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Nichtoffener Wettbewerb | 11/2024

Neubau Hauptfeuerwache Düren

Visualisierung
10

Visualisierung

2. Preis

Preisgeld: 33.000 EUR

SSP AG

Architektur

RB+P Landschaftsarchitektur Bauermann Otto Ludwigs

Landschaftsarchitektur

Studio Esser

Visualisierung

Modellwerkstatt Mijalski + Nasarian GmbH

Modellbau

Erläuterungstext

Die Feuerwehr steht in unserer Gesellschaft für Sicherheit. Neben dem abwehrenden und vorbeugenden Brandschutz erbringt die Feuerwehr auch Hilfeleistung bei Unfällen und Notständen. Die Infrastruktur zur Gewährleistung dieser Sicherheit erfordert optimale logistische und personelle Voraussetzungen. Die bauliche Voraussetzung dafür sind beim Neubau der Feuerwache in Düren geben. Der Entwurf in Düren basiert auf einer sorgfältigen Analyse des Standortes an der Veldenerstraße, einer Hauptverkehrsachse der Stadt. Das Grundstück liegt zwischen zwei historischen Industriekomplexen, der Anker Teppichfabrik und einer Papierfabrik, und profitiert von der unmittelbaren Nähe zur Rur, die westlich des Plangebiets verläuft. Die Lage ermöglicht eine schnelle und effiziente Ausfahrt der Einsatzfahrzeuge, wodurch die zeitkritische Versorgung im Alarmfall bestmöglich gewährleistet wird.

Durch die präzise Setzung des Neubaus als verbindender L-förmiger Baukörper wird die städtebauliche Schnittstelle zum gesamten Grundstücksbereich aufgewertet und ein attraktiver Auftakt sowie funktionale Außenbereiche für die Feuerwache geschaffen. Der Neubau funktioniert mit ihren Bereichen der Ausfahrt, Parkierungen, Umfahrt und neuen Dachlandschaft als Feuerwehrcampus und städtebauliches Verbindungsstück. Der L-förmige Baukörper orientiert sich klar zur Veldenerstraße orientiert. Die Fahrzeugausfahrten sind von der Straße aus einsehbar, während sich der Betriebshof mit Übungsturm auf der introvertierten Seite des Gebäudes befindet. Die Strukturierung der Verkehrsführung auf dem Gelände erfolgt durch eine separate Zufahrt für Einsatzfahrzeuge im Süden des Grundstücks, die zu einem Betriebshof mit direktem Zugang zur Waschhalle und Tankstelle führt. Die Rückfahrt erfolgt über eine eigene Umfahrt, sodass ein möglicher Gegenverkehr ausgeschlossen ist. Die Zufahrt für private PKWs und Besucherparkplätze ist ebenfalls klar getrennt und führt zu einer zweispurigen Ausfahrt im Norden des Grundstücks.

Die Feuerwache beherbergt im Erdgeschoss 32 Einsatzfahrzeuge, darunter 12 Fahrzeuge, die direkt zur Veldenerstraße orientiert sind, sowie alle zugehörigen Spindräume, befahrbare Werkstätten und Lagerflächen. Ein Splitlevel im rückwärtigen Teil des Gebäudes bietet Platz für Werkstättenbüros und weitere Lagerflächen. Das Obergeschoss, das über die Fahrzeughalle hinausragt, gliedert sich in drei Baukörper, die die Nutzungscluster Büro und Seminar, Ruhebereiche sowie Aufenthaltsräume mit Küche und Sportanlage beherbergen. Diese Gebäudeteile sind durch eine einheitliche, anthrazitfarbenen Holzfassade gefasst, die in Anlehnung an die Feuerwache sowie die historische Papierindustriestadt Düren gewählt wurde.

Die Gestaltung des Gebäudes folgt einer klaren Funktionslogik, die sich auch in der Fassade ablesen lässt. Die Büros öffnen sich mit Fensterbändern zur Veldenerstraße, während die Ruheräume durch eine gerasterte Lochfassade mit stehenden Formaten gekennzeichnet sind. Die Aufenthaltsräume im hinteren Teil des Gebäudes schließen mit einer eher geschlossenen Fassade ab. Zwischen den drei Baukörpern befinden sich Dachgärten, die als grüne Pufferzonen, Terrassen und Sportflächen genutzt werden. Der Sportbereich ist so angelegt, dass er auch von der autark funktionierenden Freiwilligen Feuerwehr genutzt werden kann.

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Element des Entwurfs. Die Materialwahl fiel auf einen massiven Stahlbetonsockel für das Erdgeschoss, der eine flexible Nutzung der Hallen ermöglicht und gleichzeitig Schutz im Hochwassergebiet bietet. Das Obergeschoss ist aus Holz gebaut, ein nachwachsender Rohstoff, der durch seine rußgeschwärzte Oberfläche Langlebigkeit und Ästhetik vereint. Die Dächer der drei Baukörper sind mit einer Kombination aus extensiver Begrünung, Photovoltaikanlagen und einem Retentionsdach ausgestattet. Die Gestaltung der Außenanlagen und die Integration von Habitat-Klinkern an den Grundstücksgrenzen tragen zusätzlich zur ökologischen Vielfalt bei.

Insgesamt stellt der Entwurf eine moderne, funktionale und nachhaltige Feuerwache dar, die sowohl den praktischen Anforderungen als auch den städtebaulichen und historischen Gegebenheiten des Standorts gerecht wird.

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf zeichnet sich durch kompakte Proportionen und eine klare, schlichte Architektursprache aus, die eine ruhige und zeitlose Wirkung erzeugt. Die Anordnung des Gebäudes ermöglicht gut funktionierende Ausfahrten. Die städtebauliche Setzung und Klarheit des Entwurfs ermöglicht eine optimale Ausnutzung des Grundstückst und eine gute Lösung der Beziehung zwischen Innen- und Außenraum.
ie Fahrzeugpräsentation entlang der Straße verleiht dem Bauwerk eine deutliche und selbstverständliche Präsenz im Stadtraum. Der Mühlenbach wird durch die vorhandene Baumkulisse visuell erweitert, was die Außenraumqualität zusätzlich aufwertet. Der Entwurf vermittelt eine einfache und ruhige Ausstrahlung, während der Hof eine eigenständige Rolle übernimmt und zusätzlichen Außenraum bietet. Die Positionierung des Übungsturms erscheint allerdings ungünstig für den Betriebsablauf und sollte überdacht werden.
In der inneren Gebäudestruktur und der funktionalen Umsetzung des Raumprogramms sind jedoch deutliche Mängel zu erkennen, da die Funktionsbeschreibung nicht ausreichend umgesetzt und einige Räume, darunter die Ruheräume, zu knapp bemessen wurden. Die internen Abläufe sind nicht gut organisiert, da zusammenhängende Funktionen zum Teil weit auseinanderliegen und nicht schlüssig strukturiert sind. Die Anordnung des Notstrombereichs in den Büroflächen und der fehlende Zugang von außen beeinträchtigen die Funktionalität zusätzlich.
Im oberen Bereich ist der Baukörper allerdings durch die Anordnung der Terrassen gut aufgelöst, was für eine angenehme Belichtung der Räume sorgt.
Von den Verfassenden wird eine innovative Lösung mit geringem Footprint vorgeschlagen, die durch ihre klare und kompakte Gestaltung und städtebauliche Selbstverständlichkeit überzeugt. Die funktionalen Anforderungen und Raumnutzungen bieten jedoch Optimierungspotenzial, um die Effizienz und Nutzbarkeit des Gebäudes zu gewährleisten.
Lageplan

Lageplan

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss Erdgeschoss

Ansichten

Ansichten

Schnitte

Schnitte

Fassadenschnitt

Fassadenschnitt

Konzept

Konzept

Konzept

Konzept

Konzept

Konzept

Modellfoto

Modellfoto