Verhandlungsverfahren | 02/2026
Neubau Grundschule Crottendorf - Vergabe der Gesamtplanungsleistung
6
Innenraumperspektive
©Peter Zirkel Architekten
Zuschlag
Engelbach+Partner Ingenieurgesellschaft Dresden mbH
Tragwerksplanung
Erläuterungstext
Programm
Das Raumprogramm für die neue Grundschule in Crottendorf orientiert sich an den im Freistaat Sachsen üblichen Flächenansätzen. Grundlage des vorliegenden Entwurfs ist das Musterraumprogramm gemäß Dresdner Schulbauleitlinie vom 24.11.2016 für eine zweizügige Grundschule (8 Klassenräume), das auf den Bedarf einer 1,25-zügigen Schule (5 Klassenräume) umgerechnet wurde. Dabei wurde grundsätzlich lediglich die Anzahl der Räume reduziert, nicht jedoch deren Größe. Eine prozentuale Verkleinerung einzelner Räume, etwa von Büroräumen, erscheint nicht sinnvoll, da eine funktionale Möblierung dann nicht mehr möglich wäre. Auch im Falle einer zukünftigen Schulerweiterung können wirtschaftlich nur zusätzliche Klassenräume ergänzt werden, nicht jedoch einzelne Räume vergrößert werden. Zusätzlich wurde eine größere Fläche für die Bibliothek vorgesehen, um die Integration der Ortsbibliothek in das Schulgebäude zu ermöglichen. Der Bedarf für Gemeindeveranstaltungen, Lesungen und Einschulungsfeiern wird über die Verkehrsflächen, insbesondere die Aula, abgedeckt. Bei Bedarf können die Mensa und der Mehrzweckraum, die lediglich durch eine Faltwand von der Aula getrennt sind, zugeschaltet werden. Dadurch entsteht eine zusammenhängende Veranstaltungsfläche von ca. 250 m², die auch für größere Anlässe geeignet ist.
Schule der vier Jahreszeiten
Der Entwurf folgt den Überlegungen zum pädagogischen Clustermodell. Zwischen jeweils zwei Klassenräumen ist ein Differenzierungsbereich angeordnet. Die Grundflächen der Klassenräume sind nahezu quadratisch, sodass innerhalb eines Raumes unterschiedliche Sitz- und Lernformen (Reihenbestuhlung, Blockform, Hufeisen, Stuhlkreis etc.) flexibel realisiert werden können.
In den Erschließungsfluren werden Garderoben, Schließfächer und Sitznischen angeboten, die das Raumangebot erweitern. Jeweils zwei dieser Einheiten sind in den Seitenflügeln des Schulbaukörpers im 1. Obergeschoss angeordnet. Die entstehenden Sackgassensituationen reduzieren die Lärmemissionen, da die Flure nicht als Durchgangsräume genutzt werden. Die Cluster bilden jeweils brandschutztechnische Nutzungseinheiten. Dies hat zur Folge, dass innerhalb dieser Bereiche keine zusätzlichen Brandschutzanforderungen an Oberflächen, Möbel und Einrichtungsgegenstände bestehen.
Ort
Der gegliederte Baukörper fügt sich hinsichtlich Maßstab, Ausrichtung und Körnung in das Ortsbild von Crottendorf ein. Das Gebäude gliedert das Grundstück in zwei Bereiche: den Platz an der Annaberger Straße sowie den weitläufigen, naturnahen Pausenhof im Übergang zum Landschaftsraum im Nordwesten. Unter einer witterungsgeschützten Arkade am Schulplatz befinden sich sowohl der Haupteingang der Schule als auch ein separater Zugang zur Ortsbibliothek. Dadurch ist gewährleistet, dass die Bibliothek auch während der Schulferien unabhängig vom Schulbetrieb genutzt werden kann. Das zweigeschossige Gebäude mit Satteldach, Dachüberständen und einer naturbelassenen Holzschindelfassade nimmt Bezug auf traditionelle Bauformen des Erzgebirges, ohne dabei seine zeitgenössische Entstehung zu verleugnen.
Freiraum
Durch die Setzung des Neubaus entsteht an der Annaberger Straße ein öffentlicher Vorplatz mit einer einladenden Rundbank im Schatten einer neu gepflanzten, klimaresilienten ungarischen Eiche. Der Höhenunterschied zwischen Straße und Eingangsniveau wird über eine Treppenanlage von der Annaberger Straße aus überwunden. Vom Nitzschhammerweg erfolgt die barrierefreie Erschließung über einen hochwertigen Pflasterbelag. Zur Einhaltung des Kostenrahmens werden die befestigten Flächen auf ein notwendiges Minimum reduziert. Der Schulhof verfügt im Bestand bereits über großzügige Wiesenflächen sowie einen wertvollen Baumbestand im Übergangsbereich zwischen Landschafts- und Siedlungsraum. Diese Qualitäten werden bewusst herausgearbeitet und zu einem naturnahen Spielraum mit punktuellen Nutzungsinseln entlang eines gepflasterten Rundwegs weiterentwickelt, der zugleich als Roller-Rundkurs dient. Die Wasserläufe werden dem natürlichen Geländeverlauf folgend nach Norden geführt und in einem Retentionsbiotop im Schulgarten zurückgehalten. Ein Notüberlauf ist an den bestehenden Kanal angeschlossen. Hochbeete ergänzen das Nutzungsangebot und bilden zugleich einen räumlichen Abschluss zur angrenzenden Wohnbebauung. Sandspielbereiche, Kletterstämme, Tischtennisplatten sowie ein grünes Klassenzimmer schaffen weitere Angebote für die unterschiedlichen Bedürfnisse der 6- bis 10-jährigen Kinder. Durch die Gestaltung der Schulfreiflächen als Naturerfahrungsraum können die Herstellungskosten gegenüber konventionellen Schulhöfen reduziert und gleichzeitig die vorhandenen Qualitäten des Ortes erhalten werden. Die Mensa erhält eine Terrasse mit Bezug zum Schulhof. Die Lehrerparkplätze sind entlang des Nitzschhammerwegs angeordnet. Insgesamt stehen Abstellmöglichkeiten für 36 Fahrräder und Roller vor dem Schulgebäude zur Verfügung.
Organisation
Die Grundrissorganisation ist klar und übersichtlich strukturiert. Um eine zentrale Mitte mit Aula, Mehrzweckraum und Mensa sind im Obergeschoss zwei Schulcluster sowie der zum Eingangsplatz orientierte Lehrerbereich angeordnet. Die einhüftige Erschließung der Cluster ermöglicht eine konsequente Orientierung aller Klassenräume zum Pausenhof. Im Erdgeschoss sind die Ganztagsbereiche (Hort) sowie die Fachklassenräume einschließlich der Bibliothek untergebracht. Diese Bereiche verfügen über bodentiefe Fenster, sodass in der warmen Jahreszeit der Außenraum unkompliziert in den schulischen Alltag integriert werden kann. Ein Aufzug ermöglicht die barrierefreie Erschließung aller Räume.
Konstruktion
Das Gebäude ist als klassischer Holzskelettbau konzipiert und besteht aus Stützen bzw. Wänden, Riegeln und Unterzügen sowie einem vorgefertigten hölzernen Dachstuhl aus Nagelplattenbindern. Das Konstruktionsraster beträgt 2,80 m für Quer- und Längsunterzüge sowie deren Teilungen, beispielsweise Nagelplattenbinder im Abstand von 70 cm. Das Dach über dem stützenfreien Bereich der Aula und des zentralen Eingangs wird mittels hölzerner Überzüge bzw. Hängewerke überspannt. Durch die Anordnung des Schneefangs über den Außenwänden – und nicht am Ende des umlaufend auskragenden Daches – werden die Lasten aus Schneeanhäufungen (Schneelastzone 3, über 700 m ü. NN) statisch günstig in die Dachkonstruktion und die Außenwände eingeleitet. Das Dach wird als Kaltdach ausgebildet. Der Dachraum dient zur Unterbringung der haustechnischen Anlagen sowie zur Führung der Medien. Die Aussteifung der Dach- und Deckenscheiben sowie der Wände erfolgt mittels OSB-Platten. Raumabschließende Wände sowie Treppenhaus- und Aufzugsschachtwände stellen ausreichende vertikale Aussteifungselemente dar. Die Gründung erfolgt frostfrei über Streifenfundamente sowie eine konstruktiv bewehrte Bodenplatte in den Raumbereichen.
Das Raumprogramm für die neue Grundschule in Crottendorf orientiert sich an den im Freistaat Sachsen üblichen Flächenansätzen. Grundlage des vorliegenden Entwurfs ist das Musterraumprogramm gemäß Dresdner Schulbauleitlinie vom 24.11.2016 für eine zweizügige Grundschule (8 Klassenräume), das auf den Bedarf einer 1,25-zügigen Schule (5 Klassenräume) umgerechnet wurde. Dabei wurde grundsätzlich lediglich die Anzahl der Räume reduziert, nicht jedoch deren Größe. Eine prozentuale Verkleinerung einzelner Räume, etwa von Büroräumen, erscheint nicht sinnvoll, da eine funktionale Möblierung dann nicht mehr möglich wäre. Auch im Falle einer zukünftigen Schulerweiterung können wirtschaftlich nur zusätzliche Klassenräume ergänzt werden, nicht jedoch einzelne Räume vergrößert werden. Zusätzlich wurde eine größere Fläche für die Bibliothek vorgesehen, um die Integration der Ortsbibliothek in das Schulgebäude zu ermöglichen. Der Bedarf für Gemeindeveranstaltungen, Lesungen und Einschulungsfeiern wird über die Verkehrsflächen, insbesondere die Aula, abgedeckt. Bei Bedarf können die Mensa und der Mehrzweckraum, die lediglich durch eine Faltwand von der Aula getrennt sind, zugeschaltet werden. Dadurch entsteht eine zusammenhängende Veranstaltungsfläche von ca. 250 m², die auch für größere Anlässe geeignet ist.
Schule der vier Jahreszeiten
Der Entwurf folgt den Überlegungen zum pädagogischen Clustermodell. Zwischen jeweils zwei Klassenräumen ist ein Differenzierungsbereich angeordnet. Die Grundflächen der Klassenräume sind nahezu quadratisch, sodass innerhalb eines Raumes unterschiedliche Sitz- und Lernformen (Reihenbestuhlung, Blockform, Hufeisen, Stuhlkreis etc.) flexibel realisiert werden können.
In den Erschließungsfluren werden Garderoben, Schließfächer und Sitznischen angeboten, die das Raumangebot erweitern. Jeweils zwei dieser Einheiten sind in den Seitenflügeln des Schulbaukörpers im 1. Obergeschoss angeordnet. Die entstehenden Sackgassensituationen reduzieren die Lärmemissionen, da die Flure nicht als Durchgangsräume genutzt werden. Die Cluster bilden jeweils brandschutztechnische Nutzungseinheiten. Dies hat zur Folge, dass innerhalb dieser Bereiche keine zusätzlichen Brandschutzanforderungen an Oberflächen, Möbel und Einrichtungsgegenstände bestehen.
Ort
Der gegliederte Baukörper fügt sich hinsichtlich Maßstab, Ausrichtung und Körnung in das Ortsbild von Crottendorf ein. Das Gebäude gliedert das Grundstück in zwei Bereiche: den Platz an der Annaberger Straße sowie den weitläufigen, naturnahen Pausenhof im Übergang zum Landschaftsraum im Nordwesten. Unter einer witterungsgeschützten Arkade am Schulplatz befinden sich sowohl der Haupteingang der Schule als auch ein separater Zugang zur Ortsbibliothek. Dadurch ist gewährleistet, dass die Bibliothek auch während der Schulferien unabhängig vom Schulbetrieb genutzt werden kann. Das zweigeschossige Gebäude mit Satteldach, Dachüberständen und einer naturbelassenen Holzschindelfassade nimmt Bezug auf traditionelle Bauformen des Erzgebirges, ohne dabei seine zeitgenössische Entstehung zu verleugnen.
Freiraum
Durch die Setzung des Neubaus entsteht an der Annaberger Straße ein öffentlicher Vorplatz mit einer einladenden Rundbank im Schatten einer neu gepflanzten, klimaresilienten ungarischen Eiche. Der Höhenunterschied zwischen Straße und Eingangsniveau wird über eine Treppenanlage von der Annaberger Straße aus überwunden. Vom Nitzschhammerweg erfolgt die barrierefreie Erschließung über einen hochwertigen Pflasterbelag. Zur Einhaltung des Kostenrahmens werden die befestigten Flächen auf ein notwendiges Minimum reduziert. Der Schulhof verfügt im Bestand bereits über großzügige Wiesenflächen sowie einen wertvollen Baumbestand im Übergangsbereich zwischen Landschafts- und Siedlungsraum. Diese Qualitäten werden bewusst herausgearbeitet und zu einem naturnahen Spielraum mit punktuellen Nutzungsinseln entlang eines gepflasterten Rundwegs weiterentwickelt, der zugleich als Roller-Rundkurs dient. Die Wasserläufe werden dem natürlichen Geländeverlauf folgend nach Norden geführt und in einem Retentionsbiotop im Schulgarten zurückgehalten. Ein Notüberlauf ist an den bestehenden Kanal angeschlossen. Hochbeete ergänzen das Nutzungsangebot und bilden zugleich einen räumlichen Abschluss zur angrenzenden Wohnbebauung. Sandspielbereiche, Kletterstämme, Tischtennisplatten sowie ein grünes Klassenzimmer schaffen weitere Angebote für die unterschiedlichen Bedürfnisse der 6- bis 10-jährigen Kinder. Durch die Gestaltung der Schulfreiflächen als Naturerfahrungsraum können die Herstellungskosten gegenüber konventionellen Schulhöfen reduziert und gleichzeitig die vorhandenen Qualitäten des Ortes erhalten werden. Die Mensa erhält eine Terrasse mit Bezug zum Schulhof. Die Lehrerparkplätze sind entlang des Nitzschhammerwegs angeordnet. Insgesamt stehen Abstellmöglichkeiten für 36 Fahrräder und Roller vor dem Schulgebäude zur Verfügung.
Organisation
Die Grundrissorganisation ist klar und übersichtlich strukturiert. Um eine zentrale Mitte mit Aula, Mehrzweckraum und Mensa sind im Obergeschoss zwei Schulcluster sowie der zum Eingangsplatz orientierte Lehrerbereich angeordnet. Die einhüftige Erschließung der Cluster ermöglicht eine konsequente Orientierung aller Klassenräume zum Pausenhof. Im Erdgeschoss sind die Ganztagsbereiche (Hort) sowie die Fachklassenräume einschließlich der Bibliothek untergebracht. Diese Bereiche verfügen über bodentiefe Fenster, sodass in der warmen Jahreszeit der Außenraum unkompliziert in den schulischen Alltag integriert werden kann. Ein Aufzug ermöglicht die barrierefreie Erschließung aller Räume.
Konstruktion
Das Gebäude ist als klassischer Holzskelettbau konzipiert und besteht aus Stützen bzw. Wänden, Riegeln und Unterzügen sowie einem vorgefertigten hölzernen Dachstuhl aus Nagelplattenbindern. Das Konstruktionsraster beträgt 2,80 m für Quer- und Längsunterzüge sowie deren Teilungen, beispielsweise Nagelplattenbinder im Abstand von 70 cm. Das Dach über dem stützenfreien Bereich der Aula und des zentralen Eingangs wird mittels hölzerner Überzüge bzw. Hängewerke überspannt. Durch die Anordnung des Schneefangs über den Außenwänden – und nicht am Ende des umlaufend auskragenden Daches – werden die Lasten aus Schneeanhäufungen (Schneelastzone 3, über 700 m ü. NN) statisch günstig in die Dachkonstruktion und die Außenwände eingeleitet. Das Dach wird als Kaltdach ausgebildet. Der Dachraum dient zur Unterbringung der haustechnischen Anlagen sowie zur Führung der Medien. Die Aussteifung der Dach- und Deckenscheiben sowie der Wände erfolgt mittels OSB-Platten. Raumabschließende Wände sowie Treppenhaus- und Aufzugsschachtwände stellen ausreichende vertikale Aussteifungselemente dar. Die Gründung erfolgt frostfrei über Streifenfundamente sowie eine konstruktiv bewehrte Bodenplatte in den Raumbereichen.
Lageplan
©Peter Zirkel Architekten
Städtebauliche Axonometrie
©Peter Zirkel Architekten
Erdgeschoss
©Peter Zirkel Architekten
Obergeschoss
©Peter Zirkel Architekten
Schnitt und Ansicht
©Peter Zirkel Architekten