Die Arbeit 1005 formuliert mit einer geschickten Setzung von drei viergeschossigen Baukörpern auf einem
gemeinsamen Sockelgeschoss das neue Schulzentrum an der Pankstraße. Eine Besonderheit ist die Akzentuierung des Eingangsbereichs an der Schönstedstraße mit einem zurückgesetzten Baukörperteil entlang der Pankstraße. Kontrovers diskutiert wird der dargestellte Übergangsbereich in den öffentlichen Raum, insbesondere die geplanten zurückspringenden Loggien in den Obergeschossen. Hinterfragt wird auch die vorgeschlagene Gestaltung der Fassade, deren Anmutung nicht unbedingt einem neuen Schulbau
entspricht.
Für gut befunden wird die Gliederung unter dem Motto „ein Haus, viele Häuser“, durch die die unterschiedlichen Schulbereiche in ihrer Setzung klar verortet und eindeutig ablesbar werden. Eine zentrale Magistrale führt durch das Gebäude, von der aus viele Funktionsbereiche übersichtlich erreichbar sind. Positiv bewertet werden die Unterbringung der Verwaltung am Hauptfoyer, die Anordnung der Fachräume entlang der Magistrale und die Positionierung der Bibliothek im Gelenk des Gebäudes im Westen. Kritisch diskutiert wird dagegen der an die Magistrale unmittelbar angrenzende Mensa/Mehrzweckbereich, da für diesen eine schlechte Belichtung zu erwarten ist. Der eigenständige Eingang des Veranstaltungsbereiches wird hingegen positiv gewürdigt. Das Berliner-Lernauskonzept wird in dem Entwurf insgesamt gut umgesetzt. In den Primarstufen-Compartments sowie in den Lernbereichen der Auftragsschule schränken die Tiefen der Loggien jedoch die Belichtung der Begegnungsflächen und der Foren ein. In der Auftragsschule gibt es für die weitere vertikale Erschließung eine schlecht auffindbare Haupttreppe. Die sichtbare Treppe neben der Bibliothek führt leider nur zu den Lernwerkstätten, erschließt aber nicht die weiteren Obergeschosse. In den Sekundarstufen werden die vorgeschlagenen Querschnitte der Lichthöfe als deutlich zu gering bewertet, auch wenn sie nur ein zusätzliches Angebot darstellen.
Positiv bewertet wird ebenfalls die Lage der Sporthalle mit dem zugeordneten Kleinspielfeld. Somit gelingt eine eigenständige Adressbildung – auch für den Alba-Club – zum Stadtraum.
Der Freiraum ist klar gegliedert. Der Verlauf von stärker befestigten Flächen hin zu stärker durchgrünten Räumen ist nachvollziehbar gewählt. Die lauteren, durch Bewegung bestimmten Nutzungen befinden sich im Norden der Hoffläche, die ruhigeren Spielbereiche der Auftragsschule westlich des Gebäudekörpers.
Diese Zonierung ist sinnvoll und vermeidet Störungen im Unterrichtsablauf. Kritisch diskutiert wird der Eingangsplatz an der Pankstraße. Die Nutzung als Mensaaußenbereich bietet an dieser Stelle wenig Aufenthaltsqualität. Die Anordnung des Kleinspielfeldes westlich der Sporthalle ist für die tägliche Schulnutzung ungünstig, da dessen Erreichbarkeit nur durch Verlassen des Schulgeländes bzw. über die Anlieferfläche möglich ist.
Der mittlere Fensterflächenanteil in Kombination mit einer hohen Gebäudetiefe und zu kleinen Innenhöfen zeigen eine insgesamt zu geringe Tageslichtverfügbarkeit im Gebäude. Der Nutzungskomfort ist in Bezug auf das Raumklima als mäßig zu betrachten. Die natürliche Lüftung ist eingeschränkt durch die Anordnung der Öffnungselemente und ein mäßiges Potential zur Querlüftung. Der hohe Primärenergieinhalt im Primärtragwerk aufgrund einer reinen Stahlbeton-Konstruktion ist auffällig. Der geringe Energiebedarf und die hohe Strombedarfsdeckung werden zu geringen Energiekosten führen.
Der Entwurf stellt einen diskussionswürdigen Beitrag dar, der in vielen Punkten Qualitäten aufweist, aber das Preisgericht mit seiner Anmutung für den Stadtteil Wedding nicht vollständig überzeugen kann.