modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Nichtoffener Wettbewerb | 11/2024

Neubau Hauptfeuerwache Düren

Visualisierung
4

Visualisierung

3. Preis

Preisgeld: 20.000 EUR

LEPEL & LEPEL GmbH

Architektur

scape Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

atelier kikeriki

Modellbau

Erläuterungstext

Zeichen setzen
Die neue Feuerwache Düren setzt ein markantes architektonisches Zeichen am nördlichen Stadteingang und prägt das Stadtbild an dieser prominenten Lage. Durch ihre moderne, funktionale Gestaltung fügt sie sich harmonisch in das städtische Umfeld der alten Papierfabrik ein und symbolisiert die Bedeutung der öffentlichen Sicherheit. Verkehrstechnisch optimal positioniert, ermöglicht die Feuerwache schnelle Einsätze und erreicht alle Einsatzorte der Stadt in weniger als 8 Minuten. Diese strategische Lage vereint städtebauliche Präsenz mit maximaler Effizienz und unterstreicht ihre Rolle als zentrale Schaltstelle für Schutz und Sicherheit.

Kurze Wege und schnelle Reaktionszeit
Der vorliegende Entwurf konzentriert die Bebauung auf die Mitte des Grundstücks, um maximale Freiflächen für Alarm Hof und Abmarsch zu schaffen. Eine Besonderheit ist die Optimierung kurzer Wege und schneller Reaktionszeiten, um den Feuerwehrleuten im Einsatz maximale Effizienz zu ermöglichen. Das architektonische Konzept ordnet funktionsrelevante Bereiche wie Fahrzeughallen, Einsatzzentrale, Umkleiden und Schulungsräume kompakt an. Trotz der kompakten Bauweise wird höchste Funktionalität durch durchdachte Raumlösungen und flexible Nutzungsmöglichkeiten erreicht, was eine schnelle Einsatzbereitschaft und reibungslose Abläufe im Alltag sicherstellt. Der Entwurf kombiniert optimale Flächennutzung mit den Anforderungen einer modernen Feuerwache. Die verkehrstechnische Erschließung gewährleistet Kreuzungsfreiheit im Betriebsablauf, indem Personenverkehr und Parkmöglichkeiten am Rand des Grundstücks liegen, sodass der Bewegungsraum der Einsatzfahrzeuge auf Alarmhöfen und Zufahrten nicht beeinträchtigt wird.

Alles unter einem Dach
Die Zusammenfassung aller entscheidenden Gebäudeteile „unter einem Dach“ zu platzieren, ist der leitende Entwurfsgedanke. Entlang der Außenseiten zu den Alarmhöfen befinden sich die Fahrzeughallen. Darüber die Ruhebereiche und die gemeinsam genutzten Zonen für Versorgung, Fitness und Entspannung. Die Verwaltung, Funk und Seminarräume befinden sich im 2.OG.

Die Fassaden zeigen deutlich die Funktionszuweisung der Bereiche:
Die Feuerwehrfahrzeuge sind über transparente Tore sichtbar und wirken identifikationsstiftend. Der obere Teil der Fassade verbindet das Gebäude wie eine horizontale Klammer zu einer Einheit, in der das Prinzip „alles unter einem Dach“ sichtbar wird. Das kupferfarbene Streckmetall verstärkt durch seine rötliche Farbe die Identifikation.

Die großen Hallen haben ein gerastertes Tragwerk in Skelettbauweise, mit platzsparend angeordneten Vertikalstützen aus Stahlbeton, die Fahrzeugbewegungen nicht behindern. Unterzüge und Deckenplatten sorgen für hohe Tragfestigkeit. Blendschutz in den Büroräumen erfolgt durch Rollläden, während außenliegende Sonnenschutzpaneele seitlich aufklappbar sind. Alle Bauteile sind robust, werkgerecht und industriell vorfabriziert, was Wirtschaftlichkeit, Genauigkeit und Langlebigkeit sicherstellt. Zur Stromgewinnung sind optimal ausgerichtete Photovoltaikmodule auf dem Flachdach angebracht, die durch die hochgezogene Fassade der Straße nicht sichtbar sind.

Grün oben
Eine weitere Besonderheit der Feuerwache ist die innovative Nutzung der begehbaren, begrünten Dachflächen, die den Einsatzkräften Raum zur Erholung bieten. Die Begrünung verbessert das Mikroklima und schafft eine nachhaltige, naturnahe Umgebung. Diese multifunktionale Nutzung optimiert den begrenzten Raum und fördert das Wohlbefinden der Feuerwehrleute, wodurch das Gebäude Funktionalität, Gesundheit und Nachhaltigkeit vereint.

Beurteilung durch das Preisgericht

Das konzipierte Gebäude ist durch seine Farbgebung sowie die prominente Positionierung des Übungsturms und der Einsatzfahrzeuge hinter Glastoren deutlich als Feuerwache erkennbar.
Die Positionierung des Baukörpers auf dem Grundstück wird begrüßt, da sie die Adressierung des Gebäudes deutlich ausbildet, eine klare Orientierung im Stadtraum vermittelt und gleichzeitig den Blick auf das benachbarte Industriedenkmal erlaubt. Die Gestaltung des Turmes setzt einen klaren Akzent und sticht im Vergleich zu anderen Entwürfen positiv hervor.
Die Alarmausfahrt zur Hauptstraße ist gut gelöst und unterstützt eine zügige Einsatzbereitschaft. Der Entwurf bietet jedoch deutlich zu wenig PKW-Stellplätze im Außenraum an.
In der inneren Organisation des Gebäudes zeigt der Entwurf einige Einschränkungen in der Funktionalität. Die Flure sind relativ schmal und die Rettungswege und Fluchtmöglichkeiten in den oberen Geschossen erfüllen nicht die vorgegebenen Anforderungen. Das Foyer ist gut dimensioniert und die Eingänge sind so platziert, dass ein kreuzungsfreier Zugang zu den Hauptbereichen möglich ist.
Die verglaste Front ist gestalterisch hochwertig und verstärkt die Adressbildung des Gebäudes, die Umsetzbarkeit der Glastore in der dargestellten Transparenz wird jedoch kontrovers diskutiert.
Die Position der Ruheräume und Büros zum Grünraum hin wird positiv bewertet. Darüber hinaus bietet die großzügige Dachterrasse einen qualitätvollen Außenraum für die Nutzenden.
Der Entwurf überzeugt durch seine Einfachheit und städtebauliche Präsenz, zeigt jedoch Schwächen in Bezug auf die Funktionalität der Fluchtwege und die Umsetzung der Vorgaben im Außenraum.
Lageplan

Lageplan

Ansicht Ost

Ansicht Ost

Längsschnitt

Längsschnitt