederung

Gliederung

Präsentationsplan 01

Präsentationsplan 01

Präsentationsplan 02

Präsentationsplan 02

Präsentationsplan 03

Präsentationsplan 03

Präsentationsplan 04

Präsentationsplan 04

Präsentationsplan 05

Präsentationsplan 05